-kr. 17». Sonntag. 8. April 1N17.
Wiesbadener Tagblatt.
Morgen-AuSgab«. Erstes Blatt. Sekte 8.
Sport und Luftfahrt.
* Fußball. Der Spo rtverein Wiesbaden spielt am 1. Osterseiertag mit einer Mannschaft gegen die 1. Manrr- schaft des Futzbalbvereins 1902 Biebrich ans seinem Platz an der Frankfurter Straße. Beginn 3 Uhr. — Am 2. Feiertag fährt die 1. Mannschaft beS Sportvererns nach Offen, buch, um gegen die spielstarke Offenbacher Kickers anzutreten. Abfahrt 12 Uhr 8 Min. ab Hauptbahnhof.
Neues aus aller Welt.
Kiraigiu-Witwe Olga von Griechenland nimmt den Schleier.
p« „New Uork §eralt>" meldet av-3 Petersburg: Die Königin-Witwe Olga von Griechenland, die Gemahlin weiland König Georgs, ist aus Kummer über die revolutionären Ereignisse in Rußland Nonne feworden. _ Als Tochter des verstorbenen Großfürsten Konstantin fkikolajewstsch hatte sie zu Beginn des lebten Jahres Athen verlaßen und in Petersburg Wohnung genommen. Ihrer ganzen Gelinnung nach muß ihr die russische Revolulion alz der Anfang vom ffnde ihres Vaterlandes erscheinen, ba* sie abgöttisch liebte. In Petersburg betätigte sie sich als Rote-Krenz-Dame. Jetzt hat sie den Schleier genommen und ist in den Orden der heiligen Sugrnie : eingc treten.
Die Großmutter der Revolution. W i e n. 7. April. Die Blätter enthalten sehr interessante Einzelheiten über die „Jnstallie- runa" der „Großmutter der Revolutwn" in Petersburg, der Frau Preschowskaja, die nach sstjähriger Berbannnng ans Omsk zurück- oebolt wiirde Sie wurde vom Houptkommandierendcn des Petersburger Militärkreises empfangen und mit großer Begleirnnq ins Stadttheater geführt, wo man »hr Überwältigeno; Huldigungen darbrachte Sodann besuchte sie mehrere Kalernen und hielt Ansprachen im die Soldaten. Zuefft wurde sie im Palast; des General- oonvcrneurs einlogiert, das den offiziellen Namen „Haus der Republik" erhielt. Hernach aber nberäedelte sie in den Zarenpalgst, wo sie jetzt in den Gemächern wohnt, die ftiiher das Zarenpaar innehatte. Frau Breschowskaja hatte vor 40 Jahren den Umsturz gepredigt und den UMergang des Zarrsnms gefordert. Sie wurde deshalb verbannt.
Bater und Sohn — kaiserliche Patenkinder. Königsberg, 7. April. Der gewiß sehr seltene Fall, daß Bater und Sohn Patenkinder des deutschen Kaisers sind, hat sich in der Familie des Kaufmann': Bölcker hier ereignet. Dieser hatte alz siebenter Sohn der Familie — sein Bater war Pcooinzialschnlrat in Danzig — den Kaffer Wilhelm I. ->rm Paten. Jetzt blickt er ebenfalls auf die stattliche Zahl von sieben Jungen herab. Beim jüngsten hat dieser Tage Kaiser Wilhelm II. Patenstelle übernommen.
Die Wirtin vom ,Fnuchcn von Thacaa' ermordet. Königsberg, 7. April. In dem durch Simo i Dachs Lied und den Brand seiner historisch denkwürdigen Kirche weit über Ostpreußen hinaus bekannt gewordenen Dorfe Thurau bat »ich eine noch nicht aufgeklärte 'chwere Bluttat ereignet: die Wirtin des Gasthofes .Lunchen von Tharan", Frau Auguste Arbeit, ist, wie die amtliche Unier- fuchung ergeben, bat, ermordet worden. Ein Raubmord scheint nicht vorznlieaen, da Geld und Wertsachen der Ermordeten nickt vermißt werden. Die Ermittelungen nach dem unbekanitten Mörder find im Gange.
Ein gesunder Berus. München. 7. April. Bei der Fuß- Waschung am diesjährigen Grünvonnerstag, wie sie alljährlich am baverischen Hofe in München stattfindet. war der älteste Apostel ein Schwebe, der 89jährige Schäfer Joseph Meier aus Mündling, Be. zirk Donauwörth. Er hütet heute noch für seine Gemeinde l ierzig Schafe. Der Me Wnßbart geht vollständig krei, ohne Stütze, hön und sieht noch gut, und auch sein Gedächtnis ilt ausgezeichnet. Er Hai sein ganzes Leben als Schäfer auf der Weide verbracht und ist nie krank gewesen. Er hat vier Kinder, drei Enkel und sieben Urenkel als Nachkommen.
Handelsteil.
Landwirtschaft iche Genossenschaften und Kriegswirtschaft.
Zurzeit wirken im Deutschen Reiche rund 29 000 landwirtschaftliche Genosseischaftea, lazu bestimmt, die zersplitterten wirtschaftlichen schwachen Existenzen zu leistungsfähigen Organisationen zusammenzuschließen. Wesentlich ihr Verdienst ist es, daß die Überführung der Landwirtschaft ans der Naturalwirtschaft in die modernen Zeitverhältnisse der Geld- und Kreditwirtschaft ohne krisenartige Erschütterungen vor sich gegangen ist Ihr kräftiges Erstarken hat sie aber auch in die Lage versetzt, der Kriegswirtschaft die wertvollsten Dienste zu leisten; darüber berichtet in Nr. 11 der Wochenschrift „Der Staats- bedari“ ein anerkannter Vertreter des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens, Dr. Ed. Müller in Halle a. S., indem er einleitend die Tatsache hervorhebt wie heutzutage durch die Genossenschaften dem kleinsten Hauern ermöglicht sei, sowohl seine Bedarfsgegenstände zweckmäßigst einzukaufen, als auch seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse bestmöglichst abzusetzec. In der Kriegswirtschaft haben zunächst die,großen Zentralgenossenschaften Anerkennung und Beachtung gefunden, und zwar durch ihre Tätigkeit in der Bewirtschaftung unseres Brotgetreides und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie als Ver- teilunpsstellen der Futter- and Düngemittel Danach haben aber auch die Spar- uni Durlehnskassen große vaterländische Verdienste zu verzeichnen, z. B. als Sammler von Goldmünzen und namentlich bei der Vermittlung der Kriegsanleihen. Rund 1800 Millionen Mark Kriegsanleihen sind dem Reich von der genossenschaftlichen Kreditorganisation des platten Landes zur Verfügung gestellt weiden und diese Summe wird noch erheblich erhöht werden. Dazu kommt, daß zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe lediglich mit genossenschaftlicher Unterstützung während des Krieges aufrecht erhalten werden konnten. Beachtung verdienen ferner die genossenschaftlich organisierten Molkereien, Vieh verwertungs- und auch Klektrizitäts- verbände. Alles in allem weist die Geschichte der Wirksamkeit der landwirtschaftlichen Genossenschaften in unserer Kriegswirts Kraft nur Ruhmesblätter auf, die zu der Hoffnung berechtigen, daß die landwirtschaftlichen Ge- nossenschaftsorgai'.isatioiou auch in der Obergangs- und späteren Friedenswirtschaft die ihnen zukommende Stellung einnehn.en und eine ersprießliche Tätigkeit entfalten werden.
Grössere Zeichnungen auf diö, Kriegsanleihe
$ Berlin, 7. April. Der Beamtenversicherungsverein des Deutschen Bank- und Bankiergewerhes a G. hat für die 6 Kriegsanleihe den Betrag von 5 Millionen Mark gezeichnet, seine Zeichnungen für die ersten fünf Kriegsanleihen betrugen insgesamt 21 Millionen Marli. — Die Pensionskasse der Preußisch-Hessischen Eisenhahngemeinschaft zeichnete 20 000 000 M. (105 Mill M.).
w. Düseldorf, 7. April. Der ^tahlwerksverband, A.-G., Düsseldorf, zeichnete 8 Mill. M., die Kreissparkasse Saarbrücken 5000 000 M.
w. Essen, 7. April. Die Firma Friedr. Krupp, A.-G., zeichnete weitere 10 Mill. M , die Kreissparkasse Essen 1 Mill. M., die Stadt Bochum i l A Mill M.
* Stuttgart, 7. April. Von der Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter) wurden auf die 6. Kriegsanleihe 14 Mill. M. (insgesamt mit den fünf früheren Kriegsanleihen 6t Millionen Mark) gezeichnet.
Banken und Geldmarkt,
* Eine Zweigniederlassung der Nationalbank in Brüssel. Die Nationalbank für Deutschland gibt bekannt, daß sie ip Brüssel eine Zweigniederlassung unter der Firma Nationalbank für Deutschland Succursale de Bruxelles, errichtet hat. Der Aufsichtsrat hat Herrn Karl Heinrich zum Direktor, Herrn Julius Schwarz zum stellvertretenden Direktor bestellt.
Industrie und Handel.
* Die Porzellanfabrik PU Ro-emhal u. Co, L-ö. in Selb, schlägt 10 Pro,:. Dividende vor. (Für das Vorjahr hatte sich ein Verlust von 258 732 M. ergebend
* Maschinen-, und Werkzeugfabiuk, A.-G. (vorm Aug. Paselien). in Cöthen (Anhalt) Der Aufsicntsrat beantragt 10 Proz. (i. V. 8 Proz.) Divi lende
* Die A.-G. für Buntpapier- und Leimfahrikatton, Asehaffenburg, schlägt vor, aus dem Reingewinn von 228 431 Mark (gegen 80 525 M.) eine Dividende von 7 Proz. zu verteilen (1915 3 Proz.).
* Dip Heinr. Lehmann u. Cie., A-G. für Eisenkonstruk- tion. Brücken- und Signalhau, schlägt für 1316 die Verteilung einer Dividende von 14 Proz. vor (12 Proz. für 1915).
Genossenschaftswesen.
= Bierstadt, 7. April. Der Gesamtumsatz des Spar- und Vorschußvereins blieb um etwas gegen das Vorjahr zurück; er beläuft sich auf 998 300 M. Hingegen sind die Spareinlagei um 21 500 M. gestiegen. "Von dem Reingewinn werden in diesem Jahre 4 Proz. Dividende gezahlt gegen 5 Proz. der Vorjahre. Die Mitgllederzahl beträgt unverändert 128. — Dis Gemeinde beteiligt sich an der 6. Kriegsanleihe mit 500C M Insgesamt hat die Gemeinde hiermit einen Betrag von 30 000 M. gezeichnet.
Briefkasten.
S D« Schriftl-Umm bf« Wiesbadener XaobiattS beantworte» nur sSttst'lch« »fragen im Briefkasten- und zwar ohne ReTdtsverbindlichkett. Besprichungee können nüüt gewährt werden.)
H. L. 10«. Ihr Bräutigam ist zum Heiraten berechtigt, muh sich ober dreserhalb an seinen Vorgesetzten wenden. Der Urlaub dürste wobl bewilligt werden. Die Unterstüymrg, oie nur im Falle der Bedürftigkeit gewährt wird, bettägt für die Ehefrau monatlich 34 M. K. St. Das Berpflegungsgeld für Urlauber ist ans 2 M. erhöht. A. W. 10«. Wenden Sie sich an die Fachblätter „Das Lichtbild- Theater" oder „Projektwn", illustrierte Fachze'-tschrist für gewerbliche und wijsenswaftliche Kinematographie, die beide in Berlin erscheinen. ___
Die LNorgerr-Attsg abe umfafft 18 Seiten .
sowie die Verlagsbetlage „Illustrierte Kinder-Zeitung" Nr. 4.
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Betau ttsortltcb ffir deutiche Politik: «. -e,erhörst; fflt BuM»nb«*o«ttlj Dr pbll K Sturm; für den Unter halrutmsleil: 8 v. Rauenborf: rat RaLrtcktten ans Wiesbaden aut oen RaSdardezirken: S 8.: fc Diesen dach; für ©r.idtrefoal: H. DieienbaL: für Spurt und Suftiabrt: I 8 T Losackerj für Bermtichles und den Briefkasten % goSacftr; für den tzandeitletl W Etz; für die Anzeigen und Reklamen: H. Do maus: iämtltch in WteLbusen • M an« 8erlag der £. ScheUenderglchen Hol-BuLdruckerei m Wtrsdad«»»
Svr-chstmtbe der SAttftlritung: 18 bi» 1 Uhr.
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Der volle Goldwert wird vergütet
und dem
Vaterland eh grosser Dienst erwiesen.
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Ü Annahme von Goldsachen und Juwelen I
an allen Wochentagen
mit Ausnahme von Samstag
von 10—12 Uhr
bei der
Goidonhnufstelle Wlesbnden
Marktstrasse 14.
