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Klein an 18 Tagen 24 Mann usw. (Die von der Ortsbehörde für den Atonal November festgesetzte Taxe für LedenSmittel war folgende:

Das Pfund Rindfleisch kostete 10 Kreuzer, „ „ Kalbfleisch „ 5 „

„ „ Hammelfl. „ 8

„ Schweinefl. „ 9 „

Brot, vierpfünd. Laib 7 '/2 Kreuzer.)

Als es an Salz fehlte, beschlagnahmte Bürger­meister Hafner rasch entschlossen 50 Säcke mit Nau- heimer Kochsalz, das der Fuhrmann Herber von Herolz dem Salzmagazin in Fulda zuführen sollte. Hafner entschuldigte später den Behörden gegenüber diese außerordentliche Maßregel mit „dem außerordentlichen Mangel an diesem so höchst notwendigen Material."

In große Aufregung geriet unsere Vaterstadt am 9. November durch folgenden militärischen Befehl:

An das verehrliche Bürgermeisteramt in Schlüchtern.

Auf Grund des vom Herrn General v. Haller heute vormittag erteilten Befehls haben der Herrn Bürgermeister folgende Sicherheitsvorkehrungen unver­züglich zu treffen:

1) Vor jedem der drei Straßeneingänge^) sind 4 Wagen statt der spanischen Reiter in Bereitschaft zu halten.

2) Alle übrigen Eingänge in die Stadt sind zu verschließen und die Zugänge durch die äußeren Gärten für Patrouillen offen zu halten.

3) Die 2 Wassergräben (Hinterheg- und Graben- weiher) sind durch Anbringung von Schleußen auf 5 bis 6 Fuß Höhe zu stauen.

4) Die Häuser zunächst der drei Straßen-Eingänge sind für Besatzung mit Mannschaft im Falle der Verteidigung bestimmt. Vor das Rathaus kommt die Geschütz-Reserve, also niuß

5) im Rathaus-Erdgeschoß für Artillerie-Pferde, im 1. Stockwerk für Artillerie-Offiziere und Mann-. schaft Platz gemacht werden.

6) Die Beleuchtung der Stadt muß täglich (?) stattfinden.

7) Die Feuerlöschrequisiten sind in bestem Stand zu halten, Löschmannschaft niuß bei Nacht in Bereit­schaft sein und für Infanterie-Wache Vorsorge ge­troffen werden.

8) Im Kloster müssen die heute gemeinschaftlich eingesehenen Räume als 3 Zimmer für Infanterie und 2 Zimmer für allenfalsige Kranke, dann die Keller und Remisen für Unterbringung von Lebensmitteln und Fourage-Vorräten und Stallungen für einige Pferde geräumt und eingerichtet werden.

Diese Vorkehrungen sind allsogleich in Vollzug fetzen zu lassen.

Schlüchtern, den 9. November 1850.

gez. Franz v. Hörmann, Oberst.

Man erwartete also einen Feind. Preußen war mit dem Vorgehen des Bundestags nicht einverstanden gewesen und hatte seine Armee gegen die bayrischen

3) Unter-, Ober-, und Krämertor.

Bundesokkupationstruppen mobil gemacht. Die einge­rückten preußischen Truppen wurden in Kurhessen „vom Volke selbst als Erretter und Befreier ausgenommen.4)

Man sah hier im Geiste schon die Preußen über den Landrücken herein marschieren. Darum wurde Schlüch­tern in der Eile „befestigt.' Die erschreckten Bürger brachten ihre Habseligkeiten in sicher scheinende Ver­stecke ; die Klosterkeller mußten das meiste aufnehmen. Direktor Stamm leitete das Ganze. Maurer Orth war schon dabei, die Eingänge der Keller zu vermauern und die Zimmerleute Orth, Heinrich Klöber und Johs. Greulich hatten bereits begonnen, den Eingang zwischen den Häusern des Wagners Zinkhan und des Lehrers Hillberg und den Weg zur Hinterhege mit „starken Stangen" zu versperren, die geängstigten Einwohner befürchteten schon Schreckliches, da ließ der Fürst von Turn und Taxis durch den Gendarmen Lorey sagen: „Es bleibt Friede!' Nun werden nur Punkt 6 u. 7 des Be­fehls aufrecht erhalten. Schlüchtern ist bis zum Abzug der Truppen allnächtlich illuminiert, da jeder Bürger ge­zwungen ist, an einem Fenster seiner Wohnung ein Licht zu unterhalten

Daß mittlerweile die Erregung über die „Bequar- tterung" bei einzelnen bis zur Siedehitze gestiegen war, zeigt nachstehender Brief eines Beamten an das ge­plagte Ortsoberhaupt: 5)

Herr Bürgermeister!

Trotzdem, daß Sie mich bei der letzten Einquar­tierung im Verhältnisse zu andern begüterten hiesigen Bürgern, ohne allen Widerspruch zu hart mitgenom­men haben, schicken Sie mir jetzt wieder 8 Mann, während Sie dem Treppenzipf nur 6 Mann zutheilten, und so gehet diese Sache fort.

Meine Frau und meine älteste Tochter liegen der- .malen in Folge der früheren Einquartierungslast krank darnieder. Ich habe nicht so viel Räume, um 4, ge­schweige denn 8 Mann unterzubringen.

Ich habe als Oberförster dem Magistrat in forst­licher Beziehung seither alle nur zulässigen Gefällig­keiten erzeigt, und da ich Schlüchterner Bürger bin, mich allen bürgerlichen Lasten stets ohne Widerrede unterzogen. Wer will dieses leugnen?

Wenn ich mich aber von dem hiesigen wohl- oder Hochlöblichen Stadtmagistrate noch weiter mit solchem Undanke belohnt sehe, so werde ich mich um eine Stelle am äußersten Ende von Kurhessen melden, und mein seither noch in Ehren gehaltenes Bürger-Diplom zurückgeben und der Stadt Schlüchtern Adieu sagen.

Doch ist noch nicht aller Tage Feierabend. Es ist kein Faden so klein gesponnen, er kömmt doch endlich an die Sonnen. Wer weiß, ob meine Gutmüthigkeit nicht endlich zerreißt pp.

Hochachtungsvoll

Ihr ergebenster Diener (?) E.

Schlüchtern, den 14. November 1850.

4) Sybel II , 38.

5) Der Brief ist wörtlich wiedeigegeben.