. Stt. sss- _ Samstag, s. Dezember 1S1I.
Mftrd jSHMch von der Regierung bestimmt. Farbige ,stnd vom Wäffenidienst ausgLschlossen, ebenso von jeder Gsldletstung an Stelle des Dienstes, die dl« Werßen mflZEnKich verlangten. Die erste Linie soll aus 20 000 vis SS wo Mann bestehen, die zum Dienst innerhalb und auß-cr- tttfö Südafrikas verpflichtet sind.
Ehrna»
Nanking mni doch gefallen? Aus Nanking meldet ftc* Meuter-Bureau vom 1. Dezember: Die Aüfftändffchen halben die letzte Stellung lder Kaiserlichen erobert.
Ein Waffenstillstand. Durch englische Vermittlung ist Mischen ldem chinesischen RebelleNMHrer Lihuanihang und dem Premierminister Yuanschikai ein dreitägiger Waffen- MMsiaM» abgeschlossen worden.
Aus Stadl NAd Land.
Wiesbadener Uachrichlen»
Die Bedeutung der Gefchäftsreklame, im besonderen vor Weihnachten.
1. Die Reklame durch die Presse.
Ein großer Teil alles geschäftlichen Erfolges beruht aus einer geschickten Rellanre. Ein Han'del- und Gewerbetreibender, -der seine Ware verbanfen will, mutz sich der Reflame bedienen, das heißt, er mutz ans geeignete Weise dem Publikum Mitteilen, loas er zu veMusen hat. Die Reklame ist heutzutage für die meisten Geschäfte ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden, um die Austneriffamikett des Publikums zu fesseln und die Kauflust anKuregen. Man bedient sich für die Reklame der mannigfaltigsten Mittel und Wege; der eine sucht durch ausfallend schreiende Plakate die Aufmerksamkeit ans irgend einen BerLmfsgegenstand,zu lenken, der andere versendet Kataloge und Preislisten, der dritte bevorzugt es, in Zeitungen und Zeitschriften zu inserieren. Im nachstehenden wollen wir uns lediglich mit der Bedeutung der Reklame durch die Presse, der Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, für den Handel- und Gewerbetreibenden beschäftigen.
Die Zeitungsanzeige ist im GeschäfMeben der Gegenwart ein so wichtiger Faktor geworden, sie ist, wenn richtig angewandt, ein so aneÄanntes Hiffs-mi-ttel für den Erfolg, daß heute kein Geschäftsmanin, der seine Zeit versteht, ihre Bedeutung verkennt. Die Zeitungsanzeige, geschickt abgefatzt und in einem guten, in kauffräf- t'igen Kreisen gelesenen Blatt zum Abdruck gebracht, ist eines der besten Reklamsmittel. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die größten Geschäfte, welche heule einen Welt- ruf haben, ihre riesigen Umsätze zum großen Teil einer ztelbewußten Reklame durch die Presse verdanken. Jeder Handel- und Gewerbetreibende, der ein gutes Geschäft machen will, ist heutzutage darauf angewiesen, in Zeitungen unid Zeitschriften zu annoncieren.
Angebot und Nachfrage wird durch den Anzeigenteil der Blätter auf die bequemste und schnellste Art geregelt. Das Publikum will und muß wissen, woher es seinen Bedarf an allen nur erdenklichen Dingen decken Sann; die Handel- und Gewerbetreibenden müssen ihre Waren einem weiten Kreise in den Zeitungen und Zeitschriften anbieten. Besonders bei den Weihnachts-einikäufen will das Publikum nicht lange herumsragen, wo bekomme ich dies und jenes, es weiß auch oft selbst nicht, was es schenken soll. Das Publikum, zu einent großen Teil, verläßt sich auf dir Am reinen in der Zeitung und trifft darnach seine Auswahl. Gerade vor Weihnachten dürfen deshalb Handel- und Gewerbetreibende, denen das Bekanntwerden ihres Geschäfts und der in demselben zu habenden Gegenstände und Waren am Herzen liegt, denen es darauf aükommt, ein Geschäft zu machen, keine Kosten für Annoncen in den Zeitungen, namenklich in den Lokalblättern, scheuen. Viele Leute fangen schon früh an, sich mit dem Weihnachts- ftst zu beschäftigen und möchten ihre Wahl nicht zu spät treffen, deshalb dürfen -auch die Handel- und Gewerbetreibenden nicht erst in den allerletzten Wochen oder gar in den letzten Tagen vor Weihnachten mit Anzeigen vor das Publikum treten, sondern sie Missen jetzt schon ansangen, zu annoncieren.
Di« Abfassung der Anzeige ist wesentlich Mitbestim- mend für den Erfolg. Haupterfordernisse einer guten Anzeige sind Klarheit, Kürze und Deutlichkeit im Ausdruck. Je knapper die Anzeige gefaßt ist, um so mehr wild sie sich dem Gedächtnis des Lesers einprägen.
Was durch eine Anzeige empfohlen wird, muß kurz unid scharf in seinem Vorteilhaften, seiner Neuheit oder Preiswürdiglkeit gezeichnet sein. Sache der Buchdruckerkunst außerdem ist es, in technischer Beziehung eine ge- schmackvolle Ausstattung und ein elegantes Arrangement der Anzeige zu schaffen.
Das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs nötigt die Handel und Gewerbetreibenden zur Vorsicht in der Bcrössentlichung der ihr Geschäft betreffenden Anzeigen. Handel- und Gewerbetreibende dürfen in Anzeigen über ihre geschäftlichen Verhältnisse, insbesondere über die Beschaffenheit und Preisbemessung der angepriese- nm Waren keine unrichtigen Angaben machen. Unter die unrichtigen Angaben über die Beschaffenheit von Waren fällt beispielsweise, wenn jemand Stoffe als ganzwollene oder reinseidene anbietet, während sie es tatsächlich Nicht sind, wenn jemand »ächze,nachten Benediktiner als echten ausgibt, u. a. Man hüte sich deshalb, in den Zeitungsanzeigen Unwahrheiten zu sagen. Eine Irreführung des Publikums würde Nicht nur den Ruf des. Geschäfts schüdi- gen, sondern auch auf Antrag strafbar sein.
Das Weihnachtsgeschäft ist für manchen Handel- und Gewerbetreibenden eine Lebensfrage. Um so mehr darf er keine Kosten für Anzeigen scheuen, um seine Waren ab- zusetzen. Je mehr er für Anzeigen ausgibt, desto größer wird sein Warenabsatz sein, und desto mehr Kunden wird er Mr sein Geschäft «nziehen. Gerade jetzt vor Weihnachten ist Mr das Annoncieren die geeignetste Zeit. Ein wie mächtiges Hilfsmittel das Annoncieren Mr den Erfolg ist, das beweisen alle die Geschäfte, die das Zweckmäßige und Erfolgreiche des Annoncierens erkannt haben, die Wissen, Wie wirksam das Annoncieren Mr den Absatz ihrer Waren
Wiesbadener Tagbiatt.
ist. und deshalb nicht anshören, ihr Geschäft und ihre
Waren durch Annoncieren in den Zeitungen anzupreisen. Bei ihnen wird flott gekauft, und ihr Kundenkreis gewinnt mehr und mehr an Ausdehnung. Annoncieren ist heute eine geschäftliche Notwendigkeit, und diejenigen» welche bisher nicht annoncierten, weil sie in der Ansicht lebten, Annoncieren fei zwecklos, mögen sich ja von ihrer falschen Ansicht bekehren- lassen, und es, namentlich jetzt vor Weihnachten, einmal mit dem MmomcierM versuchen. Der Erfolg wird nicht ausbleiben. Jtz.
Hilfe.
Die Zeit fft wieder da, in der zahlreiche Arme auf di« Unterstützung der Wohlhabenden und Reichen angewiesen sind, wenn sie nicht hungern und frieren sollen. Arbeitslose, Kranke, Witwen und Waffen — die Zahl derjenigen ist groß, die heute nicht recht wissen, woher ihnen morgen das Brot kommt. Die Stadt tut natürlich das, was sie zur Abstellung der dringendsten Notstände tun muH, und es fft nicht ihre Schuld, wenn zahlreiche Arme und Notleidende — und vielfach gerade die Würdigsten — nicht von der öffentlichen Armenpflege erreicht werden. Für die Männer, denen es in der kalten Jahreszeit an Arbeit fehlt, hat sie durch die Einrichtung der Notstandsarbet-ten gesorgt. Aber die Notstandsarbeiten sind, so groß auch die Summen sind, die dafür ausgeworfen werden, immer nur ein Notbehelf, denn nur ein Teil -der Arbeitslosen eignet sich für die schweren Grundarberten, die erneu starken, widerstandsfähigen Körper und wohl auch geübte Kräfte voraussetzen. Da hat dorrn die private Wöhltattg- keit noch,große Aufgaben zu erfülle«.
Wir haben in Wiesbaden eine gut organisiert« Wohltätigkeit, die in einer ganzen Anzahl von Vereinen bemüht ist, für die verschiedensten Kategor^ der Bedürftigen und Mr die 'verschiedensten Bedürsnrffe der Armen zu sorgen. Es 'iift auch bekannt — z. B. aus den Ergebnissen der Sammlungen, die das „Wiesbadener Tagblatt" öfters Mr wohltätige Zwecke unternimmt , daß die Not hier immer außerhalb -der VereiusMrsorge ehre Helfer findet, wenn sich ein Menschenfreund im Interesse eines Unglücklichen -an die guten Herzen und gefüllten Geldbeutel wendet. Keineswegs soll ein Wort gegen die von Vereinen und Privaten geübte Wohltätigkeck gesagt wervM. im Gogen-teil: wer's Hai, soll,gefreit», und jo frtel als möglich! Und soll Gott danken, daß er etwas zu verschenken hat. Aber es gibt noch einen anderen Weg, auf dem die Not bekämpft, auf dem vielen Bedürftigen geholfen werden kann. Und auf diesen Weg möchten wir die wohlhabenden Einwohner unserer Städt ganz besonders aufmerksam mache«.
Eine Fürsorge, die auf dem Prinzip der Leistung und Gegenleistung beruht, wird immer die best« sein. Denn sie stellt den Empfänger nicht unter das nieder- drückende Gefühl des Geschenknehmers. Drum soll, so weit es sich nur irgend .machen laßt, die Unterstützung in der Beschaffung von Arbeitsgelegenheit gewährt werden. Nun gibt es, wie bereits gesagt, Leute genug, denen es in der kalten Jahreszeit an ausreichender Beschäftigung fehlt, für die die städtischen Notstandsarbeiten aber aus den verschiedensten Gründe« nicht in Betracht kommen. Diesen Zenten und auch der vernmtlich recht erheblichen Zahl kleiner selbständiger Handwerker, die unter der Arbeitslosigkeit leiden, könnte, zu»! Teil wenigstens, auf dem Wege der privaten Notstandsarbeiten geholfen werden, wenn sich die Wohlhabenden entschließen würden. R epara tu reu an Gebäuden und Hausrat usw., auch wenn sie nicht unbedingt notwendig sind, während- der Wintermonate vornehmen zu lassen. Verbesserungen lassen sich auf jedem Grundstück treffen, und überall findet sich dies und das, was ausgebessert, erneuert, vielleicht auch neu hergestellt werden kann. Wie die private Wohltätige keit die' öffentliche ergänzt, so können die privaten Notstandsarbeiten die öffentlichen ergänzen. Möglich fft das. man muß nur wollen! ~ n ~
Der Sportplatz „Unter den Eichen".
Dian schreibt ums.
„Der Sportplatz „Unter den Eichen" ist nun, nachdem er diesen Sommer durch Abtragen eines Teils der Böschung und Ausschütten an der Seite bedeutend vergrößert wurde, mit breiten Rasenflächen umgeben worden, die mit dem den Platz einrahmeNden Hochwald «inen dem Auge äußerst wohltuenden Anblick gewähren. Zum Schutz -gegen das Betreten sind diese Rasenflächen mit einem höhen Zaun aus -Stacheldraht umgeben. Wer schon einmal an einem sonnigen Sonntagvormittag das fröhliche, bewegte Treiben der dort sich tummelnden Jugend Mtangesehen, wird über die Zweckmäßigkeit dieser stacheligen Wehr gerade aus einem Spielplatz seine eigene Meinung haben, denn es läßt sick) mit dem besten Willen seitens der Spielenden nicht vermeiden, daß Bälle über den Zaun fliegen, die dann mit Gefahr für Leib und Kleidung geholt werden müssen. In Frankreich würde man unter diesen Umständen -ein Schild mit der Ausschrift: „Bitte, den Rasen nicht zu betreten!" angebracht haben. Daß man jedoch bei uns an kräftigere Kost gewöhnt ist, lehren uns die allgemein üblichen Ver- bottafeln, die den Zuwiderhandelnden mit Strafe, hoher Strafe, ja, sogar mit Haft für den übertretungsfall bedrohen unid die trotzdem so wenig beachtet werden, wahrscheinlich aus angeborenem Widerspruchsgeist, der bei vielen von uns ein Erbteil ist. Aber nicht genug damit, daß man den doch wohl zur Raumg-ewinnuug für die Spieler vergrößerten Platz durch -gesähMche Zäune wieder eingeengt hat, wurde auch das der ganzen Um- -aevung mit viel Geschick und Geschmack angepaßte Unterkunftshäuschen kreuz urtb quer mit Stacheldraht ver- tta-aelt Ein Vandalismus sondergleichen! Wenn schon durchaus Stacheldroht verwendet sein mußte, Drahtgeflecht wäre wohl besser angebracht, denn übersprungen wird im Noffall beides, so hätte man doch dieses Häuschen unbedingt damit verschonen -sollen. Hätte man vor demselben einen breiten Ga-ng frei von Rasen belassen, nüd vom Platze aus sollte es doch zugänglich sein, denn «s wurde doch sicher zum Zweck der Unterkunft bei schlechtem Wetter Mr Spieler und Zuschaner errichtet.
Morgen-Ausgabe, 1» Blatt. Seite 8»
wäre der Zutritt von der Seite des Platzes aus und zu
gleich das landschaftlich schöne Bild gewahrt geblieben. Es dürste nicht viele so ideal gelegene Spielplätze, wrs den mfferigen „Unter den Eichen", geben, so nahe bei der Stadt» mit ausgezeichneter Verbindung, und doch abseits jeder Belästigung durch Verkehr und Industrie, es sollt« deshalb unser -ernstes Bestreben sein, den Platz m seiner ganzen landschaftlichen Schönheit zu erhalten."
Aus Grund unserer Erkundungen ist hierzu Mvör- derst p bemerken, daß der Einsender von falschen Voraussetzungen ausgeht; er meint jedenfalls, daß die Eimfried.- gungen um den Rasen dauernd ftöhen bleiben sollen. Dies ist nicht der Fall. Die Einfriedigungen dienen nur zum Schutze des erst im Herbst d. I. angesäten, affo ganz jungen Rasens; sobald die Grasnarbe sich einiger- ,näßen bestockt hat —- also etwa im Mai des nächsten Jahres —, werden alle Einfriedigungen fortgenommen und die Rasenflächen put Spielen frei-gegeben. Wäre von der städtischen Gartenvcrwaltung um die jüngst angesäten Mächen keine Einfriedigung gezogen, so wäre alle ihre Mühe umsonst gewesen, -der Rasen hätte niemals ansgehen können. Der jetzige Zustand ist also nur ein vorübergehender. Der Stacheldraht ist zudem derart (innen) angebracht, daß sich niemand an ihm beschädigen kann, es sei denn, er übersteigt den Zaun. Außer dem jetzt vergrößerten Spielplatz wird auf Antrag der städtischen Gartenverwaltung auch noch ein Teil der südlich des Platzes gelegenen alten Rasenflächen dem Publikum als Spiolfläche steigegeben werden, damit auch Mütter mit ihren Keinen Pflegebefohlenen sich auf dem Rasen niederlassen könne». Der Herr Einsender mag also nur ruhig das Frühjahr äbwarten» er wird dann voll befriedigt sein.
— Todesfall. Am Donnerstag entschlief in Sonnenberg Konsul Eduard Duden aus Messina, Sohn des vor einiger Zeit verstorbenen Gvheimrats Dt. Duden.
— Der Aberglaube in den Weihnachtswochen. Die Weihnachtszeit Mt in ihrer weitesten Ausdehnung eins» ganzen Monat aus. Sie beginnt mit dem 6. Dezember» dem St. Nikolausabend, und reicht bis zum Dreikönigstag, den 6. Januar. Gl. Nikolausabend fft das Vorsest der Wintersonnenwende und in manchen Gegenden den Kindern ersehnter als Weihnachten selbst. Mit dem 21. Dezember beginnen die Rauch nächte, so genannt, weil an ihnen nach dem Abendläuten die Häuser und Ställe ausg-eränchert urtb die Felder gesegnet, in den folgenden Tagen auch die Weinberge und Felder besprengt wurden. In der -hochheiligen Zeit der Zwölften (van Weihnachten bis Dreikönigstag) darf nichts rund gehen, nicht gesponnen und -gefahren, nicht gebacken und gewaschen, nicht gemistet und gedroschen werden, sonst bekommt das Vieh Ungeziefer. Wer den Zaun bekleidet, das heißt Wäsche daraus trocknet, mutz den Kirchhof bekleiden, das heißt sterben. Bleibt Flachs aus dem Rocken, so kommen die Heiden (Zwerge) und spinnen ihn ab. Eggen und Pflüge darf man nicht im Freien lassen, sonst verbirgt stch der Graf Hackelberg, der wilde Jäger, Mt seinen Hunden dahinter. Wie das Wetter in den „Zwölften" ist, so ist es in den zwölf Monaten des Jahres. Was man in den zwölf „heiligen" Nächten träumt, das geht in den entsprechenden Monaten in Erfüllung. Sie verkünden jedem sein Los, daher ihr Name Lostage. Wenn der Wind in den „hMgen" Tagen so recht durch die Bäume geht, so gibt's ein fruchtbares Jahr. Werden die Eiszapfen zu Weihnachten recht lang, so ivächst auch der Flachs 'lang. Mitten in der Weihnacht, wenn das neue Fahr g-ebor-en wird und- die Wintersonnenwende sich begibt, stdht die Zeit aus eine Weile still. Es ist gleichsam ein Ritz, eiM Spalte in der Zeit, durch die die Gwigk-eit mit ihren Entzückungen und Wundern hineinschaut. Darum wird jetzt Wasser zu Weilt, darum können die Tiere reden und weissagen, darum wachen die Toten auf, spuke« jetzt alle Geister, steigen versunkene Städte und Reiche empor, bMhen die Bäume und reifen die Früchte, wie die Jerichorose in der Christnachi blühen soll, darum regen stch jetzt die Steine und öffnen stch die Pforten der Unterwelt. Wer hineintritt, kommt -vielleicht in dreißig Jahren Widder heraus und meint, eine kurze Stunde verlebt zu haben. Es ist aber zu beachten, daß, so weit unsere Gegend in Betracht komnrt, von sämtlichen hier mitgeieilten abergläubischen Anschauungen gesagt werden kann: Es war einmal! 0. T.
— Das Kasernengelände a„ der Bleichstrnße wird soeben von den leichten Schuppe-nbauten befteit; in wenigen Tagen schon dürften sie dem Erdboden gleich gemacht sein. Es darf daraus Wohl geschlossen werden, daß die Stadck- gemeinde mit dem baldigen Verkauf der Bauplätze rechnet. Jedenfalls finden sich dafür unschwer Liebhaber.
— Alldcnffcher Verband. Nächsten Sonntag, den 10. Dezember, findet im Hanse der Gemelimmtzigen Gesellschaft zu Wbcck eine Tagung des Gesamwovstandes des „Alldeuffchen Verbands" statt. Neben einem Vortrag des Generals Keim über „die Jugendbewegung" wird die deuffche MaroMopMtck HauptgegenstaNd der Verhandlungen sein. Die Sitzung wird vertraulich sein.
— Mittelschullehrerprüfung. In dem Tagen vom 34. bis 29. November d. I. fand in u-nf-erer Provinziafftadt Cassel die diesjährige Herhstprüfung Mr Mittelschullehrer statt. Zu den 23 Herren, welche die PrüMng bestanden haben, gehören auch 3 Lehrer, die an Schulen unserer Stadt tätig sind, nämlich die Heren Wilhelm Brückel, Peter Kemps und Ludwig M oh nicke.
— Prüfungstertutue der naffanisckM Seminare und Präparaudenaustalten. Die vom Königl. Provinziaychul- kMegium der Provinz Heffen-Mssau für das Jahr 1912 festgesetzten Prüfungstennine an Seminaren uNd Präpa- r-andenanstaften werden jetzt bekannt g-egöben. Die schriftlichen Aufnahmeprüfungen an den Lehrerseminaren finden statt: In DilleNburg am 12. September; in Montabaur am 21. März; in Usingen am 11. März. Die mündlichen Auf- nahmeprüMngen erfolgen jeweils am nächstfolgenden Tage. Am L ehre r mnenseminar in Eltville findet die Aufnahme» PrüMng am 7., bezw. ö. März statt. An der Präparanden- a-nstalt in Herbonr am 12., begw. 13. September. Die Ent- lassungsprüsiungen finden statt: in Dillenibnrg am 26. AuMst (Mündlich: 4. SePtemhuH fc* Montabaur am
