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die Säulen der Krypta noch eine viel altertümlichere Form des Würfelkapitells, ohne besonders abgesetzte Schildflächen. Auch die verhältnismäßige Steilheit des Schrägkämpfers kann in Schlächtern als Charak- teristikum einer späteren Zeit gelten. Am meisten Aehnlichkeit besteht unter den oben genannten Bauten mit den Halbsäulenvorlagen im Mittelschiff des Mainzer Domes. Die Behandlung des Würfel- kapitells und der noch eckblattlosen, aber schon sich spätromanischer Art nähernden attischen Basen ist durchaus verwandt. Auch die gleichen steilen Schräg- kämpfer finden sich dort. Aehnliche Formen weist in Mainz noch die von Adalbert I. (1109 bis 1137) errichtete St. Eotthardskapelle am Dom auf. Damit ist die Datierung des Schlüchterner frühromanischen Raumes ungefähr gesichert. Wir werden ihn rund um das Jahr 1100 ansetzen dürfen, unter Umständen sogar erst in die allerersten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts, an das Ende der frühromanischen Epoche, kurz bevor in den Rhein
gegenden das Eindringen neuer Formen von Westen her beginnt, das den spätromanischen Stil bei uns charakterisiert.
Man muß sich daran gewöhnen, unter den romanischen Denkmälern bestimmte Schulen zu unterscheiden, die im 11. und 12. Jahrhundert noch große Geschlossenheit zeigen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte in den Bischossstädten die Bauhütte ihr Zentrum, die zugleich in den umliegenden Landstrichen in einem gewissen Umfang die bedeutenderen Kirchen- und Klosterbauten erstellte. Für Schlüchtern wie für diese ganze Gegend bis nach Hersfeld und darüber hinaus wird das Zentrum in Mainz zu suchen sein, auf dessen gerade damals entstehende Bauten ja schon die oben berührten Uebereinstimmungen im architektonischen Detail unserer Halle Hinweisen. Unter den nicht gerade zahlreichen Denkmälern der Mainzer Schule der Zeit um 1100 darf oie Schlüchterner Halle ihren Platz beanspruchen.
friedlos der Kriegsgefangenen,
Ein Gottesacker liegt am Waldeshang, Umschattet vom Geästs deutscher Eichen.
Es geht der Blick der "Gräber Reihen entlang: Ein jedes krönt des Welterlösers Zeichen.
Auf schwarzem Kreuz, eins wie das andre schlicht, Verkündet weiße Schrift die fremden Namen. Er war Soldat, mehr weiß das KreuzleinZnicht. Und daß aus Osten und aus West sie kamen.
(„Über Land u. Meer.")
Hier ruhen sie, so fern dem eignen Land, Ein jedes Grab umgrünt von Efeuranken, — Entnommen deutschem Wald von deutscher Hand — Als wären^s hoffnungsfroh vergebende Gedanken.
Die deutsche Scholle, haßerfüllt begehrt, Ihr solltet nicht als Sieger sie erreichen! Drei Schuh breit Boden ward euch nicht verwehrt. Und eure Hügel hüten deutsche Eichen.
Helene Brehm.
Ein Wort an unsere Zukunft
schreibt H. Lhotzki ins deutsche Land hinaus, das auch unseren Lesern nicht vorenthalten sei:
Wenn je, ist es mir jetzt Herzensbedürfnis, jedem deutschempfindenden Menschen die Hand zu reichen und ihm zuzurufen: Schauet die Güte und den Ernst Gottes, die Güte, daß wir noch leben, und in großem Vorwärts leben, den Ernst, daß heute ein Wort der Wahrheit geredet wird, daß aller Lüge, Heuchelei und Verleumdung die Ohren gellen.
Diese Güte und dieser Ernst sollen uns das große Unterpfand sein eines großen Friedens, der für alle Welt werden muß, an den wir glauben, der nicht auf Friedenskonferenzen beschlossen wird, sondern im Himmel, der einmal eines schaffen soll, die Herrschaft Gottes auf der Erde, nach der alle Menschen sich bewußt oder unbewußt sehnen. Jeder wünscht, daß Wahrheit, Gerechtigkeit, Güte, Freiheit und alles Göttliche auf oer Erde zur Herrschaft komme.
Wir selbst stehen tief erschüttert in dem gewaltigen Ringen der Weltvölker. Viel kostbares Blut unserer Lieben ist in diesem blutigen Jahre vergossen worden. Aber der Glaube an den Frieoe- fürsten soll uns und die draußen verbinden, auch die, die nicht mehr auf Erden weilen.
Eines ist geworden. Unsere Kraft hat ausgereicht wider eine Welt voll Feinde. Festungen sind gefallen wie reife Aepfel, die Bahnen unserer Heeresstaffeln sind unerhört weit vorgeschoben ins Feindes
land, und werden auch nicht mehr umkehren. Auch die Ungläubigsten glauben an unsern Sieg. Vorigen Winter war es ein Bedürfnis, Vorträge zu halten für den Glauben ans Vaterland und den Mut aus- zuhalten. Diesen Winter reden die großen Taten selbst. Da sollen Menschen ehrfürchtig schweigen.
Eine große Lehre sollen uns unsere Kriegserleb- nisse geben. Es hat sich herausgestellt, daß kein Gut und Erwerb sicher ist, der nicht umrahmt ist von der schützenden Macht des Vaterlandes. Wir Deutschen sind das Volk, das sich in alle Welt zerstreute, um Brot und Arbeit zu finden. Wir sind auch fähig dazu, denn wir verstehen wie kein zweites Volk uns hineinzudenken in das Sein der anderen und sind von Natur veranlagt, es zu ehren und stehen zu lassen. Aber nach der Zerstreuung muß für uns eine Zeit der Sammlung beginnen. Wir müssen dafür sorgen, daß das deutsche Blut in aller Welt nicht mehr leichtsinnig verzettelt wird, sondern seine Zusammengehörigkeit empfinden lernt. Wir müssen in unsern Grenzen sammeln alles, was deutsch ist und wenn die alten Grenzen nicht ausreichen, müssen wir sie erweitern. Das Wie? wird uns gezeigt werden.
Alle die von uns draußen sind, müssen wissen, daß sie zu uns gehören und nicht hoffnungslos in fremdem Volkstum untergehen dürfen. Wer fein Volks- tum verleugnet, ist wie jemand, der feinen Kinderglauben vertauscht, seine Eltern ableugnet, seine