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Volks-Botin.

Wöchentliche Begleiterin Les Nheingauer Volksboten.

jg 4, Sonntag, den 27. Januar 1850,

Die schöne Beduinin.

(Scene aus meinem Militairleben in Algerien.) Von Baptist Mackauer.

(Fortsetzung.

B e n -K a n i h kam Tags darauf mit einem kleinen Gefolge nach El-Chamis, um jein flüch­tiges Weib abzuholen. Nach einem langen, hefti­gen Wortwechsel wand er sich rasch von ihm ab, erklärte dem Commandanten, daß er über sein treu­loses Weib nach Belieben verfügen könne, indem er sich förmlich von ihm lossage und cs nimmer in seinem Tribute wieder aufnähme. Er lies selbst die Drohung verlauten, daß er es todten würde, wenn es je wagen sollte oder gezwungen sein würde, in seinen Tribut zurückzukehren.

Nur in dem lebendigsten Gefühle und in der mit Lust aufgefaßten Hingebung FatmehS zur edle­ren Lebensart konnte ich mir die Ursache ihrer mit so großem Muthe und so fester Entsagung unternom­menen Flucht erklären.

Unser Commandant, welcher das tiefste Mitleid für sie hegte, aber auch gerne ihre Entfernung, um die Rache B e n- K a n i h 's abzuwend en, wünschte, gab seine freudige Einwilligung dem dortigen Comp- table oder Lieferanten, sie einige Tage später mit

nach Mostaganem zu führen, wo sie in dem Hause irgend eines reichen Mauren eine Aufnahme finden konnte.

Zwei Tage vor dem Neujahre 1846 verließ ich nach einem vierzigtägigen Aufenthalte das HoSpital M o st a g a n e m 's, wohin ich fieberkrank von dem Camp Rel-Assel an der Min ach gebracht worden war. Da die Witterung sehr trocken war und die Sonne wohlthätig meinen siechen Körper er­wärmte, so unternahm ich gleich des Nachmittags einen kleinen Spaziergang nach dem immergrünen Citronengarten, welcher vor dem Ostthore in einem wunderschönen Thale liegt; von da besuchte ich das das Meer auslaufende, schmale Mühlthal und kehrte durch das Marinethor nach der Stadt zurück. Mit Staunen erkannte ich allenthalben den größten Fleiß, den man seit meinem letzen Hiersein im Oktober 1844 verwendet hatte, um die engen Gassen zu er­weitern, die alten, finstern Araberhöhlen durch auf europäische Art erbaute Häuser zu ersetzen und viele Röhrbrunnen zu errichten. Besonders hatte sich der freie Platz vor dem Thore Bab-el-Dscherah sehr verschönert. Rechts und links erheben sich pal- lästartige Gebäude, welche im europäischen Style erbaut, in ihrem Erdgeschosse die kostbarsten Kauflä­den besitzen und durch ihre hoch und breitgewölbten Bogen dem Spaziergänger in der heißen Mittags-