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Nr. 26.
Montag, 27. Januar 1936.
84. Jahrgang.
Zwei Jahre deutsch-polnisches Abkommen.
Kiiie WIWchOische Rede des WrecS.
Reichsbauernführer Darrs eröffnet die „Grüne Woche".
Ein Mersichtsbikd von der Eröffnung der „Grünen Woche" durch Reichsbauernführer DarrS.
(Scherls Dilberdirnft,. M.j
(Ausführlicher Bericht in dieser Ausgabe.)
Der Stand der griechischen Wahlen.
Die Königstreuen in der Mehrheit.
Athen, 27. Jan. Auf Grund der bis 3 Uhr morgens nach Athen übermittelten Wahlergebnisse verteilen sich die 300 Parlamentssitze folgendermaßen: Venize- l i st e n 125 bis 130 Plätze, Volkspartei Tfaldaris 60 bis 65, Anhänger von K o n d y l i s und Theothokis 70 bis 80, Anhänger des Generals Metaxas 10, Kommunisten 10 bis 12. Rund 15 Sitze fallen den kleinen Parteien zu.
Der Führer der Venizelisten, Sophulis, sprach die Ansicht aus, daß der Wahlausgang eine innenpolitische Versöhnung bedeute Es müsse daher eine Regierung der nationalen Einigung gebildet werden.
In den ersten Morgenstunden erklärte der Innenminister, daß nach seiner Berechnung Kondylis, Sophulis und Tfaldaris zusammen über 165 Kammer- sitze von den insgesamt 300 Sitzen erobert haben dürften.
as. Berlin, 27. Jan. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) In der großen Politik dürfte die Riche- pause, die durch den Tod des englischen Königs und den Rücktritt des Kabinetts Laval bedingt war, jetzt wohl als überwunden gelten. Allerdings wird das Kabinett Sarraut, dessen Hauptaufgabe die Durchführung der Parlamentswahl ist, kaum besonders aktiv werden, doch kann man bei der ganzen Zusammensetzung des Kabinetts wohl damit rechnen, daß nunmehr der franzöftsch-fowjetruffische Vertrag von der Kammer ratifiziert und damit wirksam werden wird. In England dürfte sehr bald nach den Beifetzungsfeierlich- keiten für Georg V. die Rüstungsfrage in den Vordergrund treten. Auf Grund früherer Erfahrungen wird man sowohl bei den in Frankreich zu erwartenden neuen Debatten über den Moskauer Pakt wie bei der Agitation für die englische Aufrüstung mit Hinweisen auf die angebliche .Deutsche Gefahr" rechnen müssen. Es ist ja eine keineswegs neue, aber immer wieder gern geübte Methode, Deutschland für alles mögliche ver-
r antwortlich zu machen. Umso nachdrücklicher wird man s die Welt deshalb auf die Unterredung verweisen ■ müssen, die der Führer der Vertreterin des - „Paris Soir" gewährte, in der mannigfache Fragen
Ain das Deutschtum in Lettland.
Ein Schritt des Reiches in Riga.
Berlin, 26. Jan. Die am Jahresende erlassenen lettischen Gesetze, die sich überwiegend gegen die deutsche Minderheit in Lettlano richten, haben dem deutschen Gesandten in Riga Veranlassung gegeben, den lettischen Ministerpräsidenten und Außenminister Ulmanis aufzufuchen. Gesandter v. Schack hat hierbei den Ministerpräsidenten auf die schwere Belastung der Beziehungen des Deutschen Reiches zu Lettland. infolge dieser Gesetze hingewiesen.
der deutschen Außenpolitik berührt wurden. Genau wie in seinen verschiedenen Reden hat der Führer auch hier wieder Deutschlands Friedenswillen be- kuudet und unterstrichen, daß kein Deutscher den Krieg will. Hier ist der Führer auch nochmals darauf eingegangen, wie der Frieden Europas auf der Grundlage der Gerechtigkeit gesichert werden könne und gesichert werden muß.
.... ®5. ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß die Ver- öfsenlichung dieser Unterredung gerade an dem Tage erfolgte, an dem sich der Abschluß eines Vertragswerkes, mit dem der Führer einen sehr großen und sehr bedeutsamen Beitrag zur Aufrechterhaltung des europäischen Friedens leistete, zum zweiten Male jährte. Am 26. Januar 1934 wurde das deutsch-polnische Verständigung sa b k o in men abgeschlossen, ein zweiseitiges Abkommen, das im Gegensatz zu den verschwommenen Kollektivabkommen wirklich dem Frieden dient und das sich als vorteilhaft für beide Teile und darüber hinaus für Europa erwiesen hat. Es ist begrüßenswert, daß am Vorabend des 26. Januar, des Geburtstages dieses Abkommens, der polnische Außenminister Beck seine Reise von Genf nach Warschau in Berlin unterbrochen hat, um mit Außenminister Freih. v. Neurath und mit Ministerpräsident Göring Besprechungen zu ^halten.
Ein Vertrag, der nicht enttäuschte.
Die polnische Presse zum zweiten Jahrestag des deutsch-polnischen Abkommens.
Die Zweifler zum Schweigen gebracht.
f Warschau, 26, Jan. Die Presse des polnischen Re- ' gierungslagers erinnert am Sonntag in ihren Artikeln i an den zweiten Jahrestag des deutsch-polnischen Ver- | träges. „Gazeta Polska" druckt den Artikel ab, den sie ; am 27. Januar 1934 unmittelbar nach der Unterzeich- | nung des Abkommens veröffentlicht hatte. In diesem Aufsatz wird die Friedensliebe der beiden vertragschließenden Teile hervorgehoben.
Das Matt fährt dann fort: Heute, am zweiten Jahrestage des Mchtangriffsvertrages, nachdem dieser : Vertrag trotz vielfacher Versuche, ihn falsch zu deuten, " sich günstig ausgewirkt habe, könne man daran er- ° innern, daß das vor zwei Jahren bei Unterzeichnung des Vertrages gefällte Urteil sich in nichts geändert habe.
,Kxpreß Poranny" hobt hervor, daß der deutsch- polnische Vertrag eines der wichtigsten
L internationalen Ereignisse zur Herstellung eines friedlichen Zusammenlebens in Europa seine l Daseinsberechtigung erwiesen habe. Die gutnach- • barlichen Beziehungen zwischen Deutschland „ unt) Polen entwickelten sich günstig zum Vorteil beider : Länder und ganz Europas. Das verstehe man heute fast überall. Daher seien auch die Zweifler zum k Schweigen gekommen.
Das Militärblatt „Polska Zbrojna" unterstreicht, daß der deutsch-polnische Vertrag einen neuen Abschnitt im Zusammenleben beider VMer eingeleitet habe. Die letzten beiden Jahre hätten die in den Vertrag ge- s setzten Hoffnungen nicht enttäuscht.
I Im schwerindustriellen „Kurjer Polski" heißt es der Schritt des Marschalls Pilfudski sei danach angesichts des in Polen tief verwurzelten Mißtrauens gegenüber Deutschland und besonders gegenüber der preußischen Politik zweifellos eine mutige Tat gewesen, zumal damals das Mißtrauen gegen die nationalsozialistische Regierung in gewiffen europäischen Kreisen so stark gewesen fei, daß eine derartige Verständigung erheblich von der Denkart der gesamten damaligen Diplomatie abgewichen sei. Auch Hitler habe sich mit dem Vertrag zu einem mutigen Schritt entschlossen, denn das Beschreiten des Weges der Verständigung mit Polen seine eine grundsätzliche Abweichung vom bis dahin üblichen deutsch-polni-fchen Denken gewesen. Man habe sich über,zeugen können, daß der Ausbau der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland nicht gegen irgend jemand gerichtet sei, sondern der Idee des Friedens diene.
Deutschlands Friedenswille.
Vor der Ratifizierung des Vertrages Paris—Moskau. — Stimmungsmache für die englische Aufrüstung. — Der Führer über Deutschlands Außenpolitik.
Anläßlich der 10. Jahresfeier des
NS.- Deutschen Studentenbundes.
Mönche«, 27. Jan. Den Abschluß und zugleich Höhepunkt der 10 Jahresfeier des NSD.-Studentenbun- des bildete am Sonntagabend die Großkundgebung im Zirkus Krone. Die Kunde, daß der Führer selbst dieser Veranstaltung beiwohnen werde, hatte zur Folge, daß dar riesige Zirkusgebäude schon mehrere Stunden vor Beginn vollkommen überfüllt war. Aber immer noch marschierten Kolonnen von Braunhemden an, so daß um %8 Uhr auch der letzte Gang und der hinterste Winkel vollgepfropft mit Menschen waren.
Wenige Minuten nach 8 Uhr erfolgte der Einmarsch der Fahnen, Fahnen der Politischen Leiter. Fahnen der SA., die Stander des NSKK. und zum Schluß die 33 Fahnen der NSD.-Studentenbu-ndes, die jüngsten Banner der Bewegung, die am Vormittag durch den Stellvettre^r des Führers ihre feierliche Weihe empfangen hatten. Die Fahnen gruppierten sich im Halbrund um die Bühne.
Nun tritt der Führer des Reichsstudentenbundes, Derichsweiler, abs Mikrophon. Sein Gruß gilt dem Stellvertreter des Führers. Rauschender Beifall hebt an; dann spricht Derichsweiler über Marschrichtung und Zielsetzung des Studentenbundes für die Zukunft, spricht von dem neuen Geist wider die alte Form. Seine Ausführungen wer
den oft von stürmischem Beifall unterbrochen und am Schluß mit minutenlangen Heilrufen gedankt.
Die Ankündigung des Studentenbundführers, daß in wenigen Minuten der Führer erscheinen werde, löste unbeschreiblichen Jubel ans. Brausende, nicht endenwollendc Heilrufe ertönen, als der Führer das Haus betritt. Durch ein Spalier erhobener Arme schreitet er zum Podium. Im Orkan des Jubels drückt sich die grenzenlose Treue und Lieberer deutschen Studentenschaft aus, die stolz und freudig bewegt ihren Führer in dieser Feierstunde in ihrer Mitte weiß. Der Reichsstudentenbundführer tritt nochmals ans Rednerpult und ruft: „Die national- sozialiftische deutsche Jugend grüßt Sie, mein Führer, mit einem dreifachen Siegheil!" Vieltausendfältig braust das Echo durch das Haus; dann wendet sich Derichsweiler an den Führer und sagt: „Wir sind gekommen, um aus Ihrem Wort, mein Führer, die Kraft zu schöpfen zum endgültigen Sieg um die Seele des deutschen Studenten."
Nochmals brausen laute Heilrufe durch den weiten Raum; dann weicht die Begeisterung einer erwartungsvollen Stille, als der Führer vor das Mikrophon tritt. Ein Meer von Köpfen wendet sich ihm zu, bereit, feine Worte zu vernehmen, gläubig und kampfbereit.
Der Führer spricht
von dem tiefgreifenden Prozeß der nationalsozialistischen Machtergreifung, die eine wahrhafte Revolution, eine Umwälzung von geschichtlich seltenem Ausmaß -Erstellt. Er
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