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Seite 10. Nr. 214.

Wiesbadener Tagblatt

Dienstag, 14. September 1937.

AusGauunüVrovinz.

Pfalz und Saargebiet.

Taunus und Main,

Nordenstadt, 14. Sept Trotz der anhaltenden Trocken­heit verspricht die hiesige Kartoffelernte einen recht guten Ertrag. In diesem Jahre ist es keine große Seltenheit, daß Kartoffeln von 750 Gramm und darüber geerntet wurden. So ist auf dem Büro des OBF. eine Kartoffel ausgestellt, die das stattliche Gewicht von rund 1200 Gramm verzeichnet. Am Montag wurde mit den Erdarbeiten am Friedhof begonnen, die eine Verbreiterung der Grabfelder nach dem Dors zu begrenzen.

Wallau, 13. Sept Ihre silberne Hochzeit feiern am 14. September die Eheleute Wilhelm R ü b s a m e n und Frau Helene, geb. Geibell.

,. = Wildsachse«, 13. Sept Am Samstagabend fand in Wildsachsen eine Generalversammlung oer Milchabsatz- genossenschaft statt, an der auch Bezirksbauernführer Schafer-Schierstein teilnahm. Zweck der Versammlung war chlugfassuna über den Ankauf eines Grundstücks zur Errichtung einet Milchsammelstelle. Dem Ankauf wurde zu- gesrrmmt.

Mainz und Umgebung.

Ein Matrose tödlich verunglückt.

---Mainz, 13. Sept Samstagmittag stürzte der 18jäh- rlge Matrose Adam Seidenfuß aus Hamm bei Worms im Mainzer Zollhafen von einem Motorboot ins Wasser. Als er sich an dem Schutzgestänge der Schraube festhalten wollte, wurde er unter Wasser gedrückt und kam nicht mehr zum Vorschein. Die Leiche ist bis jetzt noch nicht gelandet.

PLus dem Rheingau.

)( Eltville, 13. Sept DenTag des deutschen Volks- hms 1937 begehen am Freitag dieser Woche die Eltviller Volksschule und die Stöbt Höhere Schule gemeinsam in der Stadthalle zusammen mit der Elternschaft der beiden Schulen. Die Veranstaltung wird von den Schülern und Schülerinnen bestritten.

__ , )( Hstrich^l3. Sept Im Alter von 87 Jahren starb der -Totengräber Wilhelm Grebert. In den langen Jahren seiner Tätigkeit auf dem Gottesacker hat er fast 2000 Mit­bürgern das Grab geschaufelt. Unter großer Beteiligung und mit einem besonderen Dankeswori der Gemeinde von Pfarrer Eusinger wurde er zur letzten Ruhe bestattet.

)( Winkel, 11. Sept. In einer hiesigen Weingroßhand- lung geriet ein Kellereiarbeiter zwischen zwei Fässer und zog sich dabei eine Quetschung der Hand zu, für die er im Elt- DtUer Krankenhaus ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

)( Geisenheim, 13. Sept. Der auf der steilen Straße RanselLorch durch einen Zusammenstoß mit einem Last­kraftwagen verunglückte Arbeiter Leonhard D. mußte wegen der schweren Arm-, Bein- und Brustverletzungen in das Rüdesheimer Krankenhaus gebracht werden.

Rhein und Nahe.

Niederwälder auf der Eau-Marine-Tagung in Bingen.

Bingen, 13. Sept. Der Gau 12Niederwald" des Deutschen Marinebundes hielt am Sonntag in Bingen eine große Gau-Marine-Tagung ab. Auf dem fahnen­geschmückten Rhein-Nahe-Eck veranstalteten die Tagungs­teilnehmer und Abordnungen in Anwesenheit des Eau- führers Kapitänleutnant a. D. Kraus und des Marine­referenten des Wehrkommandos XII, Kapitän Senf er, beide aus Wiesbaden, einen Appell. In kameradschaftlicher Verbundenheit hatten sich auch Vertreter des NS.-Treu- bundes, des ReichskriegerbundesKyff Häuser, Ehren­stürme der SA. und Vertreter der Wehrmacht eingefunden. Der Eauführer und der Vertreter des Generalkommandos Dritten unter den Marschklängen des neugegründeten Eau- Musikzuges des Deutschen Marinebundes die Front ab. Der Gauführer sprach zu den Kameraden über den Aufbau des Marinebundes, und Kapitän Benfer verlas einen Erlaß des Oberbefehlshabers der Marine. Auf dem Marktplatz gab es einen Vorbeimarsch an den Führern. Über 200 Kamerad- schaftsführer fanden sich anschließend zu einer Führer­besprechung im GasthausStolpereck zusammen. H. a. wurde als Ort der Abhaltung für den Bundestag 1938 die Stadt Worms bestimmt. Im Verlauf der Führerbesprechung wurden zwei Huldigungstelegramme, eins an den Ober­befehlshaber der Marine, Generaladmiral Raeder, und das andere an Bundesführer Hintzmann, abgesandt. Nach­mittags veranstaltete der Gau-Musikzug in der Festhalle ein Konzert, das sich eines guten Besuchs erfreute.

Eine Biene verschluckt. Stich in den Kehlkopf.

Sobernheim, 13. Sept. Beim Trinken verschluckte ein Mann eine Biene, wobei er von dem Insekt in den Kehlkopf gestochen wurde. Glücklicherweise konnte der Mann sofort einen Arzt aufsuchen, dem es durch einen raschen Ein­griff gelang, den Gestochenen vor dem Erstickungstod zu bewahren.

Dürkheimer Wurstmarkt.

Bad Dürkheim, 13. Sept. Trotz des kühlen Wetters am Samstagvormittag und der Niederschlagsneigung am Nachmittag hatten stch viele tausend Besucher auf dem Dürkheimer Wurftmarkt eingefunden, der wieder in großer Aufmachung vor allem hinsichtlich der Anordnung der Zeltstadt entstanden ist und außer den großen, bereits am frühen Abend dicht gefüllten Hallen des Winzervereins und der Winzergenossenschaft vier kleinere Wein-, Bier- und Sekthallen, 53 Winzerstände, 200 größere und kleinere Unternehmungen einschließlich der Vergnügungsbetriebe so­wie ferner etwa 40 fliegende Verkaufsstände, mithin über 300 einzelne Schausteller, umfaßt. Einen guten Besuch wiesen in der Ausstellungshalle die neugestalteten Faxen­spiele des Landestheaters Saarpfalz, reizende Einakter mit je gut halbstündiger Spieldauer, auf. U. a. bemerkte man auf dem Wurstmarkt auch einen Stand mit selbstgezüchteten Südfrüchten (Melonen, Paprika, Zuckermais, Auberginen). Der Besuch an den beiden ersten Tagen des Wurstmarktes, der bisher stimmungsvoll und schön verlief, dürste sich auf insgesamt 130 000 bis 150 000 Gäste beziffern.

17jät)tiger ermordet eine Greisin.

Stuttgart, 14. Sept. (Funkmeldung.) In Dormet­tingen, Kreis Rottweil, wurde am Montagnachmittag die 67 Sabre alte Bäuerin Elisabeth Franziska Berner in der Küche ihres Häuschens, das sie allein bewohnte, ermordet auf­gefunden. Nach dem Tatbestand mußte Raubmord vorliegen. Die Kriminalpolizei nahm noch im Laufe der Nacht den 17 Jahre alten Joseph Bertsch aus Dormettingen fest, der nach anfänglichem Leugnen die Bluttat eingestand. Er habe die alte Frau am Sonntagabend ausgesucht, um Geld für Zigaretten von ihr zu verlangen. Als sie sich weigerte und Anstalten machte, einen Nachbarn berbeizurufen, sagte der Mörder weiter aus. habe er sie gewürgt und ihr den Mund zugehalten, um sie am Schreien zu hindern. Schließlich habe er ihr mit einem Lattenstück, einem Stock und zwei Milch- tövfen. die in Trümmer gingen, solange auf den Schädel geschlagen, bis die Greisin sich nicht mehr rührte.

Einbruch in den Räumen des Bundes der Reichsdeutschen in Wien. In den Räumen des Bundes der Reichsdeutschen wurde in der Nacht vom Sonntag zmn Montag ein verwegener

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Die Sprengstoffanschläge in Paris.

Am Wochenende wurden in Paris wie schon gemeldet, zwei terroristische Attentate auf Gebäude der Arbeit­geberverbände verübt. Unser Bildtelegramm zeigt das zerstörte Gebäude des französischen Allgemeinen Arbeitgeberverbandes in der Rue Preßbourg.

(Weltbild-Wagenborg-M.)

Nürnberger Kameradschaftsabend der Führer des Gaues Hessen-Nassau.

Am Montagabend versammelte Gauleiter Sprenge, die Amtsleiter der Gauleitung, Kreisleiter und Ordensburg- angehörigen aus unserem Gau, um sie nach Abschluß der ein­drucksvollen Tage zu einigen kameradschaftlichen Stunden zu vereinigen. Zu dem Abend war auch eine Reihe von Führern der Ekiederungen aus dem Gau erschienen. Außer verschiede­nen Führern der Gliederungen im Gau Hessen-Nassau waren noch 22 Junker der Ordensburg Vogelsang erschienen, die mit den Führern des Gaues für einige Stunden vereint fein wollten. Dieser kameradschaftliche "Wend am Schluß des Reichsparteitags sollte die Politischen Führer im Gau Hessen- Nastau wie in alten Tagen zusammensassen, um nach diesem großen Erlebnis sie enget zusammenzuschließen und aus dem Erleben dieser Tage die neue Arbeit zu beginnen. Im Ver­lauf des Abends ergriff der Gauleiter das Wort und stattet« den Dank des Führers in der gleichen Einfachheit und Herz­lichkeit, wie er es den Gauleitern gegenüber getan hatte, an seine Mitarbeiter ab. Der Gauleiter betonte, daß die NSDAP, eine einzige Kameradschaft sei und daß es unsere Aufgabe sei, diesen Geist der Kameradschaft wachzuhalten auch für das kommende Jahr. Unter dem Eindruck der gewaltigen Heerschau des Nationalsozialismus, die die Welt in ihrem Vanne hielt, stand der Gedankenaustausch an diesem Abend, der die Führer noch lange Zeit in herzlicher Kameradschaft zusammenhielt.

Einbruch verübt. Die Täter erbeuteten größere Summen Bar­geld. Gerüchte, die von politischen Gründen des Einbruchs wissen wollen, werden vom Bund der Reichsdeutschen selbst dementiert. Die Täter haben alle Schränke mit Akten und Schriften unangetastet gelassen.

Rauschgistschmuggletbande in Wien verhaftet. Der Rausch­giftstelle der Wiener Polizei gelang es, in einem kleinen Hotel eine Opium-Schmugglerbande auszuheben. Mehrere Personen wurden festgenommen und 65 Kilogramm Opium beschlag­nahmt. Die Wiener Polizei hat sich mit den Belgrader Be­hörden in Verbindung gesetzt, um auch die Auftraggeber der Wiener Rauschgiftschmuggler, die beiden Juden David Stein und Lazar Andelio, verhaften zu lasten.

Mädchenhöildler in NiM verhaftet. Die Polizei von Nizza verhaftete am Montag einen Mann und eine Frau, die sich mit gewerbsmäßigem Mädchenhandel befaßten. Das Paar wurde gerade in dem Augenblick gestellt, als es mit sechs jungen Mädchen, die sich alle an einem Schönheitswettbewerb beteiligt hatten, nach Korsika abreisen wollte.

Wolkenbrüche im Mährisch-Ostraner Gebiet. Im Mährisch- Ostrauer Gebiet sind infolge von Wolkenbrüchen zahlreiche Flüste über ihre Ufer getreten. Auf der Eisenbahnlinie OstrauFriedland, die in einer Breite von 50 Meter über­flutet ist, steht das Master einen halben Meter hoch. Auch das Gleis der Lokalbahn OstrauKarvin ist überschwemmt. Dis Oder hat stellenweise eine Breite von einem Kilometer er­reicht.

Flugzeugunglück in Rumänien. Bei Constantze stürzte ein Militärflugzeug Typ Potez ab. Von den Insassen waren fünf auf der Stelle tot, zwei sind schwer verletzt.

EinScheidungstrick in Jugoslawien beseitigt. Seit Jahren hatten in Jugoslawien Männer, die stch schnell scheiden lasten wollten, um eine andere Frau zu heiraten, den bequemen Ausweg gefunden, daß sie zur mohammedanischen Religion übertraten, die zu den drei anerkannten im Staate gehört. Diese erlaubt den Männern, sich von ihren Ehe­frauen durch einen einfachen Brief zu trennen, dessen Recht­mäßigkeit bei der Bekanntgabe an das zuständige moham­medanische Gericht anerkannt wird. Da überdies die Poly­gamie in dieser Religion noch immer anerkannt wird, so konnten die Männer auch eine zweite Frau heiraten, ohne sich von der ersten scheiden zu lasten. Diesen Trick benutzten besonders die Männer, die keine andere Möglichkeit der Scheidung hatten, und die Folge war, daß von Jahr zu Jahr die Eheverhältnisse einer nicht geringen Zahl von Bürgern immer verwickelter wurden, da die erste Frau, die ihrer Religion treu geblieben war, sich in der Regel weigerte, die zweite, nach dem mohammedanischen Gesetz geschlossene Ehe ihres Mannes anzuerkennen, und ihre gesetzlichen Rechte in Anspruch nahm. Wiederholt ist es vorgekommen, daß bei dem Tode eines Staatsbeamten, der diesen Übertritt voll­zogen hatte, um seine erste Fran zu verlassen, die Pension von zwei Witwen gefordert wurde. Um diesen Zuständen ein Ende zu machen, hat das höchste mohammedanische reli­giöse Gericht von Sarajewo die Bestimmung getroffen, daß von jetzt ab die Personen, die sich zum Islam bekehrt haben und eine Ehe, die nach einer anderen Religion ge­schlossen ist, scheiden lasten wollen, nicht eher zum zweiten Male heiraten dürfen, als bis sie die Scheidung nach den Vorschriften der Religion erlangt haben, nach denen sie früher die Ehe eingegangen waren. Das so bequeme Ab- schiedsbriefchen an die bisherige Ehefrau genügt also nicht mehr.

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Eröffnung!

Meinen Freunden und Bekannten zur Kenntnis, daß ich am Donners­tag. den 16. September 1937, gegenüber der Kaserne eine

das Fachgeschäft mit Spezial-Kräften für

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Haarersatz in naturgetreuer Ausführung

Heber den Nachlaß des am 9. Juni 1937 in Wiesbaden-Schierstem verstorbenen und daselbst wobnbait gewesenen Baumschulenbesitzers Adolf Schwegler ist am 10. Sept. 1937. vormittags 11 Uhr. das Konkursverfabren eröffnet worden. Konkurs­verwalter: Rechtsanwalt Dr. Karl Milch in Wies­baden. Konkursforderungen sind in doppelter Aus­fertigung unter der Anschrift: Amtsgericht. Kon­kursabteilung. bis zum 16. Okt. 1937 anzumelden. Erste Eläubigerversammlung am 6. Okt. 1937, norm. 9% Uhr. Prüfungstermin: 10. Nov. 1937, norm. 9 Ubr. vor dem Amtsgericht Wiesbaden. Wilvelmstraße 14. Zimmer 1. Offener Arrest mit Anretgepflicht bis zum 16. Okt. 1937.

Amtsgericht Wiesbaden, Abt. 6b, am 10. September 1937.

.. Heber das Vermögen der Firma MaNhias- Erunewald-Verlag und Druckerei-Gesellschaft mit beickrankier Haftung in Wiesbaden ist am 10. Sept. 1937. um 12 Ubr, das Konkursverfabren eröffnet worden. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Dr. Rudolf Heuß in Wiesbaden. Konkursforderungen sind m doppelter Ausfertigung unter der Anschrift: Amtsgericht. Konkursabteilung, bis z. 30. Okt. 1937 anzumelden. Erste Gläubigerversammlung am 6. Okt. 1937. 9 Ubr. Prüfungstermin: 1. Dez. 1937. 9 Ubr. vor dem Amtsgericht Wiesbaden. Wilhelm- straße 14. Zimmer 1. Offener Arrest mit Änzeige- pflicht bis zum 30. Oktober 1937.

Amtsgericht Wiesbaden. Abt. 6b, am 10. September 1937.

Obst-Versteigerung.

Sreitag, den 17. September, wird in der Ge­markung Wiesbaden. DistriktMühlberg". der Er­trag von 7 Apfel- und 2 Birnbäumen ötfentlich an den Meistbietenden gegen Barzahlung versteigert.

Zusammenkunft: 16 Ubr vor Gärtnerei Gacken­bach. Wellritztal.

Wiesbaden, den 10. September 1937.

Der Oberbürgermeister Liegenschaftsverwaltung.

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