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doch passirte es ihm häufig, daß er sich mit ernster Lectüre nur höchst selten befaßte. Indessen besaß er einen recht schönen Mangel an Kenntnissen. Der Verstorbene machte auch Verse; diese Verse hatten aber, wir müssen es leider gestehen, so kränkliche Füße, daß eine Strophe über die andere gefährlich stolperte. Ec schrieb auch mehrere prosaische Auf­sätze, von welchen einige so reich waren an schlüpf­rigen Stellen, daß in ihnen die Schamhaftigkeit bis über die Kniee untersank. In alle» seinen geschrie- benene Geistesprodukten war indessen ein heftiger Kampf zwischen M i r und Mich; und leider starb der Verstorbene, ohne eine gramatikalische Versöhnung zwischen beiden Erzfeinden gestiftet zu haben. Fol­gende Zeilen, die der Verblichene vor seinem Tode an die Tochter seiner Waschfrau schrieb, geben Zeug­niß davon. Sie lauten:

Ewig lieb' ich, Engel, Dir, Engel das gesteh' ich Dich!

Theurer Engel, liebst Du mir,

Dann, o Engel, schreib' es mich!"

Man sieht, daß in dieser Strophe die feindlichen Brüder Dativ und Accusativ, eine Stellung usurpi- ren wollen, die mit der Ansicht von der heiligen Le- gimitât der Grammatik in directem Widerspruch steht.

Mit Napoleon hatte der Verstorbene darin Achn- lichkeit, daß er kein musikalisches Gehör hatte, und daß er eben so gern wie der unsterbliche Kaiser Ham­melsbraten. Die Zeit des Verstorbenen war auf's Regelmäßigste eingetheilt. Den ganzen Morgen er­holte er sich von den Strapazen der Nachtruhe, da­mit er Nachmittags ungestört einige Spaziergänge machen konnte. Um auöreiten zu können, fehlte eS ihm blos an einem Pferde.

Der Verstorbene hatte die liberalsten Grundsätze, und obgleich er von Adel war, verschmähete er es doch nicht, bei ahnenlosen Kaufleuten bürgerliche Au­stern zu essen, oder von einem Gastwirth Cotelets â la Nelson Credit zu verspeisen.

An seinem dreiundzwanzigsten Geburtstage ver­ließ der Verstorbene die militairische Carriere und die irdische Laufbahn, und schlief hinüber in jenes Leben, wo die unsterbliche Seele, von der irdischen Hülle und Geldnoth erlöst, keinen Schauder vor un- quittirten Rechnungen empfindet.

Der Nachlaß des Verstorbenen besteht, außer mehreren Mahnbriefen, aus folgenden Effekten, welche nächstens an den Wenigstnehmenden versteigert wer­den :

Ein in Nichts aufgelöster Schlafrock.

Zwei rechte daumenlose Handschuhe, die einer Sage nach einst gelb gewesen sein sollen.

Ein niedergeschlagener Filzhut.

Ein zu Tod gequältes Halstuch.

Ein Dutzend halber Hemden.

Ein Paar gewesene Strümpfe. (Das zweite Paar ist abwesend.)

Ein Paar bodenlose Stiefeln.

Zwei Westen, die aus Mangel an Futter sich nicht mehr halten konnten.

Eine Pfeife, die einst in der Dunkelheit den Kopf verloren.

Ein pensionirtes Nasirmesser.

Ein Kamm mit hohlen Zähnen.

Eine Kleiderbürste mit einem Glatze.

Ein seidener, trefflich erhaltener Regenschirm (fehlt).

Drei unbarmherzig gepeinigte Schnupftücher.

Ein schamrother Schminktiegel.

Ein bitter gekränkter Hosenträger.

Ein ohnmächtiger Geldbeutel.

Ein gefährlich verwundeter Frack.

Ein lebensmüder Schnürleib.

Eine kränkliche Kravatte im hohen Greisenalter.

Mehrere grausenerregende Vatermörder.

Ein anrüchiger Pudel.

Ein Nachtjäckchen von Gesundheitsflanell. (Der

Flanell selbst aber ist an den Ellenbogen sehr leidend.)

Zwei Pfund verschiedenartige Damenlocken.

Recepte, Rechnungen, Theaterzettel und sonstige Staatspapiere.

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Die Schleswig - Holsteiner.

1830.

Mel: Mein Arm wird stark und groy mein Muth , Gib, Vater, mir ein Schwert rc.

( F. L. Graf zu Stolberg.

Auf! auf! dcâ Spieles letzter Act Ist aus enthüllt der Trug,