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Wöchentliche Kegleiterin -es Rheingauer Volksboten.

â 28. Sonntag, den 1L. Juli 183«.

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Der Selbstmord -es Pfarrers.

(Drin Französischen nach erzählt von B. M.)

(Schluß.)

„Sprecht nicht so, erwiederte der Pfarrer; ich bin es nicht, der es versagt, es ist meine Pflicht, es sind meine Verhaltungsbeflhle. Und in Erman­gelung alles dessen, würde es mein Gewissen sein. Kein Erbarmen für den Ruchlosen, der daS Gesetz des Herrn überschreitet und der wie ein Heide stirbt, ohne Priester und ohne Sakrament !"

Margareth zerfloß in Thränen . . . „Ach, Herr Pfarrer, kannten Sie nicht Johann Ludwig? Es war der GotteSfürchtigste im Dorfe. Er besuchte jeden Sonntag, jeden Festtag die Kirche .... Der Unglückliche hatte seinen Verstand verloren, als er sich in unsern Brunnen stürzte....." Und sie begann so heftig zu schluchzen, daß man sie auf der Straße hören und sie nicht weiter sprechen konnte.

„Tröstet Euch Margareth!" sagte ter Priester, und faßte ihre Hand, um sie zu beruhigen.

Sie warf sich von Neuem zu seinen Füßen: „Ach, Hochwürdiger Herr, Sie sind so gut so mit­leidsvoll, so,menschlich ! Oeffnet die Kirche dem Kör­per meines armen Mannes! . , . . Als er sich löd- tete, hatte man ihn kurz zuvor mit einer Pfändung

bedroht .... Ein unbarmherziger Gläubiger wollte ihm das Bett seiner Kinder hinwegnehmen..... O, wie mußte der arme Mann gelitten haben, als er sich von uns trennte, die er so sehr geliebt! . . . . Oeffnet ihm die Kirche, Herr Pfarrer, laßt Euch erweichen!"

Der Priester bebte zurück. Ein heftiger Kampf erhob sich in seiner Seele zwischen der Erbarmung, die er empfand, und zwischen dem, was er für seine Pflicht hielt.... Dieses Weib war so schön! ..... Es lag in ihrer Stimme, in ihrem Blick, ein Zauber, der seine Seele in eine ihm unbekannte Verwirrung versetzte.... Er fürchtete sich, diesen Streit zu ver­längern, und indem er das arme, schluchzende Weib mit einiger Gewalt von sich stieß,' rief er: „Nein laßt mich! sprecht davon mit mir nicht weiter. Euer Begehren ist unmöglich!"

Kaum waren diese Worte ausgesprochen, als Margareth bewegungslos auf den Boden stürzte.

Jetzt hörte der Priester nur auf die Stimme des Mitleids.... Er wird wieder Mensch ... > nimmt Margareth in] seine Arme; er drückt sie an seine Brust, um sie zu beleben...... „Margareth, ruft er, kommt zu Euch....." Er sucht ihre eisigten Hände zu erwärmen.... lauscht an ihrem kaum vernehmbarem Athem ..;;.' zählt die Schläge ihres Herzens.... In diesem Augenblick läuft Rachel