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Nummer 4*J,

Raffel« Neueste Nachrichten.

«eite Z.

ziehungcn und Gegensätze europäischer Völker, über die Abhängigkeit der Berufsstände unter, einander, über die Vorbedingungen der Wirt- schastlichcn Blüte eines Volks und was sonst noch alles baut aehört, um einen« Volk wie drin deutschen den Platz an der Sonne jir wahren. In der Erdkunde begleiten sie unsere Soldaten in die scindlichen Länder. Mit welch gehobe­nem Interesse verfolgen sie jetzt di« Karten! Zeitungen und Zeitschriften mit Schilderungen und Abbildungen von Ereignissen und Gegen den bringen die Kinder selbst mit. Eine beson­dere Feierstunde aber ist es, wenn der Lehrer Feldpostbriefe Angehörigrr oder solche aus den groben Tageszeitungen vorlesen läßt.

Kommen dann Schilderungen vor, die eine kühne Luftfahrt zum Gegenstand haben, oder solche, die von dem gefahrvollen Leben in einem Unterseeboot berichten, dann ist es mäuscheustill, dann geht der Zeitgeist unserer germanischen Ration geräuschlos durch die Schulstube. Wer solche Stunden erlebt hat, wird auch für die Zukunft die Gewißheit mit­genommen halben: Lieb Vaterland, kannst ruhig sein! Auch die Raturgeschichlsstunde tritt in den Dienst des großen Gedankens der Gegen­wart. In ihr wird der nie aussetzende Kampf ums Dasein im Tier- und Pflanzenreich ge­zeigt. Auf die Ausrüstung und Atipaffung in diescnl großen Ringen wird allenthalben ver­wiesen. Es wird gezeigt, wie der Mensch sich der Natur anzupassen versucht. Jur Feldgrau unserer Soldaten finden wir die »Schutzfarbe in der Natur" wieder. Was dem Menschen an Verteidigungswaffen fehlt, hat er sich ver­möge seiner Intelligenz geschaffen. Selbst der Rechenunterricht fand in der Kriegsanleihe prächtigen Stoss zu Berechnungen und Hinwei­sen auf die Opftrpflicht des Volkes. Eine be­sondere Weihestunde vaterländischer Begeiste- rnna ist selbstverständlich ht erster Linie der Gesangsunterricht. Schon bei den »Schlachten", die unsere Jugend an freien Nachmittagen draußen vor den Toren, auf den Marktplätzen und auch im »Straßenkampf" liefert, geht es mit dem stolzen Gesang der »Wacht am Rhein" hinaus zu Streit tmb Sieg, und ein Lied krönt dann auch wieder den »Erfolg" des Tages. Manchmal geht es bei diesenTaten" auch et­was grob und derb her, aber aus dieserJu­gendblüte" wächst die Frucht des Mannesmu­tes hervor. wie wir ihn so herrlich auf unfern Schlachtfeldern schauen können.

Die Küche im November.

Was bringt der November für die Tafel?

Was die Versorgung des täglichen Mit- kaaslisches mit frischem Gemüse hetrifst, das jetzt in der Kriegszeit die kleiner gewordenen Fleischrationen gut ergänzen soll,, so ist daran in diesem Monat noch keinerlei Mangel zil konstatieren. Spinat ist zart und fein im Ge­schmack, Möhren. Schwarzwurzeln, Teltower Rübchen, Kerbel, Endivien, Brokoli und Arti­schocken sind ebenfalls noch wohlschmeckend. Blumenkohl. Kohlrabi, Weiß- und Rotkraut sollte, weil noch reichlich zu mäßigem Preis vorhanden, setzt recht »ct verwende werd-u Meerrettich und Rettich mit ihrem scharfen, dem Magen sehr dienlichen Saft, ebenso fri­sche Bnlnncnkresse, Schnittlauch und Rapun­zeln sowie die letzten Tomaten entweder als Salat. Sauce, oder Suppe, sollten nicht ver- gesien werden und entweder bei der Mittags­oder Abendtafel abwechselnd vertreten sein. Als auch in der einfachen Küche dann und wann anzuwendende Würze dienen getrocknete Morcheln und Steinpilze.

~ An Fisch«« ist neben dem eiweißreichen Schellfisch Dorsch und Flunder unter den See­fischen auch für die sparsame Küche erschwing­lich. Air Sübwaffersischen. die meist freilich eine recht kostspielige Liebhaberei sind, ist jetzt kein Mangel. Karpfen, Hecht, Zander. Lachs- sorelle, Karauschen, Kaulbarsch, Plötze, Schleie. Blei, Barsch. Aal, Steinbutt und Wells sind schmackhaft und bleien in verschiedenster Berei­tung große Abwechslung des täglichen Speise­zettels. Von Geflügel steht jetzt aus der Höhe: Hähnchen, Kapaun, Poularden, Purer, Gans. Ente. Wildente. Auer» und Birkhahn,

Haselhuhir. Schnepfe und Fasan, der letztere mit Weinkraut das Entzücken des Feinschmck- k«rs. An Wild ist ebenfalls noch genug Auswahl. Obenair stehen Hase und Wild­schwein. Rehbock und Hirsch geben saftige Bra­ten. dagegen ist das Fleisch der Hirschkuh bester gedämpft nach vorangegangenem Beizen zu bereiten. An Obst sind im November nur Aepfel. Nüsse und Maronen erstklassig, Bir­nen und Wein haben ihre Glanzzeit hinter sich.

A. J.

Die Srniihrungsfrage.

Die Rruwrrtung hauswirtschaftlicher Tätigkeit.

Wie in unser gesamtes Wirtschaftsleben, hat der Krieg auch in das Leben jedes Einzelnen zum Teil ganz einschneidende Verände­rungen gebracht. Natürlich sind diese dort am meisten zu spüren, wo die männlichen Glie­der der Familie das Haus verließen, uni sich dem Varerland zur Verfügung zu stellen. Mit ihnen schwand gleichsam der Mittelpunkt des Hauses, der Familie, und anfänglich fanden sich die ein­zelnen Familienmitglieder derart verlast««, daß ihr eigenes Wohl fast ganz durch das sie beherr­schende Bewußtsein ihrer Verlassenheit in den Hintergrund trat. Aber die alles ausgleichcnde Gewohnheit trat auch hier bald in ihre Rechte und wurde zur gütigen Vermittlerin zwischen dem Einst und Jetzt. Trotzdem bleibt den mei­sten Frauen das Gefühl der Vereinsamung stets gegenwärtig, wenn es auch zeitweilig etwas be­täubt wird durch die Arbeiten für den im Felde weilenden Gatte», Vater, Sohn oder Bruder. Und weil ihrem Leben gleichsam der beste In­halt genommen ist, so tritt eine gewisse Gleich­gültigkeit gegen seine täglichen Forderungen ein, die bezüglich der Magcnfrage zu ernsten Besorgnissen Anlaß geben kann. Wohl ent­spricht es durchaus dem Gemüislcben der deut­schen Fra», daß siekeine Feste feiern" möchte, so lange ihre Lieben im Felde weile», und voll Genügsamkeit mit dem fürlieb nimmt, was ihr au Verpflegung unter dem Zwange der Verhältnisse geboten werde» kann. Aber aus dieser Tugend wird, sobald sie ins Gegenteil umschlägt, nicht nur eine Untugend, sondern gleichzeitig auch eine wirtschaftliche Ge­fahr von eminenter Bedeutung.

Die Umfrage eines Volksschullehrers bei sei­nen Schülern, veranlaßr durch ein belauschtes Gespräch einiger Kinder seiner Klasse, führte zu dem überraschenden Ergebnis, daß nur einige Frauen von Feldzugt«ilnehmcrn seit deren Auszug regelmäßig für ihre Familie koche», und bau» gab es meist Kartoffeln mitStippe", in diesem Falle also ausgebratcnen Speck mit Zwiebeln. Wir wolle« uns nun nicht dabei aufhalten, den Nährwert dieses Gerichtes für die Heranwachsende Jugend zu erörtern, son­der einzig mit der Tatsache rechnen, daß Haus­haltungen, in denen das angeführte Gericht das Mittagessen bildet«, noch eine rühmliche Aus­nahme waren, da es nach jener Umfrage in den anderen Familien vorwiegend nur Brot mit irgend einem Aufstrich uird Kaffee gab. Wollte man einen gewissen Prozentsatz der Mütter auch damit «ntschuldigen. daß erhöhte LrwerbMtigkctz' Je cl der Zubereitung sät­tigender Speisen hindere, so vergäße man da­bei doch, daß außer der allerdings nicht aus­reichenden staatlichen Kriegsuuterstützung doch auch fast allenthalben noch eine städtische in ver­schiedener Höhe gezahlt wird, und zwar ge­rade zu ch e m Zweck, der in jenen Familien als völlig belanglos von der Hausfrau gering geschätzt wird. Es kann nun freilich bezüglich Annahme und Ausführung von Heimarbeit durch die Frauen der Kriegsteilnehmer durch­aus kein Zwang ausgeübt werden, und es ist lewiß hoch zu schätzen, daß diese sich zur Aus- tthrung derartiger Arbeit drängen, wo immci ich Gelegenheit zu derartigem Verdienst bietet. Wiederum müßten aber auch im Interesse der ungehinderten Entwicklung der Kinder Mittel Und Wege gefunden werden, de« Familienmit- gliedern täglich wenigstens einmal gut zube­reitete nahrhafte und bekömmliche Speise« zu­zuführen.

Man fand den gewiß sehr lobenswerten Ausweg, unterstützt durch öffentliche und pri­vate Mittel, zu geringem Preise sättigende Ge­

richte zu verabfolge». Aber das alles kann doch den» Schaden, der dem gesamte» Volke durch mangelhafte Ernährung weiter Volksschichten zugesügt wird, nur teilweise entgegenwirken. Ungezählte Familie» werde» und können aus verschiedene» Gründen dieses Segens nicht teil­haftig werden. Hier gilt «s nun, die Frauen in eindringlichster Weise auf die Verantwortung hinzuweise«7 dir auf ihnen gegenüber ihren Kindern lastet. Gerade, da cs wobl nur ganz verein elt böser Wille ist, der diese gänzlich falsche Auffassung ihrer Pflichten gegenüber den Kindern entsprang, ist auf Erfolg zu rechnen. Es kommt vielleicht nur darauf a», de» Flauer, eilte neue W ertung dicscs Teiles bei Hausfrauentätigkeit beizubringen und zahlen­mäßig zu beleuchien, wieviel günstiger die kör­perliche Entwicklung der Kinder bei richtiger Ernährung fortschreitet, in wieviel geringerem Maße gut ernährte Kinder Krankheiten und ge­sundheitlichen Störungen unterworfen sind, Ucberall dort, wo abendliche Kochkurse ritt Frauen und Mädchen eingesiihrr oder it> Frauen- und Naturhcilvcreincu Vorträge mi| ähnlichem Thema gehalten wurden, hat sich ge­zeigt, daß das Interesse ungeheuer groß wat und auch bei Wiederholungen nicht schwand, Niemals war vielleicht der Zeitpunkt günstiget für die Aufklärungsarbeit über den Wert svstc- matisch und gründlich geführter hauswirtschaft­licher Tätigkeit am Kochherd, als gerade jetzt. Es ist nun Sache der maßgebenden Behörde«, beit Stein in gewünschter Weise ins Rollen z» bringe« und unter bem Zwange der nngen- blickliche» wirtschaftliche« Not Einrichtungen zu treffen, die der kommenden Generatiott zum Segen gereiche«. Erika Menzel.

Ne praktische Hausfrau.

Billige Tischtücher.

Aus alten derben Servierte« kamt man wüt wenig Mühe und Kosten nicht nur praktische, sonder« auch sehr hübsche Tischtücher Herstellen. Man verbindet je vier Ecken davon mit Einsatz von Klöppelspitze oder Klöppeiimitation (den man, um das Entlausen zu verhüten, vorher brüht), sodaß diese kreuzweise dazwischen sitzt. 'Sie Arbeit wird tadellos, wenn man den Ein- ätz vorher dazwischen heftet und dann mit Hanfzwirn und überivendliche« Stichen an­näht.

Verwendung von alten Filzhütcn.

Mit der schlechten Witterung sind die Kinder mehr ans Zimmer gefesselt, und die Mutter ist eifrig darauf bedacht, den Lärm, beit sie ver­ursachen. in ihrem eigenen Interesse und in dem der Mitbewohner möglichst zu beschränken. Es empfiehlt sich, aus alten Filzhüten kleine runde oder viereckige Platten zu schneiden und dies« unter den Stuhlbeinen sestzuleiNten. Da­durch verursacht das Rutschen der Stühle we­nig Geräusch und nebenbei werden auch die Teppich« und Fußböden sehr geschont.

Tas Wasche« von Wollsache«.

Wollene Wäsche darf niemals gekocht, son­dern nur in warmern Seifenwasser gewaschen werden. Ist sie durch Kochen oder Waschen in zu heißem Wasser gelb geworden, so legt man ie über Nacht in lauwarmes Wasser, dem man etwas Wasserstofssupcrorild und Salmiak zu- gesetzt hat und spült sie in lauem, leicht ge­blautem Waffer. Wollene Wäsche darf nur im Schalten zum Trocknen aufgehängt werden.

Siearinflecke.

Stearinflecke entfernt man aus Stoffen oder Teppichen, wenn man das Stearin abkratzt, den Fleck bann mit einem Löschblatt bedeckt und mit einem heißen Plätteisen mehrmals darüber hinfährt.

Die Behandlung der Klaviertasten.

Die Tasten des Klaviers werden weiß, wenn i: zwei bis vier Stunden in eine Lösung von chweseliger Säure in Waffer gelegt werden. Em weiteres Mittel besteht darin, daß man die Tasten mit eitlem Flanellappe» abreibt, der in Terpentin getaucht ist. Seht man darauf die Tasten der Einwirkung der Sonnenstrahlen aus, so wird nach einigen Tagen di« gelbes