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Wöchentlich

12 Ausgaben.

Bon

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„Tagblatt-Haus" Sir. 6650-53.

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Verlag Langgasie 21

„Tagblatt-Haus".

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für beide Ausgaben: 70 Pfg. monatlich. M. 2— vierteljährlich durch den Verla, ®Ä5f>. a1, of) ,'! e Brmgcrlodn. M. 8.- vierteljährlich durch alle deullchen Posianlialten. auSi'chlikdlich "»lckeff.°, ~ Bezugs.Bestellungen nehmen aunerdem entgegen: in Wiesbaden die ilweiastellc Vis- I,dei,-n^ “■ loro ' 1 ' die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus. "EN und in den benachbarten Landvrren und im Rheingan die betreffenden Tagblatl-Träger

^aassi'-Annabnie: ssür dikAbend-AuSg. bijlSUHr „ .. .... , . ,

d.e gllorgen-Ansa. bis 8 Uhr nachmittags. Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmcrsb-rf. Güntzelstr. 66, Fcrnspr.: Amt Uhland 450 u. 451. Zagen undÄ ».Ä

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Samstag, 22 . Kuguft 1914 .

Morgen-Ausgabe.

Nr. 389. ♦ 62. Jahrgang.

■ ^1 Anschlag bereits gestern mittag um 4 Uhr mitgeteilt.)

4.-B. Berlin, 21. Slngust. Unter l^'ing Seiner Kgl. Hoheit des .Kronprinzen L Bayern haben Truppen aller de»!tschen

^tninc gestern in Schlachten zwischen Metz

Vogesen eine» Sieg erkämpft. Dcr

m v -^ ..

"i»d * K Lothringen vordrrngeude

i wurde ans der ganzen Linie unter e *f», Berlnsteu geworfen. Biele tausend

jj. 5 > c Uöitittten worden. lLer «Zresanttcrsolg iaht p Uyxj) nicht übersehen, da die Schlachtfelder

tzrößcren Raum einnehmen, als in de» Liefen wo» 1870-78 nufere gesamte Armee ^."ipruch nahm. Unsere Truppe», beseelt " e, M »nanshaltbaren Drang nach vorwärts,

iu, . ^ dem Feinde und setzen den Kampf auch i c fort.

nnd zahlreiche Geschütze sind ihm worden. Der Gesamtcrfolg läßt

jubelnde Begeisterung über den großen Sieg in Berlin.

,■ Berlin, 21. Aug. (Eig. Draht'bericht) Die Nachricht ? grotzev Siege bei Metz, der wohl der größte'Er- unsere Armee bisher erzielt hat, traf in Ber» vierten N a ch n: i t t a.g S st u n d c ein, so daß

, den der

Mehr als Extrablätler, sondern erst durch die regcl- Abendausgaben der Zeitungen bekannt wurde. ttJ e ersten Abendblätter auSgeruscn wurden, bildeten sich k^. innerhalb weniger Minuten gewaltige JJ^tHtnjcKtmiung.cn. Die. Zeitungen wurden L'»äufertj förmlich aus der Hand gerissen, die glücklichen

«>,. Mußten die Siegesdepeschcn v o r l e s e n und die Vor- n wurden spontan mit brausenden Hurra-

ausgenommen. Als am . Potsdamer Platz ein paar iß,'kan. er, die in die Menge geraten waren, in diese t t mit eirhstimmlen, He kamen sie eine beson-

Ovation. Alsbald danach setzte sich die unge- kr ^ M c n s che n m e n g e nach dem Stadtinner n kx f e Oung, insbesondere nach den Linden zu, wo schon vor ^»b"M noch durchzukommen war. Überall, auch in den und Straßenbahnen herrschte jubelnde Be-

Trophäen auf dem Kaiserplatz in Straßburg, i ij'T- Ü. ®tmp l trö, 21. Aug. Seit gestern haben Kaiserplatz zwei weitere französische Geschütze ^Ung gefunden.

3mtt Starrsinn Belgiens.

sf' ^ Eine deutsche Kundgebung.

Berlin, 20. Aug. Die zum zweiten- i(Ji n Belgien gerichtete Aufforderung, mit

, chtaud ein Abkanienin m fressen finf in irr

itanib ein Abkomemn zu treffen, Befürchtung erweckt, als h .man d nissen geneigt.

\A" '

hat in unserem sei Deutschland zu Diese Befürchtung ist n d e t. Es handelte sich nach unseren ersten Uhu' um e ' nen letzten Besuch, die irregeleitete Belgiens zu seinem eigenen Besten umzn

T'frt ^Vf'Tmrm irnfor CS'-rtinp-rtartf nnrmpn nfohlieiS

>a Belgien unser Entgegenkommen abwies, alle Folgen seines Handelns s e l b st zu

Die eingeleitcten Operationen sind durch das

, Cn fm die belgische Regierung nicht einen

Msi^Iick anfgehalten worden und werden j\?> tsloser Energie durchgeführt, muartiermeister v- Stein.

mit

nach

I,- -c eine belgische neue Niederlage.

^klegnng des belgischen Hauptguartiers Antwerpen.

wx. ^dam, 20. Aug. Rotterdamer Blätter zufolge [ f ti f belgische Heer am Dienstag durch eine über- aeutsche Streitmacht angegriffen. Dias belgische

und Heer wurde nach einem sehr

Kartier

1 jL berlusircichen Gefecht zuerst nach M e ch e l n Ik. nn nach Antwerpen zurückgezogen.

englischer Truppen an der t Hoffschen und belgischen Grenze.

Ü 21. Aug. (Eig. Drahtbericht) Belgische

iivsische Blätter versichern, daß nach dem „All

s -0; f-. . «r c„ r.tr ...... « » « -

, Handeoblad" seit dem 13. August sich eng- ^ g a r o" weiß bereits, daß die ersten 20 000

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^.chpen bereits auf dem Kontinent befinden.

Vü 11 p st ende, Calais , seien. Diese Truppen

nnd

sollen

Dünkirchen per Bahn nach

.

Namur expediert worden sei. In Havre sollen be­reits am 9. August die ersten englischen Truppen ge­landet sein. Es heißt, in der dann folgenden Nacht kamen vier englische Schiffe mit einigen tausend eng­lischen Infanteristen in Havre an. Montagnachmittag kam ein großer Dampfer an, von den Franzosen st ü r misch b c g r ü ß t.

Kbermals russische Kriegsschiffe auf Minen gestoßen.

8- Berlin, 21. Aug. (Eig. Drahtbericht) Aus Ruß­land eingctroffcne deutsche Reisende berichten dem „B. T.", daß zwei russische Kriegsschiffe, der

„Petropawlvwsk" und „Rurik", vor Reval aus russische Minen gelaufen seien. Während der „Rurik" sofort sank, sei dem anderen Schiff ein großes Leck gerissen worden, doch habe sich das Schiff über Wasser zu halten vermocht und liege gcgcn- Ivärtig mit dem vorderen Teil unter Wasser. (Der „Petropawlowsk" ist ein modernes Groß- li n i e n s ch i f f von 23 400 Tonnen Rauminhalt, 23,0 Knoten Geschwindigkeit! er hat 12 30,6-Zentimeter. Geschütze als schwere Artillerie, 16 12-Zentimeter-Ge- schütze als mittlere und eine Besatzung von etwa 1000 Mann. — Der „Rurik" ist ein Panzerkreuzer aus dem Jahre 1906s. er hat 15 400 Tonnen Inhalt, 22 Knoten Geschwindigkeit, 4 25,4-Zentimeter-Geschsitze, 8 20,3- Zentimctcr-Geschütze und 20 12-Zentimeter-Geschütze. Die Besatzung beträgt 899 Mann. Wenn die Meldung zutrifft, hätten die Russen sich zwei ihrer besten Schiffe selber vernichtet. Schrift!.)

Ein Nufruf d«r „polnischen Nationnlregierung."

dck. Krakau, 21. Aug. Tie polnischen Blätter veröffent­lichen folgenden Aufruf dcr polnischen Nationalrcgierung: „Polnische Brüder! Wir machen heute folgenden Aufruf dcr polnischen Nationalrcgierung kund. In Warschau hat sich, eine Natro n alregicrung konstituiert. Es ist Pflicht aller Polen, sich solidarisch dieser Amtsmacht zu unter­werfen. Zum Kommandanten dcr militärischen Strcitkräfte wurde der Bürger Joseph Pilcntzkh ernannt, dessen Anord­nungen alle Bürger unbedingten Gehorsam schuldig sind. Die Nationalrcgierung: Warschau, 3. August.

Oer siebente §einö.

„Mit seiner Feder steht Japan auf Englands Seite mit seinem Herzen auf deutscher Seite, mit seinen Kopfe aber aus der Seite seiner Lebensinteressen'/ L>o hatte, wie berichtet wurde, ein hervorragende: j^ Q J?, cr ., cr O unlängst erklärt. Und er hat nach japani scher Uuffasiung nicht einmal gelogen, denn idie Japane haben eben rein Herz! Bon der Presse des „Lande; der ausgehenden Sonne" ist wiederholt versichert wor den, baß,man Deutschland als Nährmutter dcr japani Ichen Wisicnschaft und Kriegstechnik unendliche Dank barrert schulde. Nun, die japanische Dankbarkeit bc s- baß man sich die Wissensckx>st aneignet uni

vre ^Kriegsrechmk gegen den Lehrer wendet.

, batte lange Zeit eine ziemlich offene Feind

seligkert gegen Deutschland gur Schau getragen, wer •] C p nnt ? chinesisch-japanischen Kriege im Bercii mit Frankreich und Rußland gegen die im Bertr-agi von ^hrmonosckl (f. April 1895) festgesetzte Abtretung ber Halbinsel ~wotung an Japan intervenierte. Di; stiM'.nung der Japaner, welche die Losung „Asien der ^urde uns nicht günstiger, alt Deutschland am 1a. November 1897 Kiautschau besetzt! um dies nahezu 400 Quadratkilometer umfassende Ge bret von China auf 99 Jahre pachtete. Zwar verfolgter auch Rußland und England die gleiche Taktik, indon senes Port Arthur und dieses Weihaiwei nahm. Aber die Spannung mit Rußland führte denn ja auch zu bei kriegerischen Auseinandersetzung, die mit der Niedcr^ 5an?. arenreiches endete, an die sich jedoch schor 191/ ein rni^^ahre 1910 erweitertes Abkommen schloß

E!ow n n Ä n f t rn Korea und den Russen dafür btc Mongolei auf Kosten ^hinas zugesprochen wurde. Mii

Est zu sich schon am 12. August

s 0 JV et ^ m r ®i l , n bm&bertma zusammengefunden, ber am 13. vSiflt 1911 ab geändert und ergänzt und als ?osso" Esij " 0 ^ Konsolidierung und Ausrochterhaltunc

mrü Indiens"^ bezeichne^'' ** Ostasiens

, P Beginn des ^jetzigen Weltkrieges mutztc

daß die jillpanische Regierung mit einem ausdrücklichen Hinweis auf dieses Bündnis

von einer Neiltralitätsevklärung Abstand nahm. Jetzt hat hie japanische Regierung, indem sie der deutschen Regierung das bodenlos unverschämte Ultimatum wegen Kiautschau stellte, ungeniert die Neutralität ge­brochen, hat sich zu den Gegnern Deutschlands und Österreich-Ungarns gesellt. Man wird es in Tokio liicht leicht haben, dies heimtückische Vorgehen mit dem Bünd­nisfall zu begründen, denn der Art. 2 des englisch- japanischen Vertrages, der hier in Frage käme, besagt lediglich: „Wenn auf Grund eines nicht provozierten Angriffes oder einer aggressiven Aktion, wo immer sie auftaucht, seitens irgend einer Macht einer der hohen Kontrahenten in einen Krieg verwickelt wird, welcher der Verteidigung seiner territorialen Rechte oder seiner obenerwähnten weziellen Interessen dient, so muß der andere hohe Kontrahent sofort seinem Alliierten zu Hilfe kommen, den Krieg gemeinsam mit ihm führen und im gegenseitigen Einvernehmen mit ihm Frieden schließen."

Nach diesem Abkommen könnte von einem Bllnd- nisfall für Japan nicht die Rede sein, .da England von Deutschland weder provoziert noch angegriffen, sondern vielmehr das Gegenteil der Fall ist, aber den Japanern, die nie die Instinkte ihrer Rasse verleugnet haben, kommt es nicht auf das Bündnis, sondern auf Kiautschau an, nach dessen Besitz sie schon lange be­gierig sind, und sie meinen, daß die Gelegenheit jetzt günstig sei, da wir außerstande sind, Kiautschau gegen einen japanischen Angriff zu halten. Das gewissenlose England aber scheut sich nicht, wie es durch seine Vor­stöße in unserem afrikanischen. Kolonialbesitz die Gefahr einer Erhebung der schwarzen Bevöllerung hervorruft, auch die gelbe Rasse gegen uns nrobil zu machen. Und das alles aus erbärmlicher Feigheit, weil es weiß, daß es uns auch im Bunde mit Frankreich und Rußland und seinen Trabanten nicht gewachsen ist.

Unsere Gegner werden uns, darauf vertrauen wi'- auch im Bunde mit Japan nicht gewachsen sein, dessen Streitkräste für den europäischen Seekrieg nur wenig und für den Landkrieg gar nicht in Frage kommen. Über das Schicksal dieses Krieges wird aber zu Lande entschieden werden. Es liegt nahe, manche Zukunsts­möglichkeiten zu erörtern. Wird die Novdamerika- nische Union es auf die Dauer ruhig mitansehen kön­nen, wenn Japan, das immer begehrlicher nach den Philippinen und Hawaii blickt, sich jetzt mit Rußland in die Beherrschung des Stillen Ozeans zu teilen ver­sucht, während doch der Panamakanal nur gebaut wurde, um den konfliktslüsternen Japanern ein Paroli zu bieten? Vor allem aber wird in der Türkei wie in Bulgarien die Neigung immer größer, diese nie wiöderkehrende Gelegenheit zur Begleichung der alten Rechnung mit dem perfiden Zarenreiche zu benutzen, und auch in Rumänien verstärkt sich der Wunsch, das von den Russen geraubte Bessarabien zurückzuholein. Doch „wer wird auf Bundesgenossen pochen?" Wir vertrauen, wie auch der Kreis der Gegner sich mchre, unverzagt auf unser gutes Recht und unser gutes Schwert. Je tiefere Wunden dieses den Gegnern schlägt, je schneller wir von Sieg zu Sieg eilen,'desto „wohlwollender" wird für uns die Neutralität der Neutralen, auch Italiens, sein, nnd deshalb gelte nach wie vor und mit immer verstärkter Kraft das prächtige, das beherzigenswerte Kaiserwort: Nun aber wollen

wir sie dreschen!

Neber Deutschland und die Eürkrei

äußert sich der Orientkcnner Dr. I ü ck h dahin, daß der An­griffskrieg Rußlands gegen Österreich und Deutschland a u ch der Türkei gelle. Der Weg nach Konstantinopcl solle auf dem llmweg über Berlin und Wien erzwungen wer­den: „Eine Niederlage Deutschlands bedeutet das Ende der Türkei, die dann zur Beute für Rußland, Enaland und Frankreich wird. Rur die Betätigung Deutschlands im Orient habe die Türkei bisher davor bewahrt, daß Rußland in Armenien, England in Arabien und Frankreich in Syrien zu­greift. Ein Sieg Deutschkands aber bedeutet die Sicherung a ii ch d e r Türkei. Solche Zusammenhänge sind den leiten­den Männern der neuen Türkei so geläufig wie dem alten Sultan; es fragt sich nur, wie werden sie zu handeln sich ent­schließen.'^ Dr. Jäckh erinnert in seinem Artikel daran, daß die Türkei die erste Oricntmacht gewesen ist, die sofort ge­meinsam mit der europäischen Kriegserklärung eine allo'e- meine Mobilmachung angeordnct hat. Die türkische Neutralität könne nur von Rußland und von England bedroht werden. Die Schicksalsstunde Deutschlands sei aber auch die Schicksalsstunde der Türkei, und der Augenblick für : deutsch-türkisches 23 ii n b n is sei gekommen. Die