Einzelbild herunterladen
 

Mpen-AisBe,

Ar. 179. Sonntag, 8. April 1917.

Wlcslmdtiirr Tsgblsll.

Zweites Blatt.

DEUTSCHE BANK.

Geschäftsbericht für das Jahr 1916.

Wir berichten über das siebenundvierzigste Ge- eefiäftsjabr der Deutschen Bank.

Noch immer wütet der verbrecherische Krieg, der so viele bbSnungsvolle Menschenleben, soviel Arbeit, Gut und 'Wohlstand vernichtet. Die deutschen Heere, sowie unsere tapferen Bundes­genossen haben im wesentlichen ihre Stellung auf allen Fronten banauptet. Verdientes Schicksal hat Rumänien ereilt, das sich ohne Not in den Kampf einmischte. Durch die Besetzung der Walachei und Dobrudscha ist den Zentralmäehten wertvolles Gebiet für die Erzeugung von Getreide und die Gewinnung von Erdöl zugewachsen. Mit einer Einmütigkeit und Opferbereit­schaft, wie sie nur seltene Höhepunkte der Völkergeschichte aufweisen, tritt das deutsche Volk voll ernster Entschlossenheit und Zuversicht in den entscheidenden Endkampf, für den unsere Streitmacht zu Wasser und zu Lande ebenso gerüstet ist, wie die Volkswirtschaft in der Heimat.

In zunehmendem Grade haben die Ereignisse seit Kriegs­beginn aufgedeckt und erwiesen, auf welcher Seite das über­wiegende Schwergewicht nicht nur der Stärke, sondern auch des moralischen Rechtes liegt, ob auf der Seite unserer Gegner, die um Befriedigung ihres Hasses, um Gewinn an Land und Gütern kämpfen, oder auf seiten Deutschlands und seiner Verbündeten, die um ihre Unabhängigkeit, um die Behauptung ihres Besitzes, die Sprengung unerträglicher Einkreisung, um die Freiheit der Meere und des Welthandels, um gleiches Recht für Alle in den Kampf gezogen sind. Die Geheimakten der Archive von Brüssel, Bukarest und Kowno haben bestätigt, was der seit einem Jahr­zehnt vor Ausbruch des Krieges von unseren Gegnern geführte Feldzug der Verhetzung gegen Deutschland und der planmäßigen Vergiftung der öffentlichen Meinung hatte ahnen lassen.

Deutschlands Kraft steht ungebrochen. Die Ernte war gut, wenn auch ungenügend im Ertrag an Kartoffeln. Zwei Kriegs­anleihen lieferten in 1916 jede über 10 Milliarden Mark. Die bevorstehende sechste Kriegsanleihe verspricht wieder guten Er­folg. Die Einlagen in Banken und Sparkassen sind höher als jemals zuvor. Obwohl aus deutschen Sparkassengeldern über 7 Milliarden Mark zur Anlage in Kriegsanleihen verwendet worden sind, ist der absolute Einlagebestand noch ebenso hoch wie zu Anfang des Krieges, mehr als 20 Milliarden Mark. Für die Deutsche Bank lassen wir unsere Zahlen reden

Unser Gesamtumsatz erreichte 129 Milliarden und fiberstieg den vorjährigen um 22 Milliarden Mark.

Die Aktiven und Passiven unserer Londoner Filiale sind in unseren Abschluß nach dem von der englischen Regierung veröffentlichten Bericht des Zwangs Verwalters eingestellt. Ob­wohl die Liquidation unserer Filiale einen Ueberschuß von mehr als 1% Millionen Pfund Sterling über alle Verbindlichkeiten aufweist, verkündet die britische Regierung, von einer gewissen Presse aufgestachelt, unser Bankgebäude solle verkauft werden. Es war England Vorbehalten, das böse Beispiel zu geben, unter Mißachtung allen Völkerrechts und auf Grund für überwunden gehaltener mittelalterlicher Gebräuche das Privateigentum an­zutasten. Wird London künftig als ein sicherer Aufbewahrungs­ort ausländischen Privatvermögens zu betrachten sein?

Der Banksatz betrug während des ganzen Jahres 5 %. Der Goldbestand der Reichsbank hat sich noch etwas vermehrt, übersteigt den englischen Goldschatz um mehr als das Doppelte und nähert sich dem wirklichen Goldbestände der Bank von Frankreich, der früher ein Vielfaches des deut­schen Geldvorrats zu betragen pflegte. Was die Bank von Frankreich in ihrem Status alsor ä Iötranger aufführt, ist hauptsächlich (gegen das Versprechen dereinstiger Rückgabe) nach London abgeflossenes Gold, das wohl längst seinen Weg nach New York für die Bezahlung der riesenhaften amerika­nischen Munitionslieferungen gefunden hat. Jedenfalls wird das gleiche Gold an mehr als einer Stelle als Bestand aufgeführt. Goldmünzen sind in allen kriegführenden Ländern aus dem Um­lauf verschwunden. Die Währung der glücklichen an dem Kriege unbeteiligten Länder wird über dem Goldpunkt bewertet.

Die Aufhebung des Scheckstempels hat eine erfreuliche Zu­nahme des Scheckverkehrs, wenn auch entsprechende Belastung unseres Personals zur Folge gehabt. Durch Einführung zweck­mäßiger Zahlungs- und Ueberweisungskarten haben wir dazu beigetragen, den bargeldlosen Verkehr zu fördern.

Was unsere Abschlußzahlen anbelangt, so dürfen wir du wesentlichen auf unsere vorjährigen Erläuterungen hin- weisen. Die stärkste Abweichung zeigt die Summe unserer Kreditoren, die sich um über 900 Millionen Mark erhöht hat. Dieser Zunahme der uns anvertrauten Gelder steht eine entsprechende Vermehrung unserer Wechsel, Bankgut­haben und Lombard-Vorschüsse gegenüber. Das Verhältnis unserer flüssigsten Mittel zu den Verpflichtungen hat sich weiter gehoben; von sämtlichen Verpflichtungen unserer Bank betragen:

die leicht greifbaren Mittel 78,87% gegen 71,25% im Vorjahr, unter Einrechnung der Warenvorschüsse 84,63% gegen 77,41%.

Die Zahl der bei der Deutschen Bank geführten Knnden- mchnungen hat sich von 360,049 auf 380,416 am Ende des Be­richtsjahres erhöht.

Die Zahl unserer Beamten, einschließlich der Mitglieder des Vorstandes und der Direktionen aller Zweiganstalten, sowie einschließlich der großen Zahl der im Heeresdienst Wirkenden und der zu teilweisem Ersatz angestellten Hilfskräfte, betrug am Jahresschluß 10,603 gegen 10,120 im Vorjahr. Wir geben wiederum als Anlage zu diesem Bericht das Verzeichnis der un­vergessenen Tapferen, die in Erfüllung ihrer Pflicht ihr Leben für das Vaterland lassen mußten.

In Anbetracht der herrschenden Teuerung haben wir unserer Beamtenschaft, neben dem bereits in 1915 bis auf weiteres ge­währten laufenden Zuschuß, während des abgelaufenen Jahres drei Mal besondere Kriegsbeihilfen bewilligt. Einschließlich der aus dem Jahresgewinn zu entnehmenden Abschluß-Gratifikationen hat die Deutsche Bank für ihre Beamten im Berichtsjahre über die festen Gehälter hinaus die folgenden Summen auf­gewendet:

Weihnaehts- und Abschluß-Gratifikationen . JH 5,118,698.20

Wohlfahrtseinrichtungen. JH 492,158.56

Beiträge zum Beamtenfürsorge-Verein . . JH 1,612,893.79

Pensionen und Unterstützungen aus dem Dr.

Georg von Siemens-Fonds . JH 544,674.73

JH 7,768,425.28

Dazu aus Anlaß des Krieges laufende Bei­hilfen und Teuerungszulage an die zum Heeresdienst einberufenen sowie die im Betriebe tätigen Beamten (Kriegsfürsorge.) JH 7,544,018.35

08 16,312,443,63

also einen Gesamtbetrag gleich annähernd der Hälfte der

Dividende.

Vom 1. Januar 1917 ab gewähren wir unseren fest ange­stellten Beamten, unter Ausschluß der Tantiemeberecbtigten, für jedes Kind bis zu dessen vollendetem sechzehnten Lebensjahre einen jährlichen Erziehungsbeitrag von JH 200; natürlich auch den zum Heeresdienst einberufenen Beamten nach ihrer Rück­kehr das Gleiche, und zwar an Stelle der jetzt von ihnen be­zogenen Kinderzulage.

Außerdem haben wir wegen der Teuerung unseren in Ruhe­stand befindlichen Beamten und den Witwen und Waisen der verstorbenen Beamten zu den ihnen aus dem Dr. Georg von Siemens-Fond gezahlten Pensionen, rückwirkend vom 1, Januar dieses Jahres ab, bis auf weiteres einen besonderen Zuschuß be­willigt. Der Witwen und Waisen der im Kriege gefallenen Be> amten ist bereits, wie in unserem Jahresbericht für 1914 aus­geführt, durch eine Erhöhung der üblichen Sätze gedacht worden.

Auch in diesem Jahre haben wir alle Neuausgaben für Einrichtung völlig abgeschrieben, sowie einen Betrag von JH 6,167,843.23 (einschl. JH 4 Millionen Sonder­abschreibung) auf Bankgebäude abgesetzt. In Trier wurde ein Grundstück für den Neubau unserer dortigen Filiale erworben.

Für Steuern und Abgaben hatten wir JH 5,200,151.91 zu erlegen, gegen JH 4,190,670.32 im Jahre zuvor; zusammen mit dem Wehrbeitrag und der Zinsbogensteuer jedoch über sechs Millionen Mark.

Unsere Zweiganstalten haben sich unter den, durch die Verringerung der arbeitenden Beamtenschaft, recht schweren Umständen jeder billigen Anforderung gewachsen gezeigt. Durch die Aufnahme des Schlesischen Bankvereins und der Nord­deutschen Creditanstalt, die in der außerordentlichen General­versammlung unserer Aktionäre am 7. März beschlossen wurde, ist die Zahl unserer eigenen Bankstellen auf 102 ge­wachsen. Die Deutsche Bank ist nunmehr außerhalb Groß- Berlins durch Filialen, Zweigstellen und Kassen an folgenden Plätzen vertreten:

Aachen

Gumbinnen

Oliva

Allenstein

Hagen i. W.

Opladen

Augsburg

Hamburg

Paderborn

Barmen

Hamm i. W.

Posen

Bergedorf

Hanau

Potsdam

Berncastel-Gues

Hindenburg O. 8.

Radeberg,Sachsen

Beuthen O. 8.

Hirschberg i. Schl.

Ratiborf

Bielefeld

Hohensalza

Reichenbach

Bocholt

Idar

i. Schl.

Bonn

Insterburg

Remscheid

Bremen

Jauer

Rheydt

Breslau

Kattowitz

Ronsdorf

Bromberg

Kolberg

Rybnik

Brüssel

Köln

Saarbrücken

Bütow

Köln-Mülheim

Schlebusch

CI emnitz

Königsberg Pr.

Schweidnitz

Coblenz

Königshütte O. S.

Schwelm

Crefeld

Konstantinopel

Soest

Cronenberg

Langenbielau

Solingen

Culmsee

Lange rfeld

Spandau

Danzig

Langfuhr

Sprottau

Darmstadt

Leipzig

Stettin

Deuben

Leobschütz

Thorn

Dresde n

Libäu

Tiegenhof

Düsseldorf

Liegnitz

Trier

Elberfeld

Lippstadt

Vegesack

Elbing

London

Velbert

Frankfurt a. M.

Lötzen

Wald

M.-Gladbach

Meißen

Waldenburg

Glatz

München

i. Schl.

Gleiwitz

Neheim

Warburg

Glogau

Neiße

Weißer Hirsch

Gnadenfrei

Neuß

Wiesbaden

Goch

Nürnberg

Zoppot

Görlitz

Offenbach

Die beschlossene Eröffnung einer Filiale in Sofia ist in Vor­

bereitung; die Zweigstelle Metz hat ihren Betrieb wegen des

Kriegszustandes noch nicht aufgenommen.

Wir haben uns kommanditarisch an

der hochangesehenen

Bankfirma C. G.

Trinkaus in Düsseldorf beteiligt. In

Trier übernahmen wir das altangesessene Bankhaus

Reverchon &

C o., dessen Teilhaber,

die Herren Kommer-

zienrat Adria;

a Reverchon und

Justizrat Dr. jur.

Lorenz Hey,

mit Beginn des neuen Geschäftsjahres als

Direktoren in die Leitung unserer Filiale Trier eingetreten sind

Die Deutsche Ueberseeische Bank ist infolge

der Schwierigkeit

des Verkehrs mit Uebersee noch nicht in der

Lage, einen Abschluß aufzustellen, dürfte

aber nach den ein-

gelaufenen Nachrichten wiederum 6 %

Dividende verteilen

können.

Der Ertrag ausDauernden Beteiligungen und

Kömmanditen enthält die für 1915 vereinnahmten Dividenden auf unseren Besitz an Aktien

der Deutschen Ueberseeischen Bank (6%) (für 1916 6%) der Deutschen Vereinsbank (5% %) (für 1916 6 %)

der Essener Credit-Anstalt (8 %) (für 1916 8% %)

der Hannoverschen Bank (6% %) (für 1916 7% %)

der Mecklenburgischen Hypotheken- u. Wechselbank (15%)

(für 1916 15 %)

der Niederlausitzer Bank A.-G. (6%) %) (für 1916 7 %) der Oldenburgischen Spar- und Leih-Bank (10 %)

(für 1916 10 %)

der Pfälzischen Bank (6 %) (für 1916 6 %)

der Privatbank zu Gotha (6 %) (für 1916 6 %)

der Rheinischen Creditbank (6 %) (für 1916 6 %)

des Schlesischen Bankvereins (7 %) (für 1916 7%. %)

der Württembergischen Vereinsbank (6 %) (für 1916 7 %) und der Deutschen Treuhand-Gesellschaft (12% %)

(für 1916 12% %).

Wie aus der obigen Aufstellung der für 1916 schon empfan­

genen oder zu erwartenden Dividenden oder Zahlungen ersicht­lich ist, können alle diese Institute für das dritte Kriegsjahr den gleichen oder einen höheren Gewinn vorschlagen, als im zweiten

Wir haben die Geschäfte verschiedener Kriegsausschüsse und Abrechnungsstellen weitergeführt, als deren wichtigsten wir den Kriegsaussschuß für Gele und Fette hervorheben,

Unsere in dem vorjährigen Bericht erwähnte Einrichtung

bbt Vermittlung von Geldsendungen an deutsche

Gefangene hn feindlichen Ausland, in der jetzt nicht weniger

als 81 Beamte arbeiten, hat ihr segensreiches Wirken fortgesetzt Im Jahre 1916 sind rund 400 000 solcher Zahlungen, einmalig oder laufend, von uns vermittelt worden und in den meisten Fällen auch an die berechtigten Empfänger gelangt.

Wir haben zusammen mit Herrn A. Lohmann in Bremen und dem Norddeutschen Lloyd die Deutsche Ozean- Reederei G. in. b. H. gegründet, deren Untersee­handelsbootDeutschland zwei erfolgreiche Fahrten nach den Vereinigten Staaten ausführen konnte.

Die Bank für orientalische Eisenbahnen hat 5 % Dividende verteilt, die wir von dem Buchpreise abgesetzt also nicht in unseren Gewinn einbezogen haben. Die Bank und ihre Untergesellschaften befinden sich in gesunder Verfassung; die Bank muß jedoch nach dem schweizerischen Obligationen­recht große Valuta-Abschreibungen vornehmen.

In dem Bestreben, unsererseits die dringend wünschenswerte Zusammenfassung der deutschen Bankkraft im Auslande zu för­dern, haben wir uns im Berichtsjahr mit einer namhaften Quote an der Deutschen Orientbank A.-G. beteiligt und sind in deren Aufsichtsrat eingetreten.

Unsere Eisenbahn-Unternehmungen in der Türkei haben dem verbündeten Osmanisehen Kaiserreich weiter die wertvollsten Dienste geleistet. Die Anatolische Eisenbahn-Gesellschaft dürfte für 1916 wiederum mindestens 6% Dividende vorschlagen. Die Bagdad-Eisen- bahn-Gesellschaft hat, trotz aller durch den Krieg ge­schaffenen Schwierigkeiten, mit Unterstützung der Türkischen und der Reichsregierung, sowie der beiderseitigen Heeresorgane ihren Ausbau und Weiterbau gefördert. Auch in Zukunft wird das Unternehmen der Hilfe der beiden Regierungen recht sehr bedürfen, weil der Bau unter den Bedingungen der Konzession von 1903 ebenso unmöglich geworden ist, wie der konzessions­gemäße Betrieb zu 45 bezw. 40 % der Bruttoeinnahmen. Durch vier Kriege, von denen der letzte und schwerste noch andauert, sind der Bahn wie auch der Bauunternehmungen außerordentlich große Verluste erwachsen; die Steigerung des Zinsfußes für alle festverzinslichen Wertpapiere um die Hälfte und mehr, macht den Verkauf der 4 % türkischen Subventionsanleihen, aus denen bekanntlich der Bau zu bestreiten ist, auf absehbare Zukunft hinaus unmöglich.

Dar-Bayerische Lloyd Sebiffahrtsgese 1U Schaft in. b. H., Regensburg, den wir unter fördernder Mit­wirkung und späterer Kapitalbeteiligung der k. Bayerischen Staatsregierung und im Verein mit süddeutschen Städten, den bayerischen Großbanken und anderen Freunden entwickelt haben, konnte seine Flotte und Einrichtungen im Laufe des Weltkrieges erheblich vermehren. Auch die Zentral-Einkaufs- gesellschaft hat inzwischen für die Bedürfnisse der deutschen Einfuhr eine Reihe von Dampfern und Schleppkähnen gebaut, die auf den Bayerischen Lloyd gegen eine entsprechende Kapital­beteiligung der Reichsregierung an dem Unternehmen übergehen Darüber hinaus sollen durch eine bevorstehende Kapitalerhöhung des Bayerischen Lloyd die für dessen weitere Ausdehnung nötigen Mittel beschafft werden.

Die Steaua Romana, Aktien-Gesellschaft für Petroleum-Industrie, hatte die Ausschüttung einer gegen ihren letzten Dividendensatz erhöhten Verteilung in Aussicht genommen. Der Eintritt Rumäniens in den Krieg hat diese Absicht vereitelt, indem englische Agenten die Anlagen der Gesellschaft an vielen Stellen systematisch zerstört haben, ein Teil der Bücher und Schriften vernichtet oder verschleppt, und sogar die bescheidene Habe und Einrichtung der Beamten ge­raubt worden ist. Die Gesellschaft ist mit den Aufräumungs- ai beiten beschäftigt; sie hat bereits ihren Bohrbetrieb und die Erzeugung von Petroleumprodukten, vorläufig in beschränktem Umfange, wieder aufgenommen. Von den Vorräten wurde durch die rasche Einnahme von Konstanza eine bedeutende Menge ge­rettet. Unter den geschilderten Umständen wird die Aufstellung einer Bilanz Zeit erfordern, und bis dahin hat auch die Deutsche Petroleum A.-G. wegen ihrer großen Beteiligung an der Steaua Romana ihren Abschluß aufgeschoben.

Die Bayerischen Stickstoffwerke, deren Aktien noch in einem Syndikat gebunden sind, haben ihre Dividende auf 14 % erhöht. Eine zweite Wasserkraft von 24 000 Pferde­stärken an der Alz wird zurzeit ausgebaut. Der Bau und Be­trieb der großen Reichswerke hat die Gesellschaft zu einem be­deutenden Unternehmen gemacht. Die Gesellschaft hat in un­serem Aufträge für ein Konsortium den Bau und die Leitung einer Fabrik zur Herstellung von Tetralin-Heizöl übernommen.

Unter unserer Mitwirkung und im Verein mit bayerischen Banken und anderen Freunden haben die Kruppwerke die Kom­manditgesellschaft Bayerische Geschützwerke Fried. Krupp in München errichtet.

Nach zweijährigen Verhandlungen haben wir gemeinsam mit der Dresdner Bank dieMitropa Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen - A. -G Berlin er­lichtet. Unter strenger Wahrung bestehender Rechte feindlicher Ausländer ist dieser Gesellschaft von den deutschen, österreich­ischen und ungarischen Staatseisenbahn-Verwaltungen die Füh­rung zahlreicher Schlafwagen- und Speisewagen-Kurse über­tragen worden. Ein Kreis von Beteiligten aus Oesterreich-Ungarn und den deutschen Bundesstaaten hat sich mit uns zur Durch­führung dieses verkehrspolitisch wichtigen Unternehmens ver-i einigt.

Die Ungarische Erdgas-Aktien-Gesellschaft

in Budapest, über deren Vorbereitung wir vor einem Jahr berichteten, wurde inzwischen mit einem Kapital von 27 Millionen Kronen begründet. Dieses erste, große deutsch-ungarische Wirt­schaftsunternehmen hat trotz aller Schwierigkeiten, die der Welt krieg und insbesondere der rumänische Einbruch in Siebenbürgen mit sich brachten, seine Einrichtungsarbeiten durchgeführt. Die bereits erzielte Erzeugung ermöglicht schon nächstens die Liefe­rung bedeutender Erdgasmengen an Betriebe der ungarischen Kriegs- und Friedenswirtschaft.

Die St. Louis & San Francisco Bahn ist mit gutem Erfolg reorganisiert worden. Es ist uns gelungen, unter Aus­nutzung der hohen Wechselkurse, den deutschen Besitzern der von uns eingeführten özinsigen Bonds, kurz vor Abbruch der diplomatischen Beziehungen seitens der Vereinigten Staaten, die Rücknahme dieser Bonds zu einem den Ausgabepreis übersteigen­den Kurse anzubieten. Die allermeisten unserer Kunden haben hiervon Gebrauch gemacht. So hat sich die Anlage in diesen Bonds seit ihrer Einführung, trotz der bedauerlichen Stockung in den Zinszahlungen, schließlich für die Erwerber doch als eine vorteilhafte erwiesen; durch den Rückverkauf erwuchs überdies