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Amtliches Bekanntmachungsblaü

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Die Interalliierte Kom-

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Da die Rheinflottille bei weitem bedeutender ist als

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^öolksblätt- MMMMcffm und MssarlE

Amerikaners Mynes über die Ablieferung eines grasten Teiles der Rheinflotte wird weiter gemeldet:

Mainz. 10. Jan. gericht verurteilte Höchst am Main

Gebiet.

(WB.) Das französische Kriegs- den Kommunisten Schilling aus wegen Aufreizung französtscher

Untere

Dienstag. 1L Januar 1921

Der Bremer Volksentscheid.

Bremen, 10. Jan. Gestern abend um 10 Uhr lagen aus 117 Bezirken von Bremen und 'Bremerhaven felgende Ergebnisse vor: 100 554 Stimmen erklärten sich gegen den Rücktritt Les Senats, 74 830 für feinen Rücktritt. Die Mehrheit der bürgerlichen Stimmen ist nach der vorläufigen Festellung gesichert. Es gibt also innerhalb sechs Wochen Neuwahlen.

Französische antibolschewistische Justiz im besetzten

Soldaten zur Revolution, begangen durch Ver­breitung einer bolfchewistischenFlugschrift zu 3 Jahren Gefängnis und zu einer erheblichen Geldstrafe. Der Kommunist Elaaß aus Barmen wurde wegen Einfuhr verbotener Schriften ins besetzte Gebiet zu einem Monat Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe ver­urteilt. Wegen derselben Straftat erhielt der Kom­munist Stichelberg aus Mainz unter Zubilligung mildernder Umstände 500 Mark Geldstrafe.

Abgabe von Binnenschiffen.

werden.

uch eine englische Stimme für den schlesiens beim Reich.

Amsterdam, 10. Jan. (Wolff.) Wochenschrift „New Statesman" tritt

Tagesspiegel.

preußische Landtag tritt heute wieder zu-

berschlesien, vom unpareiischen Standpunkt aus be­achtet, besser in deutschen Händen bleibe, als in got­ische übergehe. Am durchschlagendsten feien die von eutschlandn für das Verbleiben Oberschlefiens beim eich vorgebrachten wirtschaftlichen Gesichtspunkte, as Blatt ist der Meinung, Last Deutschland Ober- stesien viel dringender braucht als Polen, schon um e Verpflichtungen des Friedensvertrages zu er- llen. Oberfchlefien als ein Teil Deutschlands stehe irtschaftlich und kulturell auf einer viel höheren tufe, als dies der Fall wäre, wenn es ein Teil Polens äre. _

Die Londoner dafür ein, Last

miffion versprach zwar energisches Durchgreifen, aber zunächst find das nur Worte, denen die Taten noch folgen muffen. Im Hinblick auf die kommende Ab­stimmung ist es ganz unerläßlich, daß die allgemeine Unsicherheit beseitigt wird, bo sonst eine geordnete Wahlhandlung überhaupt nicht denkbar ist. Nicht nur, daß Einschüchterungen zahlreike Stimmberech­tigte von der Ausübung der Abstimmung fernhalten würde. Die Interalliierte Kommission hat mit ihrem Eingriff in die polizeilichen Einrichtungen Ober­schlesiens zugleich die Verpflichtung übernommen, ihrerseits Ruhe, Ordnung und Sicherheit für die Be­völkerung zu garantieren. An diese Verpflichtung kann sie nicht eindringlich und häufig genug erinnert

i-g Paris traten ehemalige Kerenski -Anhänger zu rmtibolschewistischen Konferenz zusammen.

«eiika hält sich voraussichtlich von der Pariser ierenz fern und bewahrt auch sonst eine kühle Stel- besonders Frankreich gegenüber.

Zwilchen Rumänien und Rußland wird «eiter lt.

billigt Argentiniens Haltung auf dem bund in Genf.

gegen die wachsende Unsicherheit in Obersthlesten von Seaten der interalliierten Kommission

nichts.

Kremen hat sich durch Volksentscheidung eine bür- ^che Mehrheit gesichert.

vv- ftanzöfische Kriegsgericht in Mainz verur- K mehrere Kommunisten wegen polithscher Pro-

Der Anzetgeupret« beträgt für die 8fpaltiae Petttzeile 75 Pfg. und 10% Aufschlcg, amtliche und auswärtige 1.—Mk. Reklamen die Textzeile 2.— M. und 10»/, Aufschlag. Bei Wieder­holungen entsprechender Rabatt. — Geschäftsstelle: Steinweg 35. Schriftleitung und Druckerei: Steinweg 35 a. Ecke Pilgrimftein

* Beratungsstoff vor seiner Auflösung ju er« 16: Auf der Tagesordnung steht die zweite

Allerlei unsoziales Denken.

größeren Betrieben hört man jetzt häufig gen über Maßnahmen der Unterniehmer, die zu Verbitterung der Arbeiter und zur Steigerung s Arbeitslosigkeit führen müssen. Es mag ja auch Fabrikanten angesichts der anarchischen Zu- in unserer Wirtschaft manchmal bange werden, er seinen Betrieb weiterführen soll. Allein das sshvigt noch länge nicht dazu, am unrechten Platz i baren. Es kommt nämlich jetzt öfter vor, daß ver- statete Arbeiter zugunsten der weniger hoch ent- nten Unverheirateten abgewiesen werden, wenn sie s um offene Stellen bewerben. So hörten wir dieser ge aus einer Schuhfabrik in Oberhessen, daß der sttzer seine Kontoristin förmlich angewiesen habe, f ausgeschriebene Arbeitsstellen sich meldende ver- ■■■fcatete Arbeiter einfach wegzuschicken und nur unver- tratete Arbeiter anzunehmen. An den Aussagen

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Uul lul* . iukommen lassen will, ja, auch wenn die Derhsi- |jy k* selbst eine solche Mehlbeteiligung aus einem k "llfef *** ^ichh^itsbegriff heraus für sich abweisen.

Da die Rheinflottille bei weitem bedeutender ist als t Reichsarbeitsministerium fertig gestellt und den alle anderen Flottillen auf den anderen Flüssen, so * eitretern der Länder unterbreitet worden. Don trifft die Entscheidung des Schiedsrichters einen fiesen wurden jedoch Bedenken geltend gemacht. Ins- Schiffsraum von außerordentlicher Bedeutung. Die'esondere wurde von einem Teil von ihnen verlangt, Verteilung der deutscher Rheinschiffahrtsflottille aß die Notverordnung des Reichspräsidenten über den zwischen Frankreich und Deutschland bildet keinen Be-1 chutz lebenswichtiger Betriebe 'in die Schlichtungs- stangteil der Bestimmungen des Friedensvertrages rdnung mit aufgenommen wurde. Das Reichsarbeits­über die Wiedergutmachung und darf nicht mit dem ‘ inifterium scheint nach unseren Informationen diesen Teil der Flußschiffahrtsflottille verwechselt werden,' Zünschen keine Rechnung tragen zu wollen, sondern zu die am die Alliierten als Ersatz für den während des lanen, den Schutz der lebenswichtigen Betriebe auch Krieges verlorenen Flußschiffsraum geliefert werden l Zukunft unter ei*n besonderes Reichsgesetz zu stellen, mutz. Mvne» bestimmt genau die Gattungen von ieser Standpunkt würde eine Ueberfchätzung des

zaftsministeriums. Um die Arbeiten zu beschleu- igen, soll für jede Partei nur ein Redner auftreten nd die Redezeit soll auf eine Stunde herabgesetzt erben.

Unsicherheit in Oberfchlefien.

Berlin, 10. Ian. Seitdem die Interalliierte Kom­mission die Sipo in Oberschlefien durch die Apo ersetzt hat, die höchst einseitig polnisch-französisch zusammen­gesetzt ist, hat die allgemeine Unsicherheit einen kaum noch erträglichen Zustand für die Bevölkerung Ober­schlesiens geschaffen. In den letzten 4 Monaten wur­den allein 45 Morde gezählt, darunter in dem Kreise Beuthen 13. Dabei ist es der Polizei nur gelungen, in 5 Fällen ein Verfahren durchzuführen, während die Mäuder überhaupt nicht gefaßt werden konnten. Diese ungeheuerlichen und unerträglichen Zustände haben die gewerkschaftlichen Vertreter der Gesamtarbeiter­schaft Oberschlesiens veranlaßt, bei der Interalliierten Kommission persönlich vorstellig ju werden. Be­merkenswert fft besonders/daß bei dieser Gelegenheit auch die polnischen Gewerkschaftsvertreter durchaus einheitlich mit ihren deutschen Kollegen für Besserung der Berhältniffe eintraten. Sie forderten eine wesent­liche Verschärfung bet Grenzkontrolle nach allen Seiten hin und schilderten die gegenwärtige Unsicher­heit auch vom Standpunkt der polnischen Bevölkerung

Erscheint täglich nutzer Sonn« u. Festtng,. — Bezugspreis: M. 4 25 monatl. frei Hau«; durch die Post monail. M. 4.50 Vierteljahr» M. 13 50 ohne Bestellgeld. — Beilagen: Der Bot» aus Oberhessen u. Landw. Beilage. — Druck u. Verlag: Hess. Verlag Karl Luker G.m.b.H. — Fernruf 16. — Postscheckkonto Nr. 15599 Frankfurt a.M

's unsozial, unlieb, unbrüderlich gehandelt, wenn ^bem verheirateten Kollegen, der für Frau und r*1 zu sorgen hat, eine höhere Gewinnbeteiligung

Paris, 10. Jan. (Hamas.) Zu dem von .Associated Preß" über den Schiedsspruch

»wink Deutsches Reich.

stadt 53 ^r^nahme der preußischen LandtagsarbeAem

----preußische Landtag tritt am Dienstag, den irtfrfcsfl J\lhicr wieder zusammen, um den ihm noch vor-

Ausland.

England.

Der deutsch-britische EWentumsvertrag.

Berlin, 10. Jan. Das am 31. Dezember abgeschlag­ne deutsch-englische Abkommen über das Eigentum on Deutschen steht vor, daß Hausrat, persönliche An- enten uni» Handwerkszeug im Werte bis zu 500 Pst», terking frei gegeben wird, falls der Antragsteller ein» escheinigung beibringt, daß er nicht mehr als 400 fund Stettin Einkommen harte. Die Deutschen kön- en bei Versteigerung ihres Eigentums mitbieten. reiggeebene Sachen werben dann $ur Verfügung ge- ellt, wenn die darauf liegenden Lasten gedeckt find, ie Geschäftsbücher deutscher Firmen werden aufbe- ahrt und später den deutschen Behörden übergeben, och kann schon vorher in die Bücher Einsicht genom- en werden. Das Abkommen, das dem Reichstag vor- elegt wird, bedeutet ein wesentliches Zugeständnis ege nüber dem Versailler Vertrag.

Internationales Schiedsgericht in Loudon.

Zürich, 10. Jan. Der Genfer Rechtsanwalt Borel gestern nach London abgereist, wo et in dem gemäß em Versailler Vertrag geschaffenen internationalen chiedsgericht zur Regelung von Streitigkeiten und , ifferenzen zwischen Japan, England und Deutschs , nd präsidieren wird. Borel bleibt drei Wochen in . ondon.

General Maiumces AuririkemuWg für unsere Regiemmg. । Paris, 10. Ian. (WB.) Der englische General­major Maurice, der sich gegenwärtig in Deutschland \ aufhält, um die Entwaffnungsfrage zu studieren, , schreibt in den „Daily News": Es sei kaum zweifek- . haft, daß die deutsche Regierung sich ehrlich bemühe, i die Entwaffnung durchzuführen. Die einzige' Differerq . zwischen der französischen und der englischen Auf- faffung liege in der Wahl der zweckmäßigsten Mittel. : Die-Franzosen hatten lange Zart gewünscht, das ! Ruhrgebiet zu besetzen, wo die Sympathien durchweg . nach links gingen. Dies würde eine Strafmaßnahme gegen die Regierung und die Linksparteien sein. Das richtige Verfahren sei, die Stellung der gegenwärtigen deutschen Regierung zu starken.

Frankreich.

' Airttbolschewiftische Pariser Konferenz.

Lonlwn, 10. Jan. Der frühere russische Ackerbau­minister unter Kerenski, Tschernow, ist in Begleitung von etwa 30 führenden Mitgliedern der ehemaligen - verfassunggebenden Versammlung in Paris ein- ■ getroffen. Unter ihnen befinden sich Miljukow und 1 zwei Mohammedaner. Sie folgen dem Rufe Kerenskis, der alle führenden antibolschewistischen : Russen in Paris um sich versammeln will.

Ein päpstliches Interdikt.

Straßburg, 10. Jan. lieber das Marienthaler ■ löstet dev Karmeliterinnen wurde das päpstliche ; nterdikt ausgesprochen. Heber die Gründe gehen die erschiedensten Gerüchte um. Wie „La Rspublique" ' ieizu berichtet, soll es sich um die Folgen eines rein : irchenrechtlichen Streites handeln. Die Nonnen • ollen das Kontrollrecht des Bischofs von Straßburg ■ icht anerkennen. Infolge des Interdikts find die onnen ohne Messe und Sakrament. ''

Amerika.

Amerika und die Pariser Konfeveuz.

Paris, 10. Jan. Der „Chicago Tribüne" zufolge , at Frankreich die Bereinigten Staaten eingeladen, , n der im Januar stattfin-denden Konferenz teilzu- ehmen, die sich mit der Frage der Entwaffnung und Ziedergutmachung Deutschlands gemäß der Note an eutschland vom 3L Dezember befaßt. Es wurde eine rte nach Washington geschickt. Wilson wird selbst c Entscheidung treffen. Man glaubt, daß er die eilnahme der Vereinigten Staaten an der Konferenz blehnen werde.

Amerika gegen französische ZwaWgsmatzuaihme».

Washington, 10. Jan. Als Antwort auf eine neue im Staatsdepartement Überreichte Anfrage Frank­reichs, welche französische Maßnahmen die ameri­kanische Regierung für berechtigt halte, falls Deutsch- land weiterhin seinen Verpflichtungen nicht nach­komme, wird, wie in Regierungskreisen verlautet, das Staatsdepartement Mitteilen, daß man dort jebe ge­waltsame Durchführung als völlig inopportum halte, insbesondere die Besetzung des Ruhrgebiets. Im übrigen wünscht die amerikanische Regierung an der ganzen Angelegenheit nicht beteiligt zu sein und hat beschlossen, von der Entsendung eines Delegierten zp der am 19. Januar stattfindenden Konferenz abzn- sehen.

Amerika billigt die Haltung Argentiniens in Senf.

Paris, 10. Jan. (WB.) Der „Newyorker Herold" veröffentlicht eine Hntervedung mit dem argentinW schen Minister des Aeußern Pueyrreden, in der diese, u a. sagte, der amerikanische Staatssekretär kolby habe bei seiner Abreise aus Buenos-Aires an de« Argentinischen Präfidenten ekn Telegramm gefenbi, *n

«res Gewährsmannes haben wir keinen Grund zu fcfeln, da er ein ältere: Akademiker ist und nun fi seiner Kenntnis von fast 30 fremden Sprachen Mchs mit der Maschine steppen muß, um sein Leben kn ju können! Er hat diese Anordnung seines injipals mit eigenen Ohren gehört. Für eine solche Hiule Handlungsweise ist kein Urteil scharf genug, wird nicht lange dauern, bis daraus neue Gegen- hmchmen der Arbeiter entstehen werden. Inzwischen s ist Staat oder Komune der Leidtragende, da er V siel höheren Unterstützungen samt Kinderzullagen auf solche Art erwerbslos werdende verheiratete bezahlen muß.

auch auf der andern Seite findet man heute Beispiele von unsozialem Denken, das aus einer geistigen Fehlerquelle stammt. Es körnt vor, Arbeiter das Angebot einer Gewinnbeteiligung chrem Betrieb deshalb ablehnen oder abgeandert n wollen, weil vom Besitzer eine Staffelung der ktle nach verheirateten und unverheirateten Ar- fcut sowie nach der Kinderzahk vorgeschlagen wird, alle gleiche Arbeit leisteten, sollten alle auch ihen Gewinn haben. Gegenüber dem oben ange= ttrten Verhalten einzelner Unternehmer könnte diese Wellung der Arbeiter ja wohl als Selbstschutz ange- k» werden, allein es scheint uns, daß solches Den- 1 ^üs einem falsch verstandenen Begriff der „Gleich- kommt. Die Menschen find in der Wirtschaft W gleich, sondern allein dem Recht gegenüber. Ichheit in dem faffchen Sinn, daß aller Menschen kbirfniffe und Lebensnotwendigkeiten dieselben seien * M alle darum Anspruch auf die gleichen wirt- ^tlichen Eristenzmfttel hätten, «führt zum Chaos, k wir es in Rußland vor uns sehen. Im Mrt- ^"ichen wird immer eine Stufenvrdnung bestehen infolge der verschiedenen Leistungs- und Der- ^chsfLhigkeiten der Menschen. Nicht Gleichrnachen ^e Tendenz der Gleichheitsparole fein, sondern ^erkichkeit, ein Geist der Menschenliebe, der auch W 8 Seistig und körperlich Schwächsten als dem Bruder ’ 1 auskömmliches Dasein zu schaffen sucht. Und so

10. Februar die einzelnen Schiffe bezeichnen. Außer­dem fordert Mynes noch, daß Deutschland an Frank­reich ein Aufsichtsrecht über die Aktien gewisser Rheinschiffahrtsgeselkschaften abtritt.

Eine Ovgesch-Demonftratihn in Kassel.

Kassel, 10. Jan. Die Orgesch-Organisafion für den Bezirk Kassel veranstaltete am Sonntag nachmittag und abend eigenartige Kundgebungen in den Straßen vön Kaffel. Der hiesige Jungdeutsche Orden wollte fein Stiftungsfest durch einen Ball in der Stadthalle begehen. Als dies Oberpräsident Dr. Schwander er­fuhr, ließ et die Säle der Stadkhalle beschlagnahmen. In Hellen Scharen zogen darauf die Orgeschtruppen in geschlossenem Zug vor die Wohnungen des Ober- Präsidenten und des Oberbürgermeisters Scheidemann, um gegen das Verbot der Festlichkeit Einspruch zu er­heben, und bei dieser Gelegenheit der Bürgerschaft zu zeigen, wie stark der Jungdeutsche Orden in Kassel sei. Es waren weit über 1500 Personen, zumeist Land­wirtssöhne in ihren hessischen Trachten. Auf Befehl des Obeipräsidenten löste die Sicherheitspolizei gegen Abend die DemonstratiEszüge auf und verhinderte auch weitere Versammlungen.

Die Ergebnisse der Finmlzkonferenz in Bamberg.

München, 10. Jan. Von eingeweihter finanzpoli- sechr Seite wird behauptet, daß die am Samstag zu nde gegangene Bamberger Finanzministerkonferenz er Anfang einer neuen Aera in der Finanzpolitik der änder bedeutet. Es haben sich hier zum erstenmal inanzvertreter der acht größten deutschen Staaten usgesprochen und find, sich darüber einig geworden, aß ein gemeinsames Vorgehen in allen grundsätzlichen ragen in der Finanzpolitik der Länder unerläßlich i. Nächst der Beamte nbesoldung beschäftigte ch die Bamberger Konferenz eingehend mit dem andessteuer gesetz und mit der Behandlung der i(fftigen Frage der Stellung der an das Reich abge- etenen Steuerzweige, der Einrichtung eigener Lan- esfinanzorganisationen und der den Ländern noch erbleibenden Steuern — Haus-, Grund- und Ge- äudesteuer.

Aus der Streikbewegung.

Metallfirbeftefftveik in Brandenburg.

Berlin, TO. Jan. (Wolff.) In Brandenburg streiken mtliche Metallarbeiter, insgesamt etwa 5000 bis OOO Mann.

Gegen die wilde Streikhetze!

Esse«, 10. Jan. (WB. Da die Streiklage sehr ernst ist, erließen die vier Bergarbeiterverbände einen Aufruf an die Bergarbeiter des Ruhrreviers, dessen wichtigste Stellen lauten:

„Kameraden! Unverantwortliche und gewissen­lose Elemente versuchen augenblicklich die Berg­arbeiter in einen angeblichen Sympathiestreik zu Hetzen. Die unglaublichsten Gerüchte werden von jener Seite verbreitet, um mit Gewalt die Berg­arbeiter in den Ausstand zu treiben. Hört auf Euere gewerkschaftlichen Organisationen. Lehnt es grundsätzlich ab, in einen Streik einzutreten, der nicht von den gewerkschaftlichen Verbänden geführt wird. Ruhe und Besonnenheit find in dieser Zeit notwendiger beim je. Lehnt jede wilde Streit bteiligung ab und folgt nur den gewerkschaftlichen Organisationen."

Deuffcher Bergarbeiterverband, Bochum (gez.) Husemann, Gewerkverein christlicher Berg­arbeiter Deutschlands gez.) Jrnbusch, Povnische Berufsvereinigung (gez.) Kolpacki, Eewerk- verein Hirsch-Dunter (gez.) Schmidt.

Neugestaltung bet Streikstatistik.

Berlin, 10. Jan. Wie uns mitgeteilt wird, schwe- en beim Reichsarbeitsministerium zur Zeit Verhand- ngen über die Neugestaltung der amtlichen Streit atistik. Die Polizeibehörden sollen in der Bericht- rstattung ganz ausgeschaltet und dafür die Arbeit­eber- und Arbeitnehmerverbände hevangezogen wer- en. Vor allen Dingen wird eine schnellere Bericht- rftattung an gestrebt, damit nicht wie bisher manch- al beim Eingang der Schlußmeldungen der Streik ngst beendet ist.

Die neue Schlichtungsordnung.

Berlin, 10. Jan. Wie wir erfahren, ist bet neue lNtwurf de Schlichtungsordnung vor einigen Tagen