i ch und zahlbar ou pourteur, übergab dadurch die Unterthanen der ausländischen Blutigelei, und begründete im Jnlande das sogenannte Papiergeld, dem man abermals einen scheinbaren Vortheil, der des leichteren Umsatzes und Versendens, unterzuschieben wußte. —
Man machte also die Unterthanen erst zu Lumpen und dann zu Papier, ein bereits oft gebrauchter Witz, Michel, aber ein fürchterlichwahrer. —
Die Nationalität und das gegenseitige Interesse der Unterthanen wurde also in Ketten gelegt durch die Geldschuld der Staates oder deS Hofes. —
Da nun, so lange der menschlich geborne Mensch an der Willkühr Hochgeborner und von Gottes Gnaden eingesetzter Monarchen klebt, große Kriege und Staatsanstrengungen unvermeidlich sind, eine wirkliche Verminderung ober Löschung der Staatsschuld unmög- l i ch ist, so in u ß natürlich die Staatsschuld sich fort und fort vermehren, so muß der betrügerische Specu- laiionsgeist sich erhalten, so muß endlich einmal ein Zeitpunkt eintreten, in welchem der Unterthan nicht mehr zahlen kann, und ein europäisch er^ Ban- quer ott ist unvermeidlich.
Wird aber die Staatskasse banquerott werden oder das Volk? Wird der Regent, der Minister und der Spekulant Hungers sterben oder, der arbeitende Unterthan? Diese Frage ist kinderleicht zu beantworten. — Kein Gott und keine Börse können die Herren Europa's vor einem allgemeinen-------bewahren.
Die Ueberfchwemmung des Rheines
(Ende Januar 1850.)
Rhein, du mächtiger Strom, dcr's paradiesische Land Nassaus lieblich bespült! gerne bei dir ich weil', Wen» auf silbernem Spiegel Majestätisch der Dämpfer braust!
Wenn die Segel ich dann vieler der Schiffe schau', Ihre Mäste geschmückt, herrlich mit Fahnen bunt. So die Fluten durchschneiden, Mich ergreift dann ein süß Eesühl!
Und die wohnen bei dir nahe an deinem Strand', Welche Fernsicht sich beut ihnen. Beneidenswerth Sind im Wonnegenusse
Sie vom Lenze zum Herbstmond hin!
Doch — ach hienieden blüht nie ein beständig Glück!
Leid auf Freude folgt wechselnd im Horen Tanz'!
Das sonst stille Gewässer
Schreckbar tobet cs wuthentbraust!
Ist der Spätherbst dahin, nahet die Winterzeit, Und verhüllet der Schnee weithin di» Fluren rings Und gefrieren die Bäche
Und bedeckt sich mit Eis der Strom;
Häuft von Neuem sich Schnee auf die befleckten Au'n, — Thaut nach Monden er auf; löst sich des Eises Rind' Rings auf Bergen — in Thälern —
Regen noch dem Gewèlk' entströmt ;
Trennt das Wasser das Eis, so nun den Rheinstrom deckt, Unheil oft dann entsteht. Sehr hin in diesem Jahr'!
Jeder schreckensbleich blicket
All' die Spuren des Element»!
Lorch, Lorchhausen und Eaub, Orte am Rheine, schön, Jenseit längè an dem Strom' mehr oder minder sind Sie nun auch heimgesucht
Von den wüthenden Fluten schwer!
Nichts am Rheine verschont blieb; Hütten — Paläste — Bauten — thcilweisc dort ragten nnr Dächer vor, Hier das höh're Geschoß nur.
Mancher Bau sank', vom Eis erdrückt.
Hin, — den Wellen ein Spiel, die von dem Sturme gepeitscht
So dem Waldstrome gleich, der sich von Bergen stürzt, Was berühret er; ödet, Niederreißend in grauser Wuth ,
Alles spülten hinweg, lassend nur Leid zurück,
Wo sie brachen sich Bahn. Was nicht ergriff der Strom, Ward vernichtet vom Eise, Manches Dürstchen Hab und Gut!
Wer beschreibt die Noth und ach ! das Unglück all * Nicht die Feder vermag'», so die Bewohner traf Dort am Ufer des Rheines ,
Mehr und minder nun mitleidenswerth!
Hilfe kommet euch zu, sie schon bereits euch ward; Hilfe wird auch noch mehr! Hoffet, so hilft euch Gott, Der dort herrscht in der Höhe,
Und das Unheil durch Glück versüßt! —
Wohnen möcht' ich am Rhein' nur in der schönsten Zeit Den» die Reize de» Strom's bitter das Loo» vergällt, Wenn die Härte des Winters, Bricht in Strömen das Eis sich Bahn!
G. C. L. Krekel.
Mancherlei.
Prophezeihungen für das Jahr 1830.
(Nach dem komischen Volkökalender von A. Brennglas.)
22. Febr: Einkerkerung von neugebornen Drillingen, weil sie das Vereinsrecht ohne Polizeicommif- sarius auSgeübt haben.
1. März: Die österreichische Regierung erhält von der russischen die Erlaubniß, Deputirte Reden halten zu lassen.
4. März: Große und würdige Gedächtnißfeier durch ganz Nassau.
6. März: Die aufrichtig-constitutionellcn Raub-
