Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langsafse,21

Schaltrr-Halli grSffnrt von 8 Uhr morgens AS » Uhr »b-nds.

wöchentlich

«vM,S-V«i» für fecibe Ausgabcn: 70 Pfg. monsttiL. M. S.- ttkrrsljährlich durch de» Ber!»« Lanagosir Sr ichne Brin»ekb>b.i. M S. »itrreljihrl,« durch a!!s demjchci Bostoukiorten. su4!ch!!eülich BeKeäaeld. K»z«»s «e«eIUm,r» n«h»m> ««tzerde« entgex»-. :n W-.e«b»den dir Zweiaftelle Bis- «arckrrng SB, ittait sie AusgabesteLen in allen Teilen der «tobt; in Biebrich: die dortige!: Aus­gabestellen und in de» benawdarien Landorten und in, Rheingan die b-ncssenden TagdlaU- Träger.

12 Ausgaben.

Ferufpreches-Kns:

T«Adlart°H««H" Nr. 6H50-5^.

Vsn 8 Uhr morgens dis 8 Uhr a'eeuÄS, auger SsuMgs

L»reIaeu--«r->S für Sic Seite: Piz. für lotale An-i-ize-l M.,Arb-IIsm«L"niib In L,,W-?er ««form: SNW». in davon abweichende.: i-.c>!i»ndfa>,r>!ny. '!»«,- für '>., ,iA,ge« lotalen

Anzeigen: SO Pi-, für «2c aus«rrugen Aiijeigeu; g :ü'. >:>r letale -K-,..i. .

KcHosun. Kafije, halbe, drittel ünS.bi ' ...

Be, wiederholter Aufnahme tmberSnderter

i SRI. füf aniwäriize

NeKsH'. GariLt. 'halbe, drittel mit viertel Leiten. dttrchl«ufend. «, Berechnrmß. --

- -- AttAeigerr rn furjf.r, tNtt>ttecoer!dLr jtQS&tt

^ bic Aujuahme von AuKeigeu an vorgeschrieKenen

Berliner Redaktion des Wiesbadener TagblnitS: Berlin SW.6J, Leltower Str.lK. Fernfpr. Amt Liitzvw :»" Tagen I»a »w» ^ **** rt,, " w

Montag, 27. Zgnuar 1913.

Kdenü-Ausgabe.

Nr. 44. » t>I. Jahrgang.

was min?

Las allgemeine Verblüffen, in welches die europäi­sche Diplomatie durch die unerwartete Wiederaufrich­tung des jungtürkischen Regimentes versetzt worden ist, dauert zurzeit noch an, und die Großmächte beschränken sich zunächst auf das, was sich in solchen kritischen Augenblicken noch immer als das Ratsamste er'.mesen hat^ aus das A b w a r t e n. Es ist der Tiplomatie in diesem Falle mit demkranken Mann" ergangen wie jenem Professor der Medizin, der einen Patienten als unheilbar diagnostiziert hatte und, als diese Diagnose sich' als falsch erwies, dem behandelndem Arzt empört erklärte: Tann haben Sie ihn falsch behandelt! Die Diplomatie der Großmächte aber, die mit ihrer viel er­örterten und mit Recht viel, auch von uns, kritisierten, ganz einseitigen Note die Geschäfte des europäischen Friedens zu besorgen glaubte, während sie'die LeS Balkanvierbundes besorgte, wird jAt. nachdem die Er­hebung der .Jungtürken einen Sttich durch ihre Diagnose gemacht hat, vielleicht doch seufzend zuge­stehen, Laß diejenigen reckst haben, die ihr in bezug auf die dein kranken Mann gegenüber angewandte Eisen- bart-Kur Zurufen: Tann haben Tie ihn falsch be­

handelt!

Dieses Urteil wird bestehen bleiben, ganz gleich wie die neueste Umwälzung iu der Türkei ausgeht, ob sie von Dauer sein oder etwa einem Gegenputsch Platz machen wird, ob sie sich wirklich als die Errettung für das türkische Staatsweseu erweist oder aber dessen Untergang beschleunigt. Immerhin sind Mahmud Schewket-Pascha und Enver Bei keine politischen Kru­der, und es ist anzunehmen, daß sie sich über bie m ilitärische L e i st urr g s f äh i g keit und über die politischen Möglich keite u ihres Vater­landes einigermaßen unterrichtet haben, bevor , sie ihren Krieg gegen den Frieden in Szene setzten. Auch spricht für ihre überlegte Handlungsweise, daß sie ihre Landsleute u i elf t b l i n dl i n g s in eine kriege r >- s ch e Begeisterung hineinzureitzen versuchen, daß sie ausdrücklich eine Politik der Abenteuer abweisen. Wenn aber auch die türkische Antwort erst nach der Ein­berufung der regulären Nationalversammlung, die aus dem Senat und der früheren jungtürkisch gesinnten Dc- pntiertenkammec bestehen wird, erfolgen soll, so haben die leitenden Männer schon jetzt erklärt, daß von einer A b t r e t u n g A d r i a tt o p e l s' und der St g ä t

schen Inseln keine Rede sein kann;dann lieber

den Krieg bis zum letzten Mann!

Und Kenner behaupten, daß die Pforte für diesen Krieg durchaus nicht schlecht vorbereitet sei, da die un­zuverlässigen europäischen Truppen unterdessen durch Nachschübe ans Kleinasien, besonders ans Anatolien er­gänzt und zum Teil ersetzt wurden. Die türkische Armee an der T sch a t ald sch al i n i e belauft sich nach zu- verlässigen Mitteilungen auf etwa eine Viertel Million Streiter, denen die dezimierten Bu!> garen, die von den ausgepoverten Serben und Griechen nur geringe Unterstützung zu erwarten haben, zurzeit

vielleicht eine gleichstarke, vielleicht aber nicht gleichwertige Armee entgegenstellen können. Was jedoch vor allem gegen dis Wahrscheinlichkeit einer m Bälde zu erwartenden Wiederausnahme der Feindselig­keiten spricht, ist die gar nicht genug zu unterstreichende Tatsache, daß nach zuverlässigen Berichten in den Wochen des Waffenstillstandes auf beidenSeiten so starke Befestigungen aufgeführt worden sind, daß der an greifende Teil sich von selbst in Naaste,! brin­gen. die ungimstigerenAussichten auf seinerSeite haben würde. Schon diese Erwägung spricht dafür, daß dw Verhandlungen, zu denen ja auch das neue türkische Kabinett sich bereit erklärt hat, fortgeführt wer­den und daß die ungeduldigen Balkanbündler sich trotz alle m in G e d u I d fassen werden. Ties um so mehr, da zwischen Rumänien und Bulgarien immer noch keine Einigung über die Abfindungssrage erzielt wurde und die Vermutung durchaus nicht von der Hand zu weifen ist, daß der kluge Enver Bei über dis Stim­mung in Rumänien unterrichtet war, bevor er seinen Handstreich tvagte.

Was aber die Diplomatie der sechs Großmächte be­

trifft, so wird man der Erwartung Ausdruck geben

müssen, daß sie an der Politik,, die sie setzt als Rw diplomatischen Kunst besten Teil erkannt hatte, näm­

lich der Politik des Ab Wartens, auch in Zukunft

festhalten wird, weil jede andere Politik das Übel, das man verhindern wollte, nämlich die Aufrollung der orientalischen Frage im weitesten Ilmfang und im schlimmsten Sinne des Wortes, gerade zu prob o- zieren müßte. Hat doch auch die Regierung des Zaren, die schon starke Neigung zu haben schien, ihre Truppen in Armenien einmarschieren zu lassen, sich jetzt eines Bessern besonnen, wobei vielleicht ein Wink von englischer Seite mitgewirkt haben könnte, wo man nicht mit Unrecht befürchtet, daß im Hintergründe eine Wiederäüfrollung der M e ckr e n g e n f r a g e lauert. Insbesondere Mer erwächst hier der Tiploinätie des Dreibundes und vor allem der deutschen Regie­rung. an die sich der neue Großwesir Mahmud Schewket-Pascha nunmehr anr Samstag durch seinen Besuch bei unserem Botschafter Freiherrn v.'Wangen» h e i m offiziell mit der Bitte um ein Einschreiten in der Streitfrage um Adrianopel gewandt hat, die Aufgabe, sich nicht aus einer allzuweit getriebenen zarten Rücksichtnahme auf dieEinigkeit der Mächte" wieder zu Schritten im Stil der unseligen Kollektiv- Note verleiten zu lassen, welche die .Katastrophe ans dem Balkan, die man verhindern will, beschleunigen müß­ten. Die Leiter der deutschen auswärtigen Politik sollten bei ihrer weiteren Behandlung der Oricntdinge des Bismarckschen Wortes gedenken von denInter­ventionen, bei denen man sich gewissermaßen die Finger verbrannt hat". *

Das neue Regime in der Türkei.

Böllige Riche in der Stadi. Konstantinoprl, 25. Jan. In der Stadt herrscht andauernd völlige Ruhe, trotzdem wurden die Stadtwachen durch arabisches Militär bedeutend verstärk. Aus der Pforte wird versichert, daß die neue Regierung kein:

überstürzten Beschlüsse sagen werde. Die Antwort der Pfor»e aus die.Kollektivnote der Großmächte werde m Form uyd In­halt äußerst entMgenkmnmend abgefatzt sein-und die Bitte ent­halten, die Großmächte mögen die schwierige Lage der Türkei iu Betracht ziehen und bei den verbündeten Balranstaaten günstigere Bedingungen cNvirken, insbesondere Adrianopel und d:r strateg:« scheu Ägäischen Inseln der Türkei belassen.

Tie Haltung des Sultans. Konstantinopel. 25. Jan.

Wie'verlautet, weigerte sich der Sultan zuerst, Envrr-Bei z

,*1*- V! ... _V_ i .. V.. ... (n i ... r\

ompsano.cn. Der «situ»» ««fv w« ---- -

Kabinett zu -bilden unter dem Vorsitz von Kiamii-Pascha, währerch Mahmud Schewket-Pascha das Portefeuille des Krieges erhalten sollte. Die. Jungtürken lehnten diesen Vschchlag aber ab, so das; dem Sultan schließlich nichts anderes übrig blieb, als nschzugeSen.

Znltm machte den Vorschlag, ein neues

Besetzung der höheren Beauitenitelleu. Konstantinopel,

25. Januar. Die höheren Beamtcnstellen werden wieder mi:

Anhängern -des .Komitees besetzt. Der frühere Mali von Man« und Bagdad, Dschemal-Bci, ein heworragendes Mitglied d-S Komitees, wurde zum Militärgouverneur, der frühere Gmrver- neue von Jpek, Oberst T-jar, zum PMeipräfekien von Ko», stautinopel ernannt. Weiter wird gesagt, daß der frühere Sultan «»>s PmnriH imier h?r Rsaieruua nickt mehr in .Mn-

Wd ul Hamid unter der neuen Regierung nicht mehr in Lw: stautinopel verbleiben, sondern nach Konia verbracht werden ro

Berhaftuns eines Kammecherr» des SultanS. Konstan- tinopel, 29. Januar. Der zweite Kammerherr des Sulians Rcsckid-Bei, der sich bis 'heute in dem Po.als verborg-.:: hielt, wurde gestern nachmittag in dem Augenblick verhaftet, als er angeblich infolge Ermächtigung .des Sultans in Begleitung eines Adjutanten einen rumänischen Eildampftr besteigen wollt.-, um über Constanza nach Europa zu flüchten. Er wurde in tmS Gefängnis des Kriegsgerichts' übergeführt. Es veölauiet, das; Haiti -P ai'cha, dem daS PvttefeuAe des Äußern mrgebote» wurde, sich Bedenkzeit bis, Montag «Mat, um sich über die diplomatische Lage zu orientieren.

Zur BvxseschMe beS jungtüMchen Pstifches. Ksustsn. tinopel, W. Januar. Über die Vorgeschichte des Putschs? verlautet, daß die Führer der Jungtüstken sich anr Samstag de: Talaad-Bei versanuWlkn, um eine Kundgebung zu be-Meßoi. Einige- Mitglieder des Komitees schroa-nlten, jedoch überwog. schließlich die Meinung, daß sofort, nämlich tz o r der Üdcrruchunz

si-yreiben. - .

Botschafter besuche bei KiLAil-Pa?cha, K o n st er n ktnope h 28. JanUar. Der englische und der italienische Botschafter statteten gestern K i a m i l - P a s ch a Besuche ab. Auch der Sultan ließ sich durch einen Kammerherrn nach dem Befiriden des greisen Siaatsmannes erkundigen.

Die TötUug Rafims ei» ltufall? London, 25. Januar. In hiesigen jungtürkischen Kreisen wird auf das bestimmteste ver­sichert,'daß die" Tötung des Krieftsministers Rafiur nur eftrem. bedauerlichen Unfall zuzuschreiben sei. Rafim-Pascha.sei auch von seinen Gegnern stets wegen seines offenen rmd chrkichen Ch-rrokters hoch geschätzt worden.

Die Londoner Verhandlungen.

Abbruch der BerhMdlungen'? London. 25. Januar. (Meldung des Reuterjchen Bureaus.) Die Delegierten d-

\ »VI..U.-UUI« w V , c»

BÄkanstaaten haben besä,losten, die Bechandlungcn abz

:<JiUi.UU>-autLU l'UVvii .-o - -

brechen. (Vermutlich handelt es sich dabei wse bei der früheren Kundgebung der Balkanselegiertrn um einen Muff.)

Die Haltung kr Bulgaren. Sofia, Ä>. Jemnar. Alle Informationen in Regieruuyskreisen bestätigen, das; die Regie»

Berliner Theater und Kunstbrrefe.

StUlkensAstrid."

Das Publikum gir>g freundlich im Deutschen Theater mit Sem Draura mit. Mich ließ es kühl, ich konnte an nichts darin glauben. In eisgraue Jvländerzeit verlegt Stücken eine Schicksalshandlung zwischen Menschen, die sich lieben, in Haß verknotet werden und sich gegenseitig verderben. Ein brunhildenhaftes Weib, Astrid, wird der Dämon dieses Dreiecks.

Sie hat, da sie sich von ihrem Siegfried, der hier Kjartan heißt, vergessen glaubte, den tvrichlicheren Gunther-Mann Bolli genommen. Das Unheil beginnt, da Kjartan doch noch aus der fernen Fremde heimkehrt. Er bringt ein Königsgeschmeide für seine Braut mit, und da er Astrid vermählt iiuM, freit er die junge Srefna und schenkt cs ihr. Stucken will nun'das Durch­einander widerstreitender Gefühle verdichten: sie sehen sich an so feindlich und wollen vor Liebe vergehen. Aber er bringt das Durcheinander nicht heraus, nur ein Nebeneinander. Sr deckt nicht menschliche Sceleuwirrsal auf. sondern er zieht an seinen Figuren, je nach dem Moment, dw Affektregister.

So bleibt alles äußerlich. Und wenn Astrid Bolli zum Mord Kjartans aufpeitscht, wenn beide Männer wissend sich dem unterwerfen und sich vorher umarmen, wenn Astrid und Kjartan sogar sich küffen, bevor das Verderben über sie kommt, so überschaüert mich dabei gar kein Schicksalspathos. Ich sehe nur eine gestellte Gruppe und finde sie fatal.

Eine andere Dreiheit kommt in den Sinn: Hebbels König

Kaudaules, GyzcS, Rhodosse vor dem Zweikampf der Männer, wie sie sich uuheilsgcwciht noch einmal grüßen, vom ehernen Schicksalsreif umspannt. Stucken vermochte eben nicht solche unentrinnbare Notwendigkeit schöpferisch zu zwingen. Sa gab

cS und die Darstellung machte es nicht anders nur schrille Schreie und Kampfgcbärden und dahinter gähnte die Leere.

DaS Schauspielhaus hat sein Repertoire für artige Kinder um eine neue Nummer:Wieselchen" den Leo Lenz, vermehrt. Wieselchcn ist ein herziger Backfisch, der. eigentlich den poetischen Namen Melisande führt. Sic kriegt, was man im ersten Akt schon ahnt, ihren Stiefonke.l, der, da Clewing ihn spielt, die anderen Bewerber aussticht. Das an sich gewiß sehr seine Thema- von der Gyp hat es Lenz über, nomnren der Neigung zwischen den; jungen Mädchen und dem Manu von 40 Jahren ist hier nur dalberisch und im Gartenlaubenstil behandelt. Felix P o P p e n b c r g.

LeNdenx-Theaker.

Gemütsmenschen", von Fritz Friedmann-

Sa m § t a g

Schwank in drei Akten F r c d e r i ch.

DieVerfertiger" der unverwüstlichen ..Meyers" haben init erneuter und nicht ganz erneuter Fingergewandtheit ihren SckivankGemütsmenschen" geschrieben. So Zugkräftig loieMeyers" werden sich diese Menschen wohl nicht erweisen, aber der Aufnahme am Samstag nach gu urteilen, ist ihneü eine schöne Reihe Aufführungen gewiß. Ta der Schwan? seinen Weg machen wird, ohne sich um die Kritik zu kümmern, so hat dir Kritik beinahe die Verpflichtung, sich auch nicht um den Schwank zu kümmern. Wozu auch? Mau soll ja nur lachen »nd man lachte! Der schönste Moment ist zweifellos der, da der Held seinen drei Frauen gegenübcrsteüt und sie miteinander bekannt macht.Meine jetzige Frau, meine frühere Frau und meine ganz frühere Frau", oder so ähnlich, sagte der glückliche Fritz Stangenberg, dem Rudolf

Bartak mit tapferer Sr!bstverleugnuna spielte. Viel Freude erregte seine Glatze, später sein Boxkostüm. Im übrigen spielte der Künstler frisch, gewandt und voller Humor, wie denn überhaupt die Vorstellung nichts zu wünschen übrig ließ und selbst die kleinsten Rollen gut be- setzt waren. Ernst Bertram hatte neben der Regie eine Hauptrolle übernommen, die et ausgezeichnet gab, ohne jede Übertreibung treffender Maske. Frida Baldern, Stella Richter, Minna Atzte als Negerin und Willy Ziegler wäre» noch besonders hervorzuheben. Weiter soll nichts verraten werden. Dann ist das Kennenlernen der Gemütsmenschen ein größeres Vergnügen. B. v. K.

Nus Kunst und Leben.

dt. Die deutsche HilMktv»« für Svitzberzen. Unter dem Vorsitz des Direktors Professors ]>. zur Straßen (Frank­furt n. M.) hat sich gestern zu Frankfurt a. M. ein HilfSau?» schuß zur Rettung der im Innern Spitzbergens enigr- schlosienen Schrodcr-Stranz-Expedition gebildet. Polarfahrer Theodor Lernet (Frankfurt), der Spitzbergen sechsmal durch­forschte, zeichnete in längerem Vartrage ein Bild der Insel­gruppen und schilderte den bisherigen Verlauf der -Schröder» scheu Reise. Er forderte zur sofortigen K>ilrr die Äus- rüstung einer SchiffZexpedition, die versuchen soll, zwischen Grönland und dem Sitlandeis dir Nordspitze Spitz­bergens zu erreichen, um dann die einzelnen Lager der be­drohten Forscher zu erreichen. Die Kosten der Reise veran­schlagt er auf 50 008 M. Wenn von Berlin ans nicht bald Maßregeln ergriffen würden, dann.sÄllc. Frankfurt allein die Mittel aufbringen. Demgegenüber betonte der Meteorolog vr. Linke (Frankfurt), daß die vorgcschlagene Schiffsexpcdition

von Norden her nur ein Spiel mit Menschenleben sei und die Berliner Zentrale sich hierzu nicht verstände. Gebein,rat