Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener TGW

"'S»" . Wöchentlich 12Ausgaben. Gegründet 1852. — -

®*oBot«8aCe geöffnet osn 8 Ute morgens J *v w - ---—-

bis 8 Uhr abends. , //VI»« I " ... K „ »n.eiaen im..Arb-itsm«rkt",und „Klcwer Anze

„Tagtlntt-Hnus" Nr. 6650-10. Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.

Anzeigcn.Preis sur die Zeile: 15 Psg. sürwk<il-Anr-MnNn„Arbkl>s-iarN ^^„Klennn An^>,^

in encheitlilber Satzsorm; SvPsg. indavonabweichend-^SaSausinh ^ g MI. für auSwarttge An,eigen; so Psg. für all- auswärtigen Anzeigen, i«t. für io n(l(S besonderer B-rechnung. — R-llamen, Ganze, halbe, drittel und viertel Leiten. jj4 . äHmm entsprechender Rabatt.

Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen m lurzen a»w_..

59. Jahrgang.

Szenenwechsel auf dem Wrlllheütrr.

G-ri<>n her blSfict feiner war, beginnt einer AU »erben. Ganz so wie eine Gondelfahrt mit Lampwn- >eleuchtu,ng und 'Serenaden zum.Klang bet TOartboI.ne jat sich bte Promenade nach Tripolis doch mcht abg - spielt, und die süngsten Meldungen über ben Kampf lim Benghast, welches die Italiener erst nach hefig Gegenwehr genommen haben, laßt ^kennen, idaß ruf der Consulta bie Rechnung doch c^was vorelttg ohne ben Wirt gemacht hat. Wenn der Widerstand der dürfen zunächst sehr schwach ober

hier unb ba erfolgreicher Wrberitanb angesichts de italienischen Überlegenheit zur «ee zum Schluß r 1

“l^f“ SiSt“®»mE. }«|Ä‘| et-

& ÄÄ L

rk ää »ää

kriegerischen Erfolge bringen will, ^chon der Alt­reichskanzler Fürst Bismarck h'atte °s m^rfach ausge­sprochen, daß das Amt des eidlichen Makler» em sehr undankbares Geschäft sei, und ^ dies , • ^ ^iq

wirb jetzt aufs neue badurch bewle en, dastg^chzeitig

bon türkischer Serw gegen bm beEe^Regr^^^

LL°L?L,wZ^s«d°i5n--,. m.d,-mi.

't.SSÄ gfS L

sie hat als Verbündeter Italiens und Freuno Der

SW* L &i SfsAfc.

fa ^ fc ^«SswM m* **

SS« ».*•»*» »ss;

Wub M anoeMB

seines Verhältnisses zu dm beiden kriegführenden Mächten leicht zwischen zwei «tuhle setzen konnte, un diese Auffassung gewinnt an Boden durch dre soe von Konstantinopel aus verbreiteten Meldungen, wo nach mail dort angeblich mit dem Plane umgehe ernn Anschluß an die Triple-Entente zu suchen. Diese Ge­rüchte knüpfen an die jüngste Rede _ des Großw Ms Said-Pascha in der Kammer an, worin er betonte, daß die Türkei wie jedes andere Land Bündnisse und Frenndschafteii brauche, und daß man keine Bundn 11. suchen dürfe, die das Land einer Gefahr aussetzen, so - dem nur solche, die eine baldige Losung der vor'egen den Probleme ercköglichen. Anschluß daran wir behauptet, daß der Großwesir nut dem englischen m dem russischen Botschafter über einen Anschluß an den englisch-russisch-franzosischen Konzern verhandle, f der Grundlage, daß diese Mächte den europäischen und den asiatischen Besitzstand, der Türkei garantierten.

Wir zweifeln nicht daran, daß diese Gerüchte bin nen kurzem ein Dementi erfahren werden, was aber nichts an der Tatsache zu ändern vermag, daß unter den türkischen Staatsmännern, deren ^deal früher o« Anschluß an den Dreibund gewesen war, sM ber Annexion Bosniens durch Österreich-Ungarn, der, l tz die von Tripolis, durch Italien.folgen soll, eme starke Hinneigung insbesondere zu England beiteht -ts » aber den Anschluß an die Triple-Entente betrifff, so stehen dem doch einmal der alte russisch-turkische Geg n° satz und zweiteiis bie Erkenntnis entgegen, daß aerobe Frankreich durch sein Vorgehen m Marokko den Italie­nern den Weg nach Tripolis geebnet hat.

Mit ben gleichen Vorbehalten wird man die Mel- dnna anfnehmen müssen, wonach der Tripoliskonfl'kt i° U°Um di- -m-r »Ich- vor L-„I«°,-d u,-d vom Tveiduvd g-oeic-I- Sl'nimima zu L-e-fda-^u E aobnisien verstärken könnte. Die Klage, daß flauen f w r,j. Nacbtsile als Vorteile vom Dreibund habe, ist alt ^ aber dadurch widerlegt, daß die italienischen 'Staats­männer den Dreibund immer wieder.erneuert haben Weit el« könnte sich in Deutschland insbesondere fett . . für beit ftall ctnc§ D'Cittiu)

SS Konflikts bon seinen Bündnisverpflichtungen entbunden ist die Stimmung verstärken, der emst “■6 morn mit d->u Worten Ausdruck gegeben hat. E Äbund ist für.uns keine unbedingte Notwen- ^keiM jedenfalls wird nian die Italiener Warnen

İLi°L

Finger verbrennen!

Der rlalieuisch-türkilchs Krieg.

Mom Kriegsschauplah.

Der Kampf um Benghast.

Ein Radiotelegramm, das von dem General Brrccola, dem Kommandanten des GK-edttionskorpsiiiCyrmaira, iii Rom einaelaufen ist, meldet: der Stacht vom 19. MN

20. Oktober wurden, die italienischen Truppen rn B-enghap von Beouinen mehrmals arrgegrisfen. Dre Stadt wu^c am morgens, besetzt. Nachmittags machten dre

Mdulnen einen Angriff auf das Dorf Sabrr; U- wurden mrückaeschlagen. Die an Saud gesetzten Truppen sind letzt um Rrnabast aosammelt. Sie verließen den Wtmnd der

Giuliana^wd die Ausschiffung Truppen stattgesunden

hat. Kriegsmaterial wurde im Hafen von Benghas aesch-isft. Die feindlichen StreiÄräste bestanden am. 19.

20 Oktober außer den türkischen Truppen aus tw 8^ ’

mo S? Man glaubt, daß die türkifchen Truppen

mit 12 Kanonen sich aus die Hochebene zumckgezogm h^m N'rluste der Türken werden auf wenigstens 200 -.ose

L ÄS «--« «”*»«

i'Ä“ .Ä". Ä -« "Ä.

werden getötet. Tie Verluste der Marine sind beretts ge^ meldet Trotz der üb erstandenen Mühen t|t der Eerf sSSJm sehr gehoben und ihr GesundhettZzustand ausge-

^'^Gioruale d'Jtalia" schreibt über ^ den KaE bei

ZL'st-t^Ä'rS

Sf^oBraeT'lSni's“ i*Kt mxm.' 3»

NLMÄLBBW«.«

Das Bombardement von Homs.

-ru.v» das Bombardement von Hcms i>t von den

ST»

Kri^sgeMg?ne ustd das Personal des Roten Kreuzes, verlseßerr Homs aus einem Dampfer.

Kämpfe bei Tripolis.

Kemlletou.

Serliner Theater^ und KunDilLse.

Bon Felix Poppenberg.

Das leickte Spiel" von Bernhard Shaw, „Fannys rst7s Jtüä*), ist recht bequeme und billige Mache Man xlm es im Kleinen Theater mit nachsichtiger Heltern.it

rÄ«^ um *4m*m da"»»-

L ItM Er läßt es vor einem Krittkerqnartett aus- chren die nachher darüber zu Gericht ntzen. Und eme anlbare komische Möglichkeit ergibt sich noch daraus, daß ie Verfasserin des Stückes, die Grafcntochter Fanny,JK'»:- id) Stimmrechtlerin geworden und dies Stuck .kbe- hem Rezept geschrieben, während ihr ahnungsloier asth -

L VaL e?n edles

anrti-t Stakt dessen gibt es eme Opposttlmivsarce. Hu> >em Hintergrund bürgerlich spießigen Mtte.stani ^ revo°

riegerische Matdwbm ihrm

SHH T3«r Hi

^ *)' Buch Lei S. Fischer.

ISSc bS wackere leichte Mädchen, die „süße Dora , von Trwude Carlscn. — —

DLsidenz-ThealLr.

e- „ m s + a a den 21. Oktober: „Das Familicnlind". Lustspiel in 3 Mt'en von Fritz F riedmanmFred er ich ' Knttav von Moser reäivivus! — In der Tat, wenn man s , m Gleiche ziehen will, muß man unwillkürlich an den ^Dat^selig" jener geschickten, fröhlich oberflächlichen lust.g 2rbaltmden Stücke denken, in denen der Leutnant eme io mbaalich ulkige Rolle spielt und die ein gebildetes Mittcl- dwa Zwischen Schwank und „ernsthaftem" Lustspiel dar­stellen eine dramatische UnterhaltungsliteraMr, die auch «n aettrenacr Kritikus schmunzelnd gelten laßt. Eme geschickt. Mach^eine nette Charakteristik der Figuren, gute Wche und :L köwicbe «aunc, das sind ihre wirksamsten Bestandteile Ld dL warm sie auch in dem neuen Werke des Vaters b»r ulkiaen Maiers". Die Geschichte an sich, so romanhaft sie erdacht, ist doch ziemlich einfach. Heinz Wiesenburg 'st der Liebling seiner gestrengen Tante Amalie, der ältesten von drei Geschwistern. Auf ihrem «t** ®g -JW J citt aettrenges Regiment, wahrend cs sich ihr Bruver uare ^riedrick- als gemütlicher Säufer und Faulpelz und lh e Schwester Leome als geschiedene Frau bei ihr, die wie der ZM'itz mit ihrem Krückstock alles im Zaume halt, wohl fein kästen Auch der köstliche Leichtsinn, der Baron von Mülle? führt als ihr Inspektor ein von keiner Sorge und ^nor ^kenmnis getrübtes, sideles Dasein. Der „olle Fritz" Nit? ihn deshalb auch längst davongejagt, wem er, Tante Mnälie, in dessen einziger Tochter nicht eine ireff ch Fron kür den geliebten Neffm erkannt hatte. D s Fnamieurs-Neffe kommt nun eben von einer großen Reise mrück uiid alsbald wird es dem Zuschauer kund, daß er bereits seit einigen Jahren mit der Baroncste, der Tochter

itfs $&&Tj$sßS*

SlVÄ -, heimttch verheiratet ist. Damit, mit dem Aütz des ersten Aktes, wäre nun eigentlich die Geschichte

3 .*-,?•« SS fSZ S Ä

fährt „Tanin", daß Me ^urrrn r. > » ^ au ; 20C0

Wachtdienstes der jjtjUener H K ^^nngen konnten,

Meter Die Verluste der Italiener

& ****** enfftan -

üSeÄ

«SgrÄÄ «<582

aber dm Slancn ttn vielem unterhaltsamem

Verwirrungen, bis M»etzNA.nam

Hin und Her der »ffjAesachchicht-, die sie doch

WMMDM

L womu^aüch der Vorhang befriedigt zwffchcn emer cb niälls s hr befriedigten Gruppe von Menschen auf der Bühne und einer noch befriedigteren, sehr amüsierten, bei- Mtobenden Menge im Zuschauerraume medersallt.

' Gin Hauptvorzug des Stückes besieht noch dann, daß cs vonkba'-e Rollen hatj Rollen, in denen sich ermge der besten Darstellev so recht äuslcben konnten. So war vor allen Lerrn B a r ta k in dem K. K. Oberleutnant eme Ausgabe zuoefallen, für die er eigens geschaffen schien. Die Mthe Dreistigkeit, die humorvolle Frische, die liebenswürdige Schneidiakeit des Offiziers kamen in semam Spiel und in seiner Erscheinung glänzend zum Ausdruck. Er war ettrchch süß" oder „goldig", um uns des Jargons zu bedienen, den Mmstonsdämchm in solchen Fällen anwe'nden. Sre sollten iii« versäumen, sich das lustig anständige Stuck und den Lerrn Bartak anzusehen, uni in solchen JntersÄtionen, dre sich bis zum „entzückend" und „himmlisch" steigern wer en. schwelgen zu können. Herr B e r t r a m, der das ,,FamiU kMd" auch inszeniert hatte, spielte den Baron Mit köstlichem Humor, der TYP eines leichtsinnigen, stets autgelaimten ehe- maliacn Kavallerieossiziers, dem kemer jMe sin - Glücklich unterdrückte der Künstler b-esmal ckmcn Hang z iibertrelbung und schuf eine Charaktersig -, nur wünschen konnte. Auch Rchel van Born, ss,g^ im Derben schwelgend, gab in der Tante Amall , ...

vorzüglichen Maske, schlichte und darum um so wi.ksamere