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mit einer täglichen
Unterhaltungsbeilage.
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83. Jahrgang.
Die militärischen Operationen in Ostafrika
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Es wird weiter beraten
Was tut Paris, London und Genf? — Der unklare Artikel 16.
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Italien gegen die Kriegsgreuel-Propaganda
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EefchLftszeit: 8 Ubr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.
verktägstch nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag» Fernfprecher-Sammel-Nr. 59631.
Addis Abeba
Kriegsschauplatz Abessinien.
Strategie und Taktik im ostafrikanischen Duell.
Vorweg bemerkt: der Schwerpunkt des Ringens nm Das ~eben oder Sterben des abessinischen Kaiserreiches Uegt nicht im fernen Afrika; das letzte Wort wird in Lunipa gesprochen. In Genf oder London, in Paris oder in Rom., Es fragt sich sehr, ob Mussolini die Unterwerfung des ganzen Landes betreiben wsrd, oder ob er sich an feinem letzten Vorschlag an den Völkerbund hält, nachdem er nur die eine Hälfte
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Heute Ministerrat in Paris.
Setlin, 4. Okt. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Abessinien knattern feit gestern die Gewehre, trommeln die Maschinengewehre, sprechen die Geschütze ihre eherne Sprache. Der Krieg ist — «uch ohne feierliche Kriegserklärung — im Gange. Wie die ersten Aktionen verlaufen sind, ist dabei schwer zu sagen, denn die,Kriegsberichte widersprechen einander derart, daß sich ein einigermaßen klares Bild nicht gewinnen läßt. Immerhin wird man aber bodj so viel feststellen können, daß der Italien i j ch e Vormarsch, wie erwartet wurde, an drei Fronten begann. Im Norden in Richtung auf Adua, das von motorisierten italienischen Truppen schon erreicht sein soll, in der Mitte, wenn dieser Ausdruck erlaubt ist, etwa gleichgerichtet der Grenze von Französtsch-Somali- land gegen die Eisenbahnlinie Dschibuti—Addis Abeba und schließlich im Süden von Jtalientsch-Somaliland aus durch die Wüste Ogaden.
Während nun die Kriegshandlungen im Gange sind, der erste Tag soll bereits, nach einer allerdings unbestätigten Meldung, über 2000 Opfer gefordert haben —, wendet sich das politische Interesse naturgemäß London-Paris und Genf zu. Was wird nun, nachdem man den Krieg nicht hat verhindern können, weiter geschehen? Das ist die große Frage, die überall — und meist nicht ganz ohne Nervosität — erörtert wird. Für den Völkerbundsrat ist die Ausarbeitung eines „Schlußberichtes", wie er in Aussicht genommen war, jetzt, eine rein akademische Angelegenheit geworden. Es scheint aber, daß man diesen Bericht um des heiligen Sankt.Bürokratismus willen doch fettig stellen will. Der Dreizehnerausschuß hat sich jedenfalls gestern mit diesem Thema zweieinhalb Stunden beschäftigt. Aber die Artikel, auf die sich dieser Bericht stützen müßte, sind längst verletzt, und es muß nun der in der letzten Zeit so viel zitierte Artikel 16, der die Verhängung von Sanktionen vorsieht, ohne daß dieses Wort gebraucht würde, zur Anwendung kommen. Aber dieser Artikel 16 ist nicht gerade sehr klar und ist nicht ohne Lücken . Das hat man schon früher empfunden und sich bemüht, diese Lücken zu stopfen, ohne daß man jedoch zu Beschlüßen gelangt wäre. Diese also keineswegs einwandfreie Bestimmung der Völkerbundssatzung soll nun zum erstenmal angewandt werden. Dabei stößt man auf die Frage, welchen Zweck die Sanktionen eigentlich haben sollen. Ob sie eine Strafe für denjenigen sein sollen, der die Völkerbundssatzung verletzt, d. h., der den Krieg beginnt oder ob sie vor allem den Zweck haben sollen, möglichst bald den Frieden wieder herbeizuführen. Sofort ergibt sich die weitere Frage, wer verletzte die Satzung, wer ist der Angreifer.?. Folgen wir den amtlichen italienischen
Eine Schlacht in Agame.
Der Kampf noch unentschieden.
Addis Abeba, 4. Okt. (Eig. Drahtmeldung.) Die Schlacht zwischen der italienischen Borhnt und abessinische» Truppe» in dem Landstrich Agame ist noch im Gange. Dem Vernehmen nach sollen die Italiener Material und auch Gefangene verloren haben. Einzelheite» fehlen noch, da die Nachrichtenübermittlung sehr langsam und schlecht ist. Die von verschiedenen Seiten behauptete EinnahmederStadtAdua durch die Italiener wird von der abessinischen Regierung nachdrücklich bestritten. Die Kämpfe vor Adua dauerten noch an und seien « n e n t - schieden. Rach anderen Meldungen sollen die italie- nischenTruppen mit Tanks, Fliegern unp Infanterie zwischen Adua und Aksum durchgestoßen sein und die Orte Saibaria und Bergrammet südlich der Dreißig- Kilometer-Zone eingenommen habe».
und amtlichen abessinischen Erklärungen, so gibt es überh aupt keinen Angr iff. Die Abessinier -mobilisieren, weil ihnen angesichts -der italienischen Haltung, garnichts anderes übrig blieb. Die Italiener aber besetzten einige „strategisch wichtige Punkte", nur um sich gegen die Angriffe der Abessinier zu schützen. Man wird also wohl in Genf, obwohl das der Artikel 16 vorsieht, zunächst einmal bestimmen müssen, wer in diesem Fall der Angreifer ist. England jedenfalls besteht darauf, daß ein allgemeiner Beschluß des Völkerbundsrates gefaßt wird, da es mit Sanktionen nicht plötzlich allein auf weiter Flur stehen
Über all diese Dinge wird Eden bereits heute in ©enf mit den maßgeblichen Persönlichkeiten konferieren. Morgen wird dann auch Laval in Genf erwartet, der heute noch an dem Pariser Minifterrat teilnimmt. Ebenso rechnet man in Genf für morgen mit dem Eintreffen des italienischen Vertreters, Baron Alois i. Die Verhandlungen und Besprechungen sind gestern schon durch eine Aussprache zwischen Eden und Laval vorbereitet worden, über die nicht sehr viel bekannt geworden ist, die aber doch, wie gut unterrichtete Kreise versichern, „eine gewisse Annäherung der Auffassungen" gebracht haben sollen. Sicher ist wohl, daß man sich allseits um eine Lokalisie- rung des Krieges bemüht. Wenn trotzdem in den Hauptstädten eint gewisse Nervosität vorhanden ist, so liegt das daran, daß sich etwas viel Zündstoff angehäuft hat. Die Herren Diplomaten werden sich bei ihren Genfer Besprechungen bemühen müßen, diesen Zünd- stosf möglichst bald zu beseitigen.
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Der Schauplatz der ersten Kampfhandlungen.
(Wagenborg-Eisner, M.)
des Landes für sich beansprucht und die andere dem Regime des Völkerbundes vorbehalten will. Daß der erste Angriff sich auf Adua richtet, weist darauf hin, wie lehr es dem Duce darum zu tun ist, gleich zu Anfang sichtbare Erfolge zu erzielen. Adua, an dessen Namen sich feder Italiener voll Wut und Haß erinnert, weil hier im Jahre 1896 die italienische Kol o n i al arme e dur ch die Kriegskunst des Kaisers Msnelik eine peinliche Niederlage erlitt,, bedeutet ein ganzes Programm. Die Eroberung dieses Erenzortes, der von italienischen Bombenflugzeugen in einem Flug von zehn Minuten erreicht werden kann, würde Italien heiße Genugtuung bereiten. Die Besetzung der Landstriche der Provinzen Danakil, Harrar und Ogaden wird wahrscheinlich dank der Überlegenheit der italienischen Bewaffnung ohne allzu große Schwierigkeiten verlaufen, falls es gelingt, die wasserlosen Wüstenstriche zu passieren und die rückwärtigen Verbindungen gegen alle Gefahren zu sichern. Sobald allerdings die italienischen Truppen an den Hängen der riesigen Gebirgszüge stehen, die sich von Harrar im Osten bis an die Grenze des ägyptischen Sudans und von Adua im Norden bis zum britischen
20 Kilometer vor Adua
stehen die italienischen Truppen.
Römische Darstellung.
Rom, 4. Okt. (Eig. Drahtmeldung.) Nach hier aus Eritrea vorliegenden Meldungen haben die italienischen Truppen m de» frühen Morgenstunden des Donnerstag den Mareb überschritten, der vor 40 Jahren die Grenze zwischen der italienischen Kolonie Eritrea und Abessinien bildete. Eingeborene Kavallerie eröffnete den Vormarsch, gefolgtvo» Infanterie mit Tanks und Artillerie! Zahlreiche Flugzeuge erkundeten während des Vormarsches das Gelände. In vorderster Linie bemerkte man das Ge- Wvader des Propagandamiuisters, Fliegerhauptmann tn,- d°äen Begleitung sich die beiden Mussolinis ,n selbstgesteuerten Maschinen Be= fanden. Die Truppe» fi»d am Donnerstag bis zu den Hohen von Saro Tacke, also etwa 20 Kilometer vorgerückt: weitere 20 Kilometer trennen sie noch von Adua. Die Straßen sollen sich in relativ gutem Zustand befinden. Di- Truppen folgen meist einem gut passierbaren Maultierpsad. . Ku de« Spalten der hiesigen Presse wird die Geschichte des Krieges mit Abessinien von 1895/96 in das Gedächtnis zurückgerusen und an die Orte gemahnt, in denen viele Italiener in blutigen Schlachten ihr Leben lasten mutzten und d:e fetzt von italienischen Truppen neu besetzt werden solle». Die Fehler, die damals gemacht worden seien, weil Italien zu dieser Zeit noch keine Durchschlagskraft auch für die ideenmatzige Durchsetzung seiner Lebensnotwendigkeiten
Größte Auflage aller Tageszeitungen Grotz-Wiesbadens.
Freitag, 4. Oktober 1935.
sucht«", die sich heute aber als bas osienbart haben, was sie wirklich sind, nämlich als unwürdige Anschläge aeoen die Wahrbastigkeit Vor 20 Jahren sprach man von ^laoeTten Händen der belgischen Kinder, die barbarisch von Deutschen verstümmelt wurden. Heute spricht man von Frauen und Kindern, di« von Italienern getötet wurden Niemand not und nach dem Kriege hat jedoch ein einziges Opfer dieser BarbareMi gefunden, um derentwillen die Gefühle her ganzen Welt mobilisiert wurden. Heute versucht man das
Et Italien beim ersten Anzeichen der Feind- jcligkeiren zu treiben. Es ist jedoch nicht glaubhaft daß die Wöchmnnung noch einmal auf diese Tims<A^mhi^infüllt.
heuwahn..sich besonders gegen die Falschmeldung, datz ein abessinisches Rotkreuz-Lazarett in Adua ""tz.s"talieniichen Flugzeugen bombadiert worden sei und ver- weijt daraus,es in ganz Abessinien überhaupt keine derartigen Hospitäler gibt.
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besessen habe, sollen jetzt nicht wiederholt werde». So wird heute besonders gerügt, datz das damalige italienische Ober- kommando nicht den Beseh! gab, den Marsch bis Addis Abeba fortzusetzen, sondern den Rückzug antrat. Ma» er- Nart, daß die Toten der Schlachtorte von damals, von Abba i^arima, von Macalle und die Märtyrer von Dancalia subelnd auserstehen und der unwiderstehliche» Vorhut italienischen Heeres in Ostasrika vorangehen werden.
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Ein Artikel des „Messaggero".
... Rom 4. Okt. (Eig. Drahtm.) In seinem „Abgeschnittene Hande überschriebenen heutigen Leitartikel verwahrt sich der „Messaggero" mit aller Entschiedenheit gegen die Greuel- rnärchen, die jetzt bereits gegen Italien durch die anti- italienische und antifaschistische Presse in Umlauf gesetzt werben, und dietypjschenglifcher Prägung seien.
In diesem Zusammenhang erinnert das Blatt an die Gräuelmärchen bei Weltkriegsbeginn, besonders an die abge- ischnittenen Hände belgischer Kinder und nimmt hierbei die Kriegsgreuelpropaganda, der fich auch Italien anschlotz, in aller Form zurück, wenn e s s ch r e i b t:
Wir kennen jetzt diese Lüaenmittel, die vor 20 Jahren Die ganze Welt, Italien nicht ausgeschlossen, zu täuschen
Drahtanschrift: Zagblatt äBitsbabee.
Nr. 271.
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