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Wiesbadener Taablatt

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Nummer 220

Samstag/Sonntag, 19./20. September 1942

90. Jahrgang

Neuer Erfolg unserer U-Boote

Wiederum 19 Schiffe mit 100000 BRT. von den Küsten Afrikas bis zum Eismeer versenkt

Aus dem Führerhauptquartier, 19. Sept. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche Unterseeboote versenkten in barten Kämpsen in der Karibischen See, vor Afrika, im St. Lorenz- strom und im Eismeer 19 Schisse mit 100000 BRT., so­wie einen Schlepper. Drei weitere Schiffe wurden torpediert.

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Zum drittenmal innerhalb weniger Tage meldet das OKW. von den Taten unserer U-Boot-Männer. Nachdem der Feind soeben erst durch die Zersprengung und Bernichtung des Eeleit- zuges im hohen Atlantik wertvollsten Schiffsraum verloren hat, nachdem einen Tag vorher von den Erfolgen unserer Untersee­boote an der amerikanischen Küste und vor Afrika ebenfalls eine stolze Siegesmeldung veröffentlicht werden konnte, kommt nun­mehr die Kunde, daß wiederum 100 000 BRT. u. a. auch im E i s- m e e r vernichtet wurden. Nachdem der Feind bereits mit zwei Eismeer-Eeleitzügen Boje Erfahrungen hat machen müssen, ist es ein Zeichen für die dringenden Hilferufe der Sowjetunion, wenn er es nochmals unternommen hat, seinen kostbaren Schiffsraum für ein derartiges Unternehmen aufs Spiel zu setzen. In der Tat kann der Nutzeffekt dieser Eeleit- züge nicht sehr groß sein, und man wird annehmen müssen, daß es sich nur darum handelt, dem Herrn im Kreml den guten Willen zu beweisen, weil man sein Stirnrunzeln zu sülchten hat. Man mutz aber schon sagen, daß diese Methode der Prestiacpolitik für die Engländer und Amerikaner ziemlich kostspielig ist. Wie groß muß ihre Angst vor etwaigen Entschlüssen Stalins sein, wenn sie den Zorn des Sowietherrschers durch Opfe­rung des Schiffsraumes zu'befchwichtigcn suchen, an dem sie selbst miitlerwcile den größten Mangel leiden!

Daß dies in der Tot so ist, bedeutet einen unverwelklichen Ruhm für die deutschen Unterseeboote und Flugzeuge, die cs da­hin gebracht haben, daß der Feind in seinen Tonnagenöten nicht mehr ein und aus weiß. Innerhalb einer Woche sind, wenn man die zweifellos auch gesunkenen, aber im OKW. ge- wisienhaft als schwer beschädigt gemeldeten Schiffe hinzurechnet, etwa 400 000 BRT. feindlichen Schiffsraumes zerstört worden. Das sind Zahlen, über die auch die ruhmredigsten englischen und nordamcrikanischen Agitatoren nicht hinwcgkommen. Obwohl man in London und Washington ab und zu wieder einen Anlauf nimmt, um wenigstens nach außen hin Haltung zu markieren, lasten sich doch die Besorgnisse nicht mehr verbepgen. Das Wirt­schaftsleben der Bereinigten Staaten ist durch die deutschen und verbündeten U-Boote so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, wie es sich der Kriegshetzer Rr. 1 im Weißen Haufe wohl nie hat träumen lasten. Das Land steht in einer schweren Trans­portkrise, weil es an Erdöl fehlt, und groteskerweise kann

es nicht herantransportiert werden, obwohl die Amerikaner die vielleicht reichsten Erdölquellen der Welt auf ihrem Kontinent haben. Die Angaben über die Schiffsneubauten, die von den Agitatoren Roosevelts herausgegeben werden, tragen den Stempel der Erfindung und Übertreibung an der Stirn. Ernst­hafte Beobachter in England und in den USA. geben unumwun­den zu, daß 'die Bersenkungszifsern in diesem Jahre zehn bis zwölf Millionen BRT. erreichen werden. Da die Wersten in beiden Ländern durch die Reparaturen von beschädigten Schiffen überaus stark in Anspruch genommen sind, ist die Neubautätig­keit begrenzt. Der Plan des Schiffbauers Kaiser, der Tonnagenot durch den Bau einer riesigen Lusttransportflotte ab­zuhelfen, ist inzwischen schon längst fallen gelosten worden, weil die Rohstosfsragc für den Flugzeugbau nicht zu lösen ist. Und in England spricht der Ernährungsminister W o o l t o n ganz offen über seine Sorgen, die durch die ständigen Versenkungen eng­lischer Schiffe durch deutsche Unterseeboote verursacht werden. Dar­über hinaus dürfen wir annehmen, daß der Feind in seiner strategischen Entschlußfähigkeit durch den steigenden Mangel an Schiffsraum erheblich eingeschränkt wird, denn alle größeren Einsätze sind selbstverständlich bei der geo­graphischen Natur der Kriegsschauplätze davon abhängig, daß Transportslotten von erheblichem Umfange zur Verfügung stehen, um den Erdstreitkräften überhaupt erst einmal den Absprung zu einer Operation zu ermöglichen.

Diese Lähmung der feindlichen Kriegführung haben die deut­schen Unterseeboote zusammen mit Überwasserstreitkräften und der Luftwaffe zuwege gebracht. Zahlenmäßig haben die Untersee­boote an den Versenkungen den Hauptanteil. Der Führer hat den Feinden in einer seiner letzten Reden versprochen, daß Unter­seeboote „noch und noch" auf den Weltmeeren erscheinen und den feindlichen Handel dezimieren würden. Er hat Wort gehalten, und die Feinde haben weder durch verstärkte Abwchrmaßnahmen noch durch Schifssneubauten eine Verminderung der Verluste und Abgänge erzielen können. Sie stehen vor der beängstigenden Situation, daß ihr Schiffsraum von Monat zu Monat mehr schwindet. Die Einsatzbereitschaft der deutschen U-Boots-Ve- jatzungen überwindet alle Schwierigkeiten, auch die der verstärkten feindlichen Abwehr, und insbesondere haben sich bei den letzten großen Eeleitzugschlachten die jungen U-Boot-Be- satzungen ausgezeichnet, die vielleicht zum ersten Male am Feinde waren und von denen vorwitzige Engländer zu behaupten wagen, daß sie ihrer Aufgabe nicht gerecht würden. Auch in vielem Falle brauchen die Engländer sich nicht ihren Kops zu zer­brechen, und in der Güte und Gründlichkeit der Ausbildung lasten wir uns von niemandem übertreffen Die deutschen Seeleute und Flieger aber werden fortfahren, die feindlichen Schisse auf den Meeren zu jagen, bis dieser ständige Blutverlust sich für den Feind tödlich auswirkt. Das ist die kriegsentschcidende Bedeutung der Schlacht auf den Weltmeeren.

London schreibt Stalingrad bereits ab

Alberite angloamerikanisch« Versuche

as. Berlin, 19. Sept. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) ..Die Ereigniste um Stalingrad haben in England eine dumpfe und ab wart ende Stim­mung ausgelöst. die an die Tage von Dünkirchen erinnert. So kennzeichnet der Londoner Korrespondent der „Stock­holmer Tidningen" die Stimmung in der englischen Haupt­stadt. Noch sträube man sich dagegen, den Fall Stalingrads als unvermeidlich anzuseben, aber man gebe zu. daß nur noch schwarze Wolken zu sehen sind. Die anglo-amen- kanische Agitation ist schon einen Schritt weiter. Sie hat Stalingrad bereits abgeschrieben und versucht es deshalb mit dem alten Schwindet, den Erfolg der deutschen Truppen zu bagatellisieren. ..Die Lage ist ernst . sagt eine Sendung aus London, „aber die Schlacht ist kein Erfolg für die Deutschen." Ähnlich posaunt Boston in den Äther. „Selbst wenn Stalingrad fällt, haben die Deutschen keinen Gewinn." Diese Agitation ist so dumm und v j u m p. daß es sich wirklich nicht verlohnt, sich mit ihr aus­einanderzusetzen.

Moskau fordert erneut die zweite Front

Vielleicht erkundigen sich die Väter dieser selten.dummen Lüge — auch englische und amerikanische Hörer mästen uch doch fragen, warum denn die Sowjets Stalingrad io ver- zweirett verteidigen, wenn kein Fall kein Gewinn für die Deutschen bedeuten würde —, einmal in Moskau, wie man dort über Stalingrad denkt. Dort bat man, worauf wir gestern kchon hinwiesen, angesichts der katastrophalen Lage sehr zum Kummer Churchills und Roosevelts d i e Agitation für die zweite Front wieder ausge­nommen. Amerikanische Agenturen erklären bereits, daß diese neue sowjetische Agitation zu schweren Z ro t stig - leiten zwischen der Sowjetunion und ihren Verbündeten führen könnte. Die „New Bork Times", die man tn solchem alle als Sprachrohr des Weißen Hauses betrachten kann, er­klärt dem bolschewistischen Verbündeten sehr kühl, daß nicht die Sowjets, sondern einzig und allein die Amerikaner und die Briten über das ob und wie einer zweiten tvront zu be­stimmen hätten. Gewiß sei man sich klar darüber, daß man gemeinsam siegen oder untergeben müste. gewiß werde man alles tun. was sich machen laste, aber Stalin könne das nicht beschleunigen, ebenso wenig rote er die Umstände kontrol­lieren könne, die eine zweite Front möglich machten. Dieser sehr kühlen Ablehnung folgt ein Satz, der deutlich den Arger und die Verstimmung im anglo-amerikanischen Lager er­kennen läßt. „Wir mllsten uns mit der Tatsache abfinden", so sagt nämlich die „New Bork Times", „daß das alte Mißtrauen zwischen den Sowjets und den Demokratien noch nicht verschwand en ist."

Ausreden für Dieppe und Tobruk

Während London und Washington so gegenüber den Sowjets noch einmal ihre Ohnmacht bekunden muste". und erklären, daß die Sowjets auf keinerlei Entlastung , zu. rech­nen haben, bemühen sie sich, für den inneren anglo-amertkani- kchen Gebrauch neue und alte Ausreden für das ^nvasions- Fiasko von Dieppe und Tobruk dem Publikum schmackhaft zu machen, das über dieses Versagen noch nicht binweggekommen ist. Dieppe ging eigentlich nur schief, weil einige engli'che Schiffe vorzeitig mit einem bewachten deutschen Tanker zu­sammenstießen. Eine Ausrede, die schon einmal auftauchte. Tobruk aber führte zu keinem Erfolg, weil im entscheidenden Augenblick ein Bootshaken in das Wasser fiel und eine Schleppleine riß, so daß die Landungsboote zu spät loskamen. Zugleich läßt man Militärs Reden von blutiger

di« deutschen Erfolge zu bagatellisieren

Entschlostenheit halten. So erklärt ein englischer General, der ein Platzpatronen-Landungsmanöver an der englischeck Küste leitete, cs sei eine strenge Order ergangen, daß kein Mann sich gefangennebmen lassen dürfe. Da­nach hätten sich auch bei diesem Manöver die beiden Parteien gerichtet. Die englischen Leser werden nut bedauern, daß dieser Befehl nicht schon vor Dieppe und Tobruk gegeben wurde. Ja. wenn man so einfach mit Befehlen die Dinge wenden könnte, dann könnt« man in London ein frohes Wochenende verleben.

Kostspieliger Besuch in Gibraltar

So aber muß man zu all dem anderen Kummer auch noch den neuen Schlag der italienischen Sturmboote gegen Gibraltar hinnehmen. Es ist das zweite Mal. daß Gibraltar solchen, den Engländern höchst unerwünschten und für sie sehr kostspieligen Besuch erhielt. Fast genau vor einem Jahr, nämlich am 22. September 1941. fand der erste An­griff italienischer Sturmboote auf Gibraltar statt, nachdem diese Sturmboote sich schon bei Kreta und gegen Malta, sowie gegen Alexandria bewährt batten. Ein englischer Admiral bat diese Sturmboote einmal so geschildert, daß es sich um kleine Boote bandele, die mit geringer Geschwindig­keit in den Hafen eindringen und wenn sie ihr Ziel ausge­macht haben, ihre Schnelligkeit soweit steigern, daß sie mit unfehlbarer Sicherheit auf das Ziel aufprallen und dann explodieren. Die Führer der Sturmboote lösen, wie cs in der damaligen Schilderung hieß, im letzten Augenblick einen Hebel aus, wodurch sie aus dem Sitz geschleudert werden. Mit einem besonderen Schwimmgürtel versehen, können sie sich im Master halten, bis ihre Kameraden ihnen zu Hilfe kommen. Auf italienischer Seite wird darauf hingewiesen, daß die Boote, die gegen Gibraltar und Alexandria eingesetzt wurden, andere sind als die beim Angriff gegen Malta, die dieser englische Bericht schildert. Der italienische Wehr- machtbericht von gestern stellte ausdrücklich fest, daß der größte Teil der Angreifer zum Stützpunkt zärückkchrte.

Mißglückter Agitationsrummel

Die Sowjets haben zur Verstärkung ihrer Agitation für die zweite Front einen weiblichen Unterleutnant nach den USA. entsandt. Die sowjetische Botschaft stellte diese Frau mit der Bemerkung vor. daß sie bereits deutsche Sol­daten getötet habe. Man hat aber keinen rechten Erfolg mit dieser weiblichen Agitation gehabt, denn die Reporte­rinnen der amerikanischen Zeitungen wollten gar nichts vom Krieg wissen, sondern fragten, ob die Frauen in der Sowjet­union Puder. Schminke und Nagellack verwenden und ob sie seidene Unterwäsche unter ihren Uniformen tragen. Das bat Lindmila Pavlichenko, so beißt diese sowjetische Amazone, außerordentlich stark verstimmt, so daß sie, rote auch englische Zeitungen ausführen, den Amcrikanertnnen die unverblümte Lektion verabreichte, die sie jemals be­kommen hatten. Auch dieser ganze Vorfall paßt jedenfalls zu dem Bild, das sich auch immer wieder ergibt, daß man auf sowjetischer Seite verzweifelt nach der zweiten Frout schreit, die die Engländer und Amerikaner nicht schaffen können.

Gruh der grohjapanischen Jugend

Wien. 18. Sept. General Takao Suzuki, der Präsi­dent der großjapanischen Jugend, richtete an die in Wien versammelten Führer der europäischen Jugend eine herzliche Botschaft, in der er die Grüße der Jugend Japans über­mittelte.

Die große Schlacht

Von Fritz Günther

Mit dem unerbittlichen Ringen, das die Welt jetzt in atemloser Spannung verfolgt, weil von dem Ausgang mehr abhangt, als der vom Feind so gefürchtete Verlust von Stadt und Festung Stalingrad, bat sich im Laufe dieser Wocke immer stärker gezeigt, von welch entscheidender Bedeutung die mit imoerminderter Heftigkeit tobende Schlacht um diesen Eckpfeiler des sowjetischen Verteidigungssystems am Wolga- Knie ist. -oe knapper die Formulierung des OKW.-Verichtes bei der Bekanntgabe der Erfolge in diesem so hart um- kampiten Sektor des gewaltigen Frontabschnittes ist. mit um so größerer Zuversicht können wir uns darauf verlassen, daß dieser Kampf nur mit der Zerschmetterung der Rüstkammer des bolschewistischen Widerstandes, die gleichzeitig ein stra­tegischer Mittelpunkt der gesamten Sowjet-Verteidigung ist. seinen Abschluß finden wird. In der letzten entscheiden­den Phase dieser großen Schlacht versucht der Feind mit allen ihm noch zur Verfügung stehenden Mitteln das sieg­reiche Vordringen unserer Truppen aufzubalten. Bemüht, jeden Fuß breit Boden in einem Gelände zu verteidigen, das sich schon von Natur aus hervorragend für die Abwehr eignet, hat er seine Festungstechnik hier ganz besonders ver­stärkt und auch die Stadt selbst, die jetzt von unteren tapferen Infanteristen. Pionieren und Panzergrenadieren Häuserblock für 5'"userblock genommen wird, mit Bunkern und Stützpunkte: usgebaut. in denen er verzweifelten Wider st and I 1 it e t. Artillerie und Luftwaffe bereiten den Kampf der (irbtruppen wirksam vor und unsere Flieger sind ständig am Feind, um den Nachschubverkehr auf und hinter der Wolga zu unterbinden. Mit welchem Erfolg das geschieht, geht aus der Moskauer Meldung einer amerikani­schen Nachrichtenagentur hervor, in der es heißt, daß der An­teil der deutschen Luftwaffe an den Angriffen abermals ge­steigert wurde. Es ici den Deutschen gelungen, die Luft­herrschaft vollständig an sich zu reiften. Die Lage bleibe ernst, trotz aller Gegenangriffe der Sowjets. Überall sei eine Steigerung des deutschen Druckes zu verspüren.

Nachdem man sich tagelang mit der Hoffnung vertröstet hatte, daß es den in Stalingrad monierten Sowjettruppen, denen jede Rückwärtsbewegung durch EPU.-Einheiten jen­seits der Wolga abgeriegelt wurde, doch noch gelingen könnte, das so stark ausgebaute und mit den verzweifeltsten Mitteln verteidigte Festungswerk zu halten, bereitet man sich jetzt, nachdem auch eine sowjetische Meldung feststellt, daß der deutsche Angriff ständig an Boden gewinnt, auf das Eintreffen der schlimmsten Nachricht vor. Man ist sich dabei durchaus bewußt, welch riesiger Verlust hier nickt nur den bolschewistischen Machthabern in Moskau, sondern auch den platolratiichen Kriegshetzern in London und Washington droht, wenn das für die Aufrechterhaltung und Erneuerung der bolschewistischen Wehrkraft so bedeutsame Stalingrad als Rüstungszentrum nicht mehr zur Verfügung steht und damit gleichzeitig eine der wichtigsten Lebensadern der Sowjetunion durchschnitten wird. In der Fcindpresie und im Nachrichtendienst der Gegner kommt daher immer stärker zum Ausdruck, daß der Verlust von Stalingrad für die Bolsche­wisten ebenso wie für die mit ihnen verbündeten Engländer und Amerikaner ein schwer zu überwindender Schlag sein würde. Dieser Schlag aber ist nicht mehr aufzuhalten, nachdem die Wucht und Heftigkeit der Kämpfe einen Höhe­punkt erreicht hat. der den Besitz entscheidet.

Stalingrad, das Herzstück Stalinscher Politik und Stra­tegie und ein Symbol seiner Machtentfaliung. ist nur noch ein rauchender Trümmerhaufen. Es besteht beute kein Zweifel mehr über den Ausgang der großen Schlacht, seitdem es den tapferen deutschen Soldaten und ihren Ver­bündeten gelungen ist. durch das Zentrum der Stadt bis zum Wolga-Ufer durchzubrechen und den sowjetischen Verteidi­gungsraum in mehrere voneinander getrennte Widerstands- berde aufzuspalten. Mit dem Schicksal Stalingrads aber erfüllt sich auch gleichzeitig das Schicksal des ganzen sowjetischen Verteidigungssystems, weil die Verbindung zwi­schen dem Norden und dem Süden aufgerisfen wird. Jetzt reifen die Früchte der barten Kämpfe, die unsere tapferen Truppen mit dem Beginn der Offensive Ende Juni über tausend Kilometer ostwärts führten und wir sehen die Z u - sammenhänge der großen Erfolge, die mit der Kesselschlacht bei Charkow begannen, mit der Erstürmung von Sewastopol einen Höhepunkt erreichten, mit der Erobe­rung von Rostow und dem Übergang Über den Don ihre Fortsetzung fanden und schließlich bis tief in den Kaukasus und an die Ufer der Wolga führten. Daß an dieser Naht­stelle der bolschewistischen Front, dem schmalen Raum zwi­schen Don und Wolga, der stärkste Widerstand erfolgen würde, weil hier die letzte Möglichkeit zur Aufrechterhaltung der Verbindung nach dem Süden bestand und die Festung Stalingrad als stark ausgebauter Brückenkopf die einzige Hoffnung für eine neue erfolgversprechend« Offensive der Timoschenko-Armeen bildete, war vorauszusehen. Deshalb auch die Härte der Kämpfe und die Entlastungsver- fuchc der Bolschewisten an den übrigen Stellen der Front von Leningrad bis Woronesch! Angriffe, die an dem tapferen Widerstand unserer Truppen und ihrer Verbündeten immer wieder scheiterten.

Die verzweifelten Rufe Stalins nach einer zweiten Front und zwar einer Front auf dem Kontinent, werden deshalb wieder mit unverminderter Lautstärke vernedmbar. Der strategische Bankrotteur Churchill aber kann sich nach dem ebenso großangelegten wir katastrophal geendeten Ver­such bei Dieppe trotz verstärkter Agitation der Moskauer Sendlinge in England nicht mehr so recht dazu entschließen dem peinlichen Geschrei Folge zu leisten. Um so weniger als auch das Landungsunternehmen bei Tobruk, das den Zweck verfolgte, die britische Äanvienarmee zu entlasten, ein ebenso klägliches Ende nahm. Wenn Chur­chill vorgibt, mit solchen Unternehmungen lediglich E r - fahrungenzu sammeln, so hat er diese Erfahrungen teuer bezahlt. Ebenso teuer wie die Erfahrung, die er und sein Mitschuldiger Roosevelt über den Verlauf der Schlacht auf den Meeren machen mußte. Gab man sich in Lon­don und in Washington doch, wie schon so oft. wieder einmal der Hoffnung bin. daß die U-Boot-Eefabr beseitigt wäre, weil unser Nachwuchs angeblich den Anforderungen nicht gewachsen sei, die der harte Kampf um die Herrschaft auf den von den deutschen U-Booten bedrohten Gewäsiem erfordert Die Taten unserer jungen U-Boot-Besatzungen, die trotz ver­stärkter Abwehr hart am Gegner bleiben und jedes feindliche Schiff versenken, das ihnen vor die Rohre kommt haben be­wiesen. daß es nichts ist mit dieser Hoffnung und die B e r - senkungsziffern bringen zum Ausdruck, daß das Tonnage-Problem für die Kriegführung des Feindes eine der größten Schwierigkeiten bildet.

Um sich irgendwie stark zu zeigen, haben die Briten ihre Terrorangriffe aus der Luft wieder aufgenommen.