endlich een etlicher Ausschlag jekommen iS. Oestreich trägt böhmische Hosen, ungersche Stiebeln, schlaback- sche Strümpe un eene italienische Nachtmütze. Aber die Hosen sind jeplatzt, die Stiebeln zerrissen, die Strümpe haben Loeber jekrieat , un die Nachtmütze wird ihm um die Ohren jeschlagen, det man Alles so feistert.
(Lebensversicherung.) In dën Berliner Revolutionslagen hatte cs ein Schütze auf der Barrikade in der Friedrichsstraße besonders auf die Of- siziere abgesehen. — „Gib acht," rief er einem neben ihm stehenden Schneider zu, „wie jener Lieutenant dort fallen wird." Diefer hatte kaum einen Blick aus den Bezeichneten gerichtet, als er die Büchse seines Freundes mit dem Ausruf in die Höhe riß: „Um Gottes willen, schieße den nicht todt, der ist mir achtzig Thaler schuldig!" So ward der Lieutenant gerettet.
(Der Bettler.) „Betrachten Sie mich als einen Bettler, der Sie um ein Almose anfleht und geben Sie mir zur Gabe einen Kuß" , — mit diesen Worten redete einst ein feines Herrchen ein schönes Mädchen an. „Ich bedaure," erwiederte diese, „ich kann nichts geben, denn ich habe schon einen HauSarmen".
— Die vielen Vereine, welche in den letzten Jahren entstanden sind, haben neben manchem Mtzlichen auch viel Lächerliches zu Tag gefördert. So hatte man in einem konstitutionellen Verein, wo 30 Mitglieder anwesend waren, die Frage zur Abstimmung gebracht: Wer deutscher Kaiser werden soll. Ein Mitglied, welches Mehlhändler ist, stimmte für das österreichische Haus, weil dann die Knötel Hof und Staatsspeise würden und die Mehlhändler in der Zukunft gute Auspieien für ihr Gewerbe hatten.
— Ein Garkoch, welcher sehr magere Suppen und Gemüse seinen Gästen vorsetzte, aber dieselben glauben machen wollte, als schmelze er Alles auf verschwenderische Art, nahm zu folgender List seine Zuflucht. Sobald die Gäste im Eßzimmer auf das Mahl warteten, nahm er ein glühendes Eisen und fuhr damit in einen Zuber mit Wasser und ahmte damit das Schmelzen täuschend nach.
Untertänige Entschuldigung.
Bekanntlich kam vor einigen Wochen eine Deputation von Düsseldorf zum Prinzen Friedrich auf Rheinstein, um denselben untertänigst zu bitten, .och seinen Wohnsitz gnädigst wieder nach Düsseldorf Zerlegen zu wollen. Seine königl. Hoheit ertheilte
den verehrlichen Herren eine wohl gerade keine ab- schlâgliche Antwort, machte aber die Bemerkung, daß cs ihm doch nicht möglich wäre, sobald wieder nach Düsseldorf' zu kommen, da man dorten ja auch i h n mit Koth beworfen habe. Das machte nun die gut n Herren ganz verblüfft und sie zogen ellenlange Gesichter, bis einer von ihnen, in Folge eineS glücklichen Einfall's, anhub: „Königliche Hoheit werden entschuldigen, da man doch nur den König werfen wollte, so lag es gewiß nicht in der Absicht der Werfenden, auch seine königliche Hoheit zu beschmutzen und nur dem unglücklichen Zufall, daß königliche Hoheit gerade neben dem König ritten, sei der Unfall zuzuschreiben."
Der Prinz antwortete blos auf diese Aeußerung : „So, ei das ist ja eine ganz artige Entschuldigung." —
Sachfenhäuser Höflichkeit.
Fremder: Freund, geht das Wasser hoch?
Sachsenhäuser: Du dummeS Schinnoos, guck' selber?
(Der Fremde geht weiter.)
Frankfurter: Weißt Du auch, wer der Herr da gewesen ist?
Sachsen h ä u s e r: Nan.
Frankfurter: Das war der Reichsverweser.
Sachsenhäuser: Gott verdamm mich!..... awMr" ich bin froh, daß ich nett grobb gewese bin.
Räthsel.
Was wäre denn ohne mich der Feldherr und die Waschfrau?
Die Jugend wär' nicht rosigroth, das Alter nicht aschgrau.,
Es wären nimmer die Ehre, der Ruhm und die Freiheit,
Der Mensch wäre nicht fromm und glaubte nicht an die Dreiheit.
Ergebenheit und Treue wären vorhanden nicht mehr,
Wir hätten ja nicht einmal den Leuchter und die Lichtscheer.
Der Jammer wäre zwar auch -nicht da, dock- lieber Leser
Es würde nicht besser und dein Heil wäre d'rum nicht größer!
Auflösung des Räthsels in Nro. 4 der Volksbötin,:
Reue — Reus.
Auflösung der Homonyme daselbst: Bogen.
Druck und Verlag von A. Herber in Winkel. — Berantwortl. vtedakteur A. Herber.
