I» Und wo theure Leichen modern c Bahnt sich Feindes Siegeslauf!
Doch der Zukunft Schooß gebären r Wird der Freiheit Morgenroth'
8 Dir, o Stamm der Völker, deren
, Banner, schwarz roth-golden weht.
Selbst der Greis mit bleichen Lippen, - Segnend deine Thaten lobt;
> Höre, wie an Felsenklippen Wild empört die Brandung tobt! Weilt die Stunde auch noch ferne
> Wo der Siegesmoro,en tagt, Sei, beim Lenker jener Sterne, Jetzt der Pflichten Kampf gewagt.
Wiege denn zu süßem Traume, Dich noch einmal diese Nacht; Blicke hin zum Freiheitsbaume Eh' der rauhe Tag erwacht! Sieh' ihn knospen, sieh' ihn grünen, Der im innern Mark verdorrt, Eh' mit trüb umwölkten Mienen Scheucht Aurora ihn dir fort!
Mancherlei.
* Eine ganz neue, höchst originelle Erklärung über den Ursprung der K a r t o s f c l k r a n k h e i t gibt Herr Generallieutenant v. Haynau in Kassel. Nach seiner Ansicht beruht sie auf der zunehmenden Sündhaftigkeit der Menschen. Denn — argumen- tirt er — Sünde erzeugt Fäulniß im Menschen; Faulniß aber, durch die Ausdünstung der Lebenden und durch die Verwesung der Todten in die Erde gebracht, verbreitet eine Krankheilsnässe und diese KrankheitSnässe ist der Grund der Kartoffelkrankheit.
* Gleichzeitig mit der Eröffnung der Industrie- Ausstellung zu London werden wahrhaft kolossale Welt-Concerte veranstaltet werden, an welchen sich die bedeutendsten Diplomaten aller Länder betheiligen werden. Es ist uns gelungen, den Entwurf eines -solchen Concert Programmes zu erlangen.
Concert. Fordere Niemand mein Schicksal zu hören, — Keine Hoffnung ist Wahrheit geworden, — Lasset mich meinen Namen verschweigen, — I O mein Vaterland, dich nur beklag' ich u. s. w., ; vorgetragen von Anhängern der Union.
Muß i denn muß i denn zum Städle raus ? v o r- - getragen von Erfurter Deputirten
Ich hab' mein' Sach' auf nichts gestellt — von L. Napoleon.
Die Welt gleicht einer Bierbouteille von S ch ln d e r.
Es ist kein schöner Leben als das Räuberleben— von Ha sse np fl ug.
Steh ich in finsterer Mitternacht — vom B u n- d e s t a g.
Ich bin der Fürst von Thoren — von Sch Warze n b e n b e r g u. Napoleon.
Gute Nacht! — Europäisches Schlummerlied — von Kladderadatsch.
Warum wird der Zehnte von den Bauern gegeben.
Ein französischer Bauer laS gern die Schriften Voltaires und vergaß darüber den Zehnten an den Geistlichen zu bezahlen (1778); zu Ostern mußte er aber zur Beichte gehen. Als diese beendigt war, fragte der Geistliche den Bauer, ob er nicht noch andere Sünden begangen habe. „Ich erinnere mich keiner," antwortete der Landmann. — „Bezahlst du treu die Zehnten und Erstlinge, wie unsere heilige Mutter, die Kirche es befiehlt?" — „Wer ist denn diese Mutter Kirchej welche es befiehlt?" — „Das heilige Conzilium von Trident, das aus einem päpstlich?» Legaten, 200 Erzbischöfen, 300 Bischöfen und 400 Theologen bestand." — „Waren auch viele Bauern auf dem Conzilium?" — „Kein Einziger; was sollten Bauern dort?" „Daher kommt es„ daß uns Zehnten ic. aufgelegt wurden. Wären Bauern bei dem Conzilium gewesen, so wäre es gewiß nicht dahin gekommen."
* Ein Arzt aus Eisenstadt, der vor ungefähr 5 Jahren europamüde seine Gattin verließ, nach Amerika auSwanderte und dort sich wieder verehlichte, starb vor etlichen Monaten und testirte über sein aus den Mienen Kaliforniens stammendes, sehr bedeutendes Vermögen zu Gunsten seiner beiden Wittwen. Zur Ehre der transatlantischen Dame sei es gesagt, daß sie nicht im mindesten gegen den Willen ihres verstorbenen Gatten protestirte, obgleich sie erst auf seinem Todtenbette erfuhr, daß sie eine rechtmäßige Rivalin in Europa habe, und ihrer Leidensschwester gewissenhaft ihren Theil zukommen ließ. Die Europäerin, die gegen das Testament auch keine Einwendung macht und deren Aufenthalt bis nun Steinmanger war, reiste vor etlichen Tagen ab, um die tröstenden Dollars in Empfang zu nehmen.
* Nachdem Louis Napoleon uf jede Art und Weise in Petersburg, Berlin, Wien und London manövrirt hat, ohne deß er hernach Parade machen konnte, manövrirt er jetzt in Versailles. Indessen scheint auch diese Speklation mißslückt zu sind, denn Ludeken hat sich dem Trunk erjeben, un des is immer en schlimmes Zeichen. Lude, Lude, seh' Dir vor!
