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Nummer 48.

»oflclct Rcitefie -«achrichtcn.

ecut s.

Mark, dir Wiiwc eines Sergeantcu, Unicressi ; ziors, Zugführerstellvertreters jährlick» 500 > Mark, die Witwe eines Genre inen oder einer ; anderen Person der Unicrklasscn jährlich 400 » Mark. Ferner erhall: Jede vaterlose Waise : von Miiitärpersonen der Unterklassen jährlich 108 Mark, jede elternlose Waise von Militär- pcrsoiien der Unterklassen jährlich 240 Mark. I Außerdem kann Eltern und Großeltern eines fc Gefallenen, die bisher von ih»r ganz oder über wiegend unterstützt wurden, im Falle der Bc- diirftigkeit ein Kriegseltcrngcld von jährlich i höchstens 250 Mark für die Person gewährt werden.

6ine Erinnerung.

Goethes Mutter und die Franzosen.

Den deutschen Frauen, die sich in dieser gro­ße» Zeit ihrer Vorfahren aus deir schwersten ; Zeiten des deutschen Vaterlandes würdig er­weisen, mag ein Brief von Goethes Mut­ter ins Gedächtnis gerufen werden, den die 1 Fran Rat am 23. Dezember 1703 in der r schweren F r a n z o s e n z e i t Wcstdeut s ck - l a n d s an ihren Hätschrlhans geschrieben hat. Es beißt in dem prachtvollen, echt deut­schen Brief:Hierbey kommt ein stück von «n- sernr Anzcigblättgcn da sehe ich und seh Stoltz daß du ein Francksurter Burger bist. Wo chendilich sind schon 3000 f. beysamnicn die jede Woche biß zum ersten Mertz vor Lebens­mittel vor unsere Brüder die Braven Deut­schen bestimmt sind. Daß heiße ich doch deut­sches Blut in den Adern haben. Unsere Käuf- nians Söhne aus den ersten Häusscrn . . . tra- gcn alle Uniformen und sind mit den gering­sten Schuster imb Schneider einverstanden ihrer Vaterstadt im fall der Roth bevzustebn . . . unsere Brave Sachsenhäusscr sind auss Quartier amt gegangen . . . und haben gc- bcihen wann Truppen zum einquarticren kä­men; so »iöchic mann sic ihnen geben. Leute die ein stübgcn ... und größtenteils upbemik- tclt sind . . . unsere Metzger haben fast keine Hcmbter mehr . . . sie haben sic alle in dlc Hospitäler getragen . . . und daß alles aus gutem Hcrtzen >md sreyein Willen ... cs ist niemand cingcfallcn ihnen sowas zuzummbcu . . . nun verwundcr mann sich noch daß Franüsurth reich wird ... grünt und blüht.. Gott muß ja das belohnen! Jetzt gcnuug von meinen braven Landsleuten . . . wogegen sieb alle andre Reichstädtc verkriechen müssen. Die Schachtel mit dein langen Brief und dem bau bon wirst du nun haben. Lebe wohl! Ich bin deine treue deutsche Mutier Goethe." Es ist bczcichiicud, daß die herrliche Frau diesen Brief mit den Worten unterschreibt, «deine treue deutsche Mutter*. Aus mauchem andern ihrer Schreibet! können die deutschen Frauen von heute sich an prächtigen Worten heiterer Tapferkeit und uuersibütterlichen Zuversicht in die deutsche Sache erfreuen, in denen sich das deutsche Wesen der einzigen Frau herrlich spiegelt.

Der Öfen.

Seine Behandlung und daö Heizmaterial.

Mit den kühlen Tagen tritt der Ofen wie­der in feine Vorzuasstellung, die ihm die Zen­tralheizung trotz aller Kämpfe nicht har streitig machen können; denn die Zahl seiner Anhän­ger, die ibn trotz ntanchcr Nachteile der trockc- ncn Hitze der Zentralheizung vorzichcit, wächst beständig. Weim er uns wirklich gute Dienste leisten soll, muß er aber auch in jeder Be­ziehung aut behandelt werden. Daß et die Gemütlichkeit eines Zimmer? nur erhöht, wenn er in peinlichster Sauberkeit strahlt, ist selbstverständlich. Kachelöfen wäscht man alle Vierteljahre mit warincm Scifenwasser ab und reibt sie mit einem weichen Tuche trocken »nd blank. Eiserne Ccfcit oder die cifernen Teile des Kachelofens müssen öfters geschwärzt werden. Z» diesem Zwecke verrührt man et­was Graphit (für 10 Pfg. in der Drogerie cr- bältliw, mit Spiritus dickklüfsio und süat et­was Tcrpcittiiiöl hinzu. Diese Schwärze trägt.

man mit einer alten Bürste auf und reibt die Fläche mit einer weichen Bürste oder einem Samtlappen blank.

Ofentüren und Herdplatten werden ebeujo behandelt. Messingtnren oder Nickelteile an den Crfett putzt man mit Salmiakgeist und fei­ner Schlemmkreidc blank. Sind die Oese» sehr hoch, so empfiehlt es sich, einen starken Bogen Papier oben auf den Ofen zu legen, das man, um den sich ansammelndcu Staub zu cniser- nen, einfach abnimmt und durch ein neues er­setzt. Alle Geräte, wie Kohlenkasteu, Eimer. Schaufel, Zange, müssen allwöchentlich gründ- lich gereinigt und damit sie nicht rosten, mit einer Speckschwarte abgerieben werden. Hm den Ösen und das Heizmaterial möglichst anszunutzen, utuß die Hausfrau manche Klei- uiglcit beachten. Kohlenanzünder erübrigen sich, wenn mait fettiges Papier, in dem But­ter, Schmalz oder Aufschnitt eingewickelt war, fest zusammendreht und zu>n Anmachen des Feuers benutzt. 'Holz und Kohlen muffen recht iiockcn oder leicht gewärmt feht. Dis Asche darf nur aus dem vorderen Teil des Hnz- lochcs entfernt werden, damit Platz für die Feuerung geschafft wird.

Die im hinteren Teile vorhandene Asche bleibt liegen, weil sic die Wärme hält. Das Feuer muß stets ganz vorn im Ofen, nahe bet Ofentür brennen. Wird es nach hinten gescho­ben, so zieht die Wärme nicht in das Zimmer, sondern in den Schornstein. Bei Brikcltkene- tung ist das rechtzeitige Schließen des Ofens zu beachten, weint die Kohlen durch­glüht und noch nicht zusammengcsallen sind. Ist der Zug im Ofen zu stark, so bedeckt man die Glut vor dem Zuschraubcn mit Asche, damit sie sich länget hält. Bei starker Kälte empfiehlt es sich, den Ofen abends noch einmal zu öffnen und ein fest in Zeitungspapier ge­hülltes Brikett auf die noch vorhandene Glut zu legen. Diese hält sich dadurch bis zuut nächsten Morgen, sodaß man das frische An- hcizen erspart. Fest zusammengedrehtes Zei- tungspapiet oder in Wasser eingeweichtes Pa­pier, das man in Bällen fest ausdrückt und gut trocknet, läßt sich beim Heizen zur Ersparnis von Heizmaterial verwenden.

Winter-Borröte.

Einkauf und Aufbewahrung des Obstes.

Richt nur auf deut Lande füllen sich im Herbst alle V o r t a t s t ä u m e mit den Ga­ben des Feldes und des Gartens, auch manche Hausfrau in der Stadt kaust mit Stolz große Vorräte an Gemüse und Obst für den Winter ein, denn sic weiß, daß viel Zeit ge­spart wird, wenn alles int Hanse ist, und daß sie sich durch rcchtzeitiaeu Emkauf vor der im Winter stets entsetzenden Preissteigerung schützt. Feder Vorteil geht jedoch verloren, wenn die Hausfrau nicht die richtigen Räume zur Aufbewahrung besitzt, wenn sie das einge- konftc Obst tmeist wird es sich um Aepfel oder Kochbiruen handeln) nicht richtig behanidelt, oder wenn sic beim Einkauf selbst planlos und ohne Heberlcguna vorgeht. Große froftfreie Boden­oder Speisekammern oder aut gelüstete Keller- räumc, in denen die Aepfel, wenn reichlich Platz vorhanden, auf mit Stroh belegten Bret­tern oder in besonders dazu hergerichteten Verschläaen nebeneinander ansgelegt werden, ciatten sich am besten zur Aufbewahrung.

Feuchtigkeit und Lfcht ist den Früchten möalichst fernzuhalten; bei starkcut Frost müffen sic mit eiltet Lage Stroh zngedcckt wer­den. damit sic durch Erfrieren nicht ungenieß­bar werden. Fehlt cs an Platz, sodaß man ge­zwungen ist. die Aevsel aufeinander zu schütten so ist doppelte Aufmerksamkeit nötig. Es empfiehlt sich, wertvolle Früchte durch Ein- wickel» in Scidcnpapicr von gegenseitiger Be rühr'ina zu schützen. Jedenfalls ist immer ein sorgfältiges Nachsehen der Vorräte nötig, wo­bei feder Apfel, der die kleinste faule Stelle zcigt. sofort entfernt und verbraucht werden muß. Diese kleine Mühe darf man nicht scheuen, Wenn man von seinen Vorräten Nutzen ziehen will. Was nun den Einkauf selbst betrifft, io darf die Hausfrau nicht glauben, daß sic je

früher, desto billiger einkaust. Das ist in Wirk­lichkeit nicht der Fall, weil die eben geernteten Früchte reich an Wassergehalt sind.

Läßt man sie einige Monate liegen und wiegt sie daun noch einmal, so Haben sie in- zwifchen durch die natürlicherweise eingetretcne Verdunstung des Wassers an Gewicht beträcht­lich verforen, dazu kommen noch die verfaulten Früchte, sodaß sich der Eiukausspreis im Ver­gleich zu der wirklich vorhandenen Gewichis- mciific viel höher stellt, als man annimmt. Auch kaufe man nie große Mengen ein von ein und derselben Sorte, weil daun die Aepfel beim Lagern alle auf einmal reifen und nicht so schnell verbraucht werden können, als es nötig ist, um sic vor dem Verfaulen in schützen. Sie müssen daun geradezu verschwen­det werden. Es gibt genug früh und auch spä­ter reisende Sorten, die uns. richtig fortiori und verbraucht, den ganzen Winter ersrenen. Vor allem bevorzuge die Hausfrau beim Ein kauf nicht das billigste Obst, sondern tadellose, nicht gedrückte und nicht zu früh ßcerntcie Früchte, wenn sie auch etwas teurer sind, dam t sic an ihren Vorräten Freude erlebe. B. M.

Sie praktische Hausfrau.

Das Ausbewahren von Kohlgemuse.

Größere Vorräte von Kohlgemüse bewahrt man am besten hängend im Keller aus. um sic vor Druckstellen zu schützen. Erntet man den Kohl selbst, so läßt mau beim Abschncidcn ein Stück Strunk daran und umrandet dieses mit slacher eingeschnitteucr Rille, um die man den Bindsaudeu schlingt, um die Köpfe daran a<- znhängcn. Kleine Köpfe nrnbiudet man kreuz­weise mit dem Faden. Dann schlägt man an 'ein in Kopshöhe frei aufgelegtes Brett auf beiden Seiten Nägel ein und hängt an diese die Köpfe so, daß sie sich nicht berühren. Ter Strunk muß stets »ach oben hängen.

Wie dichtet man Ledersohlen?

Man tut in einen glasierten Topf einen gc- nüflonben Teil guten Teer und etwas in dünne Streifen geschnittenen Gummi clasticum, den man vorher in Dämpfen von kochendem Was­ser ausgeweicht hat. Run setzt man den Topf an ein gelindes Feuer und rührt mit einem hölzernen Lössel diese Mischung um, wobei man das Heberlaufen des Teers zu verhindern suchen muß. Sobald der Gummi vollstänoig ausgelöst ist, trägt man mittels eines Pinsels die Masse auf die Sohlen auf, bis die Schicht die Stärke einer dünnen Pappe erreicht hat.

Kiit zum Bestreichen von Ccfcn.

Vorzüglich als Kitt ist Lehm und ein Teil Borax wohl gemischt. Risse kann man verstrei­chen mit fein gesiebtem Braunstein, her mit Wasserglas zu einer Masse verarbeitet ist. Dic- er Kitt wird so hart wie Eisen. Einen wasser­beständigen Kitt erhält man, wenn man Port- land-Zcmcnt oder guten hydraulichen Kitt mit einer warmen konzentrierten Lösung von Köl­ner Leim zu einem dicken Brei anrührt. Wasserfester Leim.

Wasserfester Leint wird hergestellt, indem man 60 Gramm Sandarak und Mastix in einem Liter rektifizierten Alkohol auflöst und 60 Gramm weißes Terpentin zusetzt. Diese Mischling wird erhitzt und eine starke Seim- lösuug, der die gleiche Menge Haufenblase bei» gefügt wurde, langsam zngesctzt, wodurch man einen dünnen Brei erhält. Tie Mischung mutz vor dem Gebrauch erwärmt werden. Ein >vci- tercr Leim, der seine Bindekrast in der Rässe nicht verliert, ist folgender: Man kocht 8 Lot Tischlerleim mit 1 Liter Wasser zu einem star­ken Leim, setzt daun 90 Gramm Leinölfirn tz bei und kocht noch einige Minuten unter stän­digem Umrühren.

Wanne Einlegesohlen.

Warme Einlegesohlen, deren Herstellung wenig Kosten und Mühe vernrfacht, verfertigt man auf folgende Weise: Man stellt den Schutz, ür den die Sohle beftimmt ist, auf ein Stück Pappe, zeichnet mit Bleistift bett Umrif; nach schneidet die Zeichnung aus wnib verkleinert