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Wiesbadener TaMatt

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Druck und Verlag:

Erscheimwgszeit:

85. Jahrgang

Nr. 261

Montag, 8. November 1937

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Weiterer Vormarsch in der Provinz Schansi.

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Völlige Einkreisung Schanghais bevorstehend.

Der japanische überraschungsersolg an der Haugtschau-Bucht.

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sprech« ich Ew. Exzellenz herzlichste Glückwünsche aus und ver­binde damit ausrichtige Wünsche für die Zukunft des befreun­deten deutschen Volkes."

Präsident Fürst Konoe, hat an ianzler folgendes Telegramm ge-

C. SchellenLergssche S»fbn*»nuferei,$og6I«tt«SaM*. Fernsprech sr^Sarnrnel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Das heißt den Bock zum Gärtner machen.

Paris, 8. Nov. (Funkmeldung.) In der Aussprache des Landesrates der Sozialdemokratischen Partei ergriff Leon Blum das Wort. Er versuchte eingangs die augenblickliche Regierungszusammensetzung der Volksfront zu rechtfertigen und stimmt« ein Loblied über die sryialbemokratischen Minister in. der ersten und der zweiten Volksfront-Regierung an. Ins­besondere verteidigte er den Innenminister Dormoy und den früheren Finanz- und jetzigen Justizminister Vincent- Au r i o l. Sodann gliederte Blum das Programm der zweiten Volksfront-Regierung für die nächste Zukunft, wobei er hervorhob, bog die Regierung Chautemps das Werk der Regierung Bkum fortsetzen müsse.

Die Hauptfrage sei zur Stunde die Art der Beziehun­gen zwischen London und Moskau. Frankreich könne

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Peiping, 8. Nov. (Funkmeldung. Ostasiendienst ... DRB.) Zu den Kämpfen um Taiyuanfu wird gemeldet, daß die Japaner weitere Fortschritte gemacht haben. So besetzten sie am Sonntagmorgen die Ortschaft Oaiku, 35 Kilometer süd­lich, und Taiyuanhsien, 25 Kilometer südwestlich von Taiyuanfu. Durch ein geschicktes Umgehungsmanöver ge- lang es ihnen, mehrere tausend Chinesen einzukreisen und fast völlig aufzureiben.

Spanienfrage und Fernost-Problem in der Schwebe. Man wartet auf Antworten. Rom das einzige positive Ergebnis.

Segngspreile: Für ernt Lezugszen von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2., em- schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzügüch 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. Bezugsbestellungen nehmen an: der Drrlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. 3n Fällen HSHerer Gewalt ober Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober auf Rückzahlung bes Bezugspreises.

Jin neues M hei SemeinsAst unh hes EinneiünnhuWs."

Telegrammwechsel zwischen dem Führer, dem Duce und Fürst Konoe.

Snzeigeuprefte: Ein Millimeter Hohe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Siöf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Teitteil 60 Spf, sonst laut Preisliste Nr. 5, Nachlahstostfel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen.Annahme 9*/i Uhr vormittags. GrStzere Anzeigen müffen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage ausgegeben werben.

Ms Aon M W his Wsrnng hss Wens norffellt.

Frankreich sollvertrauensvolle Beziehungen zwischen England und Sowjetrutzland" begünstigen.

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nichts mehr zugunsten des Friedens tun als ver­trauensvolle Beziehungen zwischen Sowjet- rugland und England zu begünstigen. (!) Zur Nichteinmischung behauptete Leon Blum, dietotalitären Staaten" hätten interveniert, um die Entwicklung gewisser politischer und sozialer Grundsätze unter Ausschaltung anderer zu begünstigen. Die französtsche Regierung habe versucht, das Spanienproblem durch die Zurückziehung der Frei­willigen zu.lösen. Es scheine für den Augenblick, als ob die Lösung dieses Problems in einen aktiven Abschnitt ein­trete. Zur Haltung der Sozialdemokratischen Partei, hierzu erklärte Leon Bkum, er könne nicht zulassen, bagein schlechter Wille ober geschickte Ausweichungsmanöoer" ein derartiges Unternehmen vereiteln. Wenn nicht, müsse Frankreich seine Freiheit zurücknchmen, was die Frecheit des Durckaanas- verkehrs und der Ausfuhr bedeuten würde.

Ein Markstein in der Entwicklung des Abwehrkampfes."

Berlin, 7. Nov. Anläßlich des heute erfolgten Beitritts 7 Italiens zum deutsch-japanischen Antikominternabkommen hat der F L h r e r und Reichskanzler an den italienischen Regie­rungschef Benito Mussolini sowie den japanischen Mini- sterprästdenten, Fürst Konoe, Telegramme gerichtet. Das , Telegramm des Führers an Mussolini lautet:

An dem Tage, an dem Italien dem deutsch-japanischen Antikominternabkommen beitritt, begrüße ich die faschi­stische Regierung herzlich als Mitglied der Ge­meinschaft der Vertragspartner. Daß Italien nunmehr auch formell mit Deutschland und Japan in gemein- k samer Abwehr gegen die ihren inneren Frieden bedrohende Zersetzungsarbeit des Weltbolschewismus zusammensteht, be- , grüße ich mit aufrichtiger Freude.

(gez.) Adolf H i t l e r."

Das Telegramm an den japanischen Ministerpräsidenten, e Fürst Konoe, hat folgenden Wortlaut:

An dem Tage, an dem Italien dem deutsch-japanischen Antikominternabkommen beitritt, möchte ich Ew. Exzellenz E gegenüber auch meinerseits meine aufrichtige Freude darüber ' zum Ausdruck bringen, daß die E e m e i n j ch a f t bet Völker, die in der Abwehr gegen die ihren inneren Frieden bedrohende Zersetzungsarbeit des Weltbolschewismus zu- sammenstchen, nun auch formell um ein weiteres r Mitglied vermehrt worden ist.

(gez.) Adolf Hitler."

Der italienische Regierungschef Mussolini hat an den i Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet:

Ew. Exzellenz danke ich für die Botschaft, die Sie an mich gerichtet haben und die mich sehr erfreute. Mit dem heute abgeschlossenen antikommunistischen Pakt errichten das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland ein neues Band der Gemeinschaft und des Ein­verständnisses untereinander und mit Japan zur gemeinsamen Verteidigung der Zivilisation und des Friedens der Welt. Ich bitte Sie, meine Glückwünsche hierzu und meine freundschaftlichen persönlichen Grüße entgegenzunehmen. Mussolini/'

Schanghai, 7. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Die in der Hangtschau-Bucht gelandeten Japaner erreichten nach Überschreiten des Wangpu-Flusies Singying (13 Kilometer südlich Sungchiang) und Kingshan (16 Kilometer südwestlich Sungjchiang). Der Überraschungserfolg der Japaner an der Hangtichau-Bucht wird dieAbschnürungSchang- hais wahrscheinlich wesentlich beschleunigen und hat bei Chinesen große Besorgnis ausgelöst.

neuen Woche in den im Vordergrund stehenden Fragen der großen Politik Fortschritte erzielt werden, sind unter solchen Umständen recht gering.

Dieses V e r H an d l un g s tem p o findet denn auch immer mehr Kritiker. Und gerade der Beitritt Italiens zum deutsch-japanischen Antikoinintern-Abkommen wird mehrfach in der internationalen Presse zu der Feststellung benutzt, daß die Unterzeichnung des Protokolls von Rom das einzige positive Ergebnis der in den letzten Wochen geführten internationalen Verhandlungen ist. Das kann man in Washington hören, aber auch ein weit links stehendes Pariser Blatt meint,die Welt weiß nun, daß die Initiative den Politikern von Rom, Berlin und Tokio über­lassen bleibt, während die Staatsmänner von Paris und London nur noch die Aufgabe haben, die Ereignisse anzu­kreiden! Darüber hinaus ist festzustellen, daß die internatio­nale Preffe sich sehr eingehend mit dem Protokoll von Rom befaßt. Dort, wo man die kommunistische Gefahr klar er­kannt hat, wird man dem Ereignis durchaus gerecht, was wir mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen. Auf der anderen Seite fehlt es in der stets mit Moskau liebäugelnden franzö­sischen Volksfrontpresse nicht an phantasiereichen Kom­mentaren, wobei selbst die Tatsache, daß die Militärattaches der japanischen Botschaft in Rom am Unterzeichnungsakt teil­nahmen, zu Kombinationen mancher Art herhalten muß. Gegenüber allen solchen wilden Phantastereien betont die italienische Presse nochmals sehr nachdrücklich, daß es sich nicht um einen politischen Block oder einen Kern künftiger poli­tischer Gruppenbildungen handelt, sondern um einen K r i st'a l l i s a t i o n s p u n k t, um den sich eine Vielheit von Staaten ungeachtet der Art ihrer Regime scharen könnte, denen die Bewahrung der alten menschlichen Kultur­güter und die Abwehr eines Rückfalls in-barbarische Zeiten als die große Aufgabe unserer Tage erscheint.

Der Weckruf.

Abwehr und Verständigung.

Der am Samstag vollzogene Beitritt Italiens zu dem deutsch-japanischen Abkommen gegen die Kommuni st ische Internationale verstärkt die Ab­wehrfront gegen den Bolschewismus in der Welt. Er führt der Welt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit vor Augen, daß drei Großmächte und mit ihnen 200 Millionen Menschen nicht gewillt sind, mit dem Kommunismus zu paktieren oder durch irgendwelche politischen Gründe die Notwendigkeit dieses Ab­wehrkampfes zurücktreten zu lassen. Auf der anderen Seite kann der Beitritt Italiens zu diesem Abkommen niemanden überraschen. Der Faschismus hat nie einen Zweifel daran gelassen, daß er den Kommunismus als seinen Hauptgegner betrachtet. Immer wieder ist denn auch von italienischer Seite genau so wie von deutscher Seite die Notwendigkeit dieses Kampfes gegen den Bolschewismus in den Vorder­grund geschoben worden. Wir erinnern dabei nur an die Mai­feldrede Mussolinis in Berlin, wo der Duce u. a. ausführtc: Die Gemeinsamkeit der Gedanken in Deutschland und Italien hat ihren Ausdruck gesunden im Kampf gegen den Bolschewis­mus, die moderne Form finsterer byzantinischer Gewaltherr­schaft, jene unerhörte Ausbeutung der Leichtgläubigkeit der niederen Massen, jene Hunger-, Blut- und Sklavenregierung. Diese Form menschlicher Entartung, die von der Lüge lebt, hat der Faschismus nach dem Krieg mit äußerster Energie be­kämpft". Ganz int gleichen Sinne hat der Duce, als er vor wenigen Tagen erklärte, daß das XVI. Jahr der faschistischen Zeitrechnung unter dem Motto Frieden stehen werde, hinzu­gefügt:Damit dieses Wort (Friede) dauerhaft und fruchtbar sei, ist es notwendig, den Kommunismus aus Europa auszu­schalten". Die italienischen Freiwilligen, die in Spanien gegen die Pest des Bolschewismus kämpften und kämpfen, sind dieser Parole treu, wenn sie durch ihr Blutopfer das Festsetzen des Bolschewismus am Mittelmeer zu verhindern trachten.

Der Beitritt Italiens zum deutsch-japanischen Anti- komintern-Abkommeck liegt also völlig auf der bisherigen Linie der italienischen Politik. Daraus ergibt sich auch, daß es abwegig ist, nun nach besonderen Motiven zu suchen, oder diesen Beitritt mit besonderen Vorgängen, etwa der Lage im Fernen Osten in Zusammenhang zu bringen. Botschafter von Ribbentrop hat dem gegenüber bereits betont, daß der Dreierpakt keine geheimen Ziele verfolgt und daß er gegen kein Land gerichtet ist, vielmehr allen Staaten offen steht, die sich der gemeinsamen Aktion gegen den Weltfeind Nummer 1 anzuschlietzen wünschen. Das Abkommen verfolgt, auch das muß gegenüber ausländischen Kommentaren nochmals hervorge­hoben werden, keinerlei Angriffsabsichten, son­dern es ist ein Defensivabkommen. Wie notwendig die Abwehr des Bolschewismus ist, das freilich zeigen uns die Vorgänge in Spanien nur allzu deutlich, ganz abgesehen von den mannigfachen kommunistischen Umtrieben in allen mög­lichen Ländern, die noch nicht wie Deutschland und Italien gegen das Gift des Bolschewismus immun sind. Daß die Front derjenigen Länder, die die bolschewistische Gefahr er­kennen und sich gegen diese Gefahr durch polizeiliche Maß­nahmen zu wehren versuchen, wächst, ergibt sich sehr klar aus den Meldungen der letzten Zeit. Eine solche Entwickluna können wir in der Schweiz, in Portugal, in Polen, in Ru­mänien, in Brasilien, um nur einige Länder aufzuzählen, ein­deutig feststellen. Allgemeingut ist freilich diese Erkenntnis heute leider noch nicht, und Moskau selbst versucht in immer neuer Tarnung sein Gift in solchen Ländern zu verbreiten, die heute noch die kommunistische Gefahr nicht sehen wollen, wobei die Volksfronten als geeignetes Kampfmittel von Moskau be­vorzugt werden.

Wenn jetzt ein neuer Weckruf von Rom ausgeht, so wollen wir hoffen, daß er die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Kampfes gegen den Welt- feind Nummer 1 überall fördert. Vielleicht wird bann eer ober später bas eine ober andere Land ebenfalls dem immen gegen die Kommunistische Internationale beitreten. Ja, wir glauben bestimmt keine Fehlrechnung anzustellen, wenn wir annehmen, daß eines Tages selbst England, wo man heute über den Kampf gegen die KoMnunistische Inter­nationale noch immer ein wenig zu lächeln beliebt, den drei Mächten, die zuerst den Kampf gegen den Bolschewismus auf-

Nicht Block, sondern Kristallisationspunkt.

as. Berlin, 8. Nov. (Drahtbericht unserer Berliner Ab­teilung.) In den beiden großen Fragen der internationalen Politik, dem Fernost-Problem und der Spanienfrage ist ein Schwebe zu st and eingetreten, von dem sich noch nicht sagen läßt, ob er in der neuen Woche überwunden werden kann. Sie Brüsseler Ferno st-Konferenz Hat Japan erneut zu Verhandlungen eingelaben. Tokio soll eine Delegation entsenden, die mit einem, von der Brüsseler Konferenz zu ernennenden kleineren Ausschuß über die strittigen Punkte beraten soll. Allzu optimistisch beurteilt man selbst in Brüssel die Aussichten dieses Vorschlags nicht, zumal von maßgebender japanischer Seite wiederholt | betont worden ist, daß man erst nach größeren mili­tärischen Erfolgen zuVer Handlungen bereit wäre. Nun haben zwar die japanischen Truppen ihren Vor­marsch fast überall fortsetzen können, trotzdem erscheint es fraglich, ob Tokio geneigt ist, im gegenwärtigen Augenblick auf die Brüsseler Anregungen einzugehen.

Genau wie die Brüsseler Konferenz, so wartet auch der Londoner Nichteinrnischunasausschuß auf Ant­wort. Er kann seine Beratungen erst fortsetzen, wenn sowohl die Regierung Franco als auch die rotspanischen Häuptlinge sich zu dem Vorschlag der Zurückziehung der Freiwilligen und der Entsendung von Kommissionen geäußert haben. Don der [ nationalspanischen Regierung ist bisher bekanni l geworden, daß sie diesem Vorschlag durchaus sym- pathisch gegenüber steht, unter der Voraussetzung, daß die Kommissionen ihre Arbeit in völliger Unparteilichkeit durch­führen. Aber auch wenn Valencia, ober wie man nach der ......Flucht der Raten sagen muß Barcelona zustimmt, so beginnen bann erst für London die Schwierigkeiten, da man sich dann über die Zusammensetzung der Kommissionen einigen muß,

In der Überzeugung, daß das heute von den Vertretern L Deutschlands, Italiens und Japans unterzeichnete Protokoll über den Beitritt Italiens zum Antikominternpakt einen i Markstein in der Geschichte des Abwehr­kampfes unserer Völker gegen die inter- Rationale Gefahr des Kommunismus bildet,

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Ulktrrhaltnngsbeilage. Berliner Büro: Berlm^WImersdorf.