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Wöchentliche Begleiterin des Nheingauer Volksboten.

J2 13. Sonntag, den 31. März. 1830.

Oliveira.

Historische Anekdote.

(Fortsetzung.)

Der MarquiS d'Oliveira gehörte zur conftitutioneb len Regierung; seine aufrichtige Liebe zum Baler- laude und seine hohe Rechtlichkeit wurden selbst von seinen Feinden anerkannt, und so entging er jeder Verfolgung von Seiten der royalistischen Reac­tion. Er zog sich mit seiner Familie in daS Fürstenthum Beira zurück und schuf sich bort ein stilleS, glückliches Familienleben ; aber da er seine politischen Meinungen nicht änderte, so erzog er auch feine Söhne in diesen Grundsätzen und bereitete auf diese Weise unwillkürlich all daS Unglück vor, das sie später in einer so schrecklichen Weise traf.

Jacinto, das älteste der beiden Kinder, kam auf die Universität zu Coimbra. Die philosophische Schule des 18. Jahrhunderts hatte in dieser Zeit eifrige Anhänger nnd kühne Vertheidiger. Man träumte von der Möglichkeit, Portugal eine republikanische Verfassung zu geben, man verband sich zu Maurer- logen , welche nicht ohne Grund in dem Verdacht deS CarboariSmuS standen; die Regimenter wurden für diese Idee gewonnen, und .sie erhoben sich mit

dem Rufe: Es lebe die Constitution ! Nachdem man die Magistratspersonen von Coimbra verjagt und mehrere Generale vor den Thüren der Universität aufgehängt hatte, ging die Mannschaft v oll Enthu­siasmus und stolz auf diese ersten Erfolge auf Oporto loS. Obgleich Jacinto erst siebzehn Jahre alt war, erwählte man ihn doch wegen seiner ho­hen Begeisterung für die Sache der Freiheit und sei­ner seltenen Unerschrockenheit zu einem ersten Füh­rer der Insurrektion. Man schlug sich in Oporto, wie man sich in Coimbra geschlagen hatte, mit dem­selben Muthe, aber nicht mit gleichem Glücke. Die Revolution wurde besiegt und die Zahl ihrer An­hänger durch die Kanonen verringert und zersprengt. Nur achtzehn Verschworenes unter denen sich auch Jacinto befand, entgingen der Schlächterei, indem sie von den königlichen Truppen gefangen wurden.

Sogleich ernannte Johann VI. eine ausserordent­liche Commission, oder eigentlich seine Gattin die Königin Carlota. Joaquina, auS dem Hause Bour­bon, welche für ihren Gemahl die männliche Entschlos­senheit und den königlichen Muth besaß. Johann VI. war gebildet und verständig, aber er war schüchtern, und wenn er die Freibeit der Wahl gehabt hätte, würde er vorgezogen haben, eine ruhige dunkle Eristenz