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Volks-Botin.

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Wöchentliche Begleiterin -es Nheingauer Volksb t en.

.15 11. So:»»taez, den 17. März. 1850

Eine Bauernhochzeit hv Galizien.

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Auch diese dramatische Scene geht durch das ganze Sarmatenland bis aus einige sehr geringe Abweichungen. In Kleinpolen sah ich die Braut als Kuh, bei Warschau als Zicklein und zu B'edecz, in Großpolen, plump genug, als Zugochse.

Auf diese kleine Komödie folgte die Hauptscene der slavischen Hochzeitsfeste, welche in Warschau dem beliebtesten Ballet, Wesele w Oycowie, die Hochzeit im Vaterland?, das Motiv gegeben hat. Im Sommer 1848 war es bereits 260 Male auf­geführt. Auch in Krakau und Lemberg ist Wesele w Oycowie unzählige Male gegeben worden und steht noch Hinauf bem Repertoir. Die so berühmte Scene gestaltetes^ in folgender Weise: Sämmt­liche Brautführerinnen^mgaben plötzlich die junge Frau, welche unter Lechzen und Geschrei sich sehr sträubte, aber erbar^rngSlos der letzten Ab­zeichen ihrer Mädchenschaft 1 des Stirnbandes, der Krause, der Schleifen am DLusen und der vielen Fingerringe, bis auf einen Geraubt wurde. Darauf setzten die Mädchen die ju^ Frau kahl und schmuck­los mitten im Kreise einen Sessel nieder und wendeten sich plötzlich^unter schallendem Gelächter,

bei anderen Hochzeiten sah ich sie Geberdcn des Abscheues und der Verachtung machen, von ihr ab. Weinend blieb die auS dem Kreise der Mädchen Verstoßene lange auf ihrem Sessel sitzen, und die drei jüdischen Virtuosen begleiteten die Trauerscene mit so wehmüthigen und melodiösen Weisen, daß in der That ein ästhetischer Eindruck hervorgebracht wurde. Plötzlich wurde die Musik fröhlich; in die- - fern Augenblicke wurde die Braut von sämmtlichen verheiratheten Frauen, deren jede eine weiße Haube unter ihrer Schürze hervorzog und zum Geschenk anbot, umringt. Die Braut kam so in einem Augenblick zu dem beneidmswerthen Besitz von viel­leicht 20 Hauben. Die schönste davon, welche die Edelfrau des Gutes durch die Mutter deS Bräuti­gams übergeben ließ, wurde der jungen Frau auf­gesetzt , und diese unter einem unendlichen Jubelge- schrei der Frauen wohl zehn Mal zur Schau im Kreise herumgeführt, wobei einige Personen ein Lied absangen, das auf die Lcene Bezugs hatte. Jetzt wurde die junge Frau ihrem Manne überlie­fert, und die ganze Bauerngesellschaft begab sich zu einem, wahrscheinlich mehrtägigen, Tänze in daS herrschaftliche Schenkhaus. ~

Ost hat man bei einer solchen Hochzeüfeier