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Sette s. _Mbend-AuSgabe, _ Wresvasenev Gagviarr. Donnerstag, 24. August 1911. Nr. 394.

Ms heißt, daß der Botschafter CamLon ^ dem m Ram­bouillet weilenden Präsidenten Fallidres die gefaßten Beschlüsse heute vorlegen werde. Diese sollen im mor- tzigen Ministerrat endgültig genehmigt werden. Das Finanzministerium beschloß für den kürzlich an- heraumten Termin zuni Verkauf von 100 000 alten MAitärkarabinern einen späteren Termin festzusetzen und überhaupt jeden Verkauf von ausrangierten Waffen bis nach Beendigung der marokkanischen Ex- Spedition aufzuschieben.

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Die französischen Generalräte als Scharfmacher.

. Paris, 23. August. Aus allen Teilen des Landes treffen Telegramme seitens der Generalräte an die Regierung ein, in welchen diese aufgefordert wird in den Marokkounterhandlungen mit Deutschland eine große Festigkeit an den Tag zu legen und nicht zuzugeben, daß die nationale Würde Frankreichs beschädigt werde. Die Blätter heben rühmend die Mnigkeit hervor, welche in diesen Kundgebungen zu­tage tritt und die geeignet ist, der französischen Regie- icung unter den jetzigen Umständen besondere Kraft zu verleihen.

Deutsches Deich.

* Hof- und Personal-Nachrichten. Geheimer Kirchenrat Superintendent D. Metzer zu Zwickau, einer der Führer des evangelischen Bundes, ist gestorben.

Zur Frage der Militärgeistlichkeit. Der bekannte liberale Pastor Francke-Berlin veröffentlicht aus Anlaß des Falles Kraatz in dem Organ derDeutschen Friedens- gosellschaft" einen ArtikelMilitär und Kirche", in dem er sehr offenherzig gegen die Institution der Militärgeistlichen zu Felde zieht.Daß gerade das Militär", so schreibt er, feine besondere Geistlichkeit hat, ist eine Unflnnigkeit, die wir uns nur einmal klar machen müsien, um ihre Ab­schaffung zu fordern. Sie hängt zusammen mit der Exklusivität, deren Pflege sich bekanMlich auch sonst der Militärstand dem Bürgertum gegenüber angelegen fein läßt. Aber die Kirche sollte sich zur Pflege solcher Exklu­sivität nicht hergeben. Sic sollte von den Soldaten (Offi­ziere wie Mannschaften) verlangen, 'daß, wenn sie religi­öse Bedürfnisse haben, sie sich zunächst einmal als Menschen (nicht aber als Standesmenschen!) fühlen und mit den anderen Menschen (den ganz gewöhnlichen!) hübsch mrter ein Dach und in eine Bank hineingehen. Es würde das dem Ideal der Geistesgemeinfchaft entsprechen, das das Christentum aufstellt, und dem Gedanken der Gleichheit aller vor Gott."

* Die Stimmung in unserem Offizierkorps schildert

Fedor v. Zobeltitz in denHamburger Nachrichten" folgen­dermaßen: VonKriegsstimmung im Offizierkorps" ist

natürlich keine Rede. Ich komme ziemlich viel mit Offi­zieren zusammen und kann versichern, daß das viel zu ver­nünftige Leute sind, um sich aus reiner Lust an Abwechs­lung eine frischfröhliche Kampagne zu wünschen. Aber allerdings: diese Herren stehen mitten im militärischen Leben und wissen, welche» Rückhalt wir an unserer Armee haben. Sind auch zu militärisch erzogen worden, um die ewigdiplomatische Behandlung" unserer Diplomatie be­greifen zu können. Vonalldeutschem Geschrei" merkt man in ihren Kreisen nichts. Sie sind gewöhnt, sich von der hohen Politik fem zu hatten; vor allen Dingen haben sie Disziplin genug, ihren eigenen Wünschen und Hoffnungen nicht zu ungelegener Zeit Ausdruck zu geben. Immerhin ist es richtig, daß man gerade im Offizierkorps der Frie­denssuchtum jeden Preis" etwas fassungslos gegenüber­steht. Natürlich soll die Armee den Frieden schützen. Sie ist aber auch unsere starke Waffe, mit der wir losschlagen können, wenn man uns in die Parade fährt. Und da steht es denn fest, daß die Stimmung bei unseren Offizieren ein wenig mutlos geworden ist Wozu, sagte mir neulich ein Oberst, der die Worte zu wägen weiß, die ewige Bereit­schaft unter schwersten Opfern, wenn wir uns aus Angst vor dem roten Gesindel in Stunden der Gefährdung nicht

ZUM Diebstahl derMona Lisa".

wb. Paris, 23. August. Betreffs des Diebstahls der Gioconda" fehlt noch immer jeder ernste Anhaltspunkt, der zur Entdeckung der Diebe führen könnte. Polizeibeamte

K rten einem Berichterstatter, daß gegenwärtig im ire verschiedene Bauarbeiten ausgeführt werden, und daß die Diebe wahrscheinlich als Maurer verkleidet waren; denn nur so sei es zu erklären, daß sie unbehelligt mit ihrer Beute abziehen konnten. Der radikale Deputierte Chastenet kündigt an, er werde die Regierung über die Nachlässig­reit und Unersahrenheit der Verwaltung der staatlichen Museen und insbesondere des Louvre interpellieren. Das 'Louvre-Museum bleibt bis Freitag geschlossen.

hd. Paris, 24. August. Zwei Maurer, die vor dem Bilde derMona Lisa" das bekannte Gespräch führten, find, wie man festgesteüt hat, an dem Diebstahl vollkommen Unbeteiligt. Wichtig aber ist ihre Aussage, daß sie kurz nach ihrem Gespräch das Bild nicht mehr an seiner Stelle sahen und vermuteten es sei beim Photographen. Die Polizei entfaltet noch immer eine fieberhafte Tätigkeit. Auch die Verwaltung des Louvre ist in hellster Aufregung. Alle Bemühungen waren bisher fruchtlos. Bisher ist nicht die geringste Spur gefunden worden. Ein früherer hoher Polizeibeamter hält es für wahrscheinlich, daß zwei mit den Verhältnissen genau vertraute Diebe die Hand im Spiele gehabt haben. Aus dem bisher vernommenen Zeugenverhör fcheint hervorzugchen, daß der Diebstahl nicht von Angestellten des Louvre ausgeführt wurde.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Paris: Hier wird behauptet, daß der Diebstahl derGioconda" schon lange vorbereitet gewesen wäre. Im Laufe des Jahres 1910 habe der Berichterstatter einer amerikanischen Nach­richtenagentur in Paris bei der Agentur angefragt und mitgeteilt, seine Direktion in New Dort verlange sofort telegraphischen Bericht von ihm, ob das GemäldeMona Lisa" aus dem Louvre-Museum gestohlen worden sei. Eine halbe Stunde später sei ihm geantwortet worden, daß sich das Bild noch an seinem Platz befinde. Es würde der Polizei leicht fern festzustellen, von wem diese Anfrage in

«inmal zu einem Drohwort aufzuschwingen wagen? Ob die Acarokkoassärc mit einer Niederlage für uns enden wird, weiß ich nicht. Ich weiß aber, daß eine solche Niederlage auf uns Soldaten wie ein Fauftschlag wirken würde. Es ist Blödsinn, zu sagen, Marotto sei die Knochen eines preußischen Grenadiers nicht wert. Denn nicht um Marokko handelt es sich, sondern um die Ehre des deuffchen Namens, urrd die zu verteidigen, sind wir die Berufensten. Und wenn wir sehen, daß die Sozialdemokraten bei der Arbeit sind, unserer Diplomatie in die Flanken zu fallen, dann schwillt uns die Galle. Und wenn wir hören, daß immer nur der Friedenskaiser angerufen wird und nie der Kriegsherr, so müssen wir uns naturgemäß fragen, wozu wir eigentlich da sind? Ich glaube, daß diese Worte eines einzelnen die Gefamtstimmung im Offizierkorps zieinlich richtig charakterisieren. Sie rst ganz gewiß keine kriegerische, aber sie ist von einer gewissen Unlust beherrscht, die man verstehen kann, auch wenn man zugibt, daß die endgültige Entscheidung über die Maro-kkofrage ja noch aussteht. Das ewige FriödenssäufÄn wirkt schließlich gerade so auf die Nerven wie das Säbelrasseln und bas Drommetenge­schmetter der Alldeutschen.

* Die Steuerhinterziehungen eines Reichsrats. Nach einer Veröffentlichung derPfälzischen Post" sind die Steuerhinterziehungen des verstorbenen Reichsrats Dr. Aug. v. Clcmm amtlich festgcstellt. Sie betragen allein für die Stadttasse Ludwigshafen 167 000 M. Die hinter- zogenen Steuern greifen dis auf die Jahre 1891 bis 1893 zurück und betragen zusammen 46 401 M. Dieser Betrag ist die Summe der hinterzogenen Staatssteuem. Für den langjährigen Wohnsitz des Reichsrats v. Clemm, die Ge­meind« Haardt bei Neustadt a. d. H. dürfte noch eine weit höhere Summe an hinterzogenen Steuern in Betracht kommen.

* Der Bund der Industrielle«, der vom 3. bis 5. Sep- tentber seine Generalversammlung in Dresden abhält, hat in den letzten Wochen eine erhebliche Ausdehnung seiner Organisation erzielt. Bisher war im Bund der In­dustriellen hauptsächlich die mitteldeutsche und süddeutsche Industrie organisiert, deren Landesverbände, die Verbände thüringischer, sächsischer, wsirttembergischer, südwestdcut- scher, mitteldeutscher und niederschlestscher Industrieller, im Bund der Industriellen vereinigt sind; dazu kommen zahlreiche Fachverbäude, deren Mitgliederkreis sich über das ganze Reich erstreckt, und deren Zahl durch Neubeitritte in den letzten Wochen ebenfalls gewachsen ist. Die vielerörter­ten neueren Auseinandersetzungen in der deutschen In­dustrie haben nun zur Folge gehabt, daß sich der Mitglieder­kreis des Bundes der Industriellen gerade in Rheinland- Westfalen sehr ausgedehnt hat. Außer führenden Großbe­trieben, besonders in Düsseldorf und Renrscheid, sind eine Anzahl örtlicher Arbeitgeberverbände mit dem Bund der Industriellen in Beziehungen getreten. Dieser Tage trat der Verband von Arbeitgebern im Kreise Solingen dem Bund der Industriellen als körperschaftliches Mitglied bei. Dieser Verband umfaßt 250 Firmen, vor allem der Solin­ger Stahlwarenindustrie.

* Auf dem Deutschen Handwerks- und Gewerbe, kammertag berichtete in der Schlußversammlung am Mitt­woch zunächst der Syndikus der Handwerkskammer Han­nover Dt. Wienecke über die Erfolge der Hannoverschen Einziehungsgenossenschaft. Tie Versammlung brachte in einer Resolution zum Ausdruck, daß sie in der Gründung und Unierstützung von Einziehungslgenoffenschaften, die möglichst einheitlich gestaltet und zu einem Verbände zur gegenseitigen Unterstützung zusammengeschlossen werden sollen, ein empfehlenswertes Mittel erblickt, um das Borg­unwesen im Handwerk zu bekämpfen und das Gewerbe zu fördern. Zu der Frage der Arbeitslosenversicherung stimmte die Tagung nach langer Erörterung einer von dem Syndikus der Handwerkskammer Augsburg Dr. Purpus vovgeschlagenen Enffchließung mit allen gegen vier Stim­men zu, wonach der Deutsche Handwerks- und Gewerbe- kammertag grundsätzlich jede Arbeitslosenversicherung ver­wirft, die auf einer anderen Basis als der der Selbsthilfe beruht. Er hält insbesondere die Verwendung gemeind­licher Mittel für eine Ungerechtigkeit gegenüber denjenigen

New Jork ausgegangen ist. Es trifft zu, daß seinerzeit durch ein derartiges Gerücht die Pariser Redaktionen sehr beunruhigt wurden, und daß sie mitten in der Nacht den Minister der Schönen Künste aus dem Bett holen ließen, 'der ihnen lachend versichern konnte, das Bild, sei noch an seinem Platz.

wb. Paris, 24. August. Die über den Diebstahl der Gioconda" eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Dieb oder die Diebe durch eine für jedermann offene Tür, die das Museum mit dem Saal der Gypsabdrücke verbindet, ungestört ins Freie sich begeben konnte. Durch einen Ver­such wurde festgcstellt. daß ein geschickter Arbeiter ein Bild von der Größe derGioconda" in zwei Minuten von der Wand entfernen konnte. Die ZeitschriftIllustration" schreibt einen Preis von 10000 Franken für denjenigen ans, der cs durch seine Angaben ermöglichen solle, den Ort ausfindig zu machen, wo gegenwärtig dieGioconda" versteckt ist, und ferner einen Preis von 40000 Franken für denjenigen, der das Bild der Leitung derIllustration" überbriwgen sollte. Falls dies noch vor dem 1. September geschehe, werde der Preis auf 45 000 Franken erhöht werden.

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eg. WieMona Lisa" dem Leonardo da Vinci ent­wendet wurde. Zu dem Diebstahl derMona Lisa" aus dem Louvre wird eine Episode von Interesse sein, die im Deutschen Volks- und Hauskalender" vom Fahre 1833 erzählt wird. DieMona Lisa" hatte bekanntlich schon die Bewunderung und das Staunen der Zeitgenossen Leonardo da Vincis erregt. Besonders der rätselhafte lächelnde Blick hatte es den Künstlern und Kunstfreunden angetan. Leonardo arbeitete an diesem Porträt der Ge­mahlin des Florentiners Zanobi del Giocondo länger als 3 Jahre, da er sich selbst damit nicht genug tun tonnte. Eines Tages entstand nun, wie in dem Kalender berichtet wird, in dem Atelier Leonardos ungeheuere Aufregung, da das Bild von der Staffelet verschwunden war. Leo­nardo hatte schon mehrere Monate daran nicht mehr ge­arbeitet, um sich von der quälenden Unsicherheit, die er allmählich empfunden hatte, zu erholen. Das Bild hing verhängt an der Staffelci. Als nun eines Tages ein,

Ständen, welche, wie der Handwerker und kleine Gewerbe­treibende, noch schwerer um ihr Dasein ringen als der werblich gelernte Arbeiter. Im besonderen wird die Aw Wendung des sog. Genter Systems verworfen. Den SchsiH gegen Arbeitslosigkeit und die Fürsorge für Arbeitslose steht der Deutsche Handwerks- und Gewerbckammertag W Maßnahmen vorbeugenden Charakters, wie systematischem Ausbau der Arbeitsnachweise und Bereitstellung ösfent" licher Mittel zu Notstandsarbeiten. Zum letzten Punkt der diesjährigen TagungMonopoltendenzen in der elektro­technischen Industrie" sprach der Vorsitzende der Hand- Werkskammer Straßburg, Fabrikant Schleiffer. Die Vem sammlnng sprach sich im Interesse des deuffchen Hand­werks gegen die deutlich erkennbaren Monopolisierung^" bestrebungen der elektrotechnischen Großsirmen zur He^ stellung elektrotechnischer Erzeugnisse und Errichtung elek­trotechnischer Anlagen aus und forderte die Verminderung derartiger Monopole durch die Staats- und Gemeindebe­hörden. Der Ausschuß wurde beauftragt, eine reichsgesetz" liche Regelung bei den zuständigen Stellen anzustreven Der Vorsitzende schloß darauf die Tagung mit einem Hoa auf das deutsche Handwerk und Gewerbe.

* Auf dem Deutschen Apothekertag wurde am Mittwoch über die Konkurrenz der Drogisten verhandelt, worauf ein" gehend über die gesetzliche Regelung des ApothekenwesenS debattiert wurde. Schubert-Breslau begründete hierzu folgenden Antrag:Weil eine Regelung des Apotheken" Wesens von Reichs wegen zurzeit aussichtslos ist, beaust tragt die 40. Hauptversammlung den Vorstand, beim preußischen Herrn Minister vorstellig zu werden, dak baldigst für Preußen ein Apothekengesctz aus Grundlage der übertragbaren, vererblichen und veräußerlichen Konzession ausgearbeitet werde." Nach längerer Debatte wurde folgen- der Vorstandsantrag angenommen:Ter Deutsche AP»" thekervcrein würde es auf das lebhafteste bedauern, wenn die gesetzgebenden Faktoren des Reiches auf eine Regelung des Apothekenwescns verzichten und diese den Einzelstaaten überlassen würden. Er erhebt Widerspruch gegen den Der-" zieht des Reiches auf die Ausübung dieses seines vel" fassungsmäßigen Rechtes und die Absicht, die heutige Zer" splitterung, die Erbschaft aus der Zeit der Kleinstaaterei, zu verewigen. Er erhebt ferner Widerspruch gegen dst Absicht der preußischen Staatsregierung, eine Ablösung der veräußerlichen Betriebsrechte mit Hilfe einer allen APN" thekeninhabern aufzuerlogenden Betriebsabgabe, eines Vorkaufsrechtes des Staates und einer Befugnis desselben zur Festsetzung der Verkaufspreise herberzusühren." Ferner verneinte die Versammlung nach lebhafter Debatte großer Mehrheit die vom Vorstand gestellte Frage, ob f< c mit der Einleitung einer Ablösung oder Entschuldung unter der Voraussetzung der Einschränkung der Freiheit des Apothekers in der Verfügung über seinen Betrieb cim verstanden sei.

* Deutscher Milchhändlcrtag. Der Verbandstag der

Milchhändler zu Hannover beschäftigte sich u. a. mit der Sonntagsruhe im Milchhändlergewerbe. Nach einem Vortrag von Ulrich-Wilmersdorf wurde folgende ResolN" tion angenommen:Der Verbandstag richtet aufs neue die Aufforderung an die Reichsbehövden, im Interesse eine 1 gesunden Volksernährung den Handel mit Milch und Milch" Produkten Sonntags von früh bis 2 Uhr nachmittags frei" zugcben. Die verschiedene Behandlung des stehenden und des ambulanten Milchhandels ist nicht zu billigen; beide Kategorien müssen einheitlich behandelt werden. Die ört" liche Regelung soll nach Anhörung der Interessenten durch Behörden erfolgen." Längere Zeit nahm die Beratung über Schaffung eines V e r b a n d s o r g a n s in Anspruch Der Vorstand wurde beauftragt, die Gründung einer V"" bandszeitung in die Wege zu leiten. Ferner wurde W' schlossen, daß in Zukunft auch Landesverbände dem V"" band betreten können. Unter den Anträgen erregte de" sonders der von Breslau eingebrachte und allseitig unter" stützte Antrag, der Verband möge die Aufhebung de§ Konz es si ons zwang s für Milchausschank v§N den Rcichsbchörden erwirken, Interesse. Man bezeichnet^ es als unerhört, daß in der Zeit der Antialkoholbewcgung der Milchausschank noch durch Konzessionszwang erschwert -i_j_. . ' _ - s - b **

Schüler einen Blick unter den Vorhang werfen wollte, uM das Gesicht der schönen Frau zu bewundern, war das Bil« verschwunden. Sonst waren keinerlei Anzeichen eines Diebstahls zu entdecken. Man wagte dem Meister gnt nicht etwas davon mitzuteilen, sondern veranstaltete unt" den Schülern und Hauspersonen eine strenge Untersuchung Es stellte sich heraus, daß einer der Schüler das Bild tN seine Schlafkammer gebracht hatte, um den eigenartigen Zauber der Augen während der Nacht studieren zu können Er wollte das Geheimnis ergründen, das bis heute noo von keinem erforscht worden ist. Zu diesem Zwecke nwO* er unentwegt die Augenpartie des Bildes während viele! Nächte ab und hatte bereits über hundert verschiedene Kopien angesertigt, als die Entwendung des Bildes ent" deckt wurde. Es handelte sich also um eine recht harmlose Angelegenheit, da der Bestand des Bildes durch diesen Diebstahl nicht gefährdet worden war. Tie Anekdote voN diesem ersten Diebstahl des weltberühmten Bildes befind" sich in einer Historiensammlung, die am Anfang des 1& Jahrhunderts in Venedig in italienischer Sprache "" schienen war. Ob die Anekdote, die eine von den vielen hundert Geschichten ist, welche sich mit der Person de' rühmter Maler beschäftigen, wahr ist, bleibe dahingesteÜl Tie Gewährsmänner solcher Künstlcranekdoien sind m"N nicht zu bezeichnen, da es sich uni Geschichten handelt, die im Volke verbreitet sind und nachher zir einer Sammlung vereinigt werden. Aus dieser Geschichte geht aber jeden" falls hervor, wie sehr man sich schon zu Lebzeiten Lev" nardos mit diesem kostbaren Bilde beschäftigte, das n»ch heute den Gegenstand des Studiums unzähliger Mal" bildet.

Aus Kunst und Leben.

* Das deutsche Festspielhaus in Bad Homburg. Angelegenheit der Errichtung eines deutschen Festspiel" Hauses in Bad Homburg ist, nachdem die Verhandlung?" mit Prof. Reinhardt in Berlin wegen Übernahme del Leitung zrr einem Ergebnis' nicht geführt haben, in ein neues Stadium getreteir. Es hat sich eine Gesellschaft S" bildet, die den Betrag von rund 2 Millionen Mark.