Monate vom heutigen Tage an geboren werden sollte.
Zur Feier dieses frohen Ereignisses befehlen wir endlich, daß unsere Hauptstadt heute Abeud freiwillig iUummirt werde, und daß man uns bei unserer Ausfahrt durch die Straßen mit ungeheurer Herzlichkeit überschüttet.
Gegeben in unserer Hauptstadt am 1, d. M.
Wir :c.
* Ein Zierbengel trat auf einem Balle während des Tanzes einer Dame auf den Fuß. Diesen Fehltritt zu beschönigen, sagte er: Sie haben aber auch ein so kleines Rehfüßchen, daß man cs gar nicht sehen kann." — „Das hat nichts zu sagen," erwiederte die junge geistreiche Dame, „der Tritt eines Hasenfußes schmerzt nicht sehr."
* Er. Kennen Sie einen gewissen Haffenpflug? Cand. Leider. —
Er. Wodurch ist dieser Mann ausgezeignet? Cand. Durch ein eben so großes Fassungsvermögen, als ein vorzügliches Gedächtniß. Er behält Alles, was er einmal inne hat.
Die Verstellung.
Ein Herr, dem es sonst immer beim schonen Geschlechte zu glücken pflegte, verschwendete eine ganze Stunde vergebens alle seine Beredsamkeit, um das Herz einer jungen schönen Dame zu erweichen. Der vielen Körbe müde, stand er endlich auf und sagte: „Ich that nur so, Madame!" „Ich auch!" erwiderte sie. —
* Schöne r Tro ft. Gutsherr : „Nun, Frau Kunkel, wie geht's Ihnen; Ihre Kinder sind wohl jetzt alle versorgt?"
Kunkel: Gottlob, Herr Baron, jetzt sind älle versorgt. Mei Aelster ist in Amerika und hot 20 Mörgä Waw den er ganz allei umreite derf; do hot er nu sei Lebtag z'schaffa genug. — Mei Jo- hannesle ist Soldat worda, des Hoi mer's Herz fast abgedruckt ; d'r Amtmann hot mi aaer g'sogt: „weil mei Bua noch fy jung fei, so werd' er blos zum Kanonafuatter verwend't, un des is jetz eba mei Trost.
* Man erzäh l sich, der Fürstenkongreß sollte von dem p. P. Kaiser aufgelvs't werden, weil er nicht zur rechten Zeit zusammengekommen sei. Die Auflösung sei aber unterblieben, weil man sich über
zeugt, daß die Versammlung keine politische Bedeutung habe.
Offenherzige Frage.
Bauer. Na, Se mcene merklich, daß ich Recht behalte, Herr Gerichts-Direktor?
Advokat. Gewiß, guter Freund; mach' er's nur so, wie ich ihm gerathen habe.
Bauer. Schon gut; aber was kriegen Se nu vor Ihren Rath?
Advokat. Zwei Thlr. neun Silbergroschen.
Baue r (zahlend). Hier iS S' Geld ! mer sind quitt; aber nu sagen Se mir doch ehrlich, ob ich Jhr'n Rath folge soll!
* Jedenfalls eine Verläum dun g. Der Skaatsanzeiger hatte neulich einen sehr bezeichnenden Druckfehler. Anstatt Kammcrgerècht war nämlich zu lesen Jammergericht. — Der Sez- zer ist flüchtig.
Das schlechte Metier.
„Bester Herr — bitte um eine Kleinigkeit!"
„„Aber schämt Er sich denn gar nicht, Mensch? — jetzt mitten in der Ernte, wo nicht Hände genug geschafft werden können, Er, ein großer, starker, gesunder Kerl, zu betteln — pfui, in die Seele hinein müßte Er erröthen, wenn Er nur so viel Ehrgefühl im Leibe hätte."" " •
„Ach lieber, bester Herr — Sie haben wohl gut von Arbeiten reden, s' arbeitet sich aber schlecht, wenn's Mehtje ganz darniederliegt — es hat reineweg ufgehört."
„„Aufgehört? was hat Er denn für ein Metier? was ist er denn?""
„Jche? — en Schneeschipper, lieber Herr."
Charade.
Die Erste will ein Jeder sein.
Die Zweite steigt durch Flur und Hain.
Das G a n z e schuf ein Kind und gab's n'em Weber, der erst ihm Geist und ew'ges Leben gab. —
Auflösung des Räthsels in Nro. 28
Faust.
Druck und Verlag von A. Herber in Wiuül, Verantwortlicher Redakteur A. Herber.
