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Nr. 2 ^^c^^^^c^^i^i^^^ Unsere Heimat ß^ß^ß^^ß^ß^ß^ßiwß2ß^ß2 Seite 19

Kriegslasten in Schlüchtern anno 1$12,

Mitgeteilt von Dr. Lauer-Schlüchkern.

nter denen, die am Abend des 18. Oktobers 1916 in feierlichem Zuge auf den Drafenberg gezogen sind, um daselbst durch das Abbrennen eines mächtigen Freudenfeuers und durch patriotische Gesänge die hundertste Wiederkehr des großen Tags der Befreiung Deutschlands vom fremden Joche zu begehen, wird kaum einer gewesen sein, der gedacht hätte, daß unser liebes Vaterland bereits nach Jahresfrist in den schwersten Kampf verwickelt sein würde, den es jemals zu bestehen gehabt hat und gegen den die Kämpfe, die ihm vor 100 Jahren die Freiheit wiedergewonnen haben, an Ausdehnung und Bedeutung in den Hintergrund treten müssen.

Daus der unvergleichlichen Tapferkeit und Aus­dauer unserer Mannschaften ist es in diesem Kriege bisher gelungen, unser Land, abgesehen von nicht ins Gewicht fallenden Ausnahmen, vor dem Feinde zu sichern. Doch gewaltig sind auch die Opfer an Blut, die der Krieg bereits gefordert hat, und immer weitere Kreise unserer wehrfähigen Mannschaften haben deshalb ihren Friedensberuf mit dem Waffen- handwerc vertauschen müssen. Wir aber daheim haben bisher friedlich unserem Berufe nachgehen können. Bedrückten uns nicht täglich von neuem die Sorgen um das Wohlergehen der Lieben da draußen, würden wir hier in Schlüchtern rein äußerlich kaum etwas von dem nun schon über 1 Jahr währenden Kriegs- zustande gemerkt haben, wenn wir nicht angehalten worden wären, unsern Gebrauch an Nahrungsmitteln im Hinblick auf dir Allgemeinheit ein wenig einzu- schränken und zu vereinfachen und unsere Wohn-

räume zeitweise militärischen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Alle, denen das Wohl ihres Vaterlandes am Her­zen liegt, haben die geringen Unbequemlichkeiten, die diese Kriegsleistungen mit sich bringen, von Herzen gern auf sich genommen und werden dies in Zukunft sicherlich noch freudiger tun, wenn sie oie nachfolgende Zusammenstellung aus der Zeit des großen Befreiungskampfs, die mir beim Blättern in alten städtischen Papieren zufällig in die Hand ge­fallen ist, mit Aufmerksamkeit betrachten.

Es ist eine zahlenmäßige Uebersicht der franzö­sischen Offiziere und Mannschaften, die im Jahre 1812 vom März bis Dezember, also innerhalb von 10 Monaten, bei den durch ihr Amt, oder ourch ihre Wohlhabenheit hervorragenden Einwohnern Schlüchterns einquartiert gewesen sind.

Bedenken wir, daß es sich bei diesen Einquartie­rungen um anspruchsvolle feindliche Offiziere und Soldaten gehandelt hat, die nicht nur zu beherbergen, sondern auch voll zu beköstigen gewesen sind und daß auf einen Ersatz der dadurch bedingten Aus­lagen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen war, so werden wir erst recht zu würdigen wissen, welche Lasten unsere Vorväter im Kriege zu tragen gehabt haben und was sie besonders auch hier in Schlüchtern alles haben erdulden müssen, damit ihre Nachkommen sich des Friedens und der Freiheit, die sie selbst so lange schmerzlich hatten entbehren müssen,. in Zu­kunft erfreuen konnten.

1812

März

April

Mai

Juni

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Valentin Leipold ') . . . .

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Wwe d. Posthalters Köhler .

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Posthalter Zipf......

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Klosteramtmann Sauer . . .

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Apotheker Zinkhan ....

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Kaspar Hadermann ....

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Arnold Schäfer.....

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Fähndrich Denhard ....

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Stickels Wwe -).....

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Löb Marcus ob. Preiß. . .

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Iohs. Freund......

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Leutnant Kohlhepp ....

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Rektor Hafselmann ....

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Conrector Wörishoffer . . .

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Pfarrer Ofius jun.....

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Pfarrer Sommerlad ....

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Cantor Iöckel......

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Rentmeister Pauli ....

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Thomas Flemmig.....

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Chirur. Rollmann u. Mutter

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Pfarrer Eberhard ") . . . .

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Pfarrer Osius sen.....

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Ioh. Hildebrand sen.....

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Der Iudenvorsteher ....

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") Valentin Leipold war der Wirt im Gasthaus zum weißen Roß, das sich damals im Rosenbaumschen Haus Fuldaerhraße Nr. 28 befand.

2) Die Witwe Stickel war Besitzerin des sog. Schlößchens.

3) Pfarrer Eberhard bewohnte das 2. Pfarrhaus an der Lorenz-Kapelle. Sein Sohn hat interessante Erinnerungen an die Franzosenzeit in Schlüchtern hinterlassen. „Aus meinem Leben, Erinnerungen des ß Oberbürgermeisters von Hanau Bernhard Eberhard". Hanauer Geschichtsblätter Nr. 1 Hanau 1911.