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NM« mehr zn tun?

Erlahmt nicht I» bet Liebestätigkeit!

»Wie gut. daß ich Sie treffe, liebe ftrau Kunze, mein Mann ist nun wieder böttig her- gestellt und ins Reib zurückoek-brt. d- rmni* mich nun wieder mit ungeteilten Kräften un­teren Näh- und Strickarbeiten widmen. Finden «ufere Zusammenkünfte noch in gleicher Weise wie früher statt?" so fragte eine lebhafte, junge Frau eine gute Bekannte, die ihren Weg kreuzte.

Fast vorwurfsvoll erwiderte diese:Aber beste Frau Schmidt, wissen Sie denn nicht, daß unsere Arbeiten inzwischen längst beendet wur­den und alle Vorräte an Stoff und Strick­garn völlig verarbeitet sind, sodaß uns nichts 3» tun übria bleibt?"

Wie, unsere Frauenvereinignng hat ihre «nzertigung von Liebesgaben eingestellt?" ent­gegnete die junge Frau tief erschrocken.

Natürlich, ich sagte Ihnen doch, daß wir Mzwischen, während Sie Ihren verwundeten Mann gesund pflegten, sehr fleißig gewesen, und die übernommenen Pflichten getreulich er­füllt haben. Wie Sie wobl gehört haben, ist draußen im Felde kein Mangel mehr an wollenen Strümpfen, Pulswärmern. Ohren- Mhern usw., und für alles andere sorgen die -iahstuben durch Verarbeitung der Reichswoll­woche-Spenden."

Und was wird dann, wenn der Winter zu ^nde geht und mit den wärmeren Frühlings- wgcn die dicken Strümpfe und Hemden, die wanne Unterkleidung als lästig empfunden s?.und unsere Soldaten nach leichteren Er- wtzstircken dafür Verlangen tragen?" so spru- es fast hastig von den Lippen der Iün- «eren.Müssen wir nicht schon jetzt dafür ?orge tragen, daß wir auch für zukünftigen Be- 3ftrJ gerüstet sind und unseren Helden auch in Zukunft nichts fehlt von dem, dessen sie drin- 90,6 bedürfen? Müssen wir nicht bald beain-

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ist an uns Frauen gerichtet. Es muß ns stolz machen, aber auch nachdenklich, ob ,ir denn wirklich so viel Dank und Lob »er« jenen. Wenn man in die Häuser der Frauen eht die Kriegsunterstützung erhalten, und die Litwen der gefallenen Krieger sieht, mit einer xchar von Kindern um sich, mit einem »ver­enden Kind unter dem Herzen, wahrlich, dann oat man sich, ih ,mder fiir das Vaterland ge- lorben, ist das leichtere Los geworden! Viesen Dulderinneir ihr Schicksal zu erleichtern, nutz das gemeinsame Beinühen von Staat und Gesellschaft sein.

Und dann die Schar der Heizerinnen nt den Lazaretten, drinnen und draußen, ein Segen ,eht von ihnen aus. Die Frauen, die in den großen vaterländischen Organisationen tätig inb zur Speisung, Bekleidung, Arbettsbeschaf- mifl und Hilfeleistung jeder Art. verdienen ichcrltch Anerkennung: Tank wünschen sie nicht, lernt es ist ihnen Herzensbedürfnis, soviel wie rgend möglich für die Gemeinsamkeit leisten zu können. Denjenigen, die in den ersten August­tagen mit der Kriegsfürsorge in irgend einer ^onn begonnen, denen hat sich das Arbeits­gebiet gewandelt, wie auch die Verhältnisse in '-er Heimat sich geändert haben. Ueber Erwar­ten günstig hat sich der Arbeitsmarkt entwickelt; !»ic hierauf bezügliche Sorge ist fast geschwnn- ten, aber drohe"« steigt die neue aus: Die Zorge um unsere L e be n s m i t t e l. Auch lii^r tabeiu die Führerinnen, die Frauen, schnell ihre "«ifllpe begriffen, ihren Mitschwesteru Ausklä- tuitfl tu geben, Wegweiser zu sein. Jetzt gilt cs fütl die Frauen weniger, etwas an Liebes- »vcrkelfMgz »steil, sondern kleinen, lieben Ge- ""sagen. Das Weizenaebäck, die r Vn Sr Frühstücks,isch verschwinden, l^iaen Mann' *°n nnrff ernstem Erwägun- hm ftnnh Neigung geleitet werden. _. verlangt wird. und doch

' groger Bedeutung für die Gesamtheit, .nn das, was uns daheim zu tun ob= lic^T, .n eilten Veraleich gebracht werden zu dem, »vas unsere auch im Entsagen tapferen Krieger draußen vollbrinoen; jetzt können wir helfen, den Krieg zu gewinnen, wenn wir da- hcim ebenso nufere Pflicht tun. wie die da draußen. Regino Deutsch.

Kasseler Neueste Nachrichten.

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neu, auch weiche, schmiegsame Baumwolle zu Strümpfen zu verstricken, umso früher, da wir wissen, daß diese Arbeit nicht so rasch vonstat- tcn geht, als Wollslrickerei?"

Nachdenklich nickte Frau Kunze:Sie haben recht, liebste Frau Schmidt, daran hatten »vir wirklich noch nicht gedacht. Wir wollen unver- züglich an die Arbeit gehen und an unserem Teil Vorsorge für die Frühjahrskleidung un­serer Soldateit treffen. Das Sprichwort:Der kluge Mann baut vor", soll auch uns Frauen zur Richtschnur dienen. Ich sehe jetzt ein, daß es ein Fehler von uns war, unsere Arbeit schon einzustellen, nachdem der eine Teil erledigt war. Auch unsere Tapferen draußen im Felde kämp­fen ja unverdrossen weiter, obgleich sie schon so manchen Sieg errungen, so manches schwere Stück Arbeit geleistet. Ihnen wollen wir nach- cifern und nicht ruhen und rasten bei unserer Tätigkeit. Wann wollen wir von neuem mit unseren Strick- und Näharbeiten beginnen ?

Der Krieg als Erzieher.

Eine Mahnung zur Versöhnlichkeit.

In meinen Händen halte ich einen Brief. Ich fand ihn, als ich im Schreibtisch nach einer otiz suchte. Es ist em Brief von einer Jugend­freundin, der liebsten, die ich bis vor wenigen Jahren besessen. Was uns auseinander brachte? Eine Meinungsverschiedenheit, belang­los und nichtig. Entstanden in einer beider­seitigen gereizten Stisitmung, über die wir nicht Herr werden konnten. Tie Folge davon war, daß wir uns trennten und schon seit Jahren nichts mehr voneinaitder wissen, obgleich wir tms säst aus den Fenstern begrüßen könnten. Sinnend sitze ich mit dem Briefe in der Hand, und alte Zeiten, in denen wir uns soviel ge­wesen, steigen lebhaft in der Erinnerung auf und zeigen mir die verlorene Freundin wie­der, »vie sie immer gewesen, in rechtem Lichte. Heule nun hat sie wie ich ihren einzigen Sohn im Felde, und wir beide, die wir uns früher so güt verstanden, sind uns noch immer fern.

Ist das denkbar, daß es so bleiben soll, daß es keine Brücke von der eilten zur anderen gibt, ist es denkbar, daß die große Zeit mit ihren schweren Opfern spurlos an uns vorübergehen könnte, ohne uns gegenseitig wieder einander nabe zn bringen? Nein! Das Blatt siel zur rechten Zeit in meine Hand, so wie ich sie gekannt, »vird sie gleich mir empfinden und die zum Frieden dargereichte Hand ergreifen. Aber wie viele leben weiter im trotzig-kleinlichen Beharren in der ost nur zu schnell entstande­nen Entfremdung itnb Feindschaft. Wie viele vermögen es nicht über sich zu gewinnen, den ersten Schritt zur Versöhnung zu tun, ob­gleich sie längst erkannt, wie nichtig und be­langlos der Zwist war, der zur Eutftemdung führte? Ach, »vir Daheimaebliebenen wären wenig würdig der großen Geschehnisse unserer Zeit, nicht wert der ungeheuren Opfer an Gut und Blut, die unsere kraftvolle Männlichkeit draußen vor dem Feinde unter ungeheuren Strapazen für uns bringt, wenn wir nicht den alten Menschen mit feinen Schwächen ab­legen und in gänzlicher Umwandlung ihrer würdig zn werden versuchten.

Es wird nicht immer leicht sein, das Ueber- maß von Selbstbewußtsein und Selbstzufrie­denheit, die Ueberzengung von der eigenen Vor- tresftichkeit und Unfehlbarkeit des eigenen Cha­rakters von uns abzutun. Aber die vielen stil­len Stunden, die uns jetzt beschert sind, wo unser Lebensinhalt da draußen ist, sie können nicht eindruckslos an uns vorübergeben, sie müssen an verstummte Saiten unseres Inneren rühren und sie dann und wann einmal zum Tönen bringen. Wenn sie aber erklingen, und sei es noch so leise, so sollten wir unser Ohr nicht vor ihuett verschließen. sondern uns zu einem Entschluß ausraffen, selbst wenn er uns noch so schwer fällt, damit das WortGroße Zeiten schaffen große Menschen" auch an uns »vahr werde. Sollte wider alles Erlvarten die dargereichte Freundeshand nicht Genommen, der angebotenen Versöhnung nicht Folge geleistet iverben, so wissen wir doch uns selbst vor dem schweren Vorwurf bewahrt, daß diese große Zeit, die wir erleben dursten, eindruckslos an

uns vorübergegangen sei. Wir wenigstens wollen nichts unversucht lassen, ihr und ihre», Größe würdig zn werden.

Erna Hochstetten.

Zucker als Kriegsnahrung.

Zucker Verwendung im Haushalt.

Zur Verlängerung unserer Vorräte an Brot­getreide hat man bis jetzt ausschließlich die Kartoffel in verschiedenen Formen in Be­tracht gezogen. Eine wesentliche Rolle aber könnte hier auch der Zucker, von dem wir außerordentlich große Reserven im Lande ha­ben, spielen. Zucker hat als Nährmittel un­gefähr den gleichen Wert wie die Stärke der Kartoffeln. Wenn auch der dirette Nährwert des reinen Rohrzuckers um etwa 5 Prozent kleiner ist als der der reinen Stärke, so kommt doch zur richtigen Würdigung beider Nährstoffe In Betracht, daß die Stärke, wie »vir sie kau- fett, etwa 10 Prozent Wasser enthält, während der Zucker fast vollkommen rein ist. Infolge­dessen hat ein Kilogramm Zucker sogar einen etwas höheren Nährwert als das gleiche Ge­lvicht käuflicher Stärke. Wenn »vir einen Teil unserer Backware mit Zucker süßen und ihnen dadurch und durch gleichzeitige Verwendung der genügend reichlich zur Verfügung stehenden Milch oder auch durch Obstzugabe den Charak­ter eines einfachen Kuchens geben, so bringen wir Abwechslung in unsere Brotkunst, während wir zugleich an Mehl sparen.

Aus dem Gefühl heraus, alles Unnütze in unserer Ernährung auszuschalten, hat man in letzter Zeit einen heftigen Feldzug gegen da« K u ch e n e s s e n eröffnet. Man ist aber hier entschieden zu weit gegangen. Denn wir sol­len für unsere Ernährung alles verwerten, waS uns zur Verfügung steht, und da die großen Zuckermengen, die in normalen Zeiten in« Ausland verkauft werden, über 4 Prozent un­seres ganzen Nährstoffbedarss darstellen, sollen wir von ihnen ausgiebigen Gebrauch machen. Auch jede andere Möglichkeit, den Zucker in unserer Nahrung reichlicher zu verlvenden. sollte benutzt werden. Zucker in Kaffee und Tee ist kein Luxus, Mehlbrei und Suppen aller Art kann dann durch Zugabe von Zucker gleichzeitig nahrhafter und wohlschmeckender gestalten. Lei­der ist bisher der Preis deS Zuckers ziemlich hoch gewesen. Es ist aber zu hoffen, daß die Fabrikanten und Händler in richtiger Würdi­gung der Bedeutung deS heimischen Marktes für den Absatz ihrer großen Vorräte die Preise ermäßigen werden. Wenn dies geschieht, käme zur weiteren Förderung eines Massenver­brauchs von Zucker noch eine Herabsetzung der Verbrauchssteuer in Frage. Zunt^

Praktische Hausfrau.

Tie Schwaben Plage.

Schwaben verschtviuden sehr bald aus Küche und Keller, wenn man pulverisierten Borax mit fein gestoßenem Zucker vennifcht und in di« Ecken und Ritzen mittels Zerstäubers spritzt, wo das Ungeziefer haust.

Fleckwasser.

Mau koche 33 Gramm geschnittene Seifen­wurzel mit y, Liter Wasser zur Hälfte ein, fil­triere die Flüssigkeit durch seine Leinwand, lasse sie erkalten und gieße sie vom Bodensatz vorsichtig ab. Diesem Aufguß füge man 16% Gramm Salmiakgeist zu. Gut verkorkt, hält sich dieses Fleckwasser lange Zeit. Für Wäsche be­reitet man ein sehr gutes Fleckwaffer, indem man x/x Kilo Chlorkalk mit einem halben Liter Wasser zu Brei reibt.

Wie dichtet man die Stiefel?

Um Stiesel gegen Schneewasser zu dienten, ist folgendes Mittel empfehlenswert: Man nehme Wachs und Talg, ungefähr zu gleichen Teilen, und schmelze es; einige Tropfen Tran machen die tiJiaffc nach dem Erkalten geschmei­dig. Mit dem nach dem ZusammenschmelzeL wieder erkalteten Stück Wachs und Talg streicht man mut, am besten vor einem warme» Ofen, über den dicht zu machenden Stiefil; in langen Strichen sitzt nun die Masse darauf. Jetzt hält man den Stiesel selbst einen Augenblick gegen den warmen Ofen, die Maste erweicht sich und