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Die Klans bei Winkel.

Die Freiheit ist verdammt geschwefelt worden! Ich hab' von ihr ein bischen viel getrunken, Bin taumelnd bald darauf in Schlaf gesunken Und jetzt erwacht mit einem Katzenjammer.

Wie Börne sagt, ist er des Magens Neue; Der klagt mir nicht, der Kopf allein beschweret Sich stark, daß seinen Rath ich überhöret; Ec macht mir warm, ich lauf hinaus in's Freie.

Ich lobe mir die guten, alten Zeiten!

War man das Leben satt und überdrüssig , So schlüpfte man, um recht behaglich-müßig Zu vegetier'n, in eine blaue Kutte.

Jetzt ist's vorbei. O könnt ich in der Klause Beichtvater werden bei den frommen Nonnen Und durch die Erde, bis mein Sein zeronnen, Auf zum Johannisberger Schloßwein schleichen.

Du schöner, lichter Punkt im Müller-Thate, Auch Dir ist die Bedeutung nur geblieben! So Alles, was wir hassen oder lieben, Kommt mit der Zeit und schwindel mit ihr wieder.

Fürwahr! Den Klans-Wein ließ ich mir gefallen, Doch wird mein Herz an keiner Kutte kirre; Uu meinem Glauben werd' ich nimmer irre, Ich werde ihn als Priester ewig wahren.

Und wenn die arge Erde mich vertriebe. Wenn ich in eine Klaus mich flüchten müßte, Die Freiheit ich doch stets mit Lust begrüßte, Als meine erste und auch letzte Liebe.

E. den 25. März 1850. B. Mackauer.

Rede des deutschen Reichsnarren,

gehalten im Jahre 1849 vor dem deutschen Michel.

Dummer Michel!

Habe ich's Dir nicht gesagt? Ist nicht im vorigen Jahre, als ich Dir die lange Rede hielt, so viel Weisheit von meinen Lippen geflossen, als Menschen- blut in Wien, Berlin, Frankfurt, Dresden und Baden? Ich will mich so weit vergessen, einer Erzspitzbübin um den Hals zu fallen, oder mit Haynau Brüder­schaft zu trinken, oder die preußische Kreuzzeitung zu irgend einem Unternehmen zu benutzen, wenn der König Salomo jetzt im Stande ist, mir die Schuh- riemen auszulösen! War nicht so viel Gold in meiner Rede, daß man damit einen Ochsen hätte überziehen und überzeugen können? War mein Witz nicht so spitzig und scharf, daß er durch eine Rhinozeroshaut dringen mußte, wenn er nicht an der Deinigen abge­brochen wäre? Habe ich Dir nicht prophezeit, daß die Bajonette Deine beiden Püppchen Freiheit und Germania aufspießen und Dich selbst mit dem Gewehr­

kolben darauf stoßen würden, Du schwarzrothgoldne zweibeinige Steuerzahlungsmaschine, Du? Heulenicht, plârre nicht, winsle nicht, jammre nicht, seufze nicht, daß es so weit gekommen! Wenn Dir der Besuch der Gräber Deiner für Dich gefallenen Brüder und der Gedanke an die Zukunft Deiner Kinder eine Thräne übrig gelassen, so weine sie nicht um Dich, weine sie um mich, der ich die Sendung habe, einem solchen Kerle, wie Dir, die Wahrheit zu geigen.

Wunderst Du Dich, daß ich heute so grob bin, da ich doch im verflossenen Jahre so freundlich und vertraulich mit Dir gesprochen habe? So wahr ich ein Narr bin, Du bist ein Esel. Soll ich anders verfahren, als mein Herr, der erhabene Kaiser von Deutschland, anders, als alle seine vornehmen Be­dienten ? Im verflossenen Jahre, als ich der einzige Narr war, der über Dein Bramarbasgesicht lachte, haben sie da nicht ganz freundlich gelächelt, wenn sie Dich bramarbasiren sahen und hörten? Wa­ren sie nicht noch überaus höflich, als Du vor ihnen Deine Waffen präsentiren durftest, während diese Ehre früher nur den Soldaten gewährt wurde? Ja, waren sie etwa nicht noch sehr zuvorkommend, als Du Deine Souveränetät durch eine Verfassung feststellen wolltest? Du bist ein Schelm, wenn Du es leugnest. Und wie behandeln sie Dich jetzt? Wie eS Dir gebührt: mit der Märzruthe, die hinter dem Spiegel der Geschiche steckt und mit der Du viele Monate gespielt hast. Gespielt, schäme Dich! Du, solch' ein großer Bengel, während jedes Kind von zwei Jahren weiß, daß eine Ruthe kein Spielzeug ist. Na und wie der Kaiser thut, muß ich thun, denn ich bin der Reichsnarr und wir Beide sind ein Leib und eine Seele. Und darum behandle ich Dich jetzt grob und flegelhaft und übermüthig und danke Dir kaum, wenn Du mich auf der Straße grüßest, während ich Dich im vorigen Jahre als meinen Herrn betrachtete, auf zehn Schritte die Schellenkappe vor Dir zog, und froh war, daß Du mich überhaupt in Deiner Gesellschaft duldetest. Und das ist in der Ordnung. So mußt's kommen, sagt Bassermann. Sic eunt fata asinorum. Sauer sehen hilft nicht. Wer einen Graben verpachtet, darf nicht darin pflücken. Habe gehabt ist ein armer Mann, wer auf zwei Stühlen sitzen will, fällt oft zwischen durch. Wo AaS ist, da sammeln sich die Adler. Rast ich, so rost ich. Wer den Kern essen will, muß die Nuß knacken und waS ich Dir sonst noch für schöne Redens­arten Deiner Väter anführen könnte. Ritter v. Abel soll meine Tochter heirathen, wenn mein Kaiser nicht die Rechte hat, Dich grob zu behandeln.

(Fortsetzung folgt.)

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