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mit einer täglichen
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84. Jahrgang
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drohte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.
Montag, 13. Januar 1936.
?i^l^eRtsRnfe:«3<mInmeter ®Sf)c der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Eirund. NachlaKiMffel -Mlll"n-ter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut ^P?eisltste Sl^ 4 .-acgiagstauet 4^ erur die Aufnahme von Anzeige:, an b-sttmmten Tagen und Plätzen Gr^ößere'Arii^a^^maNen^i^-,^"' ~ S*luB der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittags?
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Drahtmischrist: Tagblatt Wiesbaden.
Nr. 12.
Trotzdem Weiterführung der Verhandlungen.
London, 12. Jan. Die nächste Sitzung der Flo lonferenz, die bereits kürzlich von Freitag aus Montag
der Flotten
Reuter unterstreicht noch einmal, bah die Anschauung, Japans Ausscheiden bedeute das Ende der Konferenz, in den Hintergrund getreten fei.
Gerüchte über eine Erweiterung des englischen Flottenbauprogramms.
London, 12. Jan. „The People" veröffentlicht eine bisher allerdings noch nicht bestätigte Meldung, wonach der Haushalt für die britische Flotte, der int nächsten Monat veröffentlicht werde, voraussichtlich Gelder für zwei neue britische Schlachtschiffe vorsehen dürfte, von denen jedes rund 90 Millionen Eoldmark kosten solle. England würde diese Schiffe bauen, weil der Zusammenbruch der Flottenkonferenz dies erforderlich mache. In den nächsten fünf Jahren würden neun Schlachtschiffe des gleichen Typs gebaut werden. In diesem Jahre werde das Bauprogramm ferner drei Kreuzer, neun Zerstörer und drei U-Boote enthalten.
Das Blatt behauptet, daß der Entschluß Englands, zwei große Schlachtschiffe zu bauen, eine Überraschung in letzter Minute sei. England habe ursprünglich vor 1937 keine neuen Schlachtschiffe bauen wollen. Die Regierung sei jedoch zu der Ansicht gekommen, daß angesichts des voraussichtlichen Fehlschlagens der Flottenkonferenz durch ein« Vertagung der Schlachtschiff-Neubauten nichts zu gewinnen sei.
Japan wird die Flotten-Konferenz verlassen
Die entscheidende Sitzung des japanischen Kabinetts.
ronserenz, oie vereirs lurziily von grottag auf Montag verschoben worden war, ist erneut vertagt worden. Sie wird anstatt am MontaMachmittag am Dienstagvormittag zusammentreten. Am Dienstag werde, so weiß 'Reuter zu berichten, Japan seine Forderung auf Annahme einer gemeinsamen oberen Tonnagegrenze erneut erheben. Am Mittwoch werde hierauf die japanische Forderung erörtert. Am Donnerstag oder Freitag aber werde die japanische Forderung abgelehnt werden. Japan werde hierauf die Konferenz verlasien.
Vermutungen der Weltpresse.
Re»e Fried-n-plm- im Ab-ssini-n-Konflikt. - Mussolini vechaudlung-b-r-!t? Überraschender Besuch des rumänischen Königs in Belgrad.
Neutralität.
Was man aus dem juristischen und moralischen Be- 1 er,traiität machen kann, wenn man ihn nur
als Maske nur als Mittel zu einem bestimmten schlechten Zweck oenutzt, das hat gerade in diesen Tagen die Vernehmung des Kriegshetzers und KanonenIieseranteit *■" o r g a n vor dem amerikanischen Untersuchungsaus- schütz zur Genüge dargetan. Das amerikanische Volk ist aus die Schlachtfelder geschickt worden in dem Heiligen Glauben, damit für die gute Sache des Friedens zu kämpfen, eine Lanze zu brechen gegen die Aushungerung Englands durch deutsche U-Boote: das amerikanische Volk hat geblutet in der Überzeugung, ■einem deutschen Imperialismus und Militarismus gefährlichster Form Paroli zu bieten.
Warum, zu welchem Zweck aber haben Hundert- tauiende braver amerikanischer Soldaten geblutet und gelitten; was ist der wahre Gründ des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg gewesen? Der Profit skrupelloser Munitionserzeuger, " das Geschäft Marter Kriegsgewinnler . . . nichts anderes! Wäre Morgan nicht gewesen, wären außer ihm einige Dutzend korrupter politischer Gestalten nicht gewesen, die sich haben bestechen tasten, die ihre Seele verkauften uni) sich dem leibhaftigen Teufel der Kriegsfurie verschrieben, so hätte die traditionelle Freundschaft zweier stammverwandter Völker bis heute angehalten, zum Segen der ganzen Welt. Dann wären die Zehnmillionen deutsch- stämmiger Nordamerikaner nicht in schwerste Konflikte t*05 Gewissens und des Gefühls gekommen. Dann hätte die Welt anders ausgesehen.
Es ist die Ironie der Weltgeschichte, die es zuließ, daß USA. und die wackeren Geschäftemacher mit ihren riesigen Kriegskrediten hängen geblieben sind. Heute denkt keiner der alten Alliierten ■daran, zu bezahlen, was sie im Weltkrieg schuldig geblieben sind. Und sonderbarer Weise wird von der moralischen Bankerotterklärung der Geldgeber und der Geldnehmer viel weniger gesprochen als von den eingefrorenen Jn- ftationskrediten, die in den Jahren des Niederbruches zu Wucherzinsen nach Deutschland gegeben worden find. Obwohl bei uns eine Notlage mitspielt, die gerade vom internationalen Großkapital und seinen Hintermännern verschuldet und veruvsacht worden ist, während andere «taaten ausreichende Gold- und Devisenvorräte besäßen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Nun, Schwamm drüber! Wir Deutschen wissen, woran wir mit den Drahtziehern der internationalen Politik und der internationalen Wirtschaftsverflechtungen sind. Wir kennen die Gründe, die Ursachen die Motoren, die hinter den Kulissen der Weltpolitik stehen.
Interessant aber ist gerade in diesem Augenblick der Vergleich der Haltung, die Deutschland heute im Ab e ss i nie nk onf l ik t einnimmt und derjenigen, die vor Jahr und Tag von den Managern jenseits des Großen Teiches eingenommen worden ist.
Man kann nicht behaupten, daß Italien im Weltkriege oder noch vor einem Jahre sich besonders große Verdienste um das Deutsche Reich erworben hätte. Aber weder können und wollen wir uns von Augenblicksregungen abhängig machen noch wären wir imstande, moralische und rechtliche Begriffe wie den der Neutralität zu verletzen — sei es, daß wir damit aus Gegnern Freunde machen, sei es, daß wir glühende Kohlen auf anderer Leute Häupter schaufeln: sei es, bag wir politische Geschäfte in die Scheuern fahren mochten.
Die neuen Anweisungen für London.
2-okio, 12. -oan. In einer Nachtsitzung beschäftigte sih Japanische Kabinett mit her Lage auf der Londoner Flottenkonferenz und legte di« Anweisungen - I« pan i s ch e Abordnung fest. Nachdem die Admrvalskonferenz diese Anweisungen gebilligt hatte wurden st« am Sonntagnachmittag vom Kabinett einstimmig angenommen. Anschließend begab sich Ministerpräsident Okada zum Kmser, um ihm über die gefaßten Beschlüffe Bericht zu erstatten. Der Kaiser genehmigte die Zuweisungen für die japanische Abordnung, di« darauf- hm sofort nach London g edrahtet wurden.
an- der Sitzung des Kabinetts erörterte der älteste Munster Takahashi die schwierige Weltlage. Er regte an, daß we japanische Abordnung in London nochmals eindringlich die Haltung Japans erläutern solle. Die Einstellung Japans fei allein geeignet, den Krieg zu verhüten wahrend die anderen Mächte anscheinend den Krieg vorbe- reiten wollten, wenn sie eine wirkliche Abrüstung ablehnten Der Minister brachte zum Ausdruck, daß Japan ruhig und in freundschaftlicher Form die Flotten- konfe-renz verlassen solle, wenn sich kein anderer Ausweg ergebe.
Wie von zuverlässiger Seite verlautet, sehen die Anweisungen der japanischen Regierung vor, daß die japanische Abordnung auf der Flottenkonferenz das Schwergewicht auf Jne effektive Abrüstung der An g r i f f s w a'f f e n lege, um damit ausdrücklich den Friedenswillen Japans zu beweisen. Nach japanischer Auffassung gebe es keinen anderen 4Beg zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens. Die Ungleichheit der Rüstungen und die Beibehaltung der An- griffswasten stellten eine ständige Bedrohung des Friedens dar. Der Friedenswille der anderen Mächte wäre nicht zu erkennen, wenn der japanische Borschlag abgelehnt werden sollte. Der Austritt Japans aus der Flottenkonferenz bedeute einen Appell an die Welt für den Frieden. Japan, so heißt es weiter, werde die weiteren Verhandlung«! der vier Machte beobachten und den verschiedenen Sonderfragen, wie Einsatz der ll-Bootwaffe und Bewaffnung von Handelsschiifen feine Aufmerksamkeit schenken.
Bon amtlicher Seite wird abschließend erklärt, daß die Anweisungen tur die japanische Abordnung nickt als Ergänzungen zu den unverrückbaren Forderungen Japans zu betrachten feien. Die gesamte japanische Presse fordert die friedliche Trennung Japans von der Flottenkonferenz, falls ta anderer Ausweg möglich sein sollte
Bor einem Jahr.
Prn. (Drahtbericht unserer Berliner im^hS ST Deutschland steht der Wochenbeginn tm Zeichen des Gedenkens an den gewaltigen Abstimmungssreg an der Saar Das SLar- TeJfiEL Heimkehr in Reich und ganz nnh Telert Ihm Mammen, überall in Stadt und Land wehen heute die Hakenkreuzfahnen zur Erinnerung an den Abstimmungstag, an dem sich das Adolr “csiwT1 ’cn »u Deutschland und feinem Führer
Kannte, Auch ein nicht unerheblicher Auslandspresse gedenkt dieses Tages und Deutschlands^ ^ 8T°6®lt &ies toe5 nationalsozialistischen
Das Hauptthema für die Weltpresse freilich bleibt ab es fr ursche Konflikt und die bevorstehende Ratstagung, die heute in 8 Tagen beginnt. Es kennzeichnet die -age, daß wieder neue Friedensgerüchte auftauchen, denn vor allem in London hält man’ Musso- .Nl heute angesichts der militärischen 2iaae in Oit- ■musf1’-2? or'e Italiener sich nach wie vor gegen abessinische Angriffe verteidigen müssen und bemüht sind, eine Abschnürung fötal alles unter oucn Umstanden zu verhindern, für verhand- lungsberelter als noch vor etwa einem Monat Reuter i|t aber vorsichtig genug, in einer Meldung darauf zu verweisen, daß in der Ratstagung die Neigung, auf Friedensvovichläge sinzugehen, die den Italienern weit entgegenkommen, nicht sehr groß sein dürfte. Tatsächlich hat sich in Genf schon seinerzeit unter der Begründung, daß man den Angreifer nicht stärken dürste, ein erheblicher Widerstand gegen den Hoare-Lavalschen Friedensplan bemerkbar gemacht. Man wird unter diesen Umständen doch wohl die in französischen Blättern auftauchenden Pläne von der Lösung des abessinischen Konflikts durch S chaffu ng e i n e s Mandats
oder von dem Gedanken, die vom Negus angeregte Un-erjuchungskommisiion als Schrittmacherin für eine (yrieöensöermittlung* zu benutzen, mit Vorsicht aufnehmen miigen. Die amtlichen Stellen in London, 450115 und Rom versichern, daß sie solchen Plänen fern stunden. Trotzdem sind diese Meldungen als Stimmungsbarometer beachtlich.
., -dn einem gewissen Zusammenhang mit dem abessinischen Konflikt steht, wie an dieser Stelle schon angeführt wurde, die Prager Reise des österreichischen Bundeskanzlers Sch u f ch n ig g, die diese Woche bringt. Sie zeigt, daß Österreich sich der Kleinen Entente zu nähern versucht. Man bringt hiermit auch den jetzt überraschend erfolgten B e s u ch des rumänischen Königs und des Thronfolgers in der südfl a wi sch e n Haupt- ltadt Belgrad in Zusammenhang. Offiziell wird allerdings versichert, >daß es sich um einen Privatbesuch handele und König Earol von Rumänien —ein Bruder der Königin-Witwe Maria von Südslawien — sich auf eine Jagdeinladung hin nach Belgrad begeben habe, doch geht die allgemeine Lesart dahin, daß in den Ee- lprächen mit dem Prinzregenten Paul die Eesamt- lage im europäischen Südosten erörtert werde. Angeblich soll sich in Belgrad aber auch Erz- herzog Anton von Habsburg, der Gemahl der rumänischen Prinzessin Jleana, aufhalten, und daraus glaubt man wieder schließen zu können, daß auch die Habsburger Frage zur Debatte steht, die auch Schuschnigg in Prag nicht unerwähnt lassen dürfte. Es sei daran erinnert, daß Schuschnigg sich stets mit aller Energie der Wiederkehr der Habsburger widersetzt hat. Ob jetzt tatsächlich versucht wird, Belgrad umzustimmen, ist schwer zu sagen. Immerhin kommt den Belgrader Unterredungen doch wohl eine gewisse allgemeine Bedeutung zu, wenn auch erst Die Zeit lehren kann, was an den jetzt umlaufenden Vermutungen wa hr ist.
Unsere Neutralität ist über jeden Zweifel erhaben. Wir sind korrekt gegen jedermann. Wir wollen uns in die Auseinandersetzungen anderer nicht einmischen. Wir lassen Sentimentalitäten und Gefühlsmomente aus dem Spiele, wenn wir uns fragen, wem denn eigentlich in diesem Streite unser Herz gehört. Aber mir sind auch nicht damit einverstanden, wenn etwa Italien fälschlich und dazu noch auf unsere Kosten ins Unrecht gesetzt wird.
Da wurde in der Weltpresse berichtet, zahllose Südtiroler seien bei der Einziehung zum italienischen Heeresdienst desertiert und aus deutsches Gebiet übergetreten. Obwohl diese Leute Deutschen Stammes sind liegt uns nichts daran, aus diesen Falschmeldungen Kapital zu schlagen. Wir stellen schlicht und einfach fest, daß die Meldu.ng gelogen war. Der „Osservatore Romano" — das Blatt des Vatikans — brachte eine Arte heraus, die besagte, Deutschland habe eine Rote- Kreuz-Abteilung nach Abessinien geschickt. Auch das ist unwahr, ganz gleich, ob vielleicht zahlreiche Deutsche mit gewissen Vorgängen auf dem abessinischen Kriegs- ichanplatz innerlich nicht einverstanden sind. Man berichtete ferner, Deutschland habe sich als geheimer Ol- I « Eststrit, Italiens etabliert; eingefrorene italienische Kredite in Deutschland dienten zur Bezahlung. Auch 1 windel. Wir besitzen gar keinen Ölübevschuß: und
