Bei dem neuen politischen Lichte, welches über die Welt gekommen, sind manche Leute schneeblind geworden
Die Preßfreiheit ist gleichsam das jüngste Gericht der heimlichen Sünder, welches dieselben allein erbeben machen kann.
Die eitle Mittelmäßigkeit lebt, wie die alten Jungfern, im ewigen Tadel dessen, was sie nicht erreichen kann.
Mein Vorschlag, die Parteien im Lande mit einem Schlage aufhören zu machen, wäre der, daß die Regierung ganz unverhofft mit einer in jeder Hinsicht so vortrefflichen Constitution hervortrete, daß alle Schreier aus Verwunderung die Maulsperre bekämen
Manche Weiber sind wie der Schweizerkäs nur in in ihrer Jugend milde und süß, werden aber später ungenießbar scharf.
Die Liebe hat keine Religion und die strengen Religionen haben keine Liebe.
Es ist eine wahre Augenweide, die herrliche Freude zu sehen, wenn ein Esel dem andern unverhofft begegnet.
Sauer hat von jeher Michel drein geschaut, daher seine Vorlieb auch für'ö Sauerkraut.
Die Wunder sind schon gut; doch seinen Bruder trösten dem Elend helfen und der Noth, dem Feind verzeihen — Großer Gott! Dies Wunder fehlt, und ist doch eins der größten.
* Nach einer zuverlässigen Correspondenz aus la Granja verbringt die Königin von Spanien ihre Zeit folgendermaaßen: „Ihre Majestät steht auf um 12 Uhr Mittags, geht dann in ihr Ankleidezimmer, beschäftigt sich mit ihren Correspondenz, spielt auf der Harfe, unterhält sich einige Augenblicke mit Ball spielen, kleidet sich dann vollständig an und erreicht so die Zeit des Mittagessens. Nach dem Mittagessen begibt sie sich in den Garten, wo sie bis 9 Uhr tanzt/ Sie wechselt alsdann ihren Anzug und begibt sich inS Theater. Nach dem Schauspiel musicirt sie in ihren Gemächern mit ihren Lehrmeistern bis um 2 Uhr Morgens." Wenn auch in diesem Programme noch dies und jenes der heiteren Regierungsgeschäfte vergessen sein sollte, so ist dasselbe doch vollständig und conftituti-nek genug. Glückliches Land! —
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Wo dem Fürsten so wohl ist, wie kannibalisch wohl muß da dem Volke sein?!
Gespräch, zwischen dem mit einem zugebundenen Koffer reisenden preußischen Lieutenant v. Ransbach und einem österreichischen Wachtposten.
Oe st erreich er: Holten's, daß Koffer muß uff der Grenze geöffnet werden!
von Ransbach: (verwundernd) Jk bin der preußische Lieutenant v. Ransbach, in Diensten deö Königs Friedrich Wilhelm deS IV.
O esterreicher: Kann nit passir'n; 's Koffer muß halt uffgeschnitten werden!
v. Ransbach: Wenn ik aber sage, daß nichts von Bedeutung d'rin is.
Oesterreicher: D'rin oder nichs d'rin, daS iS anerlei; jetzt machens fort und schneiden's uff! v. Ransbach: (wichtig mit beleidigter Miene) Jetzt sag' ich auf Ehre, daß nichts von Be- dung d'rin ist, und wenn der preußische Lieutenant v. Ransbach sagt „auf Ehre", das is, gerade so gut wie a u f g e s ch n i t t ejt.
Gespräch zweier Eckensteher in Berlin.
Fritze: Na Lude, sag mir mal, wat hilft du, von dem Dreikönigsbündniß? —
Lude: Fritze, daS will ick dir sagen, daS kommt mir vor, wie drei Schnappsgläschen; denke dir, in dem enen ist Kümmel, in dem zweetcn Pfeffermünze, und das dritte enthielte enen Zwetschkenfuhsel. Nun sieh mal Fritze, wenn man die alle drei so auf emal auSsöffe, so verdirbt enS dem andern sein Geschmack und wird am End nach jar nischt schmecken DaS endige Jefühl, wat es hinterläßt wird seit daß alle drei brennen, beißen und k,ra tze n
Räthsel.
Was die erste Silbe nennt,
Gar Manchem in dem Herzen brennt ;
Und wie das Sprüchwort lehrt und spricht, Das letzte Paar so Manchen sticht.
Das Ganze man daran erkennt, Wenn'S oft die erste Silbe nennt.
Auflösung deS Räthsels in Nor. 1 der Volksböm Futteral.
Druck 7s ^3 von A. Herber in Winkel. — Verantwort!. Isedakteu« A. Herbe
