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Nr. 84«.
Samstag. 27 . Mai 1911.
59. Jahrgang.
1. Matt- __
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Die Politik der Woche.
Es kommt immer andrrs! Als der deutsche Reichstaq nach den Osterferien zusainrnentrat, sah imn seiner Tätigkeit fast allgemein mit Mchtrauen enr- Segen, und die Auffassung war wert verbreitet oah man von dem „sterbenden Parlament kerne i» 1 “ ' starken Lebenszeichen mehr erwarten dürfe. Alle n S ist dem Reichstaq gegangen, wie es inrt den Totgei ns. ten so oft gehen soll. Er hat eine ganz erheklm,e Menge Arbeit geleistet, und er wird, da nunmehr die Herbsttagung beschlossene -Sache ist. noch erheblich mehr vor sich bringen. Mer hatte gedacht, das; i>te umfang- reiche Reichsversicherungsordnung nr so verhalt.-^- mäßig kurzer Zeit durchberaten werde,: wurde, und sogar für die heißumstrittene reichslandriche Lm- fassungsreform hat sich zum Schluß, nachdem die allein in der Kommission mit fünf Lesungen behaftete Vorlage wiederholt auf den toten Strang geraten war. eine unerwartet große Mehrheit gefunden, bei der freilich die konservative Partei grollend abserts stand, ^ie politische Bedeutung dieser Wendung der Tinge liegt in der Oppositionsstellung, welche die Konservativen hierbei gegen die Regierung ernnahmem und i-r den- Auseinanderfallen des schwarzblauen Blocke., der bisher die parlamentarische Lage im Reichstag beherrscht hatte. Und diese Wandlung wird dadurch verschärft, daß fast gleichzeitig tm preußischen Ub-
geordnetenhause das Feuerbestattullgsgesetz gesten o.c
Stimmen des Zentrums und einer Minderheit^ d konservativen Partei zur Annahme gelangte- p : ;
sich hierbei um „eine vorübergehende handelt oder ob sich eine ernsthafte Krisis im deutsche Parteileben vorbereitet, welche unter Umstanden au, die koinmenden Wahlen einen bestimmenden Cinllnp
ausüben könnte das wird erst die Zeit lehren. Gestern haben sich ja die .Vertreter des schwarzblauen Blocks im Reichstag einstweilen fHon wieder gegenseitig versichert, daß man ob des bißchen ElsaßKothrmgens die bisherige so intime Frennoschask nicht in die Brüche gehen lassen wolle.
Ter Wahlkampf in Österreich geht seiner Entscheidung entgegen, aber obwohl uns nicht mehr ganz dtei Wochen von dein Wahltermin trennen, läßt sich noch nicht erkennen ob sicst das Kabinett Bienerth im neuen Abgeordnetenhaus; einer minder spröden und arbeits- willigeren Mehrheit gegenubersehen wird. Tie Versuche, die deutschen Parteieii gegen die Sozialdemokratie zu sammeln, sind in den Anfängen stecken geblieben, aber auch innerhalb der anderen nationalen Gruppen, der Polen wie der Tschechen, feiert der Parteihader Orgien. Zu der Sorge um die Arbeitsfähigkeit des neuen Reichsrats gesellt sich die um den greisen Kaiser Franz Joseph, dessen Befinden trotz aller offiziösen Beschwichtigungsmeldungen zu ernster Sorge Anlaß gibt, die nicht durch die an sich leichte Erkältungserkrankung, Wohl aber durch das hohe Alter des greisen Patienten gerechtfertigt zu sein
^Tie erschütternde Wahrheit des Wortes „rasch tritt der Tod den Menschen an.... es stürzt ihn mitten in der Bahn" haben wir soeben erst in Frankreich kennen gelernt, wo ein jäher Tod den Kriegsminisicr Berteaux mitten in der Flugbahn von Jssy-de-Mon- lineaux stürzte und ihn aus der Flugbahn eines Lebens riß, dem so hohe Ziele wie die Würde des Präsiden- teii der Republik gesteckt zu sein schienen. Fast hätte der folgenschwere Sturz des Aviatikers Train noch ?,i: einem Sturz des Kabinetts Monis geführt, doch hat sich erfreulicherweise das Befinden des schwerverletzten Ministerpräsidenten bereits so weit gebessert, daß die mehrfach vorausgesagte Kabinettskrisis beschworen zu sein scheint. In die französische Rationaltrauer ist als Pflaster auf die schmerzliche Wunde der Triumph der französischen Waffen in Marokko gefallen, und wenn man die -Scharfmacherartikel der französischen Presse liest, die den Einzug in Fez nicht als das Ende, son dern als den Beginn der Marokko-Aktion ansehen möchten, so könnte man wirklich glauben, daß bei dem Sturz au? dem Flugfelde einer hinaufaefallen in. nämlich Telcastä, der wieder hinter den Kulissen die Drähte zu ziehen scheint .
Es ist ein eigentümliches Zusammentreffen, daß ück aleichzeitiq mit dem Einzug der Franzosen in Fez an einem anderen Ende des Mittelmeeres Gewitterwolken zusammenzuziehen scheinen. Tie ail die Adresse
der Pforte gerichtete, ungewöhnlich scharfe Drohnore der Regierung des Zaren hat um so mehr Aufsehen erregt, weil sie, und zwar nicht bloß zeitlich, mit dem bulgarischen Vorstoß gegen die Türkei zusammenfalll. Ta aber die neue .Türkei entschlossen zu sem scheml, sich nicht L 1a China behandeln zu lassen, und d i me Petersburger Offiziösen eben. deshalb wieder a b z i\ * wiegeln beginnen, so wird man darauf rechnen dürfen, daß sich weder aus dem montenegrinischen noch aus dem bulgarischen Grenzfeuerwerk der gefürchtete Balkanbrand ciitwickeln wird. __
Tiefe Hoffnung ist um so begründeter, da sowohl Österreich-Ungarn wie auch England, welches durch die Vetokrisis genugsam in Anspruch genommen ist, und dessen Staatsniänner zurzeit ihre gesamte politische Schlagkraft darauf verwenden, der britischen Reichskonferenz diesmal einige positive Ergebnisse abznnn- gen, mit aufrichtigem Eifer bestrebt sind, den Frieden im nahen Osten zu erhalten, da er im fernen ssten ohnehin durch die Traufgängertaktik des Zarenreiches bedroht wird. Ist doch auch in Mexiko, wo der greise Diaz auf Amt und Ehrgeiz diesmal endgültig verzichtet hat, zum Schluß der Friede geschlossen worden, nicht wegen, sondern trotz des amerikanischen grie- de nsstistens. J
(Ein neues Kompromiß in öer Reichs- uerftcherungsordnung.
A Berlin, 26. Mai.
Ter Reichstag erledigte heute die Tiätenvorlage. wonach das 'Sohe Haus die Mehrarbeit der Herbst- taaung — man könnte beinahe sagen die Überstunden — besonders bezahlt bekommen, soll. Verschiedene Redner betonten dabei endlich einmal recht kräftig das Unwürdige, das im ganzen Tiätengesetz liegr. Hoffentlich wartet der Reichstag nicht mehr allzu lauge, bis er das ganze Tiätengesetz gründlich ändert.
Tie -ritte Lesung der elsaß-lothringischen Verfassung wurde ziemlich schnell erledigt. , Bei der Generaldebatte nahmen besonders die Elsaß-Lothringer sehr lang und breit das Wort, um vor ihren Wählern ihre Annahme oder Ablehnung der Vorlage ausführlich zu begründen. Bei der Gesamtabstimmung war eine sehr große Mehrheit vorhanden. In den Wandelgängen würde besonders ausführlich die erfreuliche H a l t u n g der -Sozialdemokratie besprochen. Eine so revisionistische Haltung hat die Sozialdemo- kratie noch niemals gezeigt. Im ganzen Lande wird das entschieden des Eindrucks nicht verfehlen. Tie Sozialdemokratie wird bündnisfähig werden. In dep
FemüeLorr«
(N°ch»rück verboten.)
Von N. A. Lrdeiimnn.
Wer hat nicht schon in seiner «O von^Island gehört, dem sagenhaften „Eislande , mit s ^ . ragen- Gebirgen, seinen heißen Springquellen seinen tz g^ den Basaltkuppen, seinen schauerlichen ^vaw^n»-« Hochebene, die zu den durch Fiorde ze siH Mällt. Die in sandigen Flußtälern und schneeigen^ Bremer- Besatzung unserer von Nordenham» G es »-stch^nipstr haben. Cuxhaven und Altona auslachenden kennt Island nur vom gigantischen »ra
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wie die von Düsseldorf nach FraEur gera
messen an der Südküste fast unmittelbar aus der sec !
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linder Schellfisch, den Kabestau und den^^R ^ manch andere nützliche Nahrung d - ^^mannsgemüt ,m Sommer ,» -»», «»„ich- Sz-»-„-
Wie mit Wundergowalt, wenn « ' e § , artj sobald
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