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Nr. 164

Mittwoch, 19. Ium 1935

83. Jahrgang

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Fernsprechcr-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Sonderregelung getroffen ist, die ein Hinaus- gehen über diese 35% unter bestimmten Voraus­setzungen ermöglicht, ich der deutsch-englische Flotten­vertrag abgeschlossen worden. Es ist dem Verhand­lungsgeschick des außerordentlichen Botschafters in be­sonderer Mission von Ribbentrop gelungen, auf der vom Führer klar vorgezeichneten Linie mit der eng­lischen Regierung, die den deutschen Standpunkt voll an-

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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rüstunssbeschrüukung an. Weiterhin glaubt sie, das die Einigung, zu der sie nunmehr mit der Regierung des Deutschen Reiches gelangt ist, und die sie als eine vom heutigen Tage ab gültige, dauernde und endgültige Einigung zwischen den beiden Regierungen anfieht, den " Abschluß eines zukünftigen allgemeinen Abkommens über eine Seerüstungsbegrenzung zwischen allen Seemächten der Welt erleichtern wird.

2. Die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich stimmt weiterhin den Erklärungen zu, die von den -deutschen Vertretern im Laufe ber kürzlich in London abgehaltenen Besprechungen, berügl. der Anwendungsmethoden dieses Grundsatzes, abgegeben wurden.

Diese Erklärungen können folgendermaßen zusammen­gefast werden:

a) Das Stärkeverhältnis 35 zu 100 soll ein ständiges Verhältnis sein, das heißt, die Gesamt-

Der erste Vertrag zur Rüstungs-Begrenzung

als eine deutsch-englische Verständigung betrachtet, sondern als ein Erfolg von europäischem Ausmaß. Die Stimmen, die bisher aus Paris vor­liegen, zeigen, daß man sich dort nicht so schnell den neuen Verhältnissen anzupaffen vermag. Dabei sollte man sich auch in Frankreich vor Augen halten, daß hier ein Weg beschritten worden ist, der einzig und allein zum Erfolge führt. Wenn das Kabinett Laval sich jetzt schwere Kopfschmerzen machen muß, wie das Loch im Staatshaushalt gestopft werden kann, so sollte man sich in Paris auch einmal die Frage vorlegen, ob man nicht — gleich Deutschland und England — einen Weg be­schreiten soll, .der zu Rüstungsbeschränkungen und damit zu sehr wesentlichen Ersparnissen für den französischen Staat führen würde. Vielleicht nimmt man sich auch in Paris daraufhin noch einmal die richtungweisende Rede des Führers vom 21. Mai vor und beschreitet einmal den Weg von Verhandlungen aus -der Grundlage der Gleichberechtigung, der jetzt in dem deutsch-englischen Flottenabkommen zu einer politischen Tat von histori­scher Bedeutung geführt hat.

~ ■' «no Bezugszett von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—. ein- .... , . Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungm nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstasten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Lezreher kernen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

der Geiamttonnage der vertraglich festgelegten SeesKeitkräfte der Mitglieder des britischen Common Wealth oder — falls tn Zukunft keine vertraglichen Begrenzungen der Tonnage bestehen sollten — einen Prozentsatz von 35 der tatsächlichen Gesamttonnage der Mitglieder des britischen Common Wealth überschreiten.

b) Falls ein zukünftiger allgemeiner Vertrag über See­rüstungsbegrenzung die Methode der Begrenzung durch ver­einbarte Stärkeoerhältnisse zwischen den Flotten der ver­schiedenen Möchte nicht enthalten sollte, wird die Regierung des Deutschen Reiches nicht auf der Einfügung des in dem vorhergehenden Unterabsatz erwähnten Stärkeverhältnisses in einem solchen zukünftigen allgemeinen Vertrag bestehen, vor­ausgesetzt, daß die für die zukünftige Begrenzung der See­rüstungen darin etwa angenommene Methode derart ist, daß sie Deutschland volle Garantien gibt, daß dieses Stärke­verhältnis aufrecht erhalten werden kann.

o)DasDeutscheReichwirdunterallenUm- ständen zu dem Stärkeverhältnis 35 zu 100 stehen, das heißt,

dieses Stärkeverhältnis wird von den Baumahnahmen anderer Länder nicht beeinflußt.

Sollte das allgemeine Gleichgewicht der Seerüstung, wie es in der Vergangenheit normalerweise aufrechterhalten wurde, durch irgendwelche anormalen und außerordentlichen Bau- maßnahrnen anderer Mächte heftig gestört werden, so behält sich die Regierung des Deutschen Reiches das Recht vor, die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich aufzufordern, die auf diese Weise entstandene neue Lage zu prüfen.

d) Die Regierung des Deutschen Reiches begünstigt auf dem Gebiet der Seerüstungsbegrenzung dasjenige System, das die Kriegsschiffe in Kategorien einteilt, wobei die Höchsttonnage und — oder das Höchstkaliber der Geschütze für die Schiffe jeder Kategorie festgesetzt wird und das die jedem Lande zustehende Tonnage auf Schiffs­kategorien zuteilt.

Folglich ist die Regierung des Deutschen Reiches bereit, grundsätzlich und unter Vorbehalt des nach­stehenden Absatzes fbas35%ige Stärke Verhältnis auf die Tonnage in jeder beizubehaltenden Schiffskategorie anzuwenden und jede Ab­weichung von diesem Stärkeverhältnis in einer ober mehreren Kategorien von den hierüber in einem zukünftigen allge­meinen Vertrag über Seerüstungsbeschränkung etwa ge­troffenen Vereinbarungen abhängig zu machen. Derartige Vereinbarungen würden auf dem Grundsatz beruhen, daß jede Erhöhung in einer Kategorie durch eine entsprechende Herabsetzung in anderen

erkennt, zu einer Verständigung zu gelangen. Damit ist der erste Vertrag zu einer Rüstungsbe­grenzung zustande gekommen und zwar in direkten Verhandlungen zwischen zwei Regierungen. Wiederum ist^der Welt der Beweis erbracht worden, wie recht der Führer hat, wenn er immer wieder solche direkten Verhandlungen fordert, Verhandlungen, die sich, auf das zunächst Erreichbare -beschränken und die Möglichkeit bieten, dann auf diesen ersten Ergebnissen weiter zu bauen.

In Londoner Meldungen wird denn -auch der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß dieser Weg weiter beschritten werden wird und daß nach einer Beruhigung der politischen Atmosphäre in der R i ch t u n g a u s d e n Lu ft pakt weiter verhandelt werden müsse. Man erkennt in London ohne weiteres die große Bedeutung der deutsch-englischen Flottenoer- einbarung an und betont, daß damit nicht nur ein ileues Kapitel in der englisch-deutschen, sondern eben­so in der europäischen Geschichte begonnen habe. Das Abkommen wird deshalb auch in London nicht etwa nur

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Eden reist nach Paris.

Besprechungen über das Flotten-Abkommen und die europäische Lage

Sonderbestimmungen für ll-Boote.

London, 18. Juni. Die Bestätigung des am Dienstag­vormittag abgeschlossenen deutsch-englischen Flotten­abkommens erfolgte durch das folgende Schreiben des Botschafters von Ribbentrop an den eng­lischen Außenminister Sir Samuel Ho« re : „Exzellenz!

Ich beehre mich, Ew. Erzellenz, den Empfang des Schreibens vom heutigen Tage zu bestätigen, mit dem Sie die Freundlichkeit hatten, mir im Namen der Regierung S. M. im Vereinigten Königreich folgendes mitzuteilen:

1. Während der letzten Tage haben die Vertreter der Regierung des Deutschen Reiches und der Regierung S. M. im Vereinigten Königreich Besprechungen abgehalten, deren Hauptzweck darin bestand, den Boden für eine allge­meine Konferenz zur Begrenzung der See­rüstungen vorzubereiten.

Ich freue mich, Ew. Exzellenz, nunmehr die formelle An­nahme des Vorschlages der Regierung des Deutschen Reiches, der in diesen Besprechungen zur Erörterung ge­standen hat, durch die Regierung S. M. im Vereinigten Königreich mitzuteilen, wonach die zukünftige Stärke der deutschen Flotte gegenüber der Eesamlflottenftärke der Mitglieder des britischen Common Wealth im Verhältnis 35 zu 100 stehen soll. Die Regierung S. M. im Ber­einigten Königreich sieht diesen Vorschlag als einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur zukünftigen Sce-

Frankreich den praktischen Wert des jetzt von England unternommenen Schrittes auf bem Gebiete der Flottenbegrenzung noch einsehen werde. Eben werde es in Paris klar machen, datz England das deutsch-englische Flottenabkommen als einen sehr wichtigen Schritt zu einer allgemeinen europäischen Regelung betrachte, die von England nicht weniger als von Frankreich gewünscht werde.

Ferner will der Korrespondent berichten können, datz die französische Note an England eine „leichte Entrüstun g" Frankreichs zum Ausdruck bringe, datz England die alleinige Verantwortung übernommen habe, denllmfangderdeutschenFlottemitzu- be st i mmen. Nach englischer Ansicht sei jedoch das Abkom­men mit Deutschland nicht nur für England, sondern auch für Frankreich vorteilhaft. England habe der französischen Re­gierung ständig nahegelegt,' keine feindselige Haltung gegen das Abkommen einzunehmen.

Reuter meldet, der Reise Edens nach Paris werde wahr­scheinlich baldigst ein Besuch französischer Flotten­sachverständiger in London folgen, um nicht nur die Frage der deutschen Flottenausrüstung, sondern das ganze Gebiet der Flottenbegrenzung in Vorbereitung auf die inter­nationale Flottenkonferenz zu erörtern. — Der diplomatische Mitarbeiter der „Morning Post" glaubt, datz möglicherweise auch italienische Flottensachverständige nach der englischen Hauptstadt eingeladen werden würden.

Anzeigenpreis«: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlaßstaffet C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Zerstreuung der französischen Zweifel.

Ms Loudon, 18. Juni. Wie amtlich verlautet, wird sich der i Minister für Völkerbundsangelegenheiten Anthony Eden f Zu Besprechungen mit der französischen Regierung nach Paris E begeben. Die'Besprechungen, die am Freitag beginnen, wer- t. den die Flottenfrage und die allgemeine europäische Lage | $um Gegenstand haben.

Der Beschluß, den Minister für Völkerbundsangelegen- Wheiten Eden am Freitag zu Besprechungen mit der franzö- Usischen Regierung nach Paris zu entsenden, wurde, wie der ' diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt, : om Dienstagabend gefaßt, nachdem die französische Note zur Mbeutsch-englifchen Flottenverständigung in London einge- troffen war. Der Besuch Edens in Paris habe hauptsächlich Loen Zweck alle etmaigen französischen Zweifel - s u zerstreuen, daß England überstürzt gehandelt habe, f wibem es ohne vorherige Rücksprache mit den anderen in Be- 6 ttachr kommenden Mächten ein unmittelbares Abkommen mit | Deutschland abschlotz. Die Sendung Edens fei mit seiner Reise nach Paris am Vorabend der Berliner Besprechungen Punschen englischen und deutschen Regierungsmitgliedern zu L dergleichen. Auch damals fei Paris der Ansicht gewesen, daß f den unmittelbaren Verhandlungen Sir John Simons mit l Deutschland Besprechungen mit Paris und Rom hätten vor- j Ergehen sollen. Es seien jedoch bereits Anzeichen d o r - s ianben, so meint der diplomatische Korrespondent, daß

Der deutsch-englische Flotten-Bertrag

Eine politische Großtat von historischer Bedeutung.

Bras. Berlin, 19. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Erteilung.) _ So gewiß man mit großen Worten vor­sichtig fein soll, so gewiß wird man den gestern in London abgeschlossenen deutsch-englischen Vertrag als •2 £tnc politische E roßtat von höchster Be­deutung bezeichnen können und bezeichnen müssen. Seme Bedeutung, geht weit über den Rahmen einer deutsch-englischen Vereinbarung hinaus, denn es ist - hiermit ein neuer und wichtiger Schritt zur Befriedung Europas getan, ein Schritt, nicht ^weniger bedeutsam als seinerzeit der Abschluß des deutsch-polnischen Verständigungsabkommens. Während d:e Staatsmänner anderer Länder zwar oft von der Unteilbarkeit -des Friedens sprechen, aber für diesen Frieden nicht das mindeste tun, hat das Deutschland Mldolf Hitlers einen neuen und sehr bedeutsamen Bei­trag zur Sicherung und Aufrechterhaltung des europä- ffchen Friedens geliefert. Dafür -sollte ganz Europa dem Führer Dank wissen.

M Die Bedeutung des deutsch-englischen Flottenab- k wmmens wird ohne weiteres klar, wenn man sich ein­mal vor Augen hält, wie sehr in der Vorkriegszeit die Meutsch-englisch-e Flottenrivalität die politische Lage er­schwert und nicht zuletzt zum Ausbruch des Weltkrieges mit beigetragen hat. Damals blieben alle Versuche er­folglos, diese Rivalität aus der Welt zu schaffen. Heute ift es in einer erstaunlich kurzen Zeit gelungen, ein Ab- Wommen zustande zu bringen, das eine „dauernde und endgültige Einigung zwischen den beiden Regierungen" darstellt. Diese Einigung ist erfolgt auf der Grundlage, die der Führer in seiner großen richtungweisenden Rede vom 21. Mai klar g-e- , kennzeichnet hat, als er die besonderen maritimen Be- dür-fniff« des britischen Weltreiches anerkannte, zu­gleich aber die Forderung erhob, daß Deutschland in der Lage sein müsse, wie zu Lande und -in der Luft, so auch [ Zur See für seine eigene Sicherheit in ausreichendem Maße zu sorgen und eine deutsche Flotte, die 35% der Flotte des britischen Weltreiches ausmacht, als end- gA-tige und bleibende deutsche Forderung aufstellte. Auf dieser Grundlage, wobei für ll-Boote eine

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