Seite 6. Mittwoch, 16. Mai 1806.
geriet jetzt durch den Strudel in das Abflußrohr, aus dem sie die Feuerwehr erst nach mehrstündigen Bemühungen heraustzolen konnte.
Lustmord. In einem Walde bei Altikon (Zürich) umrde an der 21jährigen Anna Müller ein Lustmord verübt. Die Leiche ist entsetzlich verstümmelt. Bis jetzt sechlt jede Spur des Mörders.
„Freibahnziige." Interessante Versuche mit einem neuen Verkehrsmittel, mit sogenannten Freibahnzügen, wurden kürzlich in Seegefeld bei Spandau unternommen. .Eine Lokomotive mit vier einachsigen Anhängewagen, 'wovon je zwei fest zusammcngekoppelt sind, befördert aus kunstmäßig ausgebauten Landstraßen (Chausseen) Lasten bis zu 400 Zentnern Sei einer Höchstgeschwindigkeit von 12 Kilometer in der Stunde. Diesen Fahrversuchen bringt, wie die „D. Verk.-Ztg." schreibt, auch die Heeresverwaltung großes Interesse entgegen ; sie hat wiederholt Offiziere der Verkehrstruppen dazu entsendet und in dem Dorf auf einige Wochen ein Kommando von der Bersuchsabteilung dieser Truppen einquarticrt, um zu prüfen, ob das neue Beförderungsmittel, das von einer Jndustriegesellschast hergestellt ist, geeignet erscheint, unter Umständen den Train zu unterstützen.
Graf Pückler durchgebrannt? Graf Pückler hat bekanntlich zurzeit eine Festungsstrafe in Weichselmündc zu verbüßen. Es war ihm, wie wir auch meldeten, unlängst ein Urlaub nach seinem Gute Klein-Tschirne bewilligt worden, doch ist die Urlaubszeit jetzt abgelaufeu, ohne daß Graf Pückler zurückgekehrt ist. Es wird daher von den Behörden nach ihm gesucht. Offenbar hat es ihm 'in Weichselmünde nicht besonders behagt, so daß er es vorzog, nicht zurückzukehren.
Paris amüsiert sich. „Gil Blas" hat ausgerechnet, baß Paris 101 Theater, Konzerthänser, Cafßkonzerts und Zirkusse besitzt. Es befinden sich darunter 4 vom Staate unterstützte Theater, 46 andere Theater und Speztall- tätenbühnen, 46 Konzerthäuser und Tingeltangel und große Zirkusse. Die Vergnügungshäuser bringen jährlich durchschnittlich 40 Millionen, 4 Millionen schöpft als VergnügnngLsteuer die „Affistance publique", das ist die Armenwesenverwaltung, ab.
Vier deutsche Inseraicnschwiudter wurden in Nizza durch die Polizei verhaftet. Sie ließen in deutschen Zeitungen Inserate veröffentlichen, worin sie an Bankiers .Kapital gegen mäßige Zinsen auszuleihen bereit seien. Sie ließen sich dann eine Provision auszahlen und antworteten schließlich immer, daß das Geschäft nicht zu wachen sei. Innerhalb weniger Tage haben die Schwindler auf diese Weise über 100 000 Frank erzielt. Müssen bas dumme „Bankiers" gewesen sein!
Im Sturm uutergegangen. Drei Kutter sind nebst einigen Fischerbooten im Sturm bei Reykjavik in Island untergegangen, wobei insgesamt 73 Mann der Besatzung 'ertranken.
W--—.. .. .
Letzte Nachrichten.
Telegramm des „W tesbadener TaablattS".
Deutscher Reichstag.
Berlin, 16. Mai.
Am Bunöesratstisch: Staatssekretär v.Posaöowsky.
Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung der Diätenvorlage.
Es liegt ein Kompromißantrag Gröber (Zentr.) vor, wonach das Pauschale von 3000 M. folgendermaßen gezahlt werden soll: am 1. Dezember 200 M., 1. Januar 300 M., 1. Februar 400 M., 1. März 800 M., 1. April 600 M., bei Schluß oder Vertagung 1000 M. Ferner soll der Abzug für versäumte Sitzungen oder namentliche Abstimmungen 28 M. betragen.
Abg. Staudy (kons.): Die Mehrzahl meiner Freunde steht der Vorlage nach wie vor ablehnend gegenüber. Wir haben Bedenken, die Sozialdemokratie dadurch noch mehr zu fördern. Die Regierung hat nicht den Weg gefunden, die Verfassung der Einzelstaaten so zu schonen, wie wir es für möglich gehalten hätten.
Staatssekretär Graf Posadomsky: Die Summen, die in Form von Pauschalen den sozialdemokratischen Abgeordneten zuflicßen, fließen auch anderen Abgeordneten zu, und wenn der politische Einfluß eine Geldfrage ist, so können ja anch die anderen Abgeordneten diese Summen im Interesse ihrer Parteien verwenden. Man wirft der Regierung vor, sie hätte dafür sorgen sollen, daß Abgeordnete gewählt werden, die stets präsent sind. Ich habe mir sehr oft Mühe gegeben, manchmal einen einzelnen Abgeordneten zu bewegen, im Hause anwesend zu sein, um wichtige Vorlagen nicht zu gefährden, so daß man den Verbündeten Regierungen diesen Vorwurf nicht 'machen kann. Mir werden zahlreiche Parteiführer bezeugen können, daß ich sie gebeten habe: „Sorgen Sic dafür, daß Ihre Parteigenossen recht zahlreich Hier sind." Oft wurde mir die Antwort: „Wenn wir auch telegraphieren, das nützt nichts, sie kommen doch nicht." Selten wurde eine Vorlage Gegenstand so eingehender Erprtc- ruitzg wie diese. Von einem Eingriff in die Verfassung der Einzelstaaten kann keine Rede sein. Zur Regelung der Diätenfrage ist das Reich kompetent. Ich kann nur dringend bitten, die Vorlage anzunehmen.
Dolkswirtschaftliches.
Weinbau nnd Wcinhandel.
NI. Ostrich (Rheingau), 14. Mai. Die Geschwister B o e h m sche Gutsverwaltung brachte heute 22 Nummern 1993«, 1904er und 1905er Weine zur Versteigerung. Bei flottem Geschäftsgang gingen die Weine leicht ab, beim Ausgebot der 1905er flaute das Interesse ab. Neun Nummern würden mangels genügender Gebote zurückgezogen. Die Weine waren rassige elegante Gewächse. Für ein Halbstück 1903er wurden 480 Mark erlöst. Das Halbstück 1904er kostete 520 bis 3520 Mark. Das Halbstück 1905er Ivurde mit 8M bis 709 Mark bezahlt. Der Erlös für 13 Halb- itück 1904er war ,22 4M Mark. Der Erlös von 8 Halbstück 1905« stellte sich auf 4100 Mark. Das Halbstück 1904er kostete durchschnittlich 1724 Mark. Das Halbstück 1906« kostete durchschnittlich 513 Mark. Der Griamterlüs betrua 26 950 Mark mit
Fl-Ueru,
WresllKdvNPv GHgME. Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. No. 226.
m. Mittelheim (Rheingau), 14. Mai. Frau Hermann Bern« Witwe, Weingutsbesitzerin in Mittelheim, brachte heute bei sehr gutem Besuche 24 Nummern 1908er und 1904er Weißweine zur Bersteigerung. Die Weine gingen bei flotten Geboten und schlankem Zuschlag rasch ab. Die Weine entstammten Lagen der Gemarkungen Mittelheiw, Ostrich und Winkels drei Nnunnern wurden zurückgezogen. Für das Halbstück 1903er wurden SgO bis 440 Mark, für daS Halbstück 1904« 710—2010 Mark «löst. Der Erlös für 9 Halbstück 1903er stellte sich auf 3200 Mark. Der Durchschnittspreis für ein Halbstück 1803er war 856 Mark. Der Erlös für 15 Halbstück 1904er betrug 17 830 Mark. Der Durchschnittspreis für ein Halbstück 1904er stellte sich auf 1189 Mark. Der Gciamtcrlös betrug 21 030 Mark Die 1903er Weine wurden ohne Fässer, die anderen mit den Fäsjorn versteigert.
m. Mittelhoim im Rheingau, 14. Mai. Herr Rich. W i t t- m a n n, Weingutsbesitzer in Mittelheim, brachte heute 19 Nummern 1908er und 1904er Weine, ans Lagen der Gemarkungen Ostrich und Mittelheim zur Versteigerung. Bei gutem Besuche, flotten Geboten nnd schlankem Zuschlag fanden die Weine rasch Nehmer. Eine Stummer wurde zurückgezogen. Für das Halbstück 1903er wurden 1L0 bis 320 Mark bezahlt. D« Erlös für
5 Halbstück 1903« stellte sich auf 1280 Mark. Das Halbstück 1908« kostete durchschnittlich 256 Mark. Das Halbstück 1904« wurde mtt 410 bis 3940 Mark bezahlt. Für 14 Halbstück 1904er wurden 17160 Mark erlöst. Das Halbstück 1904er kostet« durchschnittlich 1226 Mark. Der Gesamterlös betrug 18 440 Mark.
Marktberichte.
Frnchtprcise, mitgeteilt von der Preisnotierungsstelle der Laichwtrtschastskamm« für den Regierungsbezirk Wiesbaden am Fruchtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag, den 14. Mai. Per 100 Kilogramm gute, marktfähige War«: Weizen: hiesiger 19 M. 85 Pf. bis 19 M. 40 Pf., Roggen, hiesiger 18 M. 50 Pf., Gerste, Rieb- und Pfälzer- 16 M. 75 Pf. bis 17 M., Gerste, Wetterauer 16 M. 75 Pf. bis 17 M., Hafer, hiesiger 16 M. 80 Pf. bis 18 M., Mais La Plata 14 M. 10 Pf. bis 14 M. 20 Pf.
Viehmarkt zu Frankfurt a. M. vom 14. Mai. Zum Verkaufe standen: 634 -Ochsen, 42 Bullen, 826 Kühe, Rinder und Stiere, 242 Kälber, 882 Schaf« und Hammel, 1535 Schweine, 1 Ziegen- lamm, 1 Schaslamm. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: a) vollslrrschige, ausgemästete höchsten Schlachtwcrtes vis zu
6 Jahren (Schlachtgewicht) 71—73 M., b) junge, fleischige nicht
ausgemästete und ältere ausgemästete 68—65 M., c) mäßig genährte junge, gut genährte altere 56—60 M. Bullen: a) voll- fleischige, höchsten Schlachtwertes 66—67 M., b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62—64 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen
(Stiere nnd Rinder) höchsten Schlachtwertes 70—72 M., b) volt- fleischige ansgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis z» sieben Jahren 64—66 M., <9 ältere ansgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 44 bis 46 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: a) feinste Mast- (VollntaMast) und best« Saugkälber (Schlachtgewicht) 90—95 Pf., (Lebendgewicht- 54—56 Pf., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgelvicht) 78—85 Pf., (Lebendgewicht) 45—50 Pf., c) geringe Saugkälber (Schlachtgewicht) 60—65 Pf. Schafe: a) Mastlämw« und jüngere Masthämmel (Schlachtgewicht) 7F bis 80 Pf., b) ältere Masthämmel (Schlachtgewicht) 70—72' Pt. Schweine: a) vollfleischige der feineren Raffen und d«en
Kreuzungen tat Alt« bis zu l 1 /, Jahren (Schlachtgewicht) 67 bis 68 Pf., (Lebendgewicht) 52—53 Pf., b) flcifchlge (Schlachtgewicht)^ 65—66 Pf., (Lebendgewicht) 51 Pf., c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber (Schlachtgewicht) 56—58 Pf.
GmsrnLunZrn aus dem Leserkreise.
(Auf Rücksendung oder Aufbewahrung der uns für diese Rubrik Angehenden, nicht verwendeten Einsendungen kann sich die Redaktion nicht einlassen.)
*Jllumimatronsabenb im Kurhaufe. Man muß schon weit in der Welt Umschau halten, um ein gleich herrliches Fest zu sehen wie die im Provisorium veranstalteten Jllumiliationsabende, für welche die Terrainformation sich so vorzüglich eignet. Der Besuch war aber auch ein so immens«, wie wir ihn kaum noch dort gesehen haben. Der Herr Kur- dircktor wird sich den Dank der Kurgäste sichern, wenn «r recht bald ein solches wiederholt und sich beim Himmel einen so herrlichen Sommerabend sichert. Ab« den allergrößten Dank der Gartenbesucher wird er ernten, wenn er vielleicht verfügen wollte, daß die Konzerte nicht so früh zu Ende gehen, wie dies am SarnStag der Fall war. Ich gönne ja den Herren Musikern ihr Gläschen Bier — was ihnen nach den glanzvollen Leistungen alich gehört,' wenn sie aber ein etwas langsameres Tempo ein- halten und etwa bei 16 Nummern 2 bis 3 Minuten mehr Pausen machen möchten, dann wären ca. 80 Minuten gewonnen und die Leistung der sehr geschätzten Musiker die gleiche. Es macht einen eigentümlichen Eindruck, wenn der Garten mit Tausenden von Kurgäste» gefüllt ist und zwei Musikchöre spielen 16 Musikstücke in knapp 2 Stunden herunt«. Wir hoffen, beim Herrn Kur- drrektor keine Fehlbitte zu tun und die Herren Musiker — die ja stets ihre Anerkennung finden — tun es, da «s sich nur um einige Abende handelt, sicher auch gern.
Ein groß« Freund d« Musiker.
HaBideisieii.
Von der Berliner Börse. Die neue Woche eröffnte wieder einmal in abgeschwächter Haltung, obwohl es eigentlich an Anregung nicht fehlte. Das Geschäft hielt sich in sehr engen Grenzen, da die Ungewißheit über die MetallarbeiteTbewegung noch nicht geschwunden ist, die Unsicherheit in New York wie beinahe zu erwarten, wieder ausgebrochen ist und damit auch die Lage des Geldmarktes weiterhin ungewiß bleibt. Am Montanmarkt war die Kauflust ebenfalls geschwunden, da die Hasper Dividendentaxe nicht befriedigte und Deutsch-Luxemburger neuen Angriffen ausgesetzt sind. Laurahütte, Bochumer hielten sich unverändert. Banken verkehren uneinheitlich. Im weiteren Verlauf war die Tendenz ruhig, die Kurse hielten sich matt. Privatdiskont 3 3 /s Proz.
Italienische Bentenkonveraon. Jüngst meldeten wir, daß die italienische Rentenkonversion nun unmittelbar bevorstehe. Es dürften aber doch noch eine Anzahl nicht unwichtiger Vorfragen zu erledigen sein. Seinerzeit hatten die Berliner Finanzkreise, die am meisten dabei interessiert sind, sich für eine stufenweise Konversion, zunächst auf 8 3 /ä Proz., ausgesprochen. Darauf soll jetzt zurückgegriffen werden und der Zinsfuß 5 Jahre lang bei 3 3 /« Proz. stehen bleiben, bis er dann auf Proz. weiter herabgesetzt würde. Darüber ist man jedoch noch nicht vollständig zu einem abschließenden Urteil gelangt. Auch ist es noch fraglich, ob die Konversion auf einmal oder in mehreren Abteilungen durchgeführt wird. Nach der Aufstellung von Ende Dezember 1904 handelt es sich dabei um das jedenfalls sehr bedeutende Kapital von 7 994 810 000 Lire. Für das Ausland aber hat die Konversion nicht mehr die Bedeutung wie früher. Speziell Deutschland hat einen großen Teil seines Besitzes an italienischer Rente nach Italien abgeschoben. Bei der Durchführung würden die deutschen Verbindungen des italienischen Schatzamtes: Bleicbröder, Diskonto-Gesellschaft, Deutsche Bank, Berliner Handelsgesellschaft, Mendelssohn u. Ko. mitwirken.
Von der Oheischlesischen Industrie. In der Generalversammlung der Oberschlesischen Eisenbahnbedarfs-Aktiengesellschaft wurde die Dividende auf 7 Proz. festgesetzt und weiter mitgeteilt, daß die Beschäftigung auf allen Werken bei steigenden Preisen sehr gut und die weiteren Aussichten für 1906 günstig sind. — Die Direktion der Oberschlesischen Zinkhütten- Aktiengesellschaft berichtete ebenfalls über einen zufriedenstellenden Geschäftsgang im laufenden Jahr. Seitens des Auf- sichtsrates wurden zu weiteren Neuanlagen und Erwerbungen,
besonders zur Errichtung einer weiteren Zinkblechwalzen- straße im Kunigundenwalzwerk, die eine Verdoppelung der bisherigen Produktion dieses Werkes in Zinkblech gestattet, die Mittel bewilligt.
ZuckermarkL In der abgelaufenen Woche machte die Baisse weitere Fortschritte. Der Hauptgrund für den Rückgang dürfte in dem warmen Wetter der letzten Zeit, unter dessen Einfluß die Feldarbeiten nahezu beendet werden konnten, zu sehen sein. Ebenso drückte die schwächere Haltung der New Yorker Börse auf den Preis. Der Statistiker Giesecker schätzt den Winteranbau auf 3.7 Proz. und für Deutschland auf 2.5 Proz.
Bentech-Luxembmigisabe Bergwerks- nnd Huttem-Aktia».
Gesellschaft. Ganz kürzlich meldeten wir, daß der jüngst« Rückgang der Aktien dieser Gesellschaft auf eine in Aussicht stehende Kapitalerhöhung zurückgeführt wurde. Auch teilten wir mit, daß dies sofort dementiert wurde. Nun heißt es, daß die dem Unternehmenden nahestehenden Banken einen Vorschuß von rund 10 Millionen Mark gewährt haben.
Goiihaxdbalm. Dem Vernehmen nach beabsichtigt dei Verwaltungsrat, die Dividende für 1905 mit 7 a /s Proz. Voranschlägen gegen 6 4 /s Proz. im Vorjahr. Wenn dies zutrifft, erhalten die Subventionsstaaten wieder einen Gewinnanteil.
Iiali«nische Meiidionalhalm. Es wird bestimmt versichert, daß die Dividende wiederum 6 Proz. ist. Die Zuweisungen an die Reserven sind zwar geringer als im Vorjahr, aber nur deshalb, weil verschiedene Posten erst in den nächsten Jahren verrechnet werden. Außerdem wird laut einer Depesche der
Z.“ aus Mailand der Vortrag um 500 000 Lire erhöht.
Özterreiclnsche Montanindustrie. Wie der Wiener Korrespondent des „B. B.-C.“ .seinem Blatte mitteilt, kommt den großen Eisenindustrien immer mehr infolge der Konzentration der Betriebe die Verminderung der Gestehungskosten zustatten. Gegenwärtig sind die Werke mit Aufträgen so überhäuft, daß sie ihnen nicht nachzukommen vermögen und weitere Lieferfristen sich ausbedingen müssen. Es ist ein Mangel an Roheisen eingetreten und die Spekulation hat denn auch das Schlagwort Roheisenmangel aufgegriffen und in den Kursen der Alpinen Montanaktien eine stürmische Aufwärtsbewegung inszeniert.
Kleins Fmanzchronik. Die Generalversammlung dei Aktiengesellschaft Donnersmarckhütte genehmigte die Antrag« der Verwaltung, insbesondere die Verteilung von 14 Proz. Dividende wie im Vorjahr. Betreffs der Geschäftslage wurde mitgeteilt, daß man mit den Ergebnissen der ersten 5 Monate recht zufrieden ist. — Das Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Dortmund plant den Ankauf großer Kohlen- und Erzfelder an der französisch-deutschen Grenze in«, Werte von 1 bis 2 Mill. Mark. — In der Generalversammlung der Schuster u. Baer- Aktiengesellschaft in Berlin wurde der Direktion die Entlastung verweigert, dem Aufsichtsrat erteilt; der Vorsitzende legte sein Amt nieder. Die Presse war nicht zugelassen. — Der Lothringer Hüttemverein Aumetz-Friede wird sein Unternehmen ip eine deutsche Aktiengesellschaft umwandeln.
Geschäftliches.
Vielerlei find der Sorgen der Mutter für die Heranwachsende Jugend, ititb. wahrhaftig nicht die kleinste derselben betrifft das kürverliche Wohl ihrer Lieblinge. Verstopfung, DerdaunngSbeschwerden und dergl. sind die Ursachentaielfacher) Unpäßlichkeiten. In solchen Fällen bewährt sich aufs beste das wohlschmeckende (Kalifornischer Feigen-Syrup), für den tmdlichen Organismus besonders geeignete Abführmittel.
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Leitung: W. Schutte vom Brühl.
Verantwortlicher Redakteur Kr Politik und Handel: A. Moealich: Kr dar Feuilleton: I. Kaisler: für den übrigen Teil: C. Rötherdi: für die Anzeigen nnd Reklamen: H. Dornauf; sämtlich in Wiesbaden. Ltull^md^Verla» der L. Schelleitheraicheu Hot-Buchdruckern in Wie-ibaden.
