Einzelbild herunterladen
 

Nr. 496.

rr oder Daulk

hä ,

amillienpensiou-

Kapit. WM Pension und

ter W. 685 an

«. Federrelte

Gefl. Offerte« Taa bl.-Berla K

Pferd

beschasi. Gcsi- TaM.°Werla L

isch. ' ^

rdm bestens uri" :n unter L. 680 lag- __

mmer

Str.21. Tel. 173 7.

Dame,

Ü geprüft, von

Sngl Franzos-

l. Temp., surhk Tage oder als

erbeten unter Lerkaa,

rfekLim?.

leid., Kostümen äfche. L 21486 iAmarLring 2 6-

! Schüller,

fieölt sich bestens Bott Strümpfen, e n rc. _

Llarf?., %$.

n tr Sw. 7 , g»

Gneifenaustir., lerlei geeignet,

^ auch Laden» ge, Werkstätte, rc. 82182 «

: Dame ,

tusch m. Engl- . an kl,. Konv> ^er Skr. 3», si

en

;old. Medaille,

m. Gesen gute

isbrich, Wies" ± _.

Streifen, ver< igerer, Sedan- turnt 2 .__

le

rtaig Rhein- u- r. Abzug. gkS- ivche 11 , L . ^

cst!

filb. Kette auf

Soninienberger

Abzug. gvgM sie 6 . ^

tenschal

qpl. bis LwE Sam-stagmiovZ- gute Belohn-. : S tr. 1, 1. E t- Medaillon .

. Göbenstratze sn BelolhnUlNS LüNb or g. ^

Mantel

Mlasiem

G. m. b. H.»

rufsstella, l Schteß platze

lMNa?

irrst

tu. Darf toJ ter ders. Post- felbstrcdend. ^

°rll I)6<1U6I0

Mksbsdmkr TsMÄ.

Derlag Langgaffe 81 .fw Fernsprecher-Ruf:

E4alt-r-Hall-^:öME v^n"s Ilhr m°rgm» ^ ©C^l'ÜUÖflt 1852. Bon'* Uhr mof 8 emi bis 8^ UhOabends.

Wöchentlich 12 Ausgaben.

Bezugs-Preis für beide Ausgaben: 70 Pfg. monatlich, M. 2— vierteljährlich durch den Verlag Langgasje 21, ohne Brmgerlohii. M. S.- viertcliahrlich durch olle deutschen Postanstalten. auSschliehlich Bestellgeld. — Bezugs-Bestellungen nehmen augerdem entgegen: in Wiesbaden die stweiaftelle BiS- marckrmg llg, sowie die 1t2 Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich- die dortigen 32 Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingan die betressend-n Tagblatt-Träger

«nzeigen-Nnn-hmc: Für di-Abend-Ausgabe bis 12 Uhr mittags; für di- Morgen-AuSgabe bis 3 Uhr nachEags.

„Tagblatt-H-us" Nr.S650-5S. Don 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.

Anzeigen-Preis für die Zeile: 15 Pfg. für lokale Anzeigen im „Arbeilsmarkt" und „Kleiner Anzeiger" in einheitlicher Satzform; 20 Pfg. in davon abweichender Satzausführung, sowie für alle übrigen lokalen Anzeigen: 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen; 1 Mk. für lokale Reklamen; 2 Mk. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Rabatt.

Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Nr. 497.

Dienstag, 24 . Oktober 1911 .

59. Jahrgang.

Morgen - Ausgabe.

1. Matt.

Aür Wovernöerr unö Dezember

auf das

„Wiesbadener Tagblatt"

W abonnieren, findet fich Gelegenheit

im Wring „Tagblatt-Saus" Langgasse 31,

»« der Zweig stelle Kismnrckring 29,

Nr den Ausgabestellen der Ktadt und Nachbarorts, und bei sämtlichen deutschen Meichs^o stau Italien.

Zur inneren Inge.

Der Rest, der Legislaturperiode des Reichstages kcheint doch einen glatteren Verlauf nehmen zu wollen, als nran bei der allenthalben herrschenden Stimmung annehmen konnte. Wenn nicht vielleicht das dicke Ende doch noch kommt. Die erste Woche wenigstens nahm einen durchaus ruhigen Verlauf, und es wäre erfreu- llch, wenn, man in dieser fortfahren würde. Wer hätte wohl^ gedacht, daß man sich bei der ersten Lesung der Pensionsversichernng für Angestellte mit einer Bera­tung von wenigen Stunden begnügen würde. Alle Red­ner sprachen sachlich und leidenschastlos, aus Cinzel- heiten ging niemand ein, höchstens daß tnan kurz den mnen oder anderen Punkt als einer besonderen Prü­fung in der Kommission erforderlich bezeichnete. Aus allen Darlegungen der Redner sämtlicher Fraktioneil ohne Unterschied trat der Wunsch hervor, die Vorlage unter allen Umständen noch in dieser Session unter Dach und Fach zu briligen, und nach dem Gange der ersten Lesung dürste das sicherlich auch der Fall sein, «nn es hat sich gezeigt, daß die Parteien im großen und ganzen an der Basis des Regierungsentwurfes sesthalten, so daß längere Beratungen nötia machende Abänderungen kaum zu erwarten sein werden, höchstens daß man die Frage der Ersatzkassen etwas schärfer unter die Lupe nehmen wird. Die Verhandlungen in der Kommission, an welche die Vorlage verwiesen worden ist, dürften darum ziemlich glatt vonstatten gehen, zu- wal man im Reichstage im Laufe dieser Woche eine lAägige Pause für die Plenarverhandlungen ansetzen will, um der Kommission Zeit für ihre Beratungen zu lassen. Allerdings fehlt es nicht an Leuten, welche weinen, daß diese Pause nicht bloß der Kommission Mgute^ kommen soll, sondern auch der Regierung im Marokko willen. In dieser Zeit hofft man nämlich auch die Verhandlungen über die Kongofrage zu Ende ge­bracht zu haben, so daß bis zum Wiederzusammentritt der Volksvertreter man den Marokkovertrag fix und fertig vorsinden würde. Man wünscht in Regierungs­

kreisen, auch jenseits der Vogesen unbedingt mit einem Resultat vor das Parlament hintreten zu können auch in Paris beginnen die Kammerverhandlungen am 7. November — weil man sich sagt, daß anderenfalls die Kritik noch viel schärfer einsetzen würde und Viel­leicht sogar Komplikationen herbeisühren könnte. Cs wäre nicht ganz ausgeschlossen, daß die Gemüter sich erhitzten- und Worte fallen könnten, welche. vielleicht schlimme Konsequenzen nach sich ziehen würden. Steht man nber vor einer Vollendeten Tatsache, so ist die Position gegenüber den Angreifern eine Viel gefestig­tere, und die letzteren dürften es sich schließlich doch zweimal überlegen, ehe sie das mühsam zustande ge­kommene Werk gänzlich zerstörten. Gewiß gibt es auch bei uns Kreise, die durch den Gang der Verhandlungen verstimmt sind, aber sie werden schließlich doch einlenken und ja sagen. Wie man dies auch vom französischen Parlament erwarten darf. Abänderungen kann der Reichstag nicht vornehmen, er kann nur dem Ganzen zustimmen oder es ablehnen. Tie Marok'kodebatte dürfte den Höhepunkt der restlichen Verhandlungen des „sterbenden" Reichstages bilden, und bei der Erledi­gung der sonst noch in Aussicht genommenen Entwürfe dürfte es sich vorwiegend um eine Formsache handeln.

Her italienisch-türkische Krieg..

Aus Italien.

Absichten der Regierung.

Die italienische Regierung ist über die neue Wendung der Dinge' wenig befriedigt. . Es fanden in dm letzten Tagen fortgesetzt offizielle 'Besprechungen statt, und es heißt, daß Italien entschlossen ist, um jeden Preis dem Krieg mit der Türkei ein Ende zu machen. Nichtsdesto­weniger macht Italien Anstalten, die türkische Flotte auf-

zusnchen und sie ;u zerstören und gewisse Inseln des

Archipels zu besetzen. Dagegen hat sich die italienische

Regierung den Mächten gegenüber verpflichtet, keine kriege­rischen Operationen an der albanischen Küste vorzunshmen. Trotz dieser Versicherung haben die Machte auf die Ge­fahren der Ausführung dieses Planes hingswiesen, welche leicht ernste Zwischenfälle aus dem Balkan Hervorrufen könnte.

Die Stiimnung in Rom.

Die in Rom herrschend« Stimmung wiederzugeben, schreibt das „Giornale d'JtaAa": Ir. mehr Zeit vergeht, Blut fließt und die italienischen Interessen geschädigt wer­den, um so weniger wird Italien geneigt sein, der Türkei eine Geldentschädigung zu gewähren. Italien kann nicht ewig dem Krieg und der Sabotage gegen seine levaniini- schen Interessen zuschauen. Es wäre 'bei einer Fortdauer dieses Zustandes gezwungen, einen entscheidenden Schlag zu führen, indem es die kriegerischen Operationen erweitert, überhaupt ist der Druck Der Presse aus die Regierung, die die Lokalisierung ausgöben soll, höchst bemerkenswert.

Ebenso wie die seit einigen Tagen zu beobachtende Art der Zeitungen, den Verbündeten Italiens vorzustellen, daß jeder Versuch der Vermittlung, der nicht die absolute italienische Souveränität über Tripolis zur Grundlage habe, das Volk verstimmen würde.

Mastenprotest gegen den Krieg.

Das Mailänder Blatt „Momento" meldet, daß zwischen dem Sekretariat der italienischen Sozialdemo-kratie und dem Bureau Sozialiste internationale Verhandlungen geführt werden, um für den 5. November in allen Staaten Europas Kundgebungen gegen den Krieg zu veranstalten.

*

Ans Tripolis.

Nach . einem Telegramm des SipezialkorrespoNdentr« des „Secolo" ist die neugeschassene italienische Polizei in Tripolis einer antiitalienischen Verschwörung auf die Spur gekommen, die von einem Araber namens Moham­med Bachag geleitet werden sollte. Er hat in seinem Hause allabendlich etwa 40 Araber versammelt, um sie für den heiligen Krieg anfzureizen und eine Truppe für diesen zu gewinnen. Diese Nachricht zusammen mit den Meldungen über den erbitterten Widerstand der Araber in Bettghast machten in Tripolis einen sehr starken Eindruck. Der Kom­mandant der Exped>itionstruppen, General Caneva, soll auch schon beschlossen haben, um eine bedeutende Ver­stärkung des Okkupationsheeres in Rom nachznsnchen. Aus der Meldung -es ,/Secolo" ist ferner zu erwähnen^ daß die Ausschiffung des italienischen Kriegsmaterials in­folge der unruhigen Bewegung des Meeres noch immer nicht vollendet ist. Alle Blätter geben zu, daß auch die Italiener bei dem erbitterten Kampfe, wie er sich vor Ben- ghast abgespielt hat, große Verluste erlitten haben. Be­züglich des Endergebnisses des Kampfes lauten die Nach­richten ebenso widersprechend wie über die Zahl der Verluste.

Die Cholera.

Nachrichten ans Tripolis zufolge wurden seit den, ersten Auftreten iber Cholera unter den in Tripolis gelan­deten iialienischen Truppen insgesamt 265 Erkrankungen und Sterbefälle an Cholera festgestellt

Russische Auffassung der Lage.

„Rjetsch" erfährt von einem angeblich gut insormiert.n Mplomaten, es sei nur wenig Hoffnung auf einen günstigen Ausgang der Vermittlungsbestrebungen. Italien und die Türkei verharren ans ihren Standpunkten. Wenn der Krieg sich noch lange hinziehe, was befürchtet wird, könne eine Finanzkrisis in Italien hervorgernfen und Italien zu riskierten Maßregeln gezwungen weiden, wie zur Ver­legung des Kriegsschauplatzes nach «m Roten und Ägä- ischen Meer-. In Petersburger diplomatischen Kveisen be­fürchtet man außerdem ernste Komplikationen auf dem Balkan, wo man, ungeachtet aller offiziösen Dementis der einzelnen Regierungen, sich eifrigst zum Kriege rüstet. Bc,i dem geringsten Versuche Italiens, den Kriegsschauplatz ft!

r.

IW

Feuilleton.

Kranichschrmbel und Ochsenmaul.

Eine historische Plauderei von Schuhmoden.

Von Dr. Paul Landau.

Kranichschnabel und Ochsenmaul! — mit diesen beiden Namen bezeichnete das 19. Jahrhundert die größten^Extreme der Schuhform, die gegen Ende dieses Säkulums eine kurze Zeit sich den Rang streitig machten, bis das breite „Ochsen- Maul" den so lange hindurch angebeteten „Kranichschnabel" böllig unter das altmodische Gerümpel verdrängte. Und siegen in diesen beiden Worten nicht auch in der Gegenwart die Gegensätze der Schuhmoden beschlossen? Wer fragt heute Noch nach der langen scharfen Spitze des Stiefels, mit der vor wenig Jahren das „Givgerl" stand und fiel, nachdem nun das schwere breite Vorderteil des „american shoe" seinen Siegeszng durch Europa angetreten hat? Und doch droht über kurz oder lang auch diesem „Ochsenmaul" ans dem Lande der Yankees das lEnde. Schon jetzt wird die Schuh­form schlanker und spitzer. Wer weiß, ob nicht bald wieder die Zeit des schmalen „Schnabels" gekommen ist? Aber die große Modofrage ist ja überhaupt nicht mehr in dem Maße eine Schuhfrage, wie in den Zeiten des Rittertums und des Rokoko, in den klassischen Epochen des langen, sich fest an- fchmiegenden „Beinlings" und des „Steckelschuhs". Unser Schuh ist ein schlichtes, zweckmäßiges Kind Der Straße und des Sports geworden, ist nicht wie einst ein reichgeschmücktes Symbol, verklärt von Poesie und Sitte, kein eleganter ver- teöhnter Liebling des Salons. Nicht mehr bringt man, wie vor Zeiten der Germanen, den Schuh als treues Unterpfand Eines innigen Verlöbnisses der Geliebten dar, nicht mehr Ziert der Schuh das Wappenschild eines alten Jiitterge- schlechtes als Zeichen von Recht und Eigentum, wird der altvaterische Bundschuh zum sinnfälligen.Ausdruck einer ge­waltigen sozialen Bewegung wie ber Bauernkriege der Reformationszeit. Nicht mehr ttinP der Sänger „in

Treuen" den Wein ans dem Pantoffel seiner Dame, und jenes Gefühl ist uns fremd geworden, idas der liebestrnnkene Holofernes im Buch Judith durchlebt: „Ihre schönen Schuhe verblendeten ihn." Wahrlich, im Schuh, der uns ein so nüchternes und rein praktisches Werkzeug dünkt, spiegeln sich in einer intereffanten „Froschperspektive" Geist und Geschmack der Zeiten, wenn auch freilich nicht selten in wunderlicher Verzerrung und Verirrung.

Der erste Mensch — die Dichter meinen, es sei eine Frau gewesen — der sich zum Schutz gegen Dornen, Steine und heißen Sand ein Stück Tierleder unter die nackten Sohlen band, ist von der poetischen Legende verherrlicht ivorden. Die Sandale entstand jedenfalls aus dieser Ur­form des Schuhs; sie ist in der Gestalt der „gekrümmten Sandale", deren nach außen vorn umgebogeneSohle auch den Zehen Schutz gewährte, bei allen Kulturvölkern des Alter­tums vorhanden. Daneben erscheinen schon bei den Ägyptern Schuhe und Stiefel grün gefärbt, mit zierlich geschnittenen Schnürriemen versehen, ans den Sohlen mit Figuren be­malt, erlesene Schmuckstücke, deren Reize die Orientalen be­sonders durchgekostet, denn auch im Alten Testament finden wir die Freude an den schönen Schuhen -deutlich ausgeprägt. Das Ansehen, das bei Griechen und Römern die Schuh­macher besaßen, läßt auf eine gleiche Hochschätzung schließen. Die Hellenen kannten bereits Schuhmoden, bei denen luxuriöse Schmuckformen, Arabesken, Stickereien, Spangen, Kameen nsw. die Fußbekleidung verzierten. Im allgemeinen aber blieb doch im Altertum die einfach natürliche Sandiale, die die edle Gestalt des Fußes, das seine Spiel der Muskeln zu bewundern erlaubte, vorherrschend; wie herrlich sich in solch zwanglos freier HMe die natürliche Bildung entfal­tete, schauen wir noch heute staunend an den antiken Statuen.

Im Gegensatz zu solch geläuterten Formen des Kultur­menschen stand der Schuh des, Barbaren, der dem Römer fremdartig und sonderbar erschien. Der früheste germanische Schuh, der uns erhalten ist, stammt ans vorrömischer Zeit und fand sich an einer Leiche, die aus dem Torfgrund der ostfriesischen Gemeinde Etzel gehoben würde. Dieser ans einem einzigen Lederstück geschnittene Schuh hatte auf dem

Spann einen Ausschnitt, dessen eine Langseite in einige Laschen mit Schlitzlöchern zerteilt war, während die andere mit Reihen von hübschen Stern- und sonstigen Mustern durchbrochen und init Riemen besetzt war. Es ist der Typus des allen germanischen Stämmen gemeinsamen Bundschuhs, wie er wiederholt in Torfmooren ausgesunden, bei dem die Riemen durch die gegenüberliegenden Laschen gezogen und über dem Spann mit vielfachen Verschlingungen zusammcn- geknüpst werden. So einfach diese Fußbotleidung auch war, gestattete sie doch mancherlei Schmuck in bunter Färbung und Vergoldung, in eingepreßten oder eingoschnitlenen Orna­menten. Aus der Merowingerzeit sind uns ein paar sehr schöne Bundschuhe erhalten, die in einem Torfmoore bei Friedeburg in Ostfriesland die' Füße eines Skeletts ge­schmückt haben. „Die Tracht der Franken", berichtet der „Mönch von St. Gallen", „bestand in Schuhen, die außen mit Gold geschmückt und mit drei Ellen langen Schnüren versehen waren." Allmählich traten nun neben diesen niedrigen, breiten, altvaterischen Bundschuh modernere ele­gante Formen, die bis zum Knöchel heranfreichten, sich nacb vorn mäßig zuspitzten und einen neuen Geschmack, ein neues Gefühl für die Schönheit des Fußes andeuteten. Die Ära des Schnabelschuhes bereitete sich langfam vor.

Mit dem Geist des Rittertums und der beginnenden Gotik drang die Liebe zum Schlanken, zum Spitzigen, zur Eleganz und zur starken Betonung aller Körperformen in die Tracht ein und gestaltete auch den Schuh von Grund aus um. Wer es war, der die Welt mit den „Schnabelschnhen" beglückte? Die Legende kündet von dem Grasen Fulko von Anjou, der nms Jahr 1087 lebte und ein wackerer Held und Ritter war. Seine große Anfechtung aber bestand darin, daß er mißgestaltete Füße hatte, und um nun seilte „Frost­ballen" oder besonders riesigen Hühneraugen zu verbergen, ließ er sich lange, vorn ganz spitze Schuhe machen. Der ganze Mvdestil drängte freilich auf diese Mode hin. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts tauchte sie unter Dem üppiger; normannischen Adel ans und wurde von ihm nach England gebracht. Ein Dandy vom Hofe des anglonormannischcn Königs Wilhelm des Roten, Rodbertus, kam zuerst auf den