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fen, — man mußte einen ijqiiyen Ausbruch besor­gen, aber, o Wunder, die Quelle des Blutes schien versiegt!

Alle um'S Lager Stehenden stürzten nach dem Bette hin! „Gott sei Preis und Dank," rief die Mutter, „nun bist Du gerettet!" Die Kinder stan­den starr vor Schrecken, Hoffnung, Furcht; nur der Pfarrer behauptete die wür.ige Ruhe, und ermahnte die Familie, den Kranken zu schonen.

Nach einer Weile, in welcher sich der furchtbar Aufgeregte erholt hatte, fuhr Meister Wilhelm fort:

„Noch steht Rudolf mit seinem verstörten Wesen vor meinen Augen. Der Zufall oder das Einquar- tirungswesen hatte ihn in die Wirthsstube geführt. Ich war bei feinem Anblick, gerade wie in diesem Augenblick, zusammengefahren; eisig lief mir's vom Scheitel bis zur Ferse. Er versuchte zu reden, aber seine Stimme zitterte.

„Wie kommst D u hierher?" stotterte er endlich.

„Meine Schwester will ich von Dir fordern, Bö­sewicht ! Mein Vermögen will ich zu Grabe geleiten, und Du sollst mir ein Liedlein dazu singen! — Du wirst am Besten die Grabstätte wiss.n, Schurke, Dir ist das Verbrechen auf die Stirne geschrieben!" — „Kommt Ihr mir so, Vetter," erwiederte Rudolf kalt besonnen, „dann will ich Euch zeigen, wer jetzt Schulze im Dorfe ist. Um eine verlaufene Dirne kümmere ich mich nicht; über Eure paar Gulden werd' ich vor Gericht Rechnung ablegen; aber den Schurken sollt Ihr mir büßen, büßen im Ortsgefäng­nisse. --" Da entfuhr mir, noch weiß ich nicht wie, ein höllisches Gelächter, welchem eine Fluch von heftigen Worten folgte. Mein Gegner versuchte nun mich an der Brust zu fassen; — aber ich ent­riß mich ihm und erblickte in demselben Augenblick die an der Wand hängenden Pistolen der französischen Husaren, welche im Hause lagen. Ich hin, eine Pistole von der Wand, sie blinkt in meiner Rechten und sucht in Rudolf ihr Opfer. Kaum war das Bewußtsein der ihm drohenden Gefahr über ihn ge­kommen, so lag er auch schon röchelnd in seinem Blute vor meinen Füßen. Nun fühlte ich die Furcht­barkeit meiner That mit allen feinen Schrecken, und fühle sie noch in diesem Augenblick, obschon ich mein ganzes Leben zur Sühne brachte. O, es gibt Ver­brechen, die kann Gott nimmer verzeihen, weil das

Gewissen, der Gott in der Brust, sie nicht vergeben

kann!" —

(Schluß folgt.)

Glossen, gesammelt aus Zeit und Welt von D. M.

Wo der Soldat Bürger ist, ist auch der Bürger Soldat.

Nicht die Leute, welche es blos gut meinen, sondern nur die es gut machen, können uns ge­genwärtig dienen.

Nicht von dem wachsenden Glauben, sondern von dem wachsenden Verstaube ist das Heil der Welt zu hoffen.

Auch im Thierreiche ist Alles, was kriecht, im­mer das Verächtlichste.

Je schlechter das Wirthshaus, je größer die Zeche, weil man immer auch für die bezahlen muß, welche den Verstand haben, nicht darinnen einzu­kehren.

C in Quodlibet.

Neu (L. H. Ehrt.

Nach vielen bekannten Melodiken zu singen.

Sei zufrieden lieber Michel, Tröst' mit Barbarossa dich; Auch er kroch in den Kyffhäuser Tief zurück und ärgert sich. Hebt nur eure bunten Fahnen Aus dem vor'gen März gut auf: Achtzehnhundert achtundvierzig, Schreibt zum Angedenken d'rauf.

Stark nach Moschus riecht'ö im Reiche, Frau Germania ist krank,

Soll sich stark geärgert haben Ueber ihrer Kinder Zank.

Mehr als dreißig hohe Aerzte, Doktern Tag und Nacht um sie, Ein Berliner Wunderdoktor Braucht zur Zeit jetzt Sympathie. —