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Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag»
8. Schellenberg'sche Hofbuchdrnckerei, ^r-gblatt - Hans«.
Unterhaltungsbeilage.
mit einer tägliche«
Postschecktonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.
83. Jahrgang.
Nr. 333.
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Die Entwicklung in Nordchina
Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.
Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
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Um 10 Uhr trat Ministerpräsident Göring, stürmisch um- jubelt, di« Fahrt zum Hamburger Hafen an.
Eeschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, nutzer Sonn, und Feiertags.
Der Tag der nationalen Solidarität Deutscher Sozialismus der Tat — ein Vorbild für die Welt!
Es ist das unbestreitbare Verdienst des Nationalsozialismus, dem Begriff der Arbeit einen neuen, adligen Sinn verliehen zu haben, der jedem deutschen Volksgenossen heute bereits als selbstverständlich erscheint. Mit der früheren, aus rein materieller Überlegung gewonnenen Tatsache, daß jeder Arbeiter seines Lohnes wert und die Arbeit selbst nur Mittel zmn Zweck des Broterwerbs sei, gab sich der National- ksozialisnms nie zufrieden, und er wird es nie tun. Für ihn ist die Arbeit des einzelnen Volksgenossen mehr als eine Erwerbsquelle, nämlich eine Ehrenpflicht, und sie heißt: Dienst am Volke.
Das Zeitalter des schrankenlosen, Individualismus besteht nicht mehr. Seine letzten Röste brachen unter dem Ansturm gewaltiger sozialer Forderungen zusammen. Während in saft allen großen Kulturstaaten der Erbe erbittert mit klassenkämpferischen Mitteln um die Lösung der sozialen Frage gerungen wird, hat das nationalsozialistische Deutschland inzwischen seine neue, wösensgemätze soziale Lebensform gefunden und ist heute mit der dankbaren Aufgabe beschäftigt, diese Form immer arteigener und damit vollendeter zu gestalten. Im Winterhilfswerk und in der Gemsinschaftsbewe- gung „Kraft durch Freude" sehen mit diese Aufgabe am sinnfälligsten verankert. Und wenn am 7r Dezember dieses Jahres der Tag der nationalen Solidarität wieder einmal der ganzen Welt von der unverbrüchlichen ÖpfergemeinNschaft irer Deutschen Kunde gibt, so wiederholt sich damit ein Vorgang von geradezu weltgeschichtlicher Bedeutung.
Es ist dies ein einzigartiger Vorgang: Die leiten- deu Männer des deutschen Staats- und Wirtschaftslebens sammeln öffentlich im großen Heer namenloser Helfer für die noch notleidenden Volksgenossen. Und sie sammeln — das ist das Entscheidende! — nicht in exklusiven Klubs und Zirkeln, nicht bei Wohltätig- keits - Veranstaltungen und den früher üblichen ^Basaren" der sogenannten besten' Gesellschaft, sondern auf Straßen und öffentlichen Plätzen. Sichtbar den Augen des ganzen deutschen Volkes! Das ist eine Solidarität, die b e i s p i e l l os dasteht.
Als der Nationalsozialismus in Deutschland die Zügel der Regierung fest in die Hand nahm, lag vor ihm ein sozialpolitisches Trümmerfeld. Unbelastet von den Fehlern einer unseligen Vergangenheit begann er sein Aufbauwerk. Die Schutthalden, die der volkszer- setzende Klassenkampf zurückgelassen, mußten beiseite geräumt und neue Grundlagen an Stelle morschge- wordener alter geschaffen werden, damit dem deutschen Volke ein Haus erstand, in dem sich jeder wohlfühlen konnte. Heute steht dieses Haus, stolz und fest wie für die Ewigkeit gebaut, und der unerschütterliche Wille, der dieses Gebäude in kurzer Zeit gestaltete, heißt: Nationale Solidarität!
Für die neue deutsche Volksgemeinschaft erhalt der einzelne als dienendes Glied des Ganzen seine Daseinsberechtigung und seinen Wert. Wir fragen heute nicht den einzelnen: Wer und was bist du?, sondern:Wa s leistet du für dein Volk und dein Vaterland? Und diese Leistung setzt sich zusammen aus seiner Arbeit und der für sie aufgewandten Kraft. Es können nicht alle Volksgenossen die gleiche Arbeit
Hoare appelliert an Mussolini.
England hat nicht die Absicht, Italien zn demütigen." — Morgen Antwort Mussolinis? Dementis und Pariser Hoffnungen.
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Staatsbesuch des Ministerpräsidenten Göring in Hamburg.
Übernahme der Patenschaft für die Hasenarbeitersiedlung.
Hamburg, 6. Dez. Drahtmeldung.) Der Ministerpräsident, General der Flieger Hermann Goring, ist am Freitagvormittaq zn einem Staatsbesuch der freien und Hansestadt Hamburg eingetroffen.
Marschall de Bono in Rom eingetroffen.
Bon Musiolini am Bahnhos empfangen.
Rom, 5. Dez. Marschall de Bono ist am Donnerstag in Neapel eingetroffen. Um 20.40 Uhr traf, aus Neapel kommend, General de Bono in Begleitung des Staatssekretärs im Kolonialministerium Lessona, der ihm nach Neapel entgegengefahren war, in Rom ein. Am Bahnhof hatte sich Mussolini ein gesund en, der de Bono herzlich begrüßte und umarmte. Außer den führenden Persönlichkeiten der Partei waren auch alle Staatssekretäre, der Präsident der Kammer und des Senats und der Polizeipräfekt zur Begrüßung des Generals anwesend.
Es kommt noch hinzu, baß auch die Engländer gestern eigentlich alle Nachrichten -dementierten, die auf eine Entspannung hätten schließen lassen. So die Darstellung, baß Sir Samuel Hoare mit Mussolini zusammentreffen .werde, ebenso die Nachricht, daß England eine Wiederaufbauanleihe für Itäli-en in Erwägung gezogen habe. Zn Paris gibt man sich trotz allem optimistisch. Man will dort wissen, baß Mussolini einige Rückfragen gestellt habe und man will darin die Absicht Mussolinis erkennen, daß er sich einem Ausgleich nicht länger verschließe. Inwieweit dieser Optimismus berechtigt ist öder nicht, das werden vermutlich die nächsten Tage zeigen.
Im übrigen hat Sir Samuel Hoare gestern in seiner Rede eine sehr e i n f e i t i«g e Darstellung über die Bemühungen zu einer Beschränkung der Rüstungen zu gelangen, gegeben. Demgegenüber hat bereits das DRB. betont, daß der deutsche Standpunkt unverändert ist, wie er in der großen F r i e d e n s r e d e des Führers vom 21. Mai gekennzeichnet wurde. Zur Frage des L u f t p a k t e s, .den Hoare erneut als eilig und wichtig bezeichnete, hat der Führer damals als Punkt 7 erklärt: „Die deutsche Reichsregierung ist bereit, zur Ergänzung des Locarno-Paktes, einem Luftabkommen zu- zustimmen und in seine Erörterung einzutreten." Zur Frage der Rüstungsbeschränkungen zu Lande aber hieß es in dem Punkt 8: „Die deutsche Reichsregierung Hai das Ausmaß und den Aufbau der neuen deutschen Wehrmacht bekanntgegeben. Sie wird davon unter keinen Umständen abgehen. Und sie sieht weder zu Lande, noch zur Luft, noch zur See in der Erfüllung «ihres Programms irgendeine Bedrohung einer anderen Nation. Sie ist aber jederzeit bereit, in ihrer Waffenrüstung jede Begrenzung vorzunehmen, die von anderen Staaten ebenfalls übernommen wird. Die Reichsregierung Hai von sich aus bereits bestimmte Begrenzungen «ihrer Absichten «mftgetoilt. Sie hat damit am «besten ihren guten Willen gekennzeichnet, ein unbegrenztes Wettrüsten zu vermeiden. Ihre Begrenzung der deutschen Luftvüstung auf den Stand einer Parität mit den einzelnen anderen westlichen großen Nationen ermöglicht jederzeit die Fixierung einer oberen Zahl, die «dann einzuhalten Deutschland sich bindend verpflichten wird." Das sind Worte, die heute genau «so gelten «wie am 21. Mai, aus «denen man aber auf der Gegenseite bisher keine Folgerungen zog.
Der litauische Schulreferent Simaitis
vom Memeldirektorium abgesrtzt.
Kowno, 5. Dez. Das Direktorium des Memclgebietes 9® den Sch u liefe realen Simaitis feines Amtes enr- ; W>ett. Simaitis, der nach Absetzung des Direktoriums sicher zum Landespräsidenten ernannt worden war, ist , bekanntlich nach der Beseitigung des Direktoriums Schreiber dem widerrechtlich eingesetzten Direktorium Reisgys als «chulreferent für das Memelgebiet berufen worden. Er hat 001 allem zu dem Erlaß der bekannten Schuloerordnung bei- durch die in 220 von 222 memelländischen 'Volksschulen die litauische Sprache als Unterrichtssprache einge- ftchtt wuwe.
Amerikanische Warnung an Japan.
Washington, 6. Dez. Außenminister Hüll gab am Donnerstag eine Erklärung ab, in der er vor Versuchen warnte, in Nordchina wesentliche Änderungen politischer Natur zu erzwingen, die sowohl den zwischenstaatlichen Verträgen wie den Belangen Amerikas und anderer Staaten hinsichtlich des Grundsatzes der „Offenen Tür" zuwiderlaufen würden.
ObneJapanzunennen sagte Hüll, wo immer der Dersutj keinen Ursprung habe und wer immer diesen Veffuch unternehme, Tatsache sei es, daß der Versuch in China s e l b st auf Widerstand st o h e.
Die Vereinigten Staaten von Amerika, so führte der Außenminister weiter aus, seien genau so wie andere Mächte stark an dem Schicksal des chinesischen Reiches interessiert und verfolgten die dortigen „ungewöhnlichen Entwicklungen" mit großer Sorgfalt. In dieser Zeit, einer die ganze Welt erfüllenden politischen Unruhe, sei es Pflicht jeder Regierung, sich streng an ihre zwischenstaatlichen Verpflichtungen zu halten und die Vereinigten Staaten von Amerika bäten alle ihre Unterzeichnermächte um Einhaltung der von ihnen unterzeichneten Verträge, denn Vertrauen und wirtschaftlich« Stetigkeit seien ohne Vertragstreue unmöglich.
amdgeipretfe: ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grundpreis 6 Rpf., bet 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzftaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Platzen wirb keine Gewähr übernommen. — Schluh ber Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Erobere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor bem Erschemungstage aufgegeben werben.
Wir und die Rede Hoares.
as. Berlin, 6. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Rede, bi«e der englische Außenminister Sir Samuel Hoare gestern vor dem Antritt feines Urlaubs im Unterhaus hielt, hat nähere Mitteilungen über dem Stand der Verhandlungen zur Beilegung des abessinischen Konfliktes nicht gebracht. Sie stellt sich dar als ein erneuter starker Appell an Italien, in «dem der englische Außenminister nachdrücklich erklärt, daß England weder Italien zu erniedrigen, «noch zu schwächen wünsche. Die Rede ist damit zugleich ein Appell an Mussolini, dem Sir Samuel Hoare versichert, daß Englan«d nicht daran denke, die Stellung des Duce zu fch«wächen oder das faschistische Regime zu zerstören Die Rede Hoares bestätigt zugleich de«n Eindruck, daß neue Anstrengungen unternommen werden, Mussolini vor dem 12. Dezember, vor der Tagung der 18er-Ausschusses der Sanktionskonferenz, zum Erulenken zu bewegen. Dabei kann man andererseits aus der Rede «schließen, daß die Erdölisperre unabwendbar ist, «wenn es sticht gelingt, die „gewaltigen Hindernisse", die heute noch einer freundlichen Regelung des abessinischen Konflifts entgegenstshen, zu überwinden. Gerade «in der Frage der Erdölsperre dürfte England umso entschieden««! auftreten, als nach amerikanischen Meldungen Roosevelt sich nunmehr entschlossen hat, vom Parlament un- mitteloar nach dessen Wiederzusammentritt, am 3. Januar die Verhängung einer Erdöllieferungssperre gegen die kriegftihrestden Länder zu «fordern.
Wie das amtliche Italien die Versicherungen und Meinungen Hoares ausgenommen hat, wird man vermutlich schon sehr bald erkennen können. Man nimmt jedenfalls an, «daß Mussolini morgen bei der Eröffnung der Kammer das Wort ergreifen «und auf die internationale Lage eingohen «wird. Bisher hat die italienische Presse sich auf «den Standpunkt gestellt, daß es wenig Zweck habe, alte Vorschläge in wenig geänderter Form wieder an Italien heran zu bringen. Die italienischen Mütter haben auch erklärt, daß man sich offensichtlich einem Versuch Englands gegenübersähe, die Verantwortung für die weitere Entwicklung auf Italien a-bzuschieben. Die italienischen Kommentare geben bis jetzt jedenfalls keinen Anlaß zu einem überwältigenden Optimismus.
Japan bezeichnet den Neunmächtepakt als überholt.
Tokio, 6. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) Die Erklärungen des britischen Außenministers Sir Samuel Hoare und des amerikanischen Staatssekretärs des Äußeren, Hüll, über die nordchinestsche Frage und ihre Hinweise auf die Gefahr einer Verletzung des Neunmächtepaktes werden hier als eine, wenn auch vorsichtige, Warnung an Japan betrachtet.
Der Sprecher des japanischen Außen- ministeriums hat zu den Ausführungen der beiden Minister Stellung genommen. Aus dieser Stellungnahme geht hervor, daß Japan den Neunmächtepakt und alle seit dem Abschluß des Vertrages von Washington getroffenen Abmachungen über China und den Fernen Osten als nicht mehr der gegenwärtigen Lage entsprechend ansieht. Im übrigen betont der Sprecher erneut, daß die Vorgänge in Nordchina eine rein innenchinesische Angelegenheit seien, und daß von einer Einmischung Japans keine Rede sein könne. Auch könnten irgend welche Bewegungen der japanischen Truppen in Nordchina in das Reich der Fabel verwiesen werden. Aus all diesem ergebe sich, daß eine Anrufung des Neunmächtepaktes jeder Grundlage entbehren würde, >
Nach seiner Ankunft im Hotel „Atlantik" empfing Ministerpräsident Göring eine Abordnung von Hamburger Hafenarbeitern, die unter Führung des Treuhänders für di« Nordmark und für die Seeschiffahrt, Senator L o e l tz e r, erschienen waren, um dem Ministerpräsidenten die Patenschaft über die nunmehr in Angriff genommene großzügige Hafenarbeiterlied- lung zu übertragen. Dieses große, vom preußischen Staat durch die zur Verfügungstellung von preußisch-fiskalischem Gelände geförderte Werk wird es vielen Hamburger Hafenarbeitern ermöglichen, auf eigener Scholle sich ein eigenes Heim zu gründen. Ministerpräsident Göring erklärte sich bereit, die Patenschaft über dieses große ftziale Werk zu übernehmen.
Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.
Freitag, 6. Dezember 1935.
