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»asseler Neueste Nachrichten.
Sonntag Gedanken.
Das dritte Gebot.
Durch die iurtit toot der »krieg; Stunde jür Grunde, Lag tut Lag lauiojt man nut ver- hflucucn Äiem mit die neunten Lieroungen Oüit veit »ajwajiteloctn was weroen ne Vruiflut? <ic ^ettnmetlung regelt itey itoter twuj den Botengängen der Bnef- und Le- veimemr>.ger, iowic von Crfcyernungsilunoen Der Btatter, uno tauni etwas veengt utetjr, ats Wenn tsoun> over feiertags plötztiet; die große ytupe des Nacyriwtcnoerteyts uno damit zu- flleicn löte Unruye Eintritt, die vom Layeun aut die öttaise uno von der Straße wieder ins Daheim treiot, rastlos, veinaye qualvoll.... Uno da iltngt mitten hinein, mahnens, for- deinv, das ernste Gebot ans uralter Zen: .Gedenke des Sabbattages, daß du ibn heiligst". Paßt diese gorbetmtfl noch in die heutige Welt, gar in das Et- trteasiahr hinein? Dem Wortlaut nach: Nein; Dem Geilte nach: Ja, erst recht! In der Lotut des Mosaischen Gesetzes ist sie überlebt. Darum zcrvracv schon kein Geringerer als ^e,us selbst die,;onn, um den Geist zu müllen: »Der Sabbat ist um des Menschen Willen da, und nicht der Mensch um des Sabbat willen. So ist des Menschen Sohn ein Herr auch über den
^"sin wahres Meisterstück bedeutet denn auch Luthers Umfortnuna des 3. Gebots in die Worte: .Du sollst den Feiertag heiligen! m-t der geistersMten Ertlärung: .Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe HZ- lig halten, gerne hören und lernen! Echt evangelische Freiheit und Vertiefung weht durch diese Erklärung. Was hier verlangt wird, ist an teilte Zeit- und Weltgescheomsse gebunden; es bleibt bestehen und hat Gültigkeit, ob Frieden, ob Krieg ist; es tragt eine Verpflichtung höherer Art in sich; es zieht zu Gott empor, vielleicht desto heiliger, je ernster die Zeiten sind Wir wissen ja heutzutage, datz hinter dem religiös-ethischen Grundgedanken des Mosaischen Gebots sich zugleich eine Forderung von höchster sozialer Bedeutung verbirgt Die Wissenschaft hat einwandfrei festgestellt, datz die Einfügung eines Ruhetages nach sieben bis äusserst zehn Tagen in den Arbetts- betrieb der Menschheit geradezu ein zwingendes Gebot ihrer Selbsterhaltung ist, das sie vor Entartung schützt.
Wir wissen andererseis aber auch, und gerade aus dem Munde des Meisters weitherzigster Liebe, datz Tage und Zeiten kommen können ott denen es schlechtweg Sünde ist, äntzer- lich zu feiern: .Welcher ist unter euch, dem fein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt und der nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbattage?" Und was bedeutet solch geringer Verlust gegen die heiligste Anforderung des Krieges, Tag und Nacht, Werk-und Feiertags, Gut, Blut und Leben eines ganzen Volkes zu schützen vor Tod und Untergang! Also nicht auf das äutzeve Sabathalten kommt es an, lvemi auch nicht verschwiegen werden soll datz wir, und zwar gerade daheim, es angesichts so ntaitcheit übertriebenen Sonntagstrubels schmerzlich vermissen, datz hier viele edle, fromme Sitte zu Grunde gegangen ist! Aber entscheidens ist der Feierstunden innere Heilighaltung ! Das heiht die bewußte und gewollte Versenkung der Menschenseele in die Majestät und Herrlichkeit Gottes. Hier findet das 3. Gebot seine eigentliche Erfüllung. Dies gilt für Krieg und Frieden, für den Schützen- graben wie für Kirche und Käminerlei'.t gleichermaßen.
ßinst und jetzt.
Wie der Krieg und geändert hat.
Ter Sturm des Weltkriegs hat manches Vorurteil und manche schiefe Anschauung, manch« schlechte Titte und manchen üblen Brauch hinweggefegt, die uns sonst unerläßlich zum
behaglichen, angeitehmen Leben dünkien. Viele unter uns sind ganz andere Menschen geworden. Denken wir mir an unsere modernen Aestheien, die nicht leben konnten, wenn die Kravatte nicht von ganz bestimmter Farbe, zur übrigen Klei- dnna küstlerisch schön abgetönt, war, wenn ihre Zimmer nicht diesen oder jenen gewissen künstlerisch verfeinerten Ausdruck trugen, wenn sie nicht jeden Abend diesem oder jenem künst- letischen Ereignis beiwohnen konntcu. sie sich entsetzten, weint einmal das Esse« nicht ihrer werten Persönlichkeit angemessen ausgetragen wurde, Wenn temand ein kräftiges Wort sprach, die jammerten und zum Arzt liefen, wenn ihnen die Nasenspitze Wehtat. die den Armeleute- Geruch nicht vertragen konnten usw., heute liegen sie in den Schützengräben wie jeder gewöhnliche Mensch und alle äußeren Zeichen der Kultur sind Weltenfern; dafür aber haben sie sich eine Kultur der Seele zu eigen gemacht, die tausendmal mehr wert ist. Und genau so ist» mit vielen Frauen gegangen. Das Jagen nach äußerem Glanz und Schimmer, nach Vergnügen und Toileitenprunk. ist wenn auch leider nicht ganz vorüber, so doch stark eingeschränkt und hinter all dem Firlefanz ist die Seele der deutschen Fran wieder lebendig geworden, die Wir manchmal schon gestorben glaubten.
Wie sehr bin« auch die Frau vor dem Kriege an Aeutzerlichkeiten. Um ein schönes Kleid, einen neuen Hut, die ihr unerreichbar blieben, konnte sie Ströme von Tränen vergießen. Eine nach früheren Begrissen üppige Lebenshaltung mochte sich auch die weniger begüterte Fran nicht versagen; dem Götzen Wohlleben und der Göttin Eitelkeit wurden alljährlich ungezählte Opfer gebracht; denn man kennte doch unmöglich hinter der Fran Müller oder der Fran Sclmlze zurück stehen, der vielleicht ein kleines Privatvermögen etwas größere Sprünge gestattete. So wurde manches fchlichte Familienglück zu Grabe getragen, weil die Frau, aus der Furcht heraus, von andern über die Achsel angesehen zu werden, es nicht wagte, in ihren Verhältnissen zu bleiben, sondern Darüber hinausg ug. vor allem, was Kleidung und Vergnügen ait- betraf. Müllers machte eine Badereise. .Was die können, können Wir längst", sagt« Fran Schmidt und fuhr mit Kind und Kegel in die Sommerfrische, wenn sie es auch durchaus nicht konnte. Meyers hatten im Theater zwei Parkettplätze abonniert; Lehmanns nebenan wären todunglücklich gewesen, wenn sie das nickt sofort nackigeholt hätten. Und so ging's aus allen Gebieten.
Die Kinder wuchsen heran. Natürlich mußte matt die Jungen anss Gymnasimn, die Vlad- chen in die höhere Töchterschule schicken, denn Mas Schulzes sich erlaubten, konnte man natürlich lange. Und dann mußten die Jungen studieren, wenn sie auch erst mit Ach und Krach unv mit Hilfe ungezählter teurer Privatstunden ihr Abiturinm gemacht hatten und absolut gar keine Lust zum Studium, viel mehr zu irgend einem praktischen Berus verspürten. Aber man war es schließlich seiner sozialen Stellung schuldig. So wucherte das Uebel des Mchrschei- nenwollens als man war, der eitlen lieber» Hebung immer weiter und schlug immer neue Kreise in seinen Bann. Einfachl>e,t und Wahrheit konnte man lange suchen. So manche Maske hat nun der Krieg mit harter Hand schon herunterqerissen, so manches Menschenkind hat sich auf sich selbst und seine Pflichten besonnen, hat erfahren, datz es glücklicher ist, Wenn es im engen Kreis in treuer Aufopferung seiner Arbeit nachgeht, als wenn es wesenlosen Schattenbildern nachjagt, die 'hin keine innere Befriedigung gewähren können. Und Jeder und Jede unter ims. die Das erst erkannt haben: datz nur andere glücklich Machen, eigenes Glück gewährt, datz nur Pflichterfüllung Zufriedenheit in uns erweckt, die werden sicherlich fortan wr- ziehen. den schmalen beseheidenen aber sicheren ttifab der Pflicht zu wandern, als den drei- ten abgründige» eines innerlich hohlen, leben Augenblick dem Einsturz nahen Wohllebens.
wummer 29.
Kriegs-Kinderpfleg.
Die Fürsorge für die Kriegs Waisen.
Als der K r t e g ausgebrochen war, stand hinter der Front unseres käinpsenden Heeres ein zweites Heer auf, dessen Ausgabe es fortan ist, die Wunden zu heilen, die der Krieg schlägt, lind in dem Matze, wie der furchtbare Krieg an Größe und Ausdehnung gewinnt, mehren sich in der Heimat die Werke der Nächstenliebe; sie einzeln aufzuzählen, hieße ihren Wert vermindern. In dem unermüdlichen Bestreben, jedem auf djaritatibem Gebiet erkennbar werdenden Notstand in geeigneter Weise abzuhelfen, hat das Zentralkomitee des Roten Kreuzes eine besondere Abteilung „Kriegs- kin verpflege" eingerichtet. Sie bezweckt, Kriegerwaisen bezw. Kinder aller Streife und Bekenntnisse und jeden Alters, die durch den Krieg ihr Vaterhaus verloren haben, in geeigneten Familien vorübergehend oder dauernd unterzubringen, Wobei, so Weit möglich, eine künftige Annahme an Kindesstatt ins Auge gefaßt werden foll. Die Kriegskinderpflege macht es zu ihrer Aufgabe, solchen Familien bezw. Pflegeeltern, die Kinder bei sich aufnehmen wollen, unter Berücksichtigung aller hierbei in Frage kommenden Wünsche entsprechende Vorschläge zu machen, die persönliche Zu sammenkunst zu vermitteln und vielleicht auch zunächst eine kurze probeweise Aufnahme hcr- beizusühren. Zu diesem Zweck nimmt die Kriegskinderpflege Anmeldungen von Familien entgegen, die grundsätzlich gewillt sind, Stöber bei sich aufzunehmen, und sie bittet ferner um Anmeldung von Kindern, für die Aufnahme in geeigneten Familien gewünscht wird. Die Tätigkeit der Kriegskinderpflege soll mit der Unterbringung von Kindern nicht ab- geschloffen sein, sondern sich auch gegebenenfalls auf ang enteffcnc Nachprüfung en erstrecken. Der Wirkungskreis der Kriegskinderpflege umfaßt zunächst das Königreich Preußen, wobei selbstverständlich bereits vorhandene Organisationen in ihren Bestrebungen nicht gestört, vielmehr nötigenfalls unterstützt werden sollen. Die Geschäftsräume der Kriegs- Nnderpflege befinden sich in Berlin W, Leip- zigerstraße 13 (Altes Rcichsmarineamt), 2 Treppen.
Watt die Kartoffel nicht!
Was mit dem Sckstilen verloren geht.
Die Berechtigung der bereits so oft gegebenen Ermahnung die Kartofleln 'n der schale zu kochen, wirb durch die im folgenden beschriebenen, auf Veranlassung von Geheim rat Delbrück ausgeführten Versuche klar bewiesen. Kartoffeln verschiedener Größe wurden von sachverständigen Frauen geschält, und Z>var bei einer Versuchsreihe sehr schnell, bei einer anderen sehr sorgfältig. Dann wurde jedesmal das Gewicht der Schalen festgestellt. Bei großen Kartoffeln War das Gewicht der Schalen bei forafältiflcm Schälen 17,8 PCt., auf Kartoffeln berechnet, bei schnellem Schälen 27,9 pEt. Das schnelle Schälen von 5 Pfund Kartoffeln dauerte 7 Minuten, während das sorgfältige Schälen 24 Minuten in Anspruch nahm. Mit- telgroße Kartoffeln, sorgfältig geschält, ergaben 23,0 PCt., schnell geschält 32,2 PCt, ©djalen. Bei kleinen Kartoffeln War der Schälverlust naturge- mätz am größten; er betrug bei sorgfältigem Schälen (Dauer 43 Minutens 27,7 PCt., bet sckmeüem Schälen (Dauer 19 Minuten) ,ogar 35,0 PCt. In letztem Falle geht also mehr als ein Drittel des Gesamtgewichts der Kartoffeln der menschlichen Ernährung verloren. Zur Fest- stelluna der Ersparnis, die man durch Kocken der Kartoffeln mit Schalen erzielt, wurden zum Vergleich gekochte Kartoffeln geschält und das Gewicht der Schalen festgestellt. Es gaben große gekochte Kartoffeln 9,0 PCt. .kleine Kartoffeln 11,6 pCt. Schalen.
Hieraus läßt sich leicht berechnen, wie groß die Ersparnis beim Kochen mit Schalen ist. Dieselbe beträgt 8 bis 25 pCt.; im Mittel ergibt sich die überraschend große Zahl von 16 PCt. Datz die Forderung. Kartoffeln in Schalen zu