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Welt erblickte, denn es wurde vor lauter Freude in's Reich der Unterwelt geschleudert und auf diese Weise dem finsteren Orkus ein Opfer gebracht.

Im Jahre 1830 stieg ein Papiermachergeselle aus Württemberg, Namens Walter, welcher sich bei einer Steinauer Gesellschaft, in der sich auch Herr Papier- mühlenbesitzer W. Dummler befand, mittelst eines Seiles von ca. 100 Fuß Länge und mit einer brennenden

Laterne hinunter.

Ehe er aber sich dazu vorbereitete, flog ebenfalls, aber mit größeren: Geräusche, eine Eule heraus, so daß die ganze Gesellschaft erschrocken zurück wich. Als er in die erste Quinte stieg, sah er, daß das Loch aus schauerlichen Gängen und Kammern von ungefähr 1216 Fuß Länge und Breite bestand, und die felsen- artigen Steine beständig tropften, Wasser jedoch selbst in der Tiefe keins wahrnehmen konnte.

Nachdem er sich etwas erholt, stieg er in die zweite Quinte, wo er dieselbe Information fand, und etwa 100 Fuß tief, so lang das Seil war, im Schlunde^, hing. Plötzlich schrie er laut auf und gab ein Zeichen, daß man ihn Heraufziehen solle. Man zog ihn herauf. Da sagte er, schlotternd vor Angst und Kälte, daß es da unten fürchter­lich kalt sei und das Loch mehrere 100 Fuß Tiefe haben müsse, und daß er nie wieder hin­unter zu bringen fei."

Dieses Teufelsloch ist eine im Wellenkalk aus­gewaschene Höhle von mehrscheinlich großer

Ausdehnung, die sich vom Schwodelsberg aus

Eingang zum Tcnfclsloch.

unter den Bergwiesen

entlang bis z. s. g. Bocksheege hinzieht und voraus­sichtlich eine Gesamtlänge von 2,5 kni erreicht. Ob diese ganzes Strecke als eine Höhle zu betrachten ist, oder ob es', sich um zwei Höhlen handelt, die^uicht in Verbindung stehen, ist bislang nicht festgestellt. Da­gegen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sich die Teufelsloch-Höhle vom Schwodelsberg aus bis zum s. g. Entenborn erstreckt, da das Wasser des Ulmbaches, welches in der Nähe des Schmodelsberges im Bach bette plötzlich verschwindet, sodaß das Bachbett des Ulm­

baches im Sommer auf etwa 1000 m Länge trocken ist, die Teufelsloch-Höhle durchstießt und als Entenborn im Steinaubachtale wieder zu Tage tritt. Die Lage, bezw. der Verlauf der unterirdischen Hohlräume ist an der Oberfläche zu erkennen, da die vorhandenen Erdfälle (Dolmen) solche anzeigen, denn Erdfälle sind nichts weiter als zusammengestürzte Teile eines Höhlen- zuges.

Diese untrüglichen Merkmale haben den Unter­zeichneten veranlaßt, im Jahre 1898, unter dankens­werter Beteiligung der Herren Uferwärter Methfessel in Steinau und des damals dort ansässigen Dach­

deckermeisters W. Scheer der Erforschung des Teufelsloches, das mit schaurigen Sagen um- woben war, näher zu treten.

Ausgerüstet mit einer Anzahl Leitern, Seilen, Ketten und Werkzeugen wurde am 14,Juni 1898 die erste Einfahrt unter­nommen, nachdem: vor­her festgestellt war, daß Stickluft nicht zu er­warten sei. Das Ein­bringen der langen Leitern in dem senkrecht abfallenden, tiefen und dunklen Schwund war nicht ohne Mühe, zur Sicherheit wurde die etwa 15 m lange Leiter vermittelst Ketten an starken Buchenstämmen aufgehängt und außer­dem noch ein starkes Seil als weitere Sicher­heit hinabgelassen. Die Taschen mit Kerzen und Feuerzeug gefüllt, ging es mit größter Vorsicht an den Abstieg in die völlig unbekannte Tiefe. Der Abstieg ging glatt und ohne Gefahr vor sich.

Hoch erfreut waren die Teilnehmer, als fest­

gestellt wurde, daß sich

an den senkrechten Schlund (Teufelsloch) sogleich ein größerer Hohlraum von etwa 12 m Durchmesser und ca. 15 m Höhe anschloß, der auf seiner Sohle mit Schuttmassen, früherenDeckenbrüchcn, ungefüllt ist und etwa unter 45 Grad in die Tiefe abfällt. In mühe­voller, schwieriger Arbeit wurden dann in den folgenden Monaten noch mehrere Räume entdeckt und zugänglich gemacht, hierunter ein kl. Wasserbassin von etwa 3 m Durchmesser und unbekannter Tiefe, über welchem eine Anzahl herrlicher Stalaktiten (Tropfsteine) hängen, die