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-?fr. 258. Donnerstag, 1 Juni 1811.

Wresda-rrrrr Saghlair, Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. _ Sette 8»

die Erfolge der Bohrkolonne Nord im Monat Februar INI. Es wurden sechs Bohrungen fertiggsstellt, die alle in mäßiger Tiefe 20, 24, 40, 35, 64 und 47 Meter Wasser ergaben. Eine Bohrung im Distrikt Omaruru ergab eine Ergiebigkeit von 10 000 Stundenlitern, drei weitere .Bohrungen je 4000 Stundenliter.

Ausland.

Frankreich.

Ein heikler Gast. Blättermeldungen zufolge wird Prinz Georg von Serbien Ende Juni nach Frankreich reifen, um dort feine militärischen Studien zn vollenden. Diesbezügliche Verhandlungen mit der französischen Regie­rung sind im Gange.

England.

Zum bevorstehenden allgemeinen Seemannsstreik. In Glasgow wurde von einer großen Versammlung der Generalstreik der Seeleute proklamiert, an dem 10 000 Matrosen beteiligt sein würden. Die Matrosen der Häsen von Antwerpen, Gent und Brügge werden sich dem inter­nationalen Seeleutoausstand anschließen.

Vonlugal.

Reorganisation der Flotte. Um mit der Regierung wegen der Reorganisation der Flotte und des Neubaus des Arsenals zu unterhandeln, werden drei englische Admi­rale sowie Lord Fastener in Lissabon eintresfen.

Italie».

Studentenunruhen. In Pisa ist es anläßlich einer studentischen Erinnerungsseier an das Jahr 1849 zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Studenten und der Polizei gekommen. Die Polizei machte von der blanken Waffe Gebrauch und verwundete mehrere Studenten.

Grieche»!««»».

Einführung der Selbstverwaltung. Die Regierung hat der Nationalversammlung einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Gemeinden des Königreichs -die administrative Autonomie gewähren will. Der Minister des Innern, Revulis, erklärte dazu, dieser Gesetzentwurf bedeute den Anfang der Dezentralisation Und werde seiner Meinung nach die von der Regierung gewünschte Wirkung haben, ern frischeres Leben in den Provinzen zu erzeugen!

RttstlttNd.

Der Flottenneubau. Der Reichsrat stimmte in einer Geheimsitznng den Beschlüssen der Reichsduma, betroffene die Bewilligung der Mittel zur Beendigung des _ Baues von vier Linienschiffen, für den Bau neuer Schiffe der Schwarz-Meerflotte und zur Verstärkung der Landesver­teidigung, zu.

Haussuchungen in industriellen Betrieben. Aus Ver­anlassung des revidierenden Senats Medem fanden in Petersburg in der Fabrik und W Lieferanten, die beim Bau der sibirischen Bahn beteiligt waren. Haussuchungen statt. Darunter befanden sich neben den bekannten großen Putilow-Werken auch die Verwaltungs- und Fabrikräumr der Aktien-Gesellischaft Siemens und Halste. Die drei Direktoren der Petersburger Niederlassung, die Herren Schwarz, Efron und Baurat Görz, mußten der Haussuchung betwohnen, während ein starkes Polizeiaufgebot das Haus umstellt hielt. Bei der Durchsuchung auf den Putilow- Werken wurden zahlreiche Geschäftsbücher und Korrespon­denzen beschlagnahmt und aus das Bezirksgericht geschafft.

Arrs imb Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Pfingstwanderungen.

II.

Kreuzn ach - Rheing rafenstein ° Altebaum-- burg - Ebernburg - Münster am 1 Züge nach Kreuznach über Mainz-Gau-Algesheinr

(Tagbl-att"-Fahrplan 88), über Mainz-Bingerbruck tz,-ag-

blatt"-Fahrplan 116) oder rechtsrheinisch ("Tagblatt-Fahr­plan 1) bis RüdeSheim, bezw. mit dem Schm (144^ooer 145) und weiter Bingerbrück-Kreuznach (Tagblatt -»ahr- plan 116). Fahrpreis 2. Kl. 2.70 M., 3. Kl. 1.75 M., 4. Kl. 1.10 M. Billiger, wenn man Sonntagstarten MalNs- Münster am Stein oder Wiesbaden-RüdeSheim und Binger­brück-Münster am Stein b-enutzt. ,

In Kreuznach durchwandern wir dre schonen Straßen, am nach etwa 10 Minuten auf der Rherngrafenstratze den Ort wieder zu verlassen. Allmählich steigt d^e Straße dre schätzenswerten Bäume bleiben zurück und schattenlos g Y es durch die Weinberge. Nach einer halben Stunde ein Aussichtstempcl aus dem Kühberg. Wenig Schritte weiter rechts auf einem Fußpfad in den Wald, ein s lichter Hain mit jungen zierlichen Baumen, richtig im Back- fischalter und zu allerhand ltöbenswuvdigen Ne^reren jederzeit bereit. Rach 20 Minuten rechts der Munstero ick, der uns zeigt, welch mächtige Hohe wir berel ^ Höher und schattiger wird nun der ^ b, d ch s z. einer viertel Stunde müssen wir von Abschied nehmen, entweder, um im nahen Hof Rherngraf f ein

halten, oder um weiter zur Gans ölch ,

Wegweiser, rechts von der Straße: ableitet. W* Stunden von Kreuznach aus sind wir auf diese F - ^

Aufmerkenden mancherlei seltene Pst ' . . ' ^ er=

aber -me wunderbare Aussicht m das tiefe I# er sroir ne hen'tt hier em wenig zuruck, dann remis

Lch d°» ».°d i» B »fÄlSSK

schloß- Obwohl erwiesen mes-rm unglanb-

hundert errichtet wurde^laßt die^^^ ^sch ^

l'chen Bau durch de»«ewenseele. Doch die Damen, die Hollenhonorar, eme MensMg waren, prellten den schon damals ebe s ^ niederträchtigen Lohn. 1689,

als dre Franzosen gmjcfit, auch dieser Burg ihre

zureißen, unterließen sie e Leider hät sich dann

besondere Ansmerkfa von der Zahlungswillig-

Meinung hatte, für den Wioderaufbau des Fels-enschlosses nicht mehr bemüht. Wir gehen zurück zur Bank und auf dem Serpentineweg abwärts zur Schutzhütte, dann bach- aufwärts in 10 Minuten zur Renzbank. In 40 Minuten sind wir an der Bismarckshütte, -einer 1905 vom Kurverein Münster am Stein erbauten Schutzhütte. Rechts weiter. 1V 4 Stunde vom Rheingrafenstein erreichen wir die Alte­baumburg. (Wirtschaft.) Herrliche Ausblicke nach Preußen, Hessen und Bayern bieten sich uns von den hochragenden Zinnen. % Stunde davon im Tal liegt das Dorf Wten- baumbnrg.' In 35 Minuten auf der Landstraße nach Evern­burg. über dem Ort, in 10 Minuten erreichbar, liegt die mächtige Burgruine. An dem tiefen Ziehbrunnen und manch anderen kleinen Selbstverständlichkeiten alter Bevg- schlösser ergötzen sich dort die ganz Harmlosen, für die anderen empfiehlt es sich, einen Blick in die prächtige Um­gebung zu werfen. Ein schönes Denkmal, Hutten-

Sickingen, hielt uns schon aus halber Berghöhe auf, und zwei Wirtschaften locken zur Einkehr. Wir müssen wieder ins Tal, werfen unsere Ansichtskarten, die mit bayerischen Marken beklebt sind, in de» Briefkasten und erkaufen uns beim Brückenkopf für 3 Pf. wieder den Eintritt in ein anderes deutsches Land. In 25 Minuten sind wir am Bahnhof Münster am Stein, ein überaus tätiger Ort, in i dem jedes Haus eine wohlgeovdnete Beschäftigung hat als - Pension oder Hotel. Letzter Zug für Sonntagskarten 9.03 Uhr, an Wiesbaden über Bingerbrück - Mainz 11.40 Uhr. (Dagblatt"-Fahrplan 116.) Bei Benutzung des Schiffes ab Münster am Stein 6.28, an Bingerbrück 7.11, ab Bingen 7.50, an Biebrich 9.50 Uhr. (Tagblatt"-Fahr- plan 144.)

Camp - Feindliche Brüder - Schloß Li ebene ck- Osterfpay - Dinkholder Brunnen - Marks- burg - Braubach.

Wie es uns Ostern nach Camp zu seinem schimmernden Blütengarten hinzog, so locken jetzt di- ersten Kirschen, rot unid begehrlich wie liebliche Mädchenllppm hin zn jenem rheinischen Frühlingsparadies. Mit dem Schiff 620 Uhr von Biebrich (Tagb!att"-Fahrpilan 144) oder mit der Bahn 743 Uhr ab Wiesbaden, an Camp 9.40, bezw. 9.42 Uhr ('TaMatt"-FahrPlÄr 1). Vom Bahnhof zum Rhein und unter schattenreichen Nußbäumen rhemaustvärts, an freund­lich heiteren Landhäusern vorbei zu dem prächtigen Kirschenhain, der sorglosen Wohlstand diesem glücklichen Fleckchen Erde bringt. In 20 Minuten sind wir in Born­hofen. dom besuchtesten Wallfahrtsort am Rhein; auch wer­den hier die meisten Ehen geschlossen und gefeiert, selbst aus weiter Ferne strömen Ehelnstige zu dem glückbringen­den Dörflein. Um die Kirche mit dem wundertätigen Marienbild herum und aufwärts zu den Burgen Stern- berg und Liebenfels, beide mit Wirtschaft. Eine wunder­same Aussicht auf den Rhein zeigt uns die Terrasse, so ein­ladend und anmutig, daß man am liebsten bis zum dämmernden Abend dort auf der Höhe verweilen möchte. Von argem Brnderstreit erzählt uns eine alte Sage und einem falschen und- schönen Weibe, ein GroHstadtmärchen aus der schwerterklirrenden Ritterzeit. Wir gehen hinab in das einsame Bornhofer Tal und folgen nun den Wege- zeichen rotes Dreieck, die uns, wie der Rheinhöhenweg, in einem feisten StüNdlein zur Dreispitz führen, die uns auf- hübschen Ruhebänken wieder den Rhein in seiner Schöne erschließt. Von der Dreispitz zurück zum Wegweiser nach Camp unid- rechts auf diesem Weg. Bei der Waldvlöß-e rechts am Waldsaum entlang bis zur Fahrstraße, der wir links folgen. Später treffen wir blaue Wegezeichen, die uns zum Hof Marienberg führen, 40 Minuten von der Dreispitz. Bald wird Schloß Liebeneck sichtbar, in dessen Schloßhof wir nach weiteren 20 Minuten eintreten. Rach y 4 Stunde abwärts nach Osterspay. Wir gehen kheinab- wärts unid biegen nach V 2 Stunde rechts ins Tal ein zum Dinkholder Brunnen, einem vorzüglichen Sauerbrunnen, zu dem man jedoch den Becher mitbringen muß. Links auswärts geht nun unser Weg, blauer Kreis, wie Rhein­höhenweg - (Vergl. dieWegekarte durch den westlichen Taunus", aufgezogen 1,75 M.) und kaum zu verfehlen. Für den Achtsamen ist in % Stunden der Dreiseenplatz er­reicht, etwas weiter ein Hol-ztempel mit hübscher Aussicht und stets den Zeichen folgend, kommen wir an der Martins­kapelle vorbei zur Marksburg. (Wirtschaft.) Diese vor­züglich wieiderhergestellte Burg zu besuchen, macht stets aufs neue Freude, auf den winzigen -düsteren Treppchen zu be­haglichen Stübchen zu klettern unid- einen Blick Hinzuwersen auf den sonnenglänzenden Rhein, dann zu den mächtigen Schwertern und- furchtbaren Waffen, mit denen sich einst diese Biedermänner bei Meinnngsverschiebenhetten ihre harten Schädel durchaus sachverständig einschlugen. Etwa 20 Minuten von der Marksburg der Bahnhof von Brau­bach, wo 8.52 Uhr ein passender Zug nach Wiesbaden fährt. Man löst am billigsten So-nntagskarte St. Goarshausen, 2 Kl 3.80 M.> 3. Kl. 2.50 M., setzt sich dann mit sämtlichen Instanzen des Zuges in Verbindung und löst in dieser Weise eine Karte St. Goarshausen-Camp Nach. Doch ist die äußerste Gewissenhaftigkeit vonnöten, daß man in dieser Weise nicht noch mehr Geld los wird wie beim Totali­sator Von Braubach löst man dann eine Karte Braubach- St. Goarshausen ohne weitere Mühe nach.

Karl R. Schiemann.

Dio Beisetzung des Prälaten D-r. Keller findet Samstagv ormittag in derBon ifatiuZSirche statt, nachdem vorher das feierliche Exequienamt äbgehalten worden ist, welches um 10 Uhr beginnt. Die Aufbahrung der Leiche erfolgt im Pf-arrhause in der Luifenstraße, im ersten Stock (Eingang von der Kirchenseite aus); heute, von 10 Uhr ab, ist das Publikum zugelassen. Heute morgen wird auch das Totenoffizium -in der BomfatiuÄirche veranstaltet.

Die kirchlichen Wahlen für Vorstand und größere Vertretung der vier evangelischen Gemeinden nehmen diesmal einen etw-as lebhafteren Verlauf als sonst. -Vor dem Rathaus und dem Wahllokal (Bürgersaäl) sind, gerade wie bei dm politischen Wahlen, zahlreiche Leute -ausgestellt, die Stimmzettel für die verhältnismäßig zahlreich er­scheinenden Wähler bereithalten und eifrig an den Mann zu bringen suchen. Für die Ringkirchengeme-inde, in der zwischen den verschiedenen Richtungen eine Einigung er-. zieU worden war, ist doch noch ein zweiter Zettel aufge­taucht, aus dem nur Kandidaten derPosttwen" stehen.

Die Zettewerteiler tragen an ihren Hüten Aufschriften, wie Positive" und-Freiere Richtung", und jede Partei be­müht sich um die Gunst der Wähler. Mit welchem Erfolg, das läßt sich bet der geheimen Wahl schwer sagen, und da der Wahlakt -erst um 7 Uhr abends schtießt, das Ergebnis aber wohl kaum vor 9 Uhr wird feftzustellen sein, so kann erst in der nächsten Ausgabe darüber berichtet werden.

Die Sonntagsruhe im Schneidergewerbe. In der Frage der Sonntagsruhe im Schneidergewerbe ist die Hal­tung des preußischen Handels Ministers vielfach eine schwankende gewesen. Durch Erlaß vom 30. Dezember 1903 waren Anderungs- oder Zurichtungsarbetten für er­laubt erklärt worden. Ms nun der Deutsche Zuschneider- Verband in einer Eingabe nachgewiesen hatte, daß eine damalige allgemeine Erlaubnis dieser Arbeiten, wie sie die Unternehmer und auch einige Polizeibehörden aus diesem Erlasse heraus gelesen hatten, in Widerspruch stehe mit de» übereinstimmenden Entscheidungen der höchsten Gerichte, schränkte der Minister in einem Erlaß vom 19. Mai 1910 feinen früheren Erlaß dahin ein, daß nur handelsgewerb-- liche, nicht aber gewerbliche Arbeiten, wie Maßnahme», zulässig seien. Hiergegen wandten sich nun wieder die Prinzipale. So erging unienn 22. April 1911 ein neuer Erlaß, der auf Grund des § 105 s Abs. 1 der G.-O. di< Beschästigung eines Zuschneiders zum Zwecke des Matz­nehmens nur in der Zeit nach Beendigung des Haupt- gottesdienstes bis spätestens 2 Uhr nachmittags gestattet. Es bedarf dazu jedoch einer Verfügung der Regierungs- präfldenten, die die Beschäftigung nur insofern gestatten können, als nach den örttichen Vsrhältnissen ein Bedürfnis dazu anzuerkennen ist. Dabei ist nach der hierfür geltenden Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 3. April 1901 Ziff. 1 ein Bedürfnis für Sonntagsarbeit in der Regel nicht anzuerkennen, wenn und soweit sie bisher nicht Mich war. Da bisher entsprechende Bekanntmachungen der Regie­rungspräsidenten nicht erfolgt sind, ist die Beschäftigung von Zuschneidern an Sonn- und Feiettagen vorläufig nicht erlaubt und strafbar. Von Interessentenkreisen wird die gesetzliche Zulässigkeit der Ministerialverfüguug vom 22. April bestritten. Sie griindet sich nämlich auf § 105 e G.-O., der von Gewerben zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse handelt. Nur mit einer recht gewaltsam ausgedehnten Auslegung läßt sich das Schneidergewerbe unter diese einschränkend auszu- legende Sonderbestimmung einordnen.

Gefährlicher Sturz. Gestern nachmittag stürzt« das 14 Jahre alte Dienstmädchen Christine Weyell, das im zweiten Stock des Hinterhauses Rauenthaler Straße 8 mit Fensterputzen beschäftigt war, plötzlich ab und blieb be­wußtlos auf dem gepflasterten Hose liegen. Ein Arzt leistete der Schwerverletzten, die außer einem Schädelbruch auch innere Verletzungen davongetragen hat, die erste Hilse. Die Sanitätswache vetbrachte die Verunglückte nach dem städtischen Krankenhause, wo sie das Bewußtsein bis­her noch nicht wiedererlangt Hai. Ihr Zustand ist be­denklich.

Personal - Nachrichten. Den nachbenarmten Herren ist die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nicht- preußischen Orden erteilt, und zwar des Ehrenritterkreuzes zweiter Klasse mit der silbernen Krone des Großherzogtich Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des H-rrzons Peter Friedrich Ludwig dem Hauptmann K e t t n e r im Füsilier- Regiment v. Gersdorff (Kurhess.) Nr. 80: des mit dem Fürst­lich Schcnrmburg-Lippischen Hausorden verbundenen silbernen Berdienstkreuzes dem Obermusikmeister Gottschalk im Füsilier-Regiment v. Gersdorff (Kurhess) Rr. 80 und dem Obermusikmeister Henrich im 1. Nass. Feld-Artillerie- Regiment Nr. 27 Oranien.

Eine Pfingstwoche in Heidelberg. In Heidelberg ist auf Veranlassung des neugegründeten Vereins zur Förderung des Fremdenverkehrs erstmals eineHeidelberger Pfingst­woche" ins Leben gerufen worden. Vom 2. bis 11. Juni wer­den festliche Veranstaltungen sein: Schlotzbeleuchtung und

Stadtgartenfest:, Tenniswettspiele, Ruder- und Wassersport­feste, Tanzsviele im Freien, Konzerte, Reunions usw. Am ersten und letzten Tage dieser Heidelberger Festwoche (den 2. und 10. Juni) finden Schloßbeleuchtungen mit Feuerwerk auf dem Neckar statt.

Theater, Kunst, Vorträge.

* Königliche Schauspiele. Der Spielplan für die Pfingst- tage ist wie folgt festgesetzt: Sonntag, den 4. Juni er.:Tann- häuser". Moniag, den 5.:Königskinder". Dienstag, den 6.: Tosca". Die Vorstellungen finden bei aufgehobenem Abonne­ment und zu erhöhten Preisen statt. Anfang 7 Uhr. Der Vorverkauf von Eintrittskarten hat bereits begonnen und findet täglich von 9 bis 1014, und 11 bis 1 Uhr an der Theater- kaffe statt.

Vereins-Nachrichten.

* Die Gesangabteilung desW iesbadener Militär. Vereins" macht am Montag, den 5. Juni (Pfingstmontag!, einen Familienausflug nach Gräfenhausen. Abfahrt vorm. 8 31 Uhr. Von Weiterstadt nach Gräfenhausen kostenlose Wagenfahrt. Mittagessen 80 Pf. Meldelisten liegen bei Herrn Gerich, Schulgasse 2. noch bis Freitag offen.

* DerWiesbadener Westerwaldklub unter­nimmt am ersten Pfingsttag eine zweitägige Tour nach dem Westerwald, Westerburg, Salzburgerkopf usw. Abfahrt 5 Uhr 26 Min. früh.

Airs dem Landkreis Miesbaden.

Dotzheim, 30. Mai. Der letzte Sonntag war ein Tag. an dem bei' unsvi e I los" war. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr beteiligte sich an dem Bezirkstag in Wildsachsen und marschierte um 12 Uhr mit Musik hier weg. Nachmittags machte derKatholische, Männerverein" und derJünglings­verein" : m hiesigenMännerverein" einen Besuch und zog unter Vorantritt einhs Trommler- und Pfeiferkorps durch die Straßen nach der Turnhalle. Mittags war auch imDeutschen Kaiser" die Generalprobe des GesangvereinsSängerlust" für den Wettstreit in Lanckenschwalbach, abends zogen die Wies- badener Besucher mit Musik wieder fort und ebenso kehrte unsere Feuerwehr wieder heim. Schließlich wurde um 1411 Uhr derRadlerklub 1802" mit Musik abgeholt, der bei dem Sport­fest in Kostheim im Korsofahren unter 14 Vereinen den 4. Preis und im Reigenfahren.unter g Vereinen den 3. Preis erhalten hatte. Trotz der späten Stunde gab es noch einen Zug durch die Straßen, überall Musik!

Uttssauische Uachrrchlr«.

pp. Bon der unteren Aar, 30. Mai. Die untere Aar schein» in diesem Jahre sehr häufig von Unwettern heimgesucht zu werden. Kaum hat man sich ein wenig von dem Schaden, den dio zwei Wolkenbrüche angerichtet hatten, erholt, und schon wieder ist ein schweres. Unwetter über der hiesigen Gegend niedergegangen. In Flacht drohte die Überschwemmung wieder ebenso einen großen Umfang anzunehmen wie bei dem Un­wetter vor einigen Wochen. In den Weesen wurde wieder ziemlich großer Schaden angerichtet, so daß sie stellenweise abermals total verschlammt sind. Noch viel mehr hat das Ge­witter in den Orten Mensfelden, Dauborn und Schönborn gehaust. In besonders großer Gefahr war die bei Dauborn