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Samstag /Sonntag. 8.79. Juli 1939.

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 157. Seite 3.

in den letzten Tagen von

beider Länder noch enger zu sei . ...... gegenseitig

Eeneralitabschef Wertb beim Scharfschießen in Döberitz.

Der Eeneralitabschef der ungarischen Honved. General Werth, besuchte Döberitz. wo ihm Übungen tm Scharf­schiehen vorgeführt wurden. Unser Bild zeigt den unga­rischen East mit Eeneralstabschef Salbet und Eeneral- - major Ott während der Schießübungen.

t Weltbild (K).

Die kommunistische PariserHumanitö" äugelt sich sehr ausgebracht über das Festfahren von London und Paris und beschuldigt sie, sowohl Warschau zum Nachgehen veranlassen zu wollen als auch den Unterhändlern m Moskau anstatt eines Auftrages, den Friedenspakt zu unter« schreiben, neue Ausweichinstruktionen erteilt zu haben Wo bliebe ein drohender englisch-französisch-polnischer Schritt gegenüber den provokatorischen Behauptungen Berlins, bog Danzig beutsch sei? Es habe bisher nicht nur kerne polnische Demarche stattgesunden. sonbern eine bei« artige Demarche, würbe, wenn sie gemacht werbe, auch von Frankreich unb Englanb nicht unterstützt werben. Wie könnten, so sagt bas Pariser Sowjetblatt bebeutsam, ber- artige Initiativen keinen Einfluh auf bie englisch-sran- zösisch-sowjetrussischen Verhandlungen haben? Alles in allem kümmere sich Molotow wenig um bie Dekla­mationen seiner Partner, sonbern allein ihre Handlungen zählten für ihn. Gegenüber derart ver­dächtigen Partnern bestehe die gebieterische Notwendigkeit, ein Maximum an Porstchtsmahnahmen zu ergreifen.

Verbindungsnetz von mehr als 11000 Kilometer

Manöver der Seeresnachrichtentruvve vollkommen krirgsmähig durchgeführt. - Einzigartige Leistungen des deutschen Serres.

Deutsch-schweizerisches Verrechnungsabkommen

Mahnahmen zur Beseitigung des Clearingdefizits.

Ausbau der Handelsbeziehungen mit Holland

Abkchluh des Besuches des Reichsministers Funk in den Niederlanden.

Die Demokratien und das Danziger Problem

Verzichtet London aus seine unmahgeblichen Erklärungen?

Die Lügentante Tabouis

für den britischen Rundfunk verpflichtet. Sie soll gegen Deutschland Hetzen.

Loudon, 7. Juli. Die Tätigkeit desAmtes für die Koordinierung der Propaganda", das kürzlich errichtet wurde, hat sich bereits in einer bemerkenswerten Eroberung des britischen Rundfunks fühlbar gemacht, die zur Genüge beweist, welche Geisteshaltung dieseInstitu­tion der öffentlichen Meinung" beherrscht. Wie Preh Asso- ciation berichtet, ist die oft genannte französische Lügentante Tabouis an den britischen Rundfunk verpflichtet worden, ausgerechnet um die Leitung der antideutschen Agi­tation zu übernehmen!

Polen leidet unter den Folgen der Kriegshetze

Lebensmittelknappheit und -Verteuerung. Silbergeld kaum noch zu haben.

Die Reichsbank-Quote wird nunmehr auf 11,8 o. H. herabgesetzt. In der Verminderung des frei verfüg­baren Anteils der Deutschen Reichsbank im Verrechnungs­verkehr mit der Schweiz liegt bei brutsche Veitiag zui Sanie­rung bes Clearings. Mit ihrer Quote bestreitet bie Reichs­bank gewisse Zinszahlungen an schweizerische Gläubiger. Nach ben deutschen Darlegungen wirb gegenwärtig bei ganze füi bie Reichsbank anfallende Betiag in der Schweiz ausgegeben. Damit dürften annäheind die gesamten Clearingseinzahlungen fitf schweizeiische Leistungen verwendet werden.

Es bleibt zu hoffen, dah die Steigerung der deutschen Einfuhr in die Schweiz in naher Zukunft erweiterte Aus­zahlungen gestatten wird.

Kattowitz, 7. Juli. In der letzten Zeit macht sich in Polen eine zunehmende Verknappung von Lebens­mitteln stark bemerkbar. In der Öffentlichkeit löst be­sonders bie Tatsache große Beunruhigung aus, bag Zucker überhaupt nicht mehr zu haben ist. So ist es z. B. in Kattowitz unb allen großen.Jnbustrieorten Oftoberschlestens seit zwei Tagen unmöglich, auch nur das kleinst« Quantum Zucker zu erhalten. Weiterhin herrscht auf ben polnischen Lebensmittelmärkten eine zunehmende Verknappung von Reis und anderen Körnerfrüchten, die in bei Ei- nährung der übeiwiegenb beschränkt kaufkiätigen Bevölke­rung eine Rolle spielen. Diese Verknappung lebenswichtiger Nahrungsmittel wird noch dadurch verschärft, daß die Preise für Gemüse und für Fleisch und Wut st waren un- aufhaltsaman st eigen.

Besonders bezeichnend für bie kritische Lage in Polen ist bie Tatsache, daß aus dem öffentlichen Verkehr das Silbergelb so gut wie verschwunden ist. Der Grund dafür ist darin zu suchen, daß die ständige Kriegs­hetze der Polen die Bevölkerung veranlaßt, das Silbergeld zu Hamstern, um einen gewissen bleibenden Wert im Hause zu haben für den von den Polen angekündigten be­vorstehenden Krieg. Der Mangel an Silbergelb macht es bereits jetzt unmöglich, mit größeren Eelbscheinen Einkäufe zu tätigen ba niemand in der Lage ist, das zum Wechseln notwendige Silbergeld zu beschaffen.

In Warschau spielen sich in ben Straßenbahnen, in Gast­stätten unb Geschäften dramatische Szenen auf der Jagd nach Silbergeld ab. Don amtlicher Seite wird diese Erscheinung damit begründet, daß bie Bank von Polen am 1. Juli bie Einwechslung einer seit brei Jahren aus betn

Verkehr gezogenen Emission von 20-Zloiy-Noten eingestellt hat. Das hat, wie bie polnische Presse zugeben muß, bei der in Polen herrschenden Kriegspsychose ffu der Auffassung ge­führt, daß Papiergeld in Zukunft möglicherweise keinen Wert mehr besitzen könnte. Die Folg« davon ist ein allge­meines Hamstern von Silbergeld, dessen Knappheit tm öffentlichen Leben die Bank von Polen durch die Ausgabe ihrer Reserven abzustellen bemüht ist.

, Man darf gespannt sein, wie die polnische Presse, die fast täglich überHungerrevolten" unbunterernährten Sol­daten" in Deutschland zu berichten weiß, ihren Lesern biefe von ihnen täglich immer fühlbarer etnpfunbene Ver­knappung und Verteuerung lebenswichtiger Nahrungsmittel beschönigen wirb. Wer im Glashaus sitzt, soll eben nicht mit Stellten werfen.

Bad Wildlingen, 7. Juli. Die Lage am letzten Tage öes Manövers der Heeresnachrichtentruvve bat einige neue tannme Gesichtspunkte gebracht. Der Angriff des linken Flügels der blauen Armee ilt durch ben Widerstand der roten Truppen »um Stehen gebracht worden, nachdem die Mainlinie erreicht wurde. Am Freitagmittag wurden, wie beabsichtigt, die Manöver av- gebrochen. ohne daß sich noch wesentliche Veränderungen er­geben hätten, soweit sie die taktische Lage betreffen.

Seit wir zum letzten Male zahlenmäßig ben Stand des Meldenetzes bekanntgaben, ist bie Ausdehnung der Feinwrew- oerbinbungen noch erheblich größer geworben. Am vorlemen Tage bes Manövers sind von bei Nachiichientiuvoe m Kilometer Heeresfernkabel. 260 Kilometer Felbbaueileitung. 2330 Kilometer Feld­fernkabel und 270 Kilometer fchwe res F e ld- kabel verlegt worden. Insgesamt sind bei der Übung etwa 8500 Kilometer des Postnetzes von bei Nachiichtentiuime be­nutzt worden. Verbindungen von etwa 250 Kilometer wurden in ben letzten Tagen von ben Nachrichtentruvvs wieder, ein­gezogen. Auf einem Netz von mehr als 11 000 Kilo­meter haben somit die verschiedensten Stabe ihre Befehle erteilt Ein solches Nachrichtensystem zu organisieren und so 4u hauen, daß es allen Anforderungen der taktischen Leitung

gen in dieser Frage ließen die Hoffnung berechtigt erscheinen, baß bereits im kommenben Jahr ein e r m e i t c r t e r Güteraustausch burchgeführt werben könne. Zuerst sei hierbei an einen freieren Zahlungsverkehr, der außerhalb unb neben dem Verrechnungsverkehr einen er­höhten Warenaustausch gestatte, gedacht. ,,, _

Es werde int Auslande vielfach behauptet. Deutschland sei dabei, sich wirtschaftlich einseitig nach dem Süb« often Europas zu orientieren. Der Verlauf dieses Holland-Besuches zeige jedoch der Welt, baß dies nicht der Fall sei. , , .

Der Minister benutzte bann die Gelegenheit, um seine hohe Bewunberung für bie gewaltigen Anstrengungen für die Zuider-See-Trockenlegungs arbeit en. bie er gestern besucht hatte, zum Ausdruck zu bringen. Es gebe viel Gemeinsames zwischen den beiden Völkern, bie leit Jahrhunderten durch Beziehungen der Wirtschaft aufeinander angewiesen sind. _ ,

Am Freitagnachmittag begab sich Reichswirtschafts- minister Funk nach Amsterdam. In den Abendstunden wird er Holland verlassen unb sich nach Basel begeben.

London, 8. Juli. (Funkmeldung.) Die Aufschiebung der Unterhauserklärung zur Danzig-Frage wird von den Morgenblättern damit erklärt, daß man zunächst die Rückkehr des polnischen Botschafters in London abwarten wolle, der eine wichtige Botschaft seiner Re­gierung mitbringen werde, nach deren Prüfung Chamberlain sich Überlegen werde, ob er seine Erklärung über Danzig so­fort abgeben sollte ober nicht. Der Berichterstatter bes Warschauer BlattesGazeta Polska" teilt mit, baß bie auf Grunb eigener Tartarengerüchte erörterten g e - meinsame englisch-französische Demarche zur Danziger Frage wieber fallen gelassen worben sei. Das enttäuschte polnische Blatt teilt zum Aus­gleich aber eifrig mit, es sei nicht ausgeschlossen, baß Lonbon unb Paris dem Danziger Senat warnend ihre Auf­fassung zur Kenntnis geben. Diese Warnung könnte dem Senat der Freien Stabt im Namen ber Garantiemächte durch den Genfer Kommissar oder auch durch die polnische Regie­rung übermittelt werden. Das Blatt unterstreicht bann ganz ernsthaft bie Auffassung, daß alle Welt, nut nicht Deutsch­land, bezüglich bes Schicksals ber deutschen Stabt Danzig rnitzureben habe.

Den Haag, 7. Juli. Am letzten Tag seines volland- Besuches empfing Reichswirtschaitsminister unb Reichsbank- vräsibent Funk bie Presse in ben Räumen der deutschen Gesandtschaft. Sein Holland-Besuch zeige der Welt, erklärte er u. a daß man in Deutschland im Gegensatz zu manchen Berichten gewisser Auslandszeitungen.. keines­wegs in einer unruhigen Krisenstimmung lebe, sondern die Lage ruhig beurteile und fest ent­schlossen sei, bie friedlichen Wirtschaftsbeziehungen »um Aus­lande in einer Atmosphäre gegenseitigen. Vertrauens erfolg­reich weiter auszubauen. Die holländischen amtlichen Stellen hätten ihn überaus ehrenvoll und freundschaftlich empfangen, und es sei möglich gewesen, die Verbindungen, bie anläßlich des Besuches des niederländischen. Wirtichatts- ministers Dr. Steenberghe in Berlm angeknüvit. worden seien, im Verlauf dieser Tage »uni Nutzen der Wirtschaften beider Länder noch enger zu gestalten.. Es sei bekannt, dag diese beiden Länder gegenseitig ihre besten Kunden sind. Auf beiden Setten sei weitgehend der Wunsch vorhanden, die Handelsbeziehungen auf neuer Basis aufzubauen. Die sachlichen Besvrechun-

entspricht. das ist in Wirklichkeit eine ganz einzigartige Leistung, die bisher in Friedenszeiten noch nie von einem Heer vollbracht worden ist. Sie ist um io hoher zu bewerten, als diese Rahmenübungen oo 11 kom m e n k11egs m a b i g burchgespielt worden sind und von ber libungsleitung alle nur erdenklichen Schwierigkeiten der Truppe gestellt wurden. .

Der Inspekteur ber Nachrichtentruppe, ©eneralmaior Fellgiebel, hat sich in berufenem Kreise mit größter Zu­friedenheit über den Verlauf des Manövers geäußert.

Nach ber Rückkehr des vor wenigen Tagen zu einer libungsfabrt im östlichen Mittelmeer aus­gelaufenen zweiten italienischen Geschwaders finden Ende 3uli zwischen Süditalien. Sizilien und der nordafrikanischen Küste große Flotten­manöver statt, an denen außer zahlreichen U-Booten über 60 Kampfeinheiten unter Einsatz starker Flugzeug- verbände teilnehmen werben. Während ber Manöver sollen die in Geschwader aufgeteilten Flottenstreitkräfte im ioni­schen Meer und im Kanal von Sizilien auseinanderstogen und versuchen, die gegnerische Stellung zu durchbrechen.

Bern, 7. Juli. Von den Bevollmächtigten der Schweiz und Deutschlands wurden gestern in Bein bie Ver­einbarungen unterzeichnet, burch welche bas beutsch-schweize- rische Verrechnungsabkommen vom 30. Juni 1937 mit gewissen 91 Säuberungen um ein weiteres Jahr verlängert wirb. Das neue Abkommen gilt riick- wirkenb vom 1. Juli 1939 unb ist bas Ergebnis langwieriger Derhanblungen, bie von beiben Seiten mit dem Willen zur Verständigung geführt würben.

Das Schweizerische Wirtschafts-Departement erklärt hierzu in einet offiziellen Mitteilung u. a.:

Die Ilberbrückungsmaßnahmen vom Dezember 1938 waren durch bie schlechte Entwicklung in verschiedenen Monaten bes laufenben Jahres zunichte geworben. Ein weiteres rasches Ansteigen bes Clearingbeft« zits war nicht mehr zu vermeiben. Der eingetretene Eleich- gewichtsbruch stammt aus ungenügenben Einzatz- jung e n in ber Schweiz, eine Folge ber atzsinkenden Einfuhr beutscher Waren. Da im Eegenoerrech- nungsverketzr Ein- unb Auszahlungen auf bie Dauer im Gleichgewicht bleiben müssen, waren bie unumgänglich not- menbig gewordenen Anpassungsmaßnahmen zu treffen. Sie b efteben in der Benutzung ber Auszahlungen nach ben tatsäch­lichen Clearingeingängen unb in einer Neuregelung des Aus­zahlungsschlüssels. Damit wird bie Bildung neuer Rück stäube oermieben unb wirb bei einer Besserung ber Einfuhr aus Deutschlanb auch Raum für eine rasche Ab­tragung des Clearingdefizits geschaffen. Es ist gelungen, die Lasten des Abbaues in angemessener Weise auf sämtliche Be­teiligten zu verteilen.

Der deutsch-schweizerische Reiseverkehr erhält an Stelle ber bisherigen Quote von 3.8 Millionen Schweizer Franken im Monat noch 3 Millionen, von benen mieberum noch 2,8 Millionen als fester Anteil von den laufenden Einzahlungen vorweggenommen werden. Ferner wird ein Betrag von 1,3 Millionen als Sonderquote für den Besuch ber Landesausstellung deutschen Reisenden zur Ver­fügung gestellt. Der T r a n s f e r f o n d s, ans welchem die Zinsauszahlungen für Schweizer Kapitalanlagen tn Deutsch­land erfolgen, erhielt bisher aus den Einzahlungen aus dem Altreich 20 v. H.,während er an den Erträgnissen der Waren­einfuhr aus der Ostmark und den sudetendeutschen Gebieten keinen Anteil hatte. Nunmehr ist der Transferfonds mit 15 b H. an den Erträgnissen der Wareneinfuhr aus dem Ge­samtreich (also einschließlich der Ostmark und der sudeten­deutschen Gebiete) beteiligt. Diese Anteilquote an den Ein­zahlungen in die Clearingmasse gestatte einstweilen die Aus­zahlung eines Barzinses von Zweidreiviertel v. H. auf fest­verzinsliche Anleihen. Dividenden. Mieten unb Pachtzinsen unb bie Gewinne aus Beteiligungen werben entsprechend diesem Barzinsfuß für festverzinsliche Anleihen festgesetzt Schweizerische Finanzgläubiger, welche bie in Deuischland anfallenden Kapitalerträgnisse nicht transferieren, erhalten Verwendungsmöglichkeiten für ihre Markguthaben auf Sperrkonto in Deutschland. Die Wiedereinführung der be­reits im letzten Jahr abqeschafsten Reichsmark-Anweisungen A die von der Schweizer Verhandlungsdelegation gefordert wurde, ist von deutscher Seite abgelehnt worden.

Ministerium umgewandelt werden soll. Tatsächlich liegen die Dinge so daß dieses neue Amt nur bie wirkliche Tätigkeit ber berüchtigten englischen Brunnenvergiftung tarnen soll.

Das »psychologische Retz" des Jntelligence-Servire.

Es hieß« nämlich Englanb gewaltig unterschätzen, wenn man jene jahrzehntelange gewaltige Waffe der britischen Weltmacht, den englischen 3nt e 111 gence«6etotee vergessen wollte. Ähr zu Unrecht verbinden diesseits unb jenseits des Kanals viele Menschen mit dieser Bezeichnung nur den Begriff der Spionage- ober Spionage-Abwehr. Das ist eine seiner Aufgaben aber vielleicht nicht ein­mal im Ernstfälle die entscheidende. Jeder Engländer, ber auf Auslandsposten arbeitet, als Beamter, als Kaufmann, als Vertreter, als Journalist usw. ist nö11 genf a11s etn wichtiger Mitarbeiter bes Intelligence« Service. Nicht etwa int Dienst« einer Spionage-Organi­sation (das mag auf einem anderen Gebiet hegen), diese Diener des Jntelligence-Service, von denen wir sprechen, tun nichts, was die Gesetze ihres jeweiligen Utlandes kränkt. 9lber durch ihre weitverzweigten geschäftlichen und gesellschaftlichen Verbindungen und Einflüsse sind sie seit lebet in der Lage, nach planmäßigen Direktiven für bte Propaganda ihres Landes zu wirken. Niemand, auch er selbst nicht, wird leugnen, daß z. B. der heutige britische Innenminister Sir Samuel Hoar e, tn diesem Sinne vor unb während des Weltkrieges eine hervorragende Kraft tn dempsychologischen Netz" des Intelligence-Sermc« war Unb bie psychologische Beeinflussung sowie bie rtd)ttge psychologische Beurteilung f"mder Natio­nen, bürste, wie ber Weltkrieg gezeigt bat,im® rnftfal le und schon langst bavor manchmal bedeutend wichtiger sein als die Kenntnis irgendwelcher militärischer Details. Des­halb find im Rahmen dieser Organisation fu-r die Downing- street auch jene privaten Berichte von so besonderer Be­deutung, die sie von ganz inoffiziellen Personen aus guter Kenntnis fremder Länder über StimmungenKulissen-Ein- siüsse" usw. erhält.

Daneben ist auf diesem Gebiet erwähnenswert die halb- offizielle Organisation des »British Council das tone Aufgabe in kultureller Propaganda für England steht. Sein Leiter ist der tatkräftige Lord Lloyd man hatte eigentlich erwartet, daß er, und nicht Lord Perth, zum Chef des neuen Foreign Publicity Department ernannt werden roütbe.