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Wöchentliche Begleiterin des Nheingancr Volksboten.

Jo 22. Sonntag, den 2. Juni 1830.

Die (Geheimnisse des Palastes.

(Bruchstück auS'cintm nod> nnqcdruckten Manuscript.)

(Fortsetzung.)

Erst als er aus kein Gemache war, knirschte er mit den Zähnen, ballte die Fäuste und rief laut: „Jacta est rrlea, Du sollst meine Demüthigung theuer bezahlen, Furie!"

Er glättete aber sein Gesicht zu einer lächelnden Freundlichkeit, als der Thürsteher und sonstige Die­ner ihm die Reverenz erwiesen und Niemand, der diesen Mann sah, konnte die Aufregung, den wilden Sturm in seinem Innern ahnen. Er hatte Geschäfte beim Kaiser und begab sich von der jedenfalls uner­freulichen Audienz in dessen Kabinet.

Die Majestät war damit beschäftigt, in Gesell­schaft einer alten Frau, der Neigung seines Herzens zu folgen und jedem Gedanken ohne Rückhalt, zu dem er so oft verurtheilt wird, mit kindischer Voreiligkeit Worte zu leihen.

Das Zimmer, in welchem der Kaiser sich mit der alten Dienerin, der begünstigten Madame Cibini, befand, war mit wahrhaft kaiserlichen Pracht aus« gestattet.. Indische Teppiche von feinster Arbeit und

buntester Färbung mit cingcarbeiteten abenteuerlichen Figuren, wie sie die ausschweifende Phantasie des Morgenlandes zusammensetzt, bedeckten den Boden. Große Spiegel in goldenen Rahmen bedeckten die Wände und verliehen dem Aufenthalt etwas Zauber­haftes. Die Decken der Tische bestanden aus den köstlichsten Masaikarbeiten ; der Werth der gesammten Einrichtung war unschätzbar, und eS ist sehr leicht zu erklären, daß der Bewohner dieses Gemaches, selbst wenn er Begriffe festzuhalten fähig wäre, auch Mangel und Entbehrungen der zahllosen vom Schick­sal Verstoßenen und Geächteten vergessen müsse.

Der Kaiser war in einer ganz einfachen bürger­lichen Bekleidung; der große kärglich mit Haaren bedeckte Kopf lag schief gegen die eine oder andere Schulter geneigt. Weder auf dem rothwangigen Ge sichte, noch in den grauen Augen war irgend ein Ausdruck bemerklich, das Schicksal wollte sicherlich nichts anderes, als die närrische Menschheit persifli ren, indem eS eine Krone auf dieses Haupt gesetzt.

Einen Gegensatz zu diesem vollen rothen Gesicht bildete der Kopf der begünstigten Zdtalienerin. Ihre Wangen waren eingefallen und runzelich, wie das bei italienischen Frauen im vorgerückten Alter gewöhne