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Han brannte die Käufer ab. Ein schwerer Verlust für d.e Betroffenen, aber er konnte doch bett Mare nicht wieder ersetzen, dessen Tod aus richtige Trauer bei allen feinen Kameraden und Vorgesetzten auslöste, die ihn schätzen und lie­ben gelernt hatten.

WchMigkits - Mt Welten.

Diese Zeit duldet keine Heftel"

$ai Weihnachtsfest, das Fest der Liebe, ist wieder nahe, und größer als je ist in diesem Jahr der Wunsch und das Verlangen nach Gaben der Liebe! Tausende u. Aber­tausende bittender Hände tun sich aus, u. keiner der Bittenden soll leer au-gehen. Der gute Will« zu Helsen, Not und Elend zu linde .u, ist überall groß, unb viel sind der Wege, aus denen man beides zu überwinden bestrebt ist. Aber einen Weg sollen und dürfen wir heute nicht gehen: Das ist der Weg der Wohl­tat l g ke i r sse ste. Schon in Friedenszeiten Ist nicht ohne Grund von verschiedenen Seiten dagegen geeifert worden, Feste, fröhliche Feste zu feiern, um menschliches Elend, graue Not zu linbent. Läßt sich auch, wenn wir uns die Sache recht überlegen, ein schreienderer Gegen­satz henken? Wir haben in kostbaren Gewän­dern, im Schmuck von Perlen und Edelsteinen zu rauschenden Festlichkeiten und bereiten uns «inen Abend uns eine halbe Nacht soviel Ver- SUligen wie möglich, nm ... Geld für einen wohltätigen Zweck zu befchassen, vielleicht für unbemittelte junge Mütter, oder für arme be- Laueritswerie Waisen? Ganz abgesehen davon, daß die Höhe der für Kleider, Schmuck und sonstigenotwendige" Ausgaben verwandten Gelder zumeist in gar keinem Vergleich zu dem Reinertrag des Wohltätigkeitsfestes, der wirk­lich den Armen zugute kommt, steht. Fein ..empfinbende Naturen haben sich deshalb stets von dieser Art Wohltätigkeit abgestoßen ge­fühlt. Es war ihnen ein schrecklicher Gedanke, daß ihnen das Wohltun zu einer primlvollcn lauten Sache gemacht wurde, wahrend es ihnen dem Herzen noch doch eine große und innerliche Angelegenheit sein mußte. Aber was wollte man machen? Schloß man sich aus von solchen Wohltätigkeitsfesleu, so hieß es gleich^ man habe nichts über für seine minder vom Glück begünstigten Mitmenschen. Und so ging man hin.

Dann kam der Krieg. Da wurde es anders. Die Liebe zu dem Nächsten wurde größer und edler, sie verinnerlichte sich mehr itnb mehr. Man tat wohl, ohne an Festlich­keiten zu denken, man wollte nicht mehr fein Vergnügen beim Wohltun haben. Der furcht­bar« Ernst des Krieges duldete auch keine Feste. Aber mut scheint es doch fast so, als ob wir diese WohltÄtigkeitssestkichkeiten nicht gar-z zu «uwehrett vermöchten, und die Zentrale für Private Fürsorge ut Berlin sah sich bereits ge­nötigt, einen Weihitachtsfestattsruf zu erlassen, der das Geleitwort trägt:Diese Zeit duldet keine Feste." Es ist nämlich be­kannt geworden, daß man sich in einigen Krei­sen der Reichstzauptstadt mit dem Gedanken trägt. Wohltätigkeiisfestc zu veranstalten. Wenn nun auch anzunehmen ist, daß die Behörden die Abhaltung derartiger Festlichkeiten nicht gestal­ten werden, so ist es doch immer noch bedauer­lich genug, daß Menscheit heute ans den Ge- banfeit kommen können, derartige Festlichkeiten itt Vorschlag zu bringen, und daß diese Vor­schläge Anklang finden. Wir können es gar nicht scharf genug zum Ausdruck bringen, wie sehr derartige Veranstaltungen dem Volks- emvfinden jetzt Hohn sprechen würden, jetzt, da feder mit tausendfach geschärften Sinnen hin­aushorcht nach den Schlachtfeldern in £ft und West, wo Millioueubeere um die Palme des ^Sieges ringen, wo der Tod so nnermeßliche Erni« 1*011. Ein einziger Sturm her Ent rüstung müßte sich gegen die wenden. bx in dieser gewaltigen Zeit Sinn für laute, in erster Linie dem eigenen Vergnügen dienende Fest liebkeilen ossenbareu. Und können wir es witk- lich unfern brave» Truppen, die Tag und Rächt tat den Schützengräben liegen und jede Sekunde ereil sind, ihr Herzblut für das Vaterland da 11:31t arbeit. können wir es ihnen aninn, daß

Kasseler Neueste Nachrichten.

wir angesichts ihrer Leiden und Entbehrungen frohe Feste leiern? Können wir es denen au- titn, die ihr Liebstes für das Vaterland dahin­geben ? Nein, wir können nicht. Jeder, dem noch das Herz fühlend in der Brust schlägt, wird heute keine Feste feiern wollen, auch keine Wohltätigleitsfeste, utfb so dürfen wir wohl hoffen, daß das vereinzelt ausgesprochene Ver­langen danach nur den Wünschen weniger o-ber- sl ächt ich - vergnügungssüchtiger Bleuschenkinder entspricht, daß aber trotz oes Fehlens der Wohl- tältgkeitsseste Gaben der Liebe in größerer Fülle als je den Bedürftigen gespendet werden.

M. VL

Sleinißteiten als Liebesgaben.

Winke für Soldaten-Angehörige.

Im Felde fehlt es an so mancherlei Klei­nigkeiten. die man nicht vergessen sollte, bett Liebesgaben beizupacken. Da reifen Knöpfe ab. aller möglicher Schaden ist ausziibessern, aber es fehlt ... das Nähzeug. Einige Nadeln, einige Knöpfe, etwas guter Zwirn und ein Fingerhut in einem kleinen Blech- büchschen oder in einem Behälter aus Wachs lud) genügen, um dem Soldaten eine große Freude zu machen. Das Ganze sei klein und leicht, sodaß es b.'guem untergebracht Werb' » kann. Dann ist die Sicherheitsnadel imstande, in vielen Fällen ganz vorzügliche Dienste zu leisten. Durch den Gebrauch wird ein gestrickter Ohrenschiitzer zu weil. Steckt man ihn durch eine Sicherheitsnadel enger zusim men, so sitzt er wieder fest am Kops und an den Obren an. Ein Hosenknopf reißt ab und die lose Hose verhiitdert die Marschsähigkeit. Mit einer Sicherheitsnadel kann sie am Hosen­träger festgesieckt werden. Man will sich das Innere des Rockes mit Zeitungen als Wärme schütz auspolstern. Einige Sicherheitsnabeln sind hierzu unentbehrlich. Derartiger Fälle gibt es noch Dutzende und aber Dutzende, und so vergesse man nicht, Sicherheitsnadeln jeder Licbesgabensenbuitg beizulegen oder sie an die einzelnen Stücke anzuheften, der Bedarf ist, da ja immer welche verloren gehen werden, sicherlich groß.

Nickt minder willkommen sind Bindsa - d e it. Da reißt einmal dies ober jenes am Lebcrzeug, ber Schnürsenkel geht entzwei, die Strippe des Hosenträgers reißt ab, alles Fäl­le, in denen man sich ohne Bindfanden nur schwer helfen kann. Ein Stück. Bindfaben läßt sich aber nicht nur als Schnürsenkel, sondern auch zum Zusammenheften oder Znsammen- binden auseinandergegangenen Lederzeugs und noch zu allen möglichen sonstigen Dingen gebrauchen. Der Bindfaden sei nicht ,zn dünn, da er sich sonst leicht verknotet. Einer unserer besten Alpinisten und Skisabrer, ber als solcher berühmte Matthias Zdarsky, empfiehlt anstatt Bindfaben Bänber aus sogenanntem<$ i s - n- gar it". also Bänder ans jenem Material, aus dem die guten Schnürsenkel hergestellt werben. Am besten nimmt man gleich lange Schnürfen kel. Diese haben gegenüber dem Bindfaden die ante Eigenschaft, daß sie sich nie derart per knoten, daß sie nicht mehr ansgeheu. daß sie ferner, gutes Material vorausgesetzt, sich in der Rässe nicht dehnen, nicht zerreißen und nickt durchscheuern. Da alle die genannten Tinge so gut wie gar nichts wiegen und leicht zu beschossen sind, so vergesse man ja nicht, sie den Liebesgaben stets beizulegeit.

Kriegs Bilder.

Wie sie zum ersten Mal bettelte.

Als ich gestern gegen Abend nach meinem Nachmittagsbesuch aus der Flurtür des L a z g- retts heraustrat, stand da iso erzählt ein Mitarbeiter eines Frankfurter Blattes) im Windfang eine kleine D e c r n von sieben, acht Jahren und flog ordentlich zurück. Ich wollte ste gerade wegschicken, wir werden mauchmal mehr belästigt, als notwendig wäre. Ta iah ich, daß sie eine kleine Tüte in der Hand Halle und so richtig unbeholfen vorsichtig hinhistt. TaS kleine Ding guckte mich so ängstlich bittend au, da mußte ich doch so nett zn ihr fein, wie ich konnte. Erst kant sie nicht recht mit dec

Nummer 52.

Sprache heraus, dann merkte sie aber wohl, daß ich nicht so schlimm war, wie meine Uni­form atissah, und als ich sie erst mit in unser Sprechzimmer genommen und sie ein paarmal zum Lachen gebracht hatte, kriegte ich alles zu wissen: In der Schule hatten die Gören ,väh- renb ber Pause so mit aller Wichtigkeit und wohl auch Phantasie erzählt, was die Eltern für bie «olbafen gegeben hätten. Und ihre Mutter war so a r m , bie konnte das nicht, und sie wollte doch auch so gern'etwas schenkelt. Linas Pater hatte eine ganze Kiste Zigarren zum Roten Kreuz gebracht, und Eliimis Mutter schickte auch immer welche ins Feld. Da hat sich die Kleine bas Köpscheii zerbrochen, und als sie gar fein Geld hatte bekommen können, ist sie am Nachmittag auf bie Straße ge­gangen und hat die Leute gefragt, ob sie ihr nickt fünf Pfennige geben wollten. Die meisten sind achtlos vorbeigegangen; aber etwas hat sie doch gekriegt, und ein alter Mann hat ihr sogar zwanzig Pfennig gegeben, als er ge­hört. wofür das Geld bestimmt war.

Im Laben hat sie inth dock zu ihrem Schmerz keine Kiste voll Zigarren für bie paar Groschen bekommen, die wäre viel teurer, hat bie Frau gesagt. Nun wollte sie die Zigarren den Soldaten bringen. Sie ist gerade hier­her gekommen, weil unser Lazarett vor dein Kriege ihre Schule gewesen ist, und da wußte sie, wo sie hineinaehen konnte. Als ich hörte, daß das kleine Ding für untere Verwundeten ... gebettelt halte, trotzdem es nach feiner Ver­sicherung das niemals vorher getan, wurde mit bock ganz merkwürdig, und ick hätte ihm am liebsten einen Kuß gegeben. Tas tat ich nun aber aus pädagogischen Gründen doch nicht, son­dern ich ging in ein Zimmer, in dem sechs leicht verwundete L-mdwehrleute Waren, und erzählte ihnen die Geschichte. Dann nahm ich die Kleine an bie Hand und brachte sie Yin. Zuerst war sie Weber ängstlich und ließ sich ziehen, aber nun mußte sie ihre Tüie aufmachen und zu jedem Manit hiugeheu. und ieb'r be­kam eine Zigarre. Ich ging gleich darauf hin­aus, da hatte einer sie schon auf dem Arm und saate:Grob so groot is min O-lUe <Aelt-be) ook." Unten wartete ich im Zimmer; ste blieb über eine Viertelstunde und tarn bann herun­ter, in einem Täschcken ihrer Schürze einen dicken Apfel, ber fast heraussiel, in dem an­deren Schokolade und in beide» Händen so viel, daß sie's beinahe verlor. Die kleinen Augen strahlten, als Wenn Weihnachten wäre, und als sie eben auf d r Straße War. fing sie an zu laufen, daß die Haare und das Röckchen nur so flogen. Sie mußte wohl der Mutter er­zählen, daß sie ... zum ersten Male gebettelt hatte.

SWlinfat d-r LebensMfMg.,

Was sollen wir essen vnb trinken?

Die Lebensführuug des deutschen Vol­kes kann den Sieg unserer Waffen fördern oder hemmen. Wie sie in Anbetracht der heimischen Vorräte und Erzeugnisse, des verminderten Verkehrs mit dem Auslände und der Gesund­erhaltung der Bevölkerung zu gestalten ist, ist Gegenstand von Beratungen gewesen, die bas Statistische Amt der Stadt M ü lieh e n veran­staltet hat. An ihnen haben unter anberm Ver­treter von Frauen-, Konsum-, volkshygiemschen Vereinen, Gewerkschafts- und Beamten-Organi- sationen. Universitätslehrer und Ratioualöko- nomcn teilgenommen. Tas Ergebnis ist in vierzehn Richtlinien festgelegt, die wir in fol­genden wesentlichen Strichen itachziehen:

1. Denkt bei ber Ausstellung des täglichen Speisezettels, beim Einkauf tmb bei der Zube­reitung von Lebensmitteln daran, daß unsere Gegner planen, uns burd» Aushungerung zur Riederlegung der Waffen zu zwingen. Durch richtige Wahl ber Lebensmittel helft i h r die Gegner iiieberringcit.

2. Wir leben nicht in beit Tagen der Rot, fonbcrit der Vorsorge. Es gilt, gegen bie vielleicht nicht ausgeschlossene Gefahr der Min­derung der Einfuhr aus dem Auslände zu rüsten durch Gewöhnung an enlfprecheitde ein­heimische Waren.

3. Wählt die richtige Nahrung für Euer Frühstück. Kaffee. Tee und Kakao gebeihen nur