B o â k s - B ö t i n.
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WöchcntUche Begleiterin des Rheingauer Volksboten.
Sonirtag, den <». Januar
1850»
Die schöne Beduinin.
(Scene aus meinem Militairleben in Algerien) Von B a p t i st Mackauer.
I.
Sehr traurig, einfach und langweilig ist das Leben eines Soldaten, welcher sich in einem algeri- -, schm Camp befindet, der ringsum von den. rachsüchtigen Blicken der Beduinen bewacht, ost bedroht und bisweilen angefallen wird. Sind auch die Wiesenfluren mit Blumen geschmückt, locken auch die immergrünen Gehölze zum Spaziergange, die wilden (Sitten, Gänse und die zahlreichen Feldhühner zur
* Jagd, und die Bäche zum reichen Fischfänge, so wird doch immer mit einiger Scheu der sonst furchtlose Soldat eine etwas weite Entfernung allein oder auch in Gesellschaft eines Kameraden wagen. Trotz des Verbotes, sich weit von einem Camp wegzubegeben, wagt man doch manchmal eine kleine Promenade, welche freilich schon Manchen das Leben sogar gekostet hat.
Bereits schon zehn Monate befand ich mich in dem Camp El- Khamiö, ohne daß wir besonders die umherliegendcn Tribute, welche in einer sorglosen Ruhe Frankreichs Herrschaft duldeten, zu befürchten hatten. Im Monate August 1845 jedoch, da längst alle Getreide eingesammelt waren, verweigerten viele
ihre jährliche Kontribution, beunruhigten ihre gehorsamen Nachbarn und wagten eö, öffentlich unsern Camp zu bedrohen, wozu sie besonders durch den marrokanischen Abentheurer und Chef, Bou-Maza aufgemuntert und beredet wurden.
Diese Unruhen brachten plötzlich ein regeres Leben unter die Besatzung, welche jetzt oft in nächtlichen Ueberfällen den Feind in seinem Gebürge heimsuchte. Ein Tribut, welcher ungefähr aus 40 Zelten bestand und 6 Stunden weit vom Camp in einer Gebirgsschlucht lag, gewährte diesem Aufrührer besondern Schutz und beherbergte ihn öfters, was \ wir durch unsern vielfach erprobten, guten Spionen. - erfuhren. Diesen Tribut zu überfallen, vielleicht den Empörer gefangen zu nehmen, war schon mehrere Tage lang die Absicht unseres Commandanten, welcher auch bald eine schöne Sommernacht bei abnehmendem Mondlichte dazu benutzte, um den nichts ahnenden Feind mit günstigem Erfolge zu überfallen. Die dazu bestimmte Mannschaft lagerte sich im innern freien Raum des Campes angekleidet auf den Boden und freute sich schon im Voraus auf die zu erhaschende Beute. Still und geräuschlos verließen wir tritt 11 Uhr Abends durch eine Hinterpforte den Camp, stiegen einen felsigen Pfad hinab zu dem Flüßchen, durchwadeten dasselbe, erkletterten das jenseitige steile Gèbirg und nahten uns so auf Umwegen dem Tribute, in welchem sich Bou-Maza wirklich
