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Wresvaoener Tagvratt

Nr. 270. Seite 5.

Kampffront der deutschen Jugend.

Gruhwort des Führers

der SA.-Gruppe Kurpfalz an die HI.

Der Führer schuf und formte die SA. als feine politische Kampf ruppe. Aus dem S A. - E e i st und dem Kampfgeist der SA. erwuchs die Freiheit.

Es gilt nun, diesen SA.-Eeist der Glaubensstärke und der hingehenden Einsatzbereitschaft in den kommenden Generationen zu verewigen. Denn nur der Geist, aus welchem die Freiheit neu geboren wurde, vermag die Frei­heit auch zur alle Zukunft zu wahren.

Wir SA -Männer sehen daher in euch Hitler-Jugend unb Jungvolk unsere jungen Kameraden. Ihr seid dazu berufen, der ewige Baum zu sein, aus welchem sich die S.l. und ihr kampfbewährter Geist über Generationen hin­weg erneuern und rein erhalten wird.

~ Führer auf dem Reichsparteitaq der

Freiheit seinen Willen kund. Diesem Ziele zustrebend, gaben in den wahren des Kampfes um die Freiheit junge Helden aus euren Reihen opferbereit das Leben hin. Gemeinsam gedenken wir ihrer in Treue.

Wenn ihr jetzt erneut im Kampf um die Seele der deutschen Jugend eueren Werbe- und Mahnruf erschallen Iaht, so werden bei den Fahnen der Jugend auch die Feld­zeichen der SA. stehen. Jedermann soll wissen:

Hitlers Jugend und Hitlers SA., sie sind die sich im Geiste der Treue und Hingabe ständig erneuernde und ergänzende Kampffront zur Wahrung des Werkes unseres

Führers!

Mit diesem Wunsche grüßt die SA. der Gruppe Kur­malz ihre jungen Kameraden der Hitlerjugend.

Mannheim, 28. September 1935.

Der Führer der Gruppe Kurpfalz m. d. F. b. gez. Luyken, Gruppenführer.

Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit.

Mädels! Noch sind die Tage in Nürnberg wach und lebendig in uns, die klar und hart einer ganzen Welt be­wiesen: der zweitausend Jahre alte Kampf der deutschen Menschen um völkische Einheit hat jetzt zum Siege geführt. Hier steht ein Volk, das, erwacht aus jahrhundertelangem Schlaf, das Pochen seines Blutes wieder hört und sich über alle Unterschiede und Klüfte hinweg zu einem Glauben, einer Liebe, einem Willen und einer Tat zusammenschlietzt. Zweitausend Jahre lang hat der Kampf gedauert gegen die finsteren Mächte der Zerrissenheit, bis alle Deutschen erkannten: Ein Volk zu sein, das ist die Re­ligion unserer Zeit!

Und schon wollen dunkle Mächte wieder versuchen, diese Einheit zu zerstören. Sie glauben mit Lug und Trug uns wieder zu verderben. Sie sollen sich bitter täuschen, denn in dem Volke von morgen, dessen Religion es ist, ein Volk z u sein, marschieren all die tausend und Millionen Opfer mit, die der Kampf um deutsche Einheit forderte, das Erbe zweier Jahrtausende trägt dieses junge Volk in sich.

Ein gewaltiges Bekenntnis zur Einheit wird die ge­samte nationalsozialistische Bewegung Hessen-Nassaus in den nächsten Wochen in Limburg ablegen.

Im Mittelpunkt dieser großen Aktion steht für uns die Kundgebung der Hitler-Jugend, auf der der Reichs- j u g e n d f ü h r e r zu 20 000 Mädels und Jungen sprechen wird.

Mädels, wir sind stolz, daß uns Gelegenheit gegeben wird, an diesem Tag ein erneutes begeistertes Bekenntnis zum Volk abzulegen. An diesem Tag mutz die kleine Schar der Hetzer und Dunkelmänner erkennen: gegen das Deutschland von morgen können wir nicht kämpfen, denn gegen unsere Waffen setzen sie ihren unerschütterlichen Glauben, ihre Liebe, ihren Willen, der zur Tat wird und sich einsetzt, denn ein Volk zu sein ist ihre Religion!

Mädels! Am 13. Oktober sind wir alle in Limburg!

BdM., Obergau 13.

Donnerstag, 3. Oktober 1935._________

Wiesbadener Nachrichten.

Winterhilfsrverk des deutschen Volkes 1935/36.

Ledensmittelsammlungen.

Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk, Hilgenfeldt, teilt mit: Auf Grund einer mit der Inneren Mission, dem Deutschen Caritasverband und dem Deutschen Roten Kreuz getroffenen Vereinbarung verzichten diese Verbände auf ihre üblichen Herbstsammlungen. Der Wortlaut der Aufrufe, mit denen sich die genannten Verbände an die Öffentlichkeit wenden, wird nach der Eröffnung des Winterhilfswerks be­kanntgegeben. Die Naturaliensammlungen werden in diesem 2ahr ausschließlich vom Winterhilfswerk des deutschen Volkes durchgeführt. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes stellt den Anstalten und Einrichtungen der genannten Verbände vereinbarungsgemäß die Lebensmittelmengen zur Verfügung, die sie bisher aus ihren eigenen Lebensmittelsammlungen erhielten.

Oktoberspende.

Die Eauführung Hessen-Nassau des Winterhilfswerks gibt bekannt: Von einzelnen Unternehmungen und Behörden ist nicht beachtet worden, daß die Winterhilfsspenden in diesem Jahr bereits am 1. Oktober laufen. Es sind deshalb die üblichen 10 % von der Einkommensteuer nicht als Spende elnbehalten worden. Auf diese Spendebeträge kann aber im Interesse der Bedürftigen nicht Verzicht geleistet werden. Zu- treffendenfalls wird deshalb gebeten die Spendenbeträqe für die Monate November und Dezember 1935 zum Ausgleich nut 15 % anzusetzen. Ab 1. Januar 1936 wäre dann der Spendensatz tu seiner normalen Höhe von 10 % einzubehalten.

DasAlte Rathaus" im neuen Gewand.

Eröffnung derWegwag-Werbeschau".

Das älteste Haus Wiesbadens ist das im Jahre 1609 "bmlle alte R a thaus am Adolf-Hitler-Platz, das unter Denkmalschutz steht. Es ist eines der wenigen Wiesbadener Gebäude, das alle Schrecken des Mittelalters überdauert hat. Leider nahm man dem Gebäude im Jahre 1826, bei einem Umbau, die schönen Erker, wie sie noch bei dem Rat­hausmodell im Museum oder auf dem Glasgemälde in unseremTagblatthaus" zu sehen sind. Seit der Erbauung des neuen Rathauses vor rund 50 Jahren diente das Ge­bäude dem Städtischen Gas- und Wasserwerk als Büro­räume. Die sprunghafte Entwicklung Wiesbadens im 19. und 20. Jahrhundert von dem kleinen Landstädtchen zur Großstadt und dem Weltkurbad, hat Hand in Hand mit der Technisierung unseres Zeitalters auch den Versorgungsbe­trieben einen gewaltigen Aufschwung gebracht. Die Wasser-, Elektrizitäts - und Gaswerke Wies­baden, AG., haben es sich zur Aufgabe gemacht, neben der Erzeugung und dem Verkauf von Elektrizität, Gas und Wasser in Zusammenarbeit mit dem einschlägigen Handwerk eine intensive Werbung zu betreiben, um bei dem Publikum das nötige Verständnis, und die Bereitschaft zu wecken, mehr als bisher die wirtschaftlichen und persönlichen Vorteile der verstärkten Verwendung der Neuerungen der Gas- und Elektrizitätstechnik auszunutzen.

Zur Durchführung der Werbung für die Verwendung von Wasser, Gas und Elektrizität hat dieWegwag" das alte Rathaus mit einem Kostenaufwand von 86 000 RM., der rund 100 Wiesbadener Betrieben zugute kam, neu ein­richten lassen. Schon äußerlich ist das alte Gebäude nach Erneuerung der Hausfronten durch eine Lichtreklame am Giebel des Hauses alsWegwag-Werbe sch au" er­kennbar. Eine Steintafel verweist auf die historische Ver­gangenheit des Gebäudes. Die Jnnenräume wurden nach neuzeitlichen Gesichtspunkten gestaltet. In den getrennten Abteilungen für Gas und Elektrizität sind alle Geräte in den verschiedensten Typen ausgestellt, die heute der Haus­frau die tägliche Arbeit erleichtern helfen. Dort wird auch der Interessent fachmännisch beraten und Aufklärung er­halten über den zweckmäßigsten Gebrauch der einzelnen Gegenstände. Im Obergeschoß steht ein großer Vortrags­saal und im Nebengebäude eine mustergültig eingerichtete Küche mit Gas- und Elektrizitätsbeheizung zur Verfügung; hier können theoretische und praktische Vorträge gehalten werden. Interessant ist noch, daß im Zuge des Umbaues die Kellerräume des alten Gebäudes zu vorbildlich eingerich­teten Luftschutzräumen umgewandelt worden sind.

Zur Eösfnung der Ausstellung hatten sich am Dienstag­nachmittag Vertreter der Behörden, des Handwerks und der Gefolgschaft derWegwag" eingefunden. Generaldirektor Bücher hielt einen längeren Vortrag über die Entwicklung des Versorgungswesens in unserer Stadt und führte u. a. aus, daß die vorbildlich eingerichteten Ausstellungs- und Lehrräume dem Handel und Handwerk, sowie dem Ver­braucher dienen sollen. Kreishandwerksmeister Stoll dankte derWegwag" für die stets vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Jnstallateurhandwerk.

Versorgung und Fürsorge für ehemalige Wehrmachtsangehörige und Hinterbliebene.

Errichtung von Bersorguugs- und Fürsorgestellen der Wehrmacht.

Der Führer und Reichskanzler hat im Zuge des Auf­baues der deutschen Wehrmacht die Übernahme der Ver­sorgung und Fürsorge für ausgeschiedene Soldaten und Be­amte der neuen Wehrmacht und deren Hinterbliebenen auf Dienststellen bet Wehrmacht befohlen. Es wurden daher bei den Wehrbezirkskommandos. Wehrersatzinspektionen und Wehrkreiskommandos (für die ehemaligen Angehörigen der Kriegsmarine bei den Marinestationskommandos) Versor- aungs- und Fürsorgeabteilungen eingerichtet, welche mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab das gesamte Versorgungs­und Fürsorgewesen der Wehrmacht übernehmen. Versorgungs- abteilungen erhalten zunächst nur eine kleinere Anzahl von Wehrbezirkskommandos, welche jeweils die Versorgung mehrerer anderer Wehrbezirke mit übernehmen. Jede der neuen Versorgungs- und Fürsorgeabteilungen wird in der lokalen Presse ihren Versorgungs- bzw. Fürsorgebezirk be- kanntgegeben.

Die Empfänger laufender Versorgungsgebührnisse nach dem Wehrmachtsversorgungsgesetz (Soldaten und Beamte, die seit dem 1. Januar 1921 aus der Wehrmacht ausgeschieden sind, und deren Hinterbliebene) erhalten ihre Bezüge für den Monat Oktober noch von der bisherigen Versorgungsdienst­stelle und zwar, soweit die Auszahlung in zwei Teilbeträgen vorgesehen ist, ausnahmsweise am ersten Zahltage in einer Summe. Die Zusatzrenten werden für Oktober noch durch die bisher zuständigen Fursorgestellen gezahlt.

Ab 1. November 1935 wird die Zahlung der laufenden Versorgungsgebührnisse für den bezeichneten Personenkreis durch die Versorgungsabteilungen bet Wehrbezirkskomman­dos übernommen. Ebenso zahlt die neue Dienststelle im

Oktober fällig werdende Abwesenheitszuschüsse. In der Zah­lungsart tritt für Empfänger von Beschädigten- und Hinter­bliebenenrenten insofern eine Änderung ein, als ab 1. Nov. 1935 diese Eebiihrnisse für Versorgungsberechtigte der neuen Wehrmacht nicht mehr an den üblichen Zahltagen am Post- schalter, sondern durch Überweisung auf dem Postscheckwege gezahlt werden. Jeder Empfänger von Versorgungsaebühr- nissen aus der neuen Wehrmacht erhält im Monat Oktober von der zuständigen Versorgungsabteilung eine Nachricht, aus der die neue zuständige Stelle zu ersehen ist.

Inder e nt m i l i t a r i s i c r t e u Z o n e übernimmt die Versorgung und Fürsorge für die Angehörigen der neuen Wehrmacht und ihrer Hinterbliebenen die allgemeine und innere Verwaltung; die Aufgaben der Versorgungsabteilung beim Wehrkreiskommando werden in der entmilitarisierten Zone von den Versorgungsabteilungen beim Regierungs­präsidenten in Koblenz und Düsseldorf und beim Landes­kommissar in Karlsruhe erfüllt. Auch diese Dienststellen geben jedem von ihnen zu betreuenden Veriorgungsbcrechtigten im Oktober eine besondere Nachricht.

Todesfall. Am 26. September starb in Treysa an den Folgen einer Operation der langjährige Vorsitzende des Nassauischen Pfarrervereins, Pfarrer i. R. W. von Oven. 46 Jahre hat er in Fleisbach bei Herborn amtiert, bis er im vergangenen Jahre nach Wiesbaden übersiedelte. Als Vor­sitzender des Pfarrervereins hat er sich durch seine vornehme und gerechte Gesinnung, seine große Güte und Treue das Vertrauen der gesamten nassauischen Pfarrerschaft erworben. Er wurde auch außerhalb Nassaus durch seine Mitarbeit im Verband deutscher Pfarrervereine bekannt und als vorbild­liche Pfarrerpersönlichkeit hoch geschätzt.

Verlängerte Polizeistunde am Erntedankfest. Der Polizeipräsident schreibt: Auf Anregung der Wirtschafts­gruppe des Eaststättengewcrbes wird polizeilicherseits die Polizeistunde am Erntedankfest, das ist in der Nacht vom 6. auf 7. d. M., auf 3 Uhr festgesetzt.

Wiesbadener Winddaten. Im September war die Windstärke in Wiesbaden nach den Registrierungen der Station der A st ronom i s ch en E e s e l l ls ch a ft i'm Mittel 1,77 Meter in der Sekunde gegenüber dem Vormonat mit 1.58 inps, während die mittlere tägliche Höchstgeschwindigkeit 7.47 mps erreichte (im Vormonat: 6.02 mps). Das höchste Maximum trat am 17. um 11,52 Uhr mittags mit 16.1 mps ein (im Vormonat 9.7 mps am 9.), woraus sich ein Böen­maximum von über 27 mps errechnet. Das niedrigste tägliche Maximum wurde am 12. mit 1.1 mps gemessen. Von allen Stunden des Septembers hatten 42 % eine Windstärke kleiner als 1 mps, 21 % eine solche von 1 bis 2 mps, 15 % zwischen 2 und 3, 11 % zwischen 3 und 4, 5 % zwischen 4 und 5, 4 % zwischen 5 und 6, 2 % zwischen 6 und 7 und 1 % mehr als 7 mps. Das tägliche Maximum trat durchschnittlich zwischen 14 und 15, das tägliche Minimum zwischen 3 und 4 Uhr früh ein.

Was ein starker Aufbauwille vermag, zeigt eine Aus­stellung, welche die Innungen der Damenschneider und Schneiderinnen, sowie die der Herrenschneider in dem Laden Langgasse 42/44, HotelAdler", veranstalten. Wie ein roter Faden zeigt sich von den Reichshandwerkswochen 1932 und 1933 mit ihren braunen Messen und den weiterfolgenden Modellschauen im Kurhaus deutlich sichtbar das Bestreben des Wiesbadener Bekleidungshandwerkes, durch immer größere Leistungen die Aufmerksamkeit der für gute und preiswerte Maßarbeit in Frage kommenden Kreise zu er­wecken und ihre bleibende Gunst zu gewinnen. Mit dieser Ausstellung ist in diesen Bestrebungen ein neuer Abschnitt erreicht worden: denn sie soll nun einem breiterem Publikum Gelegenheit geben, sich selbst ein Urteil von den ausgezeich­neten Ausführungen der hier gezeigtenHandwerklichen Maßkleidung" zu bilden und es mit den ausstellenden Firmen bekannt zu machen. Durch die, den einzelnen Stücken angehefteten Preise soll ferner das Vorurteil beseitigt werden, daß Maßarbeit teuer sein müßte. Sie soll ferner Gelegenheit geben, die für die Modellschauen angefertigten Stücke noch einmal, allerdings nur zum Teil und nach und nach, zu zeigen und auch hier einem Verkauf die Wege ebnen. In den Ausstellungsräumen selbst findet ein Ver­kauf nicht statt, die ausgestellten Stücke tragen jedoch den Namen der anfertigenden Firmen.

Scala etwas verrückt". In derScala", der Variete- bühne in der Dotzheimer Straße, wurde für die erste Oktober­hälfte eine Artiften-Revue zusammengestellt, die fast ganz auf Unterhaltung, Humor und Exzentrik eingestellt ist. Aber auch ein paar große Nummern hervorragender Artistik, die über den Rahmen des Üblichen hinausragen, fehlen nicht.

Erntedankfest

in den Vororten Wiesbadens.

Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Tag des Erntefestes. Die Vororte wetteifern in den Vorbereitungen für die an diesem Tage stattfindenden Volksfeste. Wie in Alt-Wiesbaden beginnt allenthalben dieser Tag mit dem großen Wecken. Anschließend hieran, in einigen Vororten bereits am Vorabend, werden die Erntekronen aus­gestellt. Den Kundgebungen, die in Wiesbaden wie in den Vororten um 12 Uhr beginnen, geht fast überall ein U m - zug der Erntewagen voraus. Ein farbenprächtiges Bild wird an den Augen des Zuschauers vorüberziehen, setzt doch jeder Vorort seine Ehre darein, den schönsten Ernte­wagen zu stellen. Die Gemeinde Kloppenheim beab­sichtigt sogar, sich mit einem Wagen, der als bäuerliche Spinnstube hergerichtet ist, zu beteiligen. Gewiß eine origi­nelle Idee!

Der Nachmittag und Abend vereint bann Stadt und Land zu fröhlichem Treiben. Auch hier wieder ein edler Wettstreit, das Beste und Schönste zu bieten, jeder Ort nach seiner Eigenart. Die ortsansässigen Vereine haben sich in den Dienst der Sache gestellt und tragen zur Erwei­terung des Programms bei. Für Speise und Trank ist bestens gesorgt. Wer Apfelwein und Handkäse liebt, wird am Sonntag nach einem bekannten Apfelweinort pilgern, während man am Rhein das dortigeNationalgericht", Rheinwein und Bratfische, vorziehen wird. Hin- und Rück­fahrt wird erleichtert, da für Omnibusse und Straßenbahnen an diesem Tage Preisermäßigung eintritt.

Also, für Verpflegung, Vergnügen und Fahrgelegenheit ist allenthalben bestens gesorgt. Den Vorbereitungen nach verspricht der Erntedanktag in Wiesbaden ein Tag wirk­lichen Frohsinns und wahrer Volksgemeinschaft zu werden.

Da wären an erster Stelle die berühmten3 Crotos" zu nennen, waghalsige Luftakrobaten von Weltruf, die unter der Decke des Theaterraumes ohne Netz arbeiten und mit ihren tollkühnen Saltos und den ebenso originellen wie gefährlichen Fangtricks die Zuschauer in Atem halten. Als ein Wunder der Elastik wird mit RechtW a l l y M a r e 11 i bezeichnet. IhreWege zu Kraft und Schönheit" bleiben trotz aller Gelenkigkeit immer anmutig und frei von der llnästhetik des Schlangenmenschen. Ein hervor­ragender Kletterkünstler istIa ckl ey Ro sto n" (Mensch oder Affe). Eine fabelhafte Technik am Seil befähigt ihn, wie ein Affe jede Höhe zu erklimmen. Ebenso gewandt ist übrigensP o l d i, der Komiker am Doppelreck. Den Vogel aber schießenT r a v e n d t u. E e r n i e r, zwei Exzentriker, ab die hinter ihrem nervös-verlegenen und tolpatschi­gen Auftritt geschickt zu verbergen wissen, daß sie ganz aus­gezeichnete Akrobaten sind. Ein Schattenspieler von selten erreichter Fingerfertigkeit und originellen Einfällen ist Arno Eatti".Olida Williams und ihre Dancing Girls" paradieren in flott kostümierten Marschtänzen und graziösen rhythmischen Vorführungen nach eigenen Entwürfen und singbaren Melodien. Toll und verrückt wirkt die oberbayerische SzeneM atris- Matrei-Hofer", die im Zuschauerraum mit zünftigen Schnadahüpfeln beginnt und auf der Bühne mit einem Schuhplattler endet. Ansager des außerordentlich reich­haltigen Programms, das Die neue Hauskapelle Hubert Deutsch ansprechend begleitet, ist Hans Kiefer, der sehr viel Humor und Wortwitz hat. Lachsalven durchdröhnen immer wieder den Saal, wenn er in einem wirkungsvollen Kiefer-Kiefer-Sketsch seine ihm übrigens ebenbürtige Part­nerin nicht zu Worte kommen läßt.

Kameradschaftsabend der Bereinsbank Wiesbaden. E. E. m. b. H. Die Vereinsbank Wiesbaden, welche seit 1924 in Wiesbaden-Bierstadt, Rathausstraße 18, eine Zweig­stelle unterhält, bezog am Samstag in einem Neubau in der Rathausstraße 28 ihre neuen Geschäftsräume. Anläßlich der Verlegung und der Einweihung der neuen Geschäftsräume fand am Samstagabend im GasthausZum Rebenftock" ein Kameradschaftsabend der Angestellten statt. Im Anschluß an