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Seite 4_ Ättorgen-Ansgaste, l. Blatt. PiwbölKtlff .MmmerStag, 2V. Februar 1V1S. Skr. 97.

jfcu den Herzen der Zuhörer redete. Nach einer. herzlichen Be­grünung, besonders des Stadtrats Meier, der der Vereinigung ein warmes Interesse entgegenbringt, verbunden mit einem Werberuf durch den Leiter, der zugleich allen Mitwirkenden freundlichen Dank sagte, wurde das Programm durch einen Kettmarsch eröffnet, bei dem die Lehrer Fiedler und Heinz »nd Magistratsbeamter Mai als Violinist in künstlerischer Weise die Zuhörer erfreute». Im Verlauf des Abends wech­selten Gedichte aus den Jahren der Befreinngskriege, ivorge­tragen von Jünglingen und Jungfrauen der Jugendvereini­gung, «nt schönen Liedern und weiteren Musikvorträgen ab. Ztvei Klassen der Schule an der Kastellstraße unter Leitung des Lehrers Heinz trugen vier Lieder unter dem allgemeinen Beifall des Publikums vor. Schuhmachermeister Karl Fritz er­freute durch zwei gut vorgetragenc Lieder und erntete reichen Applaus. — Sonntag, den 9. März d. I., findet die dritte Veranstaltung unter Mitwirkung des Männergesang-Vereins „Fidetio" und von musikalischen Kräften statt. Pfarrer Lieber hält einen Vortrag über die eigentliche „Erhebung Deutsch­lands", der durch Lichtbilder erläutert wird.

— Danny Gürtlers Ende? Es scheint mit ihm zu Ende zu gehen, mit dem auch in Wiesbaden aus seinen „Gast­rollen" bekannten ehemaligen Heldendarsteller und fetzigen --letzten Ritter der Romantik" und „König der Boheme". Nach seiner Affäre mit der Gendarmerie bei der Lorelei, über die wir vor einiger Zeit berichteten und die ihm eine Geldstrafe einkrug, ist er nun abermals mit den Behörden zusammen­geraten. Diesmal war es in Hamburg, wo man ihn ins Irrenhaus, brachte, nachdem er vom Fenster seiner Wohnung au? Reden an die deutsche Nation gehalten und schließlich die zahlreich zusammengelaufenen Zuhörer mit Apfelsinen be­worfen hat. Zehn Männer waren nötig, ihn zu bändigen. Er scheint also in der Rolle des wahnsinnigen „Königs" sehr gut gewesen zu sein.

— Falsches Geld. In der Umgegend kursieren viele fal­sche Einmark st ücke. Die Falsifikate, welche die Jahres­zahl 1881 und das Münzzeichen .V tragen, sind den echten Stücken täuschend ähnlich, beim Aufschlagen erkennt man sie aber am dumpfen Klang.

— Gerichtliche Jmmobilien-Bersteigcrungcn. Vor dem hiesigen Amtsgericht standen Dienstag zwei Zwangst) ersteigc- rungstermine an. Es handelte sich dabei zunächst um daö Wohnhaus mit Anbau, Seitenbau (links), Stall mit An­bauten, Remise (links) und Hinterhaus Adlerstrabe 13 dahier, mit einem feldgerichtlichen Schätzungswert von IVO 000 M. Das höchste abgegebene Gebot mit 8712 M. bei 61 000 M. Hhpothekenüber,rahme legte Frau Dr. Adolf Stchr in Frei­bürg i. B. ein. Die Zuschlagserteilung ist Vorbehalten. Ferner kam in Frage der bebaute Hofraum Blüchcrplatz 3 Hierselbst. Der feldgerichtliche Schätzungswert belief sich auf 165 000 M. Höchstbietende mit 121000 M. blieb die Hhpo- ihskengläukigerin Frau LouiS Seel Witwe dahier. Auch in diesem Fall blieb die Erteilung des Zuschlags Vorbehalten.

— Persvnal-Nachrichten. Der bisherige Departements­tierarzt H e t er s biersetbst ist ermächtigt, unter Belaffung des Charakters als Geheimer Veterinärrat künftig den Ämtstitel jRegiörungs- und Veterinärrat" zu führen.

— Kleine Notizen. Der geplante „Kirchenchor der Dreifaltigkeitskirche" ?st nun gegründet. Er hat bereits 70 Mitglieder. Vorsitzender ist Pfarrer Or. Hüfner, Dirigent Lehrer A Müller. — Nächsten Samstag, den 1. März, wird in der Halle des „Männerturnvereins" an der Platter Straße der diesjährige ordeirliche Gau turntag des Daues Wiesbaden abgehalten. Beginn 9 Uhr. —Die („Rasse - Taubenzüchter - .Vereinigung für Wiesbaden und Umgebung" hält am Sonntag, den (2. März 1913, irr den oberen Sälen des „Hotels Union". Neu- gaffe 9, eine Tauben schau bei freiem Eintritt ab. Die Vereinigung die.et jedem Taubenzüchter und Liebhaber, der die Mitgliedschaft erwirbt, Gelegenheit, sich in der Taubenzucht igu vervollkommnen. Die Monatsversarumlungen finden jeden ersten Donnerstag im Monat, abends v Uhr, im „Hotel Union" statt.

Theater, Nurist, Vorträge.

* Operetten-Theater. „Puvpchen", der neue Schlager von Jean Gilbert, erringt jeden Abend großen Beifall und bleibt noch bis Sonntag täglich auf dem Spielplan. Für Sonntag- nachmittäg ist die Fällsche Operette „Der liebe Augustin" zu halben Preisen angesetzt

* Liedrr-Abend. Am 12. März gibt unsere beliebte ein­heimische Konzerisängerin Gussy Aloff im .Lasino" ihren diesjährigen Lieder-Abend. Es ist ihr gelungen, den König!. Kammersänger Karl Rost aus Köln zur Mitwirkung zu ge- jrvinnen. der in Wiesbaden noch unbekannt, aber als Oratorten- und Liedersänger sich allenthalben großer Beliebtheit erfreut. Das interessante Prograrnm enthält Duette. Arien, Lieder und 'Balladen alter und moderner Meister, die teilweise hier noch nicht zur Aufführung gelangten, und verspricht einen genuß­reichen Abend.

* Rhein- und Taunusklub Wiesbaden (E. B.). Auch der 8 Vortragsabend in der „Wartburg", wo Herr Herr Lehrer Simon aus Frankfurt a. M. über seine Eindrücke, die er während seiner Reise „Quer durch Bosnien und die Herze­gowina" gesammelt hat, sprach, hat e sich eines guten Besuches zu erfreuen. Redner verstand es vorzüglich, die zahlreichen Zuhö er durch ■ seine interessanten Ausführungen zu fesseln. Bosnien und Herzegowina sind durch, die Annexion durch Ksterreich weiteren Kreisen bekannt geworden. Betritt man die Herzegowina von der dalmatinischen Küste aus, dann starrt stns eine Stein- und Felswüste entgegen. Im Narentatal fbietet die Herzegowina ein erfreulicheres Bild weil hier Wasser vorhanden ist, das sonst oft stundenweit durch Lasttiere herbei- igeschafft werden mutz Hier macht sich auch Lsterreichs .Kultur­arbeit bemerkbar. Im Nareniaral liegt in einem Talkessel, nur W Meter über dem Meere, Mostar, die Hauptstadt- der Herzegowina, die mit ihren 33 hochragenden Minaretts, den schlanken Moscheetürmen, einen echt orientalischen Eindruck Macht. Hinter Mostar tritt die Bahn in das große Rarenta- iDefilee ein, das bis Jeblonika Fluß und Straße in einem (schluchtartigen Engpaß zusammenkettet. Die Bahn Mostar- iSaraiewo ist ein Meisterwerk der Technik und nimmt unter den Gebirgsbahnen Europas unstreitig einen der ersten Plätze «in. In Sarajewo, der Hauptstadt Bosniens, interessiert vor allem dos türkische Element, das sich in den drei Begriffen: Moschee, Basar und Ha>om zusammenfaffen läßt. Das Innere der Beqova-Moschee löst einen recht stimmungsvollen Eindruck aus. Bei der Besichtigung des Basars gewinnt man die Über­zeugung, daß der Orientale zum Kaufmann im modernen Sinne nich' geboren ist; es fehlt ihm an Unternehmungslust, cm Spekulafionsgeist und an Geschmeidigkeit. Bon Sarajewo ging es nach der alten bosnischen Königsstadt Jayce mtf iir»n wunderbaren Wasserfällen und den Ruinen der alten Königs­feste. Bon hier aus wurde die Heimreise durch Kroatien und die grüne Steiermark über das goldene Wien Passau. Regens­burg Nürnberg angeireten Der Vortrag klang in ein be­geistertes Lob auf deutsche Sitte und den sche Kultur aus. Der 1. Vorsitzende Herr Gustav Victor dankte dem Redner im

. Itarnen der Zuhörer für seinen inwressanten Vortrag, der von 50 meist prächssg kolorierten Lichtbildern illustriert war

* Freidenker-Verein. Prediger Gustav T sch i r n - Breslau tvricht am nächsten Montag über dos zeitgemäße Thema:

gMlgeu WfreiuNgskrrege 1913" im Wärtburgsaalc.'

Tschirn ist Vorsitzender des deutschen Freidenkerbundes; seit Jahrzehnten wirkt er mit außerordentlichem Erfolg als frei­religiöser Prediger in Breslau und ist auch als sreigeistiger Schriftsteller hervorragend tätig.

* Vortragsabend. Am Sonntag, den 9. März, findet im Saale der „Loge Plato" ein offen licher Vortragsabend jüdischer, Erzählungen, und Dichtungen statt. Richard Goltz, früher am' Frankfurter Komödienhausc. ist ein seit Jahren • ln' Deutschland auf diesem Gebiete "bekamt-er und beliebter Vortrvgsk^Hler, besonders aus dem Gebiete jüdischen Humors. Herr v-wktz har bereits, vor 3 Jahren im hiesigen jüdischen Literatucverein mit bestem Erfolg vorge­tragen.

Vereins-Nachrichten.

* Heute abend 81Ä Uhr wird die ordentliche Mitglieder- Versirmmlung des .,R e n n k l u b s Wiesbaden. E. V.", im „Hotel Metropole" abgehalten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist ein reger Besuch erwünscht,

5lus dem Landkreis Wiesbaden.

0 . Biebrich. 25. Februar. Der Volksbildungsvcrein be­schließt seine dieswimerlichen Veranstaltungen (Bolksunwr- baltungsabende) am kommenden Sonntag durch ein Volks- konzert, das im Saale des „Hotels Bellevue" stattfinöet. Außer dem Männerchor des Gesangvereins „Eintracht" tre'cn als, Solisten auf: Frau Ella Kranzbühler (Mezzosopran),

Fräulein E. Ahrens (Geige), Klavierbegleitung durch Fräulein M. Ahrens, und Herr August Arnold (Tenor).

(!) Dotzheim, 25. Februar. Das Fortbestehen oder die Auflösung unserer Orlskrankenkasse bildet hier das Tagesgespräch. Daß die Kasse die Anforderungen erfüllt, die für eine selbständige .Krankenkasse erforderlich sind, das zeigte die Generalversammlung am letzten Sonntag, Die Kaffe be­steht seit 1893 und hat sich aus, kleinen Anfängen zu ihrem jetzigen Umfange entwickelt. Der durchschnitüiche Milglieder- stand im letzten Jahre betrug 658 (gegen 683 tm Vorjahr). Die geringeren Anmeldungen im Baugewerbe wurden aus­geglichen durch stärkere Anmeldungen in Fabrikbetrieben. Die Neuwahl des Vorstandes wriroe von. der Aufsichtsbehörde nicht genehmigt, sondern sie verfügte, daß wegen der Auflösung der Kasse mit Schluß dieses Jahres der alte Vorstand bis dahin die Geschäfte fortführen soll. Die Ausgaben betrugen 18976 M., die Einnahmen 19 775.46 M. mithin bleibt ein Kassenbestand von 799.46 M. Wie der Umfang der Kaffe gestiegen ist, zeigen die Ausaabeposten der letzten Jahre: 1909: 11879 M.. 1910: 12 974 M., 1911: 15 990 M.. 1912: 18976 M. Da nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre der Reservefonds 18614 M. betragen mutz, der gegenwärtige Reservefonds aber schon 14 383 M, beträgt, sind bereits 769 M mehr angesanrmelt worden. Die Familienbersicherung zählt gegenwärtig erst 86 Mitglieder, doch konnten sämtliche Anforderungen aus den Mitgliederbeit ägen gedeckt und sogar noch der Anfang zu einem Reservefonds gemach! werden. Die bekannte Eingabe wegen Weierbestehens der Kaffe ist durch die Gemeinde, Fabrikbesitzer usw unterstützt worden, und man hofft, wenn nicht mehr, so doch wenigstens die Errichtung einer Zahl- und Meldestelle am hiesigen Or e zu erreichen. — Dieser Tage verunglückte am hiesigen Bahnhöfe der Fuh werksbe- sitzer Wilh. Haberstock, der mit dem Ausladen von Kohlen be­schäftigt war. Durch die grellen Bfiffe und das Geräusch des Dampfablaffens seitens einer dicht voröeifahrcnben Rangter­maschine wurden die Pfevde scheu, toobei der Verunglückte vom Wagen stürzte und bedeutende, wenn auch nicht gerade schwere Verletzungen an Kopf und Beinen davontrug. — Auffallend ist hier d«E überwiegen der weiblichen Bevölke­rung nach dem Ergebnis der letzten Personenstandsaufnahme im Oktober v. I. Danach überstieg die Anzahl der weMchen Personen über 14 Jahre die der männlichen um 709 (2311 gegen 1602). Wenn anch der starke Rückgang der anwesen­den männlichen Personen über 14 Jahre: (von 1838 auf 1602, also um 236) sich daraus erklären läßt, daß durch die schlechte Lage im Bauhandwerk viele Handwerker gezwungen sind, auswärts zu arbeiten, so bleibt doch auffallend die Zunahme der weiblichen Personen llm 326 (von 1985 auf 2311). Im Jahre 1911, betrug der Unterschied zugunsten der weiblichen Bevölkerung nur 147.

88 Erbenbeim, 25. Februar. Kommenden Sonntag, nach­mittags 3Vv Uhr. wird der Obstüauverein des 13. land­wirtschaftlichen Bezi ksvereins seine 4. Generalversammlung im „Schwanen" haften — Bei dem am 9. März d. I. vom „Mannergesangverein" (Chormeister Edmund Steinbrück- • Wiesbaden) zu vevanstal'enden W 0 H I t ä r i g k eit s - K 0 n - z e r t wird u. a. ein patriotischer Liederkranz mit Deklamation: „Ezählung eines alten Veteranen" von C H Meister zum Vortrag' kommen Nach den bisher getroffenen Vorbereitungen verspricht das Konzert ein sehr genußreiches zu werden, bat doch auch der Königliche Schauspieler Herr Max Andrlano (Wiesbaden) seine .Mitwirkung zugefagt.,

o. Hochheim et. M., 25 Februar. In der letzten Monats- Versammlung des Bürgervereins sprach Rechtsanwalt Dr. Doeffeler (Hochheim) über die Wertzuwachssteuer. An­schließend hieran hieft Herr Amtsrichter Schwabe einen Licht- bildervortrag über „Reklameunfug in Stadt und Land" unter E läuterung der Bestrebungen des Vereins für Heimatschutz Beiden Rednern wurde von den aufmerksamen Zuhörern reicher Beifall gezollt. — ei. Zur Hebung des Hasenbeftandes ließ der hiesige Jagdpächter Direktor W. Hummel 25 unga­rische Hasen in hiesiger Gema-lung aussetzen. — Im Alter von 90 Jahren starb bie-felbst der älteste männ­liche Einwohner, der Senior der israelitischen Kultus­gemeinde, frühere Metzgenneister Wolf Strauß. Der Ver­storbene feierte vor einigen Jahren das Fest der goldeneil Hochzeit und erhielt damals die Ehejubilän msmedaille —Am letz en Sonntag fand hierselhst ein Missionsfest statt. Missionar Spaich schilderte in seiner Festvrediat sowie in dem Lichtbildervortrag der Nachversaaimlung China, nament­lich die Hobe Bedeutung der ärztlichen Mission. Im Lause der nächsten Woche finden ähnliche Versammlungen in sämtlichen Orten des Dekanats Wallau statt.

Naffauische Nachrichten.

— Ordensverleihungen. Steinzeugdreher Jakob Schwickert zu Hillscheid im Untertvesterwaldkreise erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze

c>. Frickhofen (Westerwald),, 25. Februar. In einer im Saale des Gastwirts Schlitt abgehaltenen Bürgerversamm­lung wurde nach eingehender Aussprache die Gründung eines Bürger» er eins .beschlossen, dem sofort über 50 Mit­glieder vertraten Der Verein wird dem „Verbände Rassau- tscher Bürgervereine" (Sitz. Bad Ems) beitreten.

Nus der Umgebung.

hh. Frankfurt 0 . M., 26. Februar. Die Polizei verhaftete mehrere Personen, die verdächtig sind, den großen Uhren- und Goldtvarendiebstah! in Bockenheim ausgefübri zu haben. Sie werden auch beschuldigt, andere größere Diebstähle hier und in der Umgegend veri'cht zu haben — Heute vormittag wurde in Heddernheim das Mädchen beerdigt, das durch das Automobil des Prinzen Heinrich der Niederlande überfahren worden , war. Der P inz sandte seinen Adjutanten und ließ einen Kranz am Grabe Niederlagen — Eine Automobil- uni) Flugzeug-Ausstellung allergrößten Stils ist für das Jahr 1914 gepkanß und zwar in der Hauptsache vom Verein deutscher Moto. flugzeug-Jndustrieller.

Gerichtliches.

Nus den wkesbadenrr GerichtssÄlsn.

me. Die Schweine als Friedensstörer. Der Landwirt Heinrich Neuzerling vom Hof Bärbäch bei Katzeneln­bogen und der frühere Maurer, spätere Taglöhner Philipp Maus von dort haben sich wegen einer Schweineherde, welche der zweite hütet, grimmig verfeindet. Neuzerling nämlich ist

Gegner der Schweinehüterei überhaupt. Wenn Maus ihm mit seinen Pfleglingen begegnet, dann iveicht er nicht aus, fährt, ohne jede Notiz von der Gesellschaft zu nehmen, sofern er sein Fuhrwerk bei sich hat, seinen Weg weiter und hringr dadurch oft die Grunzer in nicht geringe Gefahr. Mehrfach hat Maus sich schon bei der Gemeindebehörde deswegen be­schwert, und es ist Neuzerling auch bereits eröffnet worden, daß er für jeden Schäden, den er durch sein rücksichtsloses Fahren veranlasse,. haftbar gemacht werde. Am 30. August v. I. trafen die Feinde auf der Landstraße zusammen. MauS stellte de» Neuzerling zur Rede, weil er seine Frau geschimpft habe, statt sich jedoch zu rechtfertigen, soll Neuzerling ihn gleich mit einer Hacke niedergeschlagen haben, doch nicht nur das, nachdem sich vielmehr MauS nur mit Mühe von der Land­straße wieder erhoben hatte, soll Neuzerling das Rezept noch zweimal, wiederholt haben und er soll obendrein die Frau des Mißhandelten, welche in Verteidigrmg ihres Mannes mit einer Peitsche auf den auf ihrem Mann knienden Neuzerling einschlug, mit der Hacke bedroht und noch einen anderen Mann mit demselben Instrument geschlagen haben. Die Wiesbade­ner Strafkammer verurteilte Neuzerling zu 5 Monaten Ge­fängnis.

Handel. Industrie. Verkehr.

Banken und Börse.

* Milteldentsckc Bodenkredit-Anstalt in Greiz und Frank­furt. a.M. Das Institut sieht sich infolge von Kursverlusten an Staatsanleihen und Errichtung der Frankfurter Nieder­lassung bekanntlich veranlaßt, mit.der Dividende um Va Prrw. auf 4% Proz. herabzugehen. Das Gesamterträgnis stellt sich einschließlich 87 536 M. (82 313 M.) Vortrag auf 3 907 474 Vf. (3 805 363 M.), darunter 2 379 123 M. (2 357 967 M.) Hypotheken- zinsen. Auf der anderen Seite erforderten u. a. Pfandbrief- zinsen 1998 907 M. (1934 761 M.) und Zinsen auf Grund­rentenbriefe 951 922 M. (937 378 M.). Der Reingewinn beträgt 529 106 M. (571528 M.), wovon die Dividende 356 250 M, (393 750 M.) beansprucht, während 90 431 M. als Vortrag bleiben.

* Württembergische Vereinsbank zu Stuttgart. Der Auf-

sicihtsrat beschloß, eine Dividende von 7 Proz. (wie in den Vorjahren) vorzuschlagen. Der Reingewinn beträgt 4 284 209 Mark (4 022 705 M.). 974 480 M. (956 785 M.) sollen auf neue Rechnung vorgetragen werden.

“ Württembergische Bankanstalt vorm. Pflaum n. Ko. in Stuttgart. In der Sitzung des Aufsichtsrats wurde beschlossen, eine Dividende von wieder 7 Proz. vorzuschlagen. Der Rein­gewinn einschließlich 303 594 M. (L V. 237 949 M.) Vortrag beziffert sich auf 1254 286 M. (1279 309 M.). 311179 M.

(303 594 M.) werden auf neue Rechnung vorgetragen.

* Beantragte Börsenzulassnng. Von der Mitteldeutschen Kreditbank ist beantragt, 3 500 000 M. neuer Aktien der Braun- kohlenweike Leonhard, A.-G. in Zipsendorf (Kreis Zeitz), zum Börsenhandel zuzulassen.

Berg- und Hüttenwesen.

w. Essener Steinkohlenbergwerke, A.-G. Im Geschäfts­jahr 1912 betrug die Kohlenförderung 2 232 089 Tonnen (i. V. 2 l'ld 494 Tonnen), die Biiikettherstellifng 761633 (842 576) Tonnen, Nach Abzug der Abschreibungen von 1767 252 M. (1410 242) ergibt sich ein Reingewinn, einschließlich des Vor­trages, von 2 927 687 M. (2 428 629), aus dem 10 Proz. Divi­dende (wie i. V.) verteilt werden sollen. Der Gewinnvortra» auf neue Rechnung beträgt 530288 M 1 . (205 198).

Industrie und Handel.

* Die Krawattenstoffabrik Leendextz o. ClanB (Inh. Heyd- wfller n. KlaB) in Krefeld befindet sich in Zahlungsschwierig­keiten. Die Passiva betragen 287 000 M., die Aktiva 180 000 Al,

* Die Differenzen im Berliner Stabeisenhandel beigeieg..

Wie die Z.“ erfährt, wurde der Konflikt im Berliner Stab- eisenhandel beigelegt. Die Firma Willi Lippmann in Chemnitz löst ihre Berliner Vertriebsstelle auf und umgekehrt die Ver­einigung: Berliner Stabeisenhändler die ihrige in Chemnitz'.

* Ein® Zementfabrik in Konkurs. Die Gudensberger .Zementwaren-.und Kunststeinfahrik C. G. Schmoll in Gudens- berg (Regierungsbezirk Kassel) ist in Konkurs geraten.

w. Bremer Wollkämmerei. Der Aufsichtsrat beschloß, der Generalversammlung nach den üblichen reichlichen Ab­schreibungen und Rückstellungen eine Dividende von 20 Proz, (i. V. 16 Proz.) vorzuschlagen.

«\onkurs-NaeSi richten

aus den 0.-L.-G. Bez. Darmstadt, Frankfurt a. M., Cassel vom 15. bis 21. Februar.

(Firm»)

Wohnort

(Amtsgericht)

Konkurs­

verwalter

rrf

Steinmetz u- Kine- matograp b enhes i teer Emil Martin II.

Kfm. Christoph Blum

Möbelhdl.Kob. Simon i. Ka. Frankfurter Möbelmagazin Robert Simon MUiiienbesitrer Karl Propfe Kfm. Heinrioh Jakob Breuzel. verst, i. Fa. Jakob Stück .Naohf- Firma Cebr Adler, Trikotweberei Kgl- Bausekretär a. D.

Wilhelm Fitz Firma Aug. Zemsch Nachf., Masebinon- fabrik, G. in. b,H- Oberlehrer Professor Dr- Garthe Dachdecker Kar! Bronheimer Möbelhdl. und Tapezier. Jean Hupp Firma Ursella Kraft­futterwerke, Gm.b.H. Sieger & Ko.,

G. m. b. H.

Alsfeld

Schwebda

(EBchwege)

Franks, a. M.

Trevsa. Bez. Kassel

Hanau

Offenbach a. M.

Näherstille

(Scbmalkald.)

Wiesbaden

Eschwege

Herborn,

Dillkreis

Michelstadt

Oberursel (B. - Homburg)

Wiesbaden

Bergeimer \ ^ 3.112. S.

Kfm. Adolf Kobold

R.-A. Abt

R--A. Justiz-! rat Hecht |

Henrich I R -A. Wagner

Kaufmann Karl Brodt

Kfm. Adolf Kobold Kfm Eduard Sbhraum R.-A. Wendisch R-A.

Herb. Bunke R-A. Dr. Stahl

12. 2.12. 3.27. 3

13. 2.121. 3.! 6. a

27. 3 .

1 . i.

Schluß-Termin 5. 3.

IS. 2.1 1. 8. 14. a 26. 3. 10. 3.

U. 8.111. 3 . 8.3.

13. 3. IS. 3.

15. 2.

17. 2.26. 3.j 8. a 17. 2.| 19. 3.j 4. 3.

15. 2,| 1. 1.12. 3. 23. 4. 17. 2.| 12. 3-114. 8.14. 3 .

18. 3. 12- 4,

29 . 3 .

18. 2. 27. 3.!i6. 3.

iS. 3 'ao. ajis. a

12 . i. S. 4.

uvnuiauoiG rui uiuige oneie

nach den Vereinigten Staaten von Amerika.

10 Pf. fUr je 20 g. — Postschluß nach Ankunft der FrUhaUge.

Präsident Lincoln . . . . Kaiser Wilhelm II .... Kaiserin Auguste Viktoria . George Washington . . . Kronprinzessin Cecilie . . Prinz Friedrioh Wilhelm . Amerika . ....

George Washington

am 27. Februar

4. März 6 . »

8 . >-

18. >

22 >

29* >

5. April

ab Hamburg. * Bremen- » Hamburg.

> Bremen.

» »

> - »

> Hamburg.

> Bremen-

All» diese Schiffs, außer „Präsident Dmcoln", sind Schnell dampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgansr die schnellste Befdrderungsgelegenheit bieten. -Es empfiehlt siel Briefe mit einem Leitvermerke, wie „direkter Weg“ oder „übe Bremen oder Hamburg zu vergehen.