Sekte 4.
Ascnd-Ausgabe, i. Matt. Wiesbadener TNIhlaLL.
Jnfantrn habe darauf telegraphisch geantwortet, sie sei sehr erstaunt darüber, daß man ein Urteil überein Buch iabgebe, bevor man es kenne. Sie benutze den Anlaß, um dem König Adieu zu sagen, denn nach diesem der Inquisition würdigen Vorgehen halte sie sich berechtigt, in ihrem Privatleben nach ihrem Gutdünken zu handeln. Gleichzeitig gab die Infantin den Auftrag, ihre Güter in Spanien zu verkaufen.
Uortirg^l.
Parlament ist zu einer neuen Session zusam- mengetreten, die vier Monate dauern soll Die bisherigen Präsidien des Senats und der Kammer wurden einstimmig wiedergewählt.
Rirsrlond.
Ssasonows Rundreise. Tie Reise Ssasonows nach Paris Hatz wie im Auswärtigen Amt zugegeben wird, polnische Bedeutung. Möglicherweise wird er auch m Berlin einen Besuch abstatten.
Uei-rinigte Staate«.
Der Kriegsschiffsbau. Ter Staatssekretär der Marine empfiehlt in seinem Jahresbericht jährlich zwei -Schlachtschiffe zu bauen.
Kritisch-Indie«.
Das englische Kömgspaar ging am Samstagnach- mrttag m Bombay an Land, wo es von dem Vizekönig von Indien und dem Gouverneur von Bombay emp- fangen wurde.
Eiu Brand in Delhi. Aus Delhi wird gemeldet, daß im dortigen Durbar Feuer ausbrach, das erheblichen Umfang annahm und eine gewaltige Panik hervorrief. Sechs Zelte des Gouverneurs von Punjab wurden zerstört. Tie kostbare Einrichtung fiel den Flammen zum Opfer. Ter Schaden beträgt mindestens 100 000 Mark.
Mestirrdke«.
Aus San Domingo wird gemeldet: Ter Kongreß wählte den Senator Eladio Victoria zum Prä- stdenten der Dominikanischen Republik. Seine Wähl hat bis zur Bestätigung durch Volkswahl provisorischen Charakter.
Luftfahrt.
Havarie des propcllerlosen Luftschiffes, bll. Berlin, 3. Dezember. Als heute mittag das propellerlose Luftschiff vom Tegeler Schießplatz aus eine Fahrt unternahm, sprang plötzlich, nachdem das Luftschiff bereits WO Meter weit gefahren war, von der Antriebsscheibe ein Zugseil aus seinem Lager. Tie Scheibe wurde dadurch gelockert und stürzte in die Gondel. Da das Luftschiff ohne diese Scheibe manövrierunfähig war, mutzte es landen. Tie Beschädigungen sind nur leichter Natur.
Todessturz eines Fliegers, dll. Nürnberg, 4. Dezember. Alfred Reeb, ein Schüler D-r. Wittensteins, stürzte gestern nachmittag bei einem Überlandfluge gegen 31/2 Uhr bei Breitenfurth ab. Der Tod trat auf der Stelle ein. Augenzeugen berichten, daß Reeb im Moment des Sturzes aus der Maschine gesprungen sei. Der Leichnam lag auf dem Rücken und war vollständig zerschmettert. Der sofortige Tod war durch Genickbruch herbeigeführt. Ter Verunglückte wurde in Heimberg, wo er landen sollte, von feinem Schwiegervater und seinem Bruder erwartet.
Ein neuer Weltrekord für Pafsagierflüge. wl>. Reims, 3. Dezember. Der Flieger P r e v 0 st erreichte mit einem Fahrgast eine Höhe von 30 0 0 M e t er n und stellte damit einen neuen Weltrekord für Passagierflüge auf.
Aus Stadt mrd Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Verein Süd-Wiesbaden.
Fm Gartensaal des „Hotels Vogel" in der Rheinstraße hielt der „Verein Süd-Wiesbaden, -e. V.", am Samstaq- abeüd feine Mitglieder--HauptVersammlung m. Der Vorsitzende Architekt Fr. Hatzmwnn leitete die Ber- Handlungen. Nach der Verlesung des Protokolls der letzten MitMederverfammlung steht der Bericht über d i e Tätigkeit des Vereins im Jahre 1911 .ans der Tagesordnung. Der Bericht liegt den Mitgliedern gedruckt vor und gibt von den Bestrebungen des Vereins im ahg-e- lausenLen Jahre Kenntnis. In dem sehr aus führ - lichen Bericht wird es unter anderem als anßerordenMch ^ bedauerlich bezeichnet, wenn durch die für das Gelände vor dem HanptbahNhof festgesetzte Art der Bebauung das LandislchastsbÄd dauernd gestört würde. Aber nicht nur bei dem Hauptbahnhof, sondern auch bei der neuerbauten Lnth-erkirche handelt es sich um die Schaffung eines schönen Stadtebilds. Hier ist der Verein für die dauernde Freistellung des Turmes von der Orauiien- straße aus besorgt gewesen, weil dieser im städtebaulichen Sinne als Abschluß der Orantenstraße hervorragend wirkt. Um eine Besserung der Befestigung van Wogen, Straßen und Mätzen herbeizuführen, sind mancherlei Eingaben an maßgebende Stellen ergangen. Die Anlage eines Prome- nadewegs am MeloneNberg sei dank der Anregung eines Verainsmitgliedes und deren Verfolg seitens der Stadtverwaltung ernstlich in Erwägung gezogen. Der Verbesserung des Verkehrs in unserer Stadt, insbesondere im süld- lichen -Stadtteil war auch in diesem Jahr ein reiches Maß von Arbeit gewidmet. Der Verein hat mit einem an Einwendungen reichen Gesuch an den Magistrat erreicht, daß vorläufig nur die „weiße", „Mainzer Linie", über die Kaiserstraße geleitet werden wird. Zur Entlastung der Schiersteiner Straße hat der Vorstand die Fortführung der Westerwaldstraße, Lorcher Straße genannt, beantragt. Es ist zu hoffen, daß diese so notwendige Straßenverbin- dung^ km nächsten Jahre- zur Ausführung gelangt. Die Wirhsamkeit des Vereins erstreckte sich anch gemeinsam mit dem „WeMchen BeziÄsverein" ans die Errichtung eines städtischen Schwimmbads. Als besonders geeignete Baustelle wurde das zentral gelegene Gelände der alten Jnsa-n- teriekstserne vorgeschlagen. Zur Beseitigung stets austre- teNder MißMNde waren dem Vereins-Vorstand auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Anträge gestellt worden. Gegen die Verwendung des früheren AussteAnngsgeläNdes an dem Kaffer-Wilhelm-Ring als vermietbare Lagerplätze, hat der Verein Stellung genommen. Dem „Gartenbauverein Wiesbaden" wurde wie in den Vorjahren für die Zwecke des Wettbewerbs, betreffend Vorgarten- uNd Bal- koNschmuS, der Betrag von 25 M. für zwei Geldpreise an Be-wvhner des südlichen Stadtteils bewilligt. An dem ist WiNkel a.. Rh. abgehältenen diesjährigen Vereins-Som- merfest, mit welchem eine Rheinfahrt nach FrerweiNheim verbunden war, hatten sich die Mitglieder recht .zahlreich beteiligt. Die Mitgliederzahl beträgt zurzeit 445, wobei 15 Abmeldungen und 8 Anmeldungen während des letzten Jahves Berücksichtigung finden. Der Verein dankt zum Schluß den rnaßgobenden Stellen, an die er sich im abge- lanfenen Jahre mit Eingaben usw. wandte, für die denselben zuteil gewordene Beachtung und Berücksichtigung. Hotelbesitzer Zorn hat die Rechnung für 1910 -geprüft und für richtig befunden. Dem Kassierer wird Entlastung erteilt. Zn Rechnungsprüfern weiden -gewählt Rentner Haußmann, Rentner Gottwald und Speng-lermeister Aitz-el. BnchdruckereibesiHer Hammelmann erstattet den Kassenbericht für 1911. Die Einnahmen betragen 1415 M.
11 Pf., die Ausgaben 1019 M. 69 Pf.; der KasseNbestaNd Ende 1911 395 M. 42 Pf,, der Bestand des StiftungsfoNds Ende 1911 712 M. 23 Pf., so daß sich das Vereins-Vermögen auf 1107 M. 65 Pf. beläuft. Auf Vorschlag des Vorstandes werden der städtischen Armenverwaltung 50 M., dem „Ver- schönerNngsverein" 30 M. uNd dam Stiftungsfonds 50 M. überwiesen. Zur Verfügung des Vorstandes werden 250 Mark ausgeworfe«. Bei der Neu-, bezw. Ersatzwahl des Vorstandes weiden die a-usfcheideüden Herren wiederge-
Montag, 4. Dezember 1911. Nr. 566.
wählt. Ms Ersatz für den verstorbenen Beisitzer Lehrer Jnngmaun wird Rentner Haußniann gewählt. Stadtverordneter Hartmann berichtet sodann eingehend über S tra ß enbachna ng el e g-e nh 0i-t en, wobei- er die Rücksichtslosigkeit der „Süddeutschen EifonbahngefeUchast" gegenüber den Wünschen des Publikums bedauert. Nur eine kräftige Betonung der Rechte könne einen eimg-er- maßen günstigen Zustand gewährleisten. Die mangelhafte Umjsteigg-ÄsgoNheit gibt namentlich wieder zu Klagen Anlaß. Gegen die Versuche von Aerkehrsverfchlechternngen müsse entschieden Einspruch erhoben werden. Wartehäuschen müßten errichtet werden, so am Bahnhof, an der RheiNstraßon-Ecke, Bahnhofstraße und an der Ringkirche. Zn verurteilen sei die Tarifpolitik bei den Umsteigebilletten. Bei einer Verlegung der weißen Linie in die Kaiserstraße sollten die Anwohner der Mainzer und Lefsingstr-aße durch eine Verbindungslinie entschädigt werden. Der Vorstand wird nach wie vor sein Augenmerk auf die Straßenbahnangelegenheiten und die diesbezüglichen Wünsche des Publikums richten. Justizrat Jünger «innert an die Pflichten dev „Süddeutschen" dem Publikum gegenüber und empfahl gemeinsames Vorgehen. Stadtrat Kimmel macht den Vorschlag, zum weiteren Verfolg der Angelegenheit einen Ausschuß zu bilden. Stadtrat Meier befürwortet eine Linie vom Ha-uptbahnhof durch- die Lessingstraße nach dem Südfriedhof. In den Ausschuß, der gemeinsam mit den anderen BeziMvere-iNen zur Erfüllung bqsoNdsxsr Wünsche vorstellig werden soll, werden die Herren Justiz- rat Jünger, Architekt Hatzmann sowie die Stadtverordneten WM, Hartmann und Schwank gewählt. Stadtver- ordneter Hartmann referiert sodann über Straßenbau- angelegen-heiten und bemängelt dabei den unwürdigen Zustand, in dem flch einige Straßen des Süd-vierteW befinden. Boi der Baihnhosstra-ße namentlich sei eine Neu- pflasterung geboten. Das gefährliche Kopfsteinpslaster, das sich mach auf den Bo-rdseiten einiger Straßen, so der Richl- straße, befindet, müsse baldigst ersetzt werden, am besten durch Mosaik, über das Ortsstatut gegen die Verunstaltung des Stadtbildes berichtet Architekt Hatzmann. Der Magistrat möchte sein Augenmerk darauf richten, daß namentlich die Umgebung des Bahnhofs bald dem Sinne des -Statuts entsprechend ein vorteilhafteres Gepräge bekommt. Nach kurzen Bemerkungen einzelner Mitglieder hatte die Versammlung gegen 12 Uhr ihr Ende erreicht, g.
Im Kampf gegen Schund und Schmutz.
Die „Wiesbadener Vereinigung zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in Wort und Bild" hatte für gestern nachmittag 5 Uhr eine Volksversammlung in den großen Saal der „Turngesellschaft" in der Schwalbacher Straße anbera-umt, die sich, wohl infolge des prächtigen Herbstnachmittags, nicht ganz zu der beabsichtigten größeren Kundgebung gestalten konnte, ihren Zweck aber trotzdem erreicht haben dürfte. Rektor W. Breidcnstein begrüßte dis Anwesenden und machte darauf aufmerksam, daß die Bestrebungen der Vereinigung in alle Kreise des Volks ein- gedrungen seien und von allen ohne Rücksicht auf Religion und Partei gebilligt werden. Professor Dt. Weimer sprach über die entmoraRsier enden Wirkungen der Schundliteratur und ihre ethischen Gefahren für die Jugend. D-as Mel der Schundliteratur sei ein Schandfleck in der Geschichte. Der Redner verbreitete sich dann über die Bekämpfung und ihre bekannten Erfolge in Wiesbaden. D-r. med. Meßner sprach über die medizinische Seite der Bewegung und schilderte die gesnndheiKichen Gefahren und die entnervende Wirkung^ welche das Lesen von Schtnutzliteratur» namentlich auf die Jugend, habe. Das llbel müsse daher energisch bekämpft und namentlich auch der heimliche Handel unterbunden werden. In den Schulen sollten die Geschäfte, welche den SchimNtz nicht führen, besonders kenntlich gemacht werden. Bildhauer Köper behandelte das Thema-: „Der Kinematograph, eine Gefahr für unsere Jugend". Der Redner hob die Bedeutung des Kinos als Erfindung hervor und schilderte sodann die Art uNd Weife, auf welche die Kinematographeniheater das Publikum zum Besuch ihrer Unt-erneihmUnigen veranlassen. So lange die Kinos nicht bessere Programme aufstellen als jetzt, sei ein Besuch zu verwerfen und namentlich den Kindern zu verbieten. Hier wie in den beiden vorherigen Referaten und- vom den späteren Diskussionsrednern wurde eine Bekämpfung des
Inszenierung war zum Teil neu u-Nd sehr geschmackvoll; so wurde denn alles Menschenmögliche getan, um einen Erfolg zu erzielen. Doch ist der Kakadu -mit einem Tierchen nahe verwandt, das aber in der „Kunst" von vielen gerne gesehen wird: mft der Eintagsfliege. Also bedeutet diese Verwandtschaft keinen Tadel! B. v. N.
— Kurhaus. Das am Sonntag stattgefundene „Vokal- und Instrumental-Konzert" war sehr gut besucht. Dem „Mainzer M änn er gesang-V er ein" war die Wiedergabe des vokalen Teils im Programm zugefallen. Unter Leitung des Herrn Wilh. Geis hat der Verein in letzter Zeit lebhaften Auffchwung genommen; er trat gestern in einer Zahl von etwa 120 Mitgliedern ans. Daß der Chor zu Beginn nicht etwa die angetapptm Töne eines Klaviers erwartet, sondern u n h ö r b a r einstimmt, ist für einen a «sppsIla-Ehor von solchem Range selbstverständlich und machte sofort den besten Eindruck. Ein „ Responsorium" Popule mens von L. Vittoria (aus dem 16. Jahrhundert) wurde besonders stimmungsvoll vorgetragen. Reichen Beifall errang das Lied „An die Heimat" von W. Geis, wobei das Tenorsolo von Herrn Jakob Oehl gesungen wurde; seine Stimme erfreute durch einige kräftige höhe Töne, bedarf aber noch feinerer künstlerischer Durchbildung. Dem „Mainzer Männergesang-Bercin" gelangen namentlich frische, herzhafte, humorvolle ^Lieder, wie Jahns „Rheinwein" u. a. vorzüglich; die Intonation blieb meist ungefährdet; die Aussprache deutlich; die Schattierung, bis auf einige allzu unvermittelte Reflexe, sorgfältig gewählt. Ter Dirigent. Herr W. Geis, der in seiner Lebhaftigkeit nur die treffliche rhythmische Stmffheit seiner Direktion manchmal allzu vernehmbar markiert, hat sich von neuem als ein sehr tüchtiger Ehovmeister erwiesen; er durste wiederholten Hervorrufen Folge leisten, Das Kurorchester brachte unter Herrn Kapellmeister Jrmers Leitung einige beliebte Konzerireperioire-Stücke von Wagner. Tsckai- kcWLM und.MMenet zu hessälliLer Wiederao.be - . a .
* Aus den Frankfurter Theatern. Das vielbesprochene Drama „Don Juans letztes Abenteuer" von. Ott» Anthes ,gelangte im Frarckfurter K omödienhaus zur ersten Ausführung. Der Verfasser war persönlich anwesend und konnte, -d-eni Ruse des interessierten Publikums folgend-, den Dank für sein Werk vielfach selbst in Empfang nehmen. Das Drama zeigt den berüchtigten Liebesabenteurer in seinen letzten Phasen. -Schon ist sein eigenes Herz durch ständige Glut zermürbt und abgesplittert. Da trifft er einen JNg-endfreunid, der ihn in harmloser Greisenhaftigkeit nunmehr für ungefährlich für -die Frauen hält, Giovanni, wie m-cm so sagt, zum alten Eisen zählt uNd ihn seiner schönen Tochter, -einer glücklichen Braut, züführt. Don Giovann-i wird g-erSizt durch den Gedanken, ^daß er selbst nicht mehr reizen könnte. Er sucht in -denr völlig ahnungslosen Kinde Cornelia die Sinnlichkeit zu wecken, was ihm, dem Erfahrenen, nur ullzn leicht gelingt. Trotzdem sie nur den ,Bräutigam liebt, unterliegt sie, uNd wie eine Trunkene stürzt sie sich in bacchantische Lust. Der elende Verführer aber liebt zum erstenmal im Leben wirklich und fühlt, daß ihm das arme Mädchen nicht -mit dem Herzen -gehört. Hier läßt der Dichter den Unterschied zwischen wahrer Liebe und Sinnenraufch erfolgreich in die Erscheinung treten. Sobald Cornelia den Verlobten nur erst wieder -sieht, -verfliegt der Taumel, und wehklagend versichert sie ihm, daß ihr Giovanni nichts, -er aber ihr alles ist. Mit dem Dolche, den er sich selbst ms Herz sticht, endet Don Juans letztes Abenteuer. Das Drama ist raffiniert entworfen, zeigt aber in der Ausführung manche Schwäche. Otto Anthes ist ein füiner Seolerck-enner. Anch Die Führung des Dialogs vcr- stsh-r er; besonders wenn er die Unterströmungen im menschlichen Leben durchschillern läßt. Die Novität hatte starken -Erfolg, zu welchem allerdings auch viel die sehenswerte -schöne Ausstaitimg — Dekorationen und Kostüme nach Professor LeMers Entwürfen aus dem öster
reichischen Dekorationsatelier in Wien — mit beitrug. Den „Giovanni" spielte ein Gast, Herr Weigert aus Wien, dessen vornehme, faszinierende Darstellung unge- mÄn gefiel. Für die „Cornelia" brachte Frau Perma zu wenig Innerlichkeit mit. Die übrigen Darsteller machten dem Verfasser wohl Ehre, traten aber nicht weiter aus ihren Aufgaben hervor. H.
Kleine Chronik.
Theater und Literatur. Im Wiener Burgtheater kam die Komödie „Die Sprache der Vögel" von Adolf Paul zur Uraufführung, konnte jedoch -einen besonderen Grfol-g nicht erringen.
Bildende Kunst und Musik. Bei dem internationalen Wettbewerb um ein Glasgemälde für das Universitätsgebäude zu Groningen wurde, wie die „Münch. N. N." melden, von dem Preisgericht der Entwurf der Glasmaler Rudolf und Otto Linnemann zu Frankfurt a. M. mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Einige -der bedeutendsten englischen Künstler hatten sich an der Konkurrenz beteiligt.
Wissenschaft und Technik. In Ehristiania veröffentlichte am Donnerstag die Zeitung „Tid-ens Tegn" das erste Pressetelegramm aus Spitzbergen. Dadurch wird das ausgezeichnete Funktionieren der Apparate vollauf bestätigt. — Zu dem Jubiläum der Universität Athen anläßlich des 75jährigen Bestehens, das im März 1912 gefeiert wird, wurden Einladungen an alle Universitäten des Balkans gesandt. — In London starb im Alter von mehr als 100 Fahren der Erfinder des Po-rtland-Zem-ents, Mr. Jfaac Charles Johnson in Gravefon. Mr. Johnson entstammte einer Arbeiterfamilie und erfreute sich einer sehr robusten Gesundheit. Er war Abstinenzler und lernte noch im 87. Lchensjahre Radfahren.
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