Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tagblatt

e »--- ----- Erschenmngszett:

Erscheinungszett

Wöchentlich

mit einer tägliche«

Niq-lgenpr-is«: Ein Millimeter HSHs bet 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Stpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 8. rx rt - waA m* o __ fiAr«c> kar-- ____ nr_____t__irr........ *

Nachlüsse nach Preisliste Nr. 8. Schluß der Anzeigen» Annahme 9Ve Uhr vormittags!

Nr. 127

88. Jahrgang

6 Ausgaben

UnterhaltvngKbeilage

Samstag/Sonntag, 1./2. Juni 1940

Werttäglich nachmittag».

SeschSstszeü: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn» u. Feiertags Berliner Büro: Berltn-Wllmersdors

8. Scheoenberg'sche Buchdruckerei, .lagblatt. Haus' 8ernsprecher.Saimnel.Srr. 50631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankstttt a. M. Nr. 7405.

t 2 Wochen S4 Rpf., für einen Monat RM. 2., einschließlich Traglohn. 36«Pf. Bestellgeld, Einzelnummern 10 Rpf! der Lieferung rechtfertigt lernen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Letzter widerstand wird gebrochen

Allein bei Lille bisher 26000 Gefangene / Luftwaffe bekämpft erfolgreich weitere britische Einfchiffungen bei Dünkirchen / Fünf Transporter versenkt, drei Kriegs- und zehn Handelsschiffe Schwer beSchädigt / Neue Erfolge der Schnellboote / Feindliche Panzerangriffe bei Abbeville gefcheitert

vom perl

Spaniens Probleme nicht mit Geld zu lösen

siele ver-

Britisches Ablenkungsmanöver mihlungen

Hatte erst kürzlich eilt Chauvinisten erklärt, daß

ihm sein Reichtum------- .um O1UU.c,

worden war, zum Fluch der unersättlichen Begierde und des Herrschaftsanspruches.

Lügenmärchen um

wt. . Nach der vernichtenden Niederlaae. di« das britische Expeditionskorps in Flandern erlitt, hatte das Londoner Jnformationsministerium das verständliche Bedürinis. zur Aufpulverung der Stimmung einen Erfolg zu melden. Stolz berichtete der englische Rundfunk, daß der deutsche Vorstoß zum Entsatz Narviks bei Bodö aufgehalten worden sei. Eine Wafsentat. an der schottische, wallistsche und irische Regimen­ter beteiligt gewesen und die denbesten Traditionen der britischen Armee" entspräche. Havas bemühte sich in einem umfangreichen Kommentar die Bedeutung diesermilitäri­schen Operationen" darrulegcn. Durch die britische Besetzung Narviks, so behaustet die Churchillfiliale, sei die Erzbahn in englische Hand gefallen und bereits wieder gebrauchs­fähig gemacht worden. Bon Narvik aus könnte nunmehr der ganze Norden Norwegens dem deutschen Zugriff entzogen werden. Triumphierend erklärt der Londoner Rundfunk: Man darf getrost behaupten, daß Narvik ein voll­wertiger Ersatz für die verlorenen Kanal­häfen darstellt." Die Engländer würden diese Trostpille ja gerne schlucken, wenn nicht von der französischen Küste her der Kanonendonner Io aufdringlich zu hören wäre. -

Alfieri vom Führer empfangen

Im Westen, 31. Mai. Der Führer empfing heute in Anwesenheit des Reichsministers des Auswäriigen von Ribbentrop den italienischen Botschafter Alfreri.

Die Franzosen müssen sich von der italienischen Presse manche Wahrheit lagen lassen. Hatte erst kürzlich eilt römisches Blatt den Pariser Chauvinisten erklärt, daß Nizza eine italienische Stadt ist. so beweist ihnen der Teuere" anhand dokumentarischer Belege, daß Korsika italienischer Boden ist und zu allen Zeiten war. Selbst französische Behörden, so sagt die Zeitung, müßten

Lord B y r o n, der diese Verse (imFluch der Minerva") vor 125 Jahren schrieb, war englischer Aristokrat und Dichter, em Romantiker von hohen Geistesgaben und scharfem Ver­stand. Er kannte seine Landsleute und hat ihnen, die ihn wegen seiner Lebensführung ächteten, in zahlreichen satirischen Gedichten einen Spiegel vorgehalten und die heuchlerische Maske vom Gesicht gerissen. Und wenn sein episches Werk auch tm wesentlichen Ausdruck des empfind- samen Snobismus einer Zeit ist, die stch in Weltschmerz und Menschenhatz verlor, so gewinnen seine prophetischen Voraus­sagen über England heute, da sie sich zu erfüllen beginnen, eine Bedeutung, über die sich mancher Engländer, der seinen Byron kennt, Gedanken machen dürste. Denn heute pocht d a s S ch i ck s a l a n E n g l a n d s T o r e, das Schicksal, das vom perfiden Albion so ost herausgefordert wurde, weil tum und die Fülle seiner Macht zum Fluch ae-

Luft betrugen am 31. Mai 49 Flugzeuge, davon wurde» im Luftkampf 39, durch Flak 10 Flugzeuge abgeschossen. 9 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Aus spanischen und

k. ^.B^rgt blicken die Franzosen und Engländer auf bte Haltung der Mittelmeer-Mächte. Die Artikel, die die spanische Presse rn den letzten Tagen brachte, sind wenig geeignet, inLondon beruhigend zu wirken. Immer wieder taucht das für die plutokratischen Räuber so peinliche WortGibraltar' auf. Der Journalist Aznar erteilt in der £alange=3ettungÄriba" den Anbiederungsversuchen oes engllichen Außenministers eine gehörige Abfuhr. Wenn Hal i f a r vonfreundschaftlichen Gefühlen" spreche, dann muffe man fragen, was bat England der Jugend Spaniens zu bieten? Statt der Auslieferung von Gibraltar spreche man in London von einem Handelsvertrag und von Krediten. Es sei schon ein starker Grad von Verständnislosigkeit. die Politik des iungen Spaniens auf kleinen kaufmännischen Abmachungen auf- dauen zu wollen. Ohne Umschreibung müsse gesagt werden, daß die Beziehungen zu Großbritannien durch viele bedeu- tenbe Streitfragen getrübt seien, unter denen der Felsen Gibraltars.an erster Stelle stehe. Spaniens Probleme I e t en nich t m i t Geld zu lösen. Die Zeitung Alcazar veröffentlicht einen vor 25 Jahren geschriebenen Artikel de Mellas. der eindeutig zeigt, daß die Eibraltar- irage nicht von heute und auch nicht von gestern ist. Der Verfasser, der. England als Erzfeind Spaniens bezeichnet, schrieb vor einem Vierteliahrbundert:Mein Urteil ist nicht bestimmt, von Haß. sondern von den geographischen Interessen meines Vaterlandes. England verstüm- welte,Spanien, zerschlug seine geschichtliche Berufung und zerstörte seine Ideale." Das sind Worte, die der mit großem Tamtam entsandte britische Sonderbotschafter nicht gerade als ireundliche Begrüßung empfinden wird.

. Wie nervös man bereits in Gibraltar geworden ist. »eigt eine schwedische Meldung. Kürzlich verhaftete die bri­tische Polizei bei einer Razzia zwei Männer, die auslän­dische Zeitungen in der Tasche trugen und lieferte sie als Spione rn den Gefängnissen ab. Zur allgemeinen Verwun­derung stellte sich jedoch heraus, daß die beiden Herren Mit­glieder des Secret Service waren. In London schießen die Briten^ aur ihre eigenen Flieger, die sie für deutsche Fall- schirmiager halten, in Gibraltar nehmen sie sogar ihre eigenen Agenten fest. Um die britische Seelenruhe scheint es wirklich recht schlecht bestellt zu sein, wie auch die ans Psychopathische grenzende Verhaftungswelle auf Malta zeigt.

DerOKW.-Bericht von heute

Fübrerhauptauartier. 1. Juni. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:.

Der Widerstand der letzten in Rordostfrankreich eingeschloffenen Teile des französischen Heeres wnrde gebrochen. Allein bei der Säuberung des Gebietes um Lille wurde» hierbei bisher 26 000 E<fangene eingebracht.

.. Der Angriff aukdieRettedesbritischenExpe-

"nsHeeres beiderseits Dünkirchen ist gegenüber zähem Ferndwiderftand rn dem sehr schwierigen Gelände in

« F o r t s ch r - r t e ». Trotz schlechter Wetterlage hat t1!! -A Lustwa ff e am 31. Mai weitere Ein­schiffungen ,n Dünkirchen mit Erfolg bekämpft und zur Unterstützung des Heeres in den Erdkampf eingegriffen, cs wurden 5 Transporter versenkt und drei r/AV*1- er , 3erit8ter sowie 10 Handels- f<6tff e. insgesamt 70 000 Tonnen, durch Bomben­treffer schwer beschädigt.

, . ®P*e 9 ü«eJlboot-Flot.tille versenkte einen ietnbltäen Zerstörer und et« feindliches U-Voot. womit ich die Zahl der im Kanalgebiet durch Schnellboote ver­senkte» Zerstörer auf 6 und die der U-Boote auf 2 erhöht, ein U-Boot torpedierte vor Ofteude ein feindliches Kriegsschiff.

Bei der Lernichtimg englischer Truppen bei Cassel am 30. Mai. die zur Erbeutung von 65 englischen Panzer- «ampf»tt8en führte, zeichnete sich eine von Oberst Kolk geführte Gefechtsgruppe einer Panzerdivision besonders aus. , . An der Südfro»t scheiterten bei Abbeville feindliche ff^lnzerangriffe. Im Nachstoß konnten wir dort Boden gewinnen. Südlich Abbeville belegte die Luftwaffe feindliche. Truppenansammlungen in den Wäldern erfolg­reich. m,t Bomben. Der Feind, der sich noch tn einem kleinen Brückenkopf bei Le Cbesne auf dem RordiUer des Canals des Nrdennes hielt, wurde über den Kanal zuruckgeworfen.

2n Norwegen haben die von Drontheim nach Norden vorstoßenden Truppen nördlich Fauske feindlichen WideEand gebrochen und weiter Raum gewonnen. Die Gruppe Narvik hat gegenüber starken feindlichen An­griffe» gestern »hre Stellungen gehalten.

Die Eefamtverlufte des Gegners in der

.. »s. Auf dem flandrischen Schlachtfeld haben die Aufraumungsarbeiten weiter gute Fortschritte gemacht. So sehr nch der Gegner auch bemüht, die Annäherung an Dünkirchen zu erschweren, so hat doch der deutsche Anarni von Olten her über das überschwemmte Gebiet weiter Boden gewonnen Auch von Süden her haben sich die deut­schen Truppen näher an Dünkirchen herangearbeitet und be- reits lenseits des Kanals, by: die Stadt halbkreisförmig umschließt, einen Brückenkopf gebildet. Die Flucht der Engländer über den Kanal ist durch die äße 1t e 11 a g e der beiden letzten Tage b e - g u n u i g t .worden, da es nicht möglich war. die Luftwaffe in dem Umrang, mie bei dem letzten Großangriff, einzusetzen.

bat auch gestern wieder, wie die Zahlen des OKW.-Berichtes zeigen. die deutsche Luftwaffe mit starkem Erfolg gearbeitet. Die wenigen Truppen, die der Gegner ein- schiffen konnte, haben das gesamte Material im Stich lassen müssen und nur das nackte Leben gerettet. Es scheint als ob dabei auch Franzosen nach England mit abtransvor- tiert. wurden, da die Verbände der Engländer und Franzosen bereits stark durcheinander geraten waren An der Süd- front hat der Franzose erneut einen Angriff ver­sucht und zwar in der Gegend von Abbeville, jedoch lediglich mit Panzern ohne jede infanteristische Unterstützung. .Dieser Angriff konnte nicht nur abgeschlagen werden viel­mehr gewannen die deutschen Truppen hier im Gegenstoß logar noch Raum. Bemerkenswert ist weiterhin, daß am t5 ? a',? aJL der Gegner die einzige Stellung

nördlich des Kanals Lo Cbesne aufgeben mußte. Auch gestern haben deutsche.Sch-nellboote wieder sehr bedeutende Erfolge zu erringen vermocht.

. Zm nördlichen Norwegen bei Narvik konnte die kleine deutsche Kampfgruppe erneut schwere Angriffe der sich hier tn. siarker überzahl befindlichen Engländer und Franzosen Mit Erfolg abwehren.

In Belgien hat sich die Kapitulation der Armee zum Teil MB in ausgewirkt, daß die SolMten direkt in ihre Heimatorte marschierten, um dort ihre Uniformen mit Zivil- tleidung zu vertauschen. Auch hier scheinen Franzosen mit untergeschlupft zu sein, um so der Kriegsgefangenschaft zu entgehen.

belo^l^t £es britischen Weltreiches stehend, haben sich einige Lander Europas durch trügerische Ver- sprechunAen allzu willig verleite» lassen, das gesähr- liche Spiel Englands mitzumachen. Daß Frank- ?.e lafoti bereit war im Solde Englands gegen das Reich die Waffen sprechen zu lassen, ist sowohl in der historischen Vergangenheit, als auch t» der Mentalität unseres westlichen

300 Jahre lang hat England diesen Herrschaftsanspruch geltend gemacht Es hat Länder erobert, Kolonien geraubt Volker unterfocht und Staaten gegeneinander gehetzt, um bann als Schiedsrichter zum eigenen VorteilFrieden" zu schaffen, die stets den Keim neuer kriegerischer Verwicke- lungen in ftdj trugen. Mit solchen Methoden hat es die Welt beherrscht,seinen Besitz. ln skrupelloser Weise ständig vermehrt

Europa dessen Volker xg immer wieder für seine Jnter- ^" °uf d'e Schlachtbank trieb, in einen ewigen Unruheherd verwandelt. Solange England sich auf seiner Insel sicher fühlte, seine Lage im Schutze des Meeres und seine Flotte mit dem es diese Meere beherrschte, ihm den N i m b us d e r "m i nd l ich kei t gaben, solange konnte es un- S e st o r t und u n g e st r a f t seine verbrecherischen Zi folgen. Niemand wagte ihm entgegenzutreten. Jetzt aber bat die Stunde der Vergeltung geschlagen. Seit dem 10. ^ai marschiert die deutsche Wehrmacht gegen den Gräfettibbet Welt, der sich erfrechte, die deutsche Nation her-

rd«n weil ihm der wiedererwachte Lebenswille des deutschen Volkes, sein Lebensanspruch und seine Freiheit unerträglich waren Mußte es doch befürchten, daß die Be­wohner seiner Insel und die Völker seines Weltreiches an bem gegebenen Beispiel auf bett Gedanken kommen konnten bte plutokratischen Fesseln abzustreifen.

Bobö und Narvik

Wie liegen die Dinge nun aber bei Nornir Von amtlicher deuts-Mr Seite erfahren wir daß b°.b n bi s zur schwedischen Grenze, von dem kleinen Stuck. Ms durch die Stadt Narvik MKt führt X gefebeu. R* MHig i den 6änbe unfern StgSei be hnbet die Ms Bahngelande durch weit nach Nordes und Süden vorgeschoben« Posten sichern. An der b i s h e r j g e n Lage bat sich alsoabsolut nichts aeä wird ki-b °uch nichts ändern. Der Widerstand der britischen »olTtat wUt!liKn Vormarsch bei Bodö ent-

gegcn trat, ist am 30. Mai von den deutschen Truppen g e-

0J6 wwn ^il der Engländer wurde nach

Osten gegen die schwedische Grenze hin abgedrängt, andere Einheiten zogen sich in die Stadt Bodö selbst zurück und »No" 1^. ^^.uoerbande flüchteten nach Norden. So sieht fhr-r^srm-r^ ? aus.der Mn besten Traditionen ihrer Armee entspricht." Das ganze Manöver ist eine be- S Mr- 1 r e J.u 6 1 u n 9. um das Interesse von den Nackenschlägen, die die französischen und englischen Inippen PL« Utt^ Nord-Frankreich hinneknnen mußten, abzu- leinen.

Das Schlutzkapitel

Vozi Fritz Günther

Noch einen Todeskampf besteht ihr, einen, Eh' England Ketten trägt, wird Frank­reich weinen.

Mit welchem Auge seh'n vom Dünenstrand Die flieh'nden Bürger ihrer Städte Brand? Die Flammensäule, wenn sie kraus und wild Über die Themse wirft ihr rotes Bild?

Murr', Albion, nicht! Denn jener Brand war dein, Der sich vom Tajo wälzte bis zum Rhein.

Wenn jetzt vor ihm dein Reich zusammenbricht, Greif' an dein Herz verdiente st du e s ' nicht?"

italienischen Blättern

tn ihren Berichten zugeben, daß Korsika keine franzö- J.f 6en 6chulen , wolle, daß die Bevölkerung, ihre Richter und ihre Priester nur italienisch sprechen. Alle Drangsalierungen und Zwangsenteignungen hätten nichts oaran geändert, daß die Insel auf Grund ihrer geo­graphischen Lage und die Bevölkerung auf Grund ihrer Sprache, ihrer Geschichte, ihres Blutes und ihrer Raffe italienisch sei.

Im Mittelmeer, sind also noch einige Konten zu begleichen, was geeignet ist. die Angstgefühle der plutokra- tlschen Rauher noch zu steigern.