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Gefts 4. MbeuK-DuZsaLe, 1» Blatt.

rrommen: „Der Hintere Teil ist voll Wasser gelaufen." Eine weiter« Verbindung durch die Telephonboje war nicht Mög­lich da inzwischen die Zentrale verlassen war. Durch Ver- vrittlung van „Augsburg" wurde die Hilfe der Torpedo- irffpeMon und Werft angerrrsen. Da „Vülkau" zur Boden- seinigMW im Dort lag, war zuerst der Werstkrau im Ver­lauf einer knappen Stunde zur Stelle. Da nach Lage des Bootes angenommen werden mußte, daß die Besatzung sich vorn befand» wurde mit dem Kran das Vorderteil so weit gehißt, daß die Mündungen der Torpedorohre über Wasser kamen. Diese Art des Vorgehens schien nach Lage der Sache de» schnellsten Erfolg zu versprechen. Aus Heran­ziehung von „Vulkan", der um 1 Uhr 25 Min. eintraf urrd das Boot nur in horinzontaler Lage hätte heben können, wurde daher zunächst verzichtet, zumal der Schwimnüran zu dieser Zeit seine Takel durch Taucher schon eingeschakelt hatte. Durch die Torpedorohre wurden die im Torpedo- raum befindlichen Leute gerettet. Sie hatten unter den durch das Schott nachdringenden Dämpfen zu leiden. Sie hielten sich nur dadurch, daß ihnen durch den vorgesehenen Notlustanschluß Luft von außen zugeführt wurde und sie die im Unterseeboot befindlichen Mittel für Lusterneurung ausnutzten. Bei der Rettung zeichneten sich, wie schon ge­meldet, Oberleutnant zur See Valentrner, Torpedoboots- Mannsmaat Heinrich und Torpodoheizer Gießner aus. Jn- Kvischen war festgesteLt, daß sich der Kommandant, der Wachtoffizier und der Rudergänger im Ksmmandoturm be­enden. Mit diesen war Signalverbrndung durch be­schriebene Tafeln, die vor die über Wasser ragenden Seh­rohre gehalten wurden. Antwort erfolgte durch Bewegen der Sehrohre. Der Versuch, dem Turm Lust durch Seh­rohre zuzuführen, gelang nicht, da die Insassen des Turmes den unteren Verschluß nicht zu öffnen vermochten. Die Antworten über das Befinden lauteten zunächst gut, später ungünstiger, so daß höchste Eile geboten schien. Jnsolge- dessen sollte versucht werden, mit Hilfe der schon einge- schäkelten Takel des zweiten herangekommenen Werst- kranes das Hinterteil des Bootes so weit zu heben, daß der Turm über Wasser kam. Hierbei brachen die achteren Hebe- stroppen zweimal, so daß nunmehr um 6 Uhr 30 Min. abends nichts übrig blieb, als das Boot nochmals aus den Grund zu senken und mit Hilfe von „Vulkan" zu heben. Dies gelang um 4 Uhr 35 Min. morgens. Der Turm war trocken und von giftigen Gasen frei. Alle drei Insassen, Kapitänleutnant Ludwig Fischer, Leutnant zur See Kalbe und Torpodornatrose Rieper, wurden vorgesunden, wie sie aus ihrem Posten in ruhiger Haltung bis zum Schluß ausgehalten hattest. Das Benehmen der ganzen Besatzung war mustergültig. Die zuerst ge­retteten Leute beteiligten sich ohne weiteres an den Rettungsarbeiten. Wenn es auch nicht -gelungen ist, alle Leute der Besatzung zu retten, so ist doch die Bergung von 28 Mann und des Bootes mit großer Freude und Genug­tuung zu begrüßen. Me an der Bergung Beteiligten haben in zwanzigjtündiger angestrengtester und aufopferungs­vollster Arbeit ihr Bestes getan, um das Leben der gefähr­deten Kameraden zu retten. An Tauchern standen die aus- gebildeten Unterseebootstaucher und eine Tauchergruppe des Kanalamts zur Verfügung. Die genaue Ursache der Havarie wird sich erst im Dock feststellen lassen. Das Ein- docken erfolgte am 19. Januar, vormittags. Das Befinden der geretteten Leute ist g u t.

Aus eine Anfrage erklärt der Staatssekretär weiter: „Ein Verbot für Unterseeboote, Tauchübungen vorzu­nehmen, wenn der „V u l k a n" nicht zur Stelle, besteht nicht und kann nicht bestehen, da die Unterseeboote gelegentlich aus hoher See üben und „Vulkan" nicht jederzeit bei allen übenden Booten sein kann."

Ein Abgeordneter regte an, neben dem „Vulkan", dessen Wirksamkeit in der Nordsee nicht sichergestellt erscheine, Rettungseinrichtungen zu schassen, die sich im Boote selbst befinden. Ein Abgeordneter streifte an der Hand eines Artikels aus der Tagespresse die Frage der Zulagen für das Heizerpersonal in Verbindung mit dem Unfall aus „II. 3". Er betonte, daß nicht der Reichstag, sondern die Regierung die Zulagenverkürzung vorgeschlagen habe.

Der Staatssekretär erhebt -energischen Protest gegen den Vorwurf, daß für die Sicherheit unseres Untersee­bootspersonals nicht auf das denkbar Beste v o r g e s o r g t worden sei, mindestens aber so gut wie -bei irgend einer anderen Nation. Ebenso protestierte der Staatssekretär dagegen, daß die Frage der Zulagen für Heizer in irgend- eineui Zusammenhang mit der jetzt zur Debatte stehenden Frage des Unglücks auf „TT. 3" gebracht werde. Von allem anderen ganz abgesehen, handle es sich aus Unterseebooten um Offiziere, Matrosen und Heizer — nicht nur um Heizer, die znlagöbedürftig wären die alle aus engem Raum unter ganz gleichen Verhältnissen Dienst täten.

Ein -konservativer und ein nationalliberaler Abgeord­neter sprechen dem Staatssekretär bedingungslos ihre Zu­stimmung zu dem von ihm vertretenen Standpunkt aus und betonen, daß volles Vertrauen zu den Unterseebooten und ihren Einrichtungen bestehe.

Ein soziakdeuWkvatischer Abgeordneter weist erneut darauf hin, wie wünschenswert es sei, daß bei Unterseeboot­übungen stets der „Vulkan" zugegen sei.

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hd. Kiel, 20. Januar. Die aus denr Unterseeboot .17. 3" Geretteten haben sich bis gestern nachmittag soweit erholt, daß 21 von ihnen ans dem Lazarett entlassen wer­den konnten. Nur 2 der Leute sittd noch im Lazarett ge­blieben, aber auch diese werden heute entlassen werden können. Nachträglich verlautet von den Geretteten, daß ber den Rettuwgsarbeiten eine fortgesetzte Verständigung zwischen den Rettern und den im Bootsraum einge­schloffenen Mannschaften ermöglicht wurde, und zwar ge- schab dies dadurch, daß mit dem Hammer an 'die Schicht­wand geschlagen wurde. Durch Zeichen dieser Art wurden auch, als das Vorderschiff bereits gehoben war, die Einge- schlossenen aufgefordert, die Verschlußklappe des Rohres zu öffnen, und als dies geschehen war, krochen die drei mehr­fach genannten mutigen Retter hinein. Das war eine keineswegs leichte Ausgabe, denn sie mutzten sich durch das Rohr von 45 Zentimeter Weite über 6 Meter hindurch- zwängen. — Eine gemeinsame Trauerseier für die Opfer findet beute nachmittag in der Kapelle des Garnffons-

WresürrhLAer UagNstL»

Freitag, SO* Januar 1911*

Nr. 34.

Lazaretts statt. Fm Anschluß daran erfolgt die Überführung der beiden verunglückten Offiziere nach dem Bahnhof. So­wohl an der Trauerfeier wie an dem Leich cnzug werden sich sämtliche Krieger-, Marine- und Mlitärvereine der Stadt mit ihren Fahnen beteiligen.

Die Mannschaften der deutschen Unterseeboote setzen sich aus Freiwilligen der verschiedenen Marineteile zusammen und sind erheblich besser gestellt als diejenigen anderer Kriegsschiffs. Sie erhalten für jeden Tag, an dem sie auf einem Unterseeboot an Fahrten teilnehmen, die mit Tauchen unter Wasser verbunden sind oder in Tauchbereit­schaft erfolgen und zugleich künstliche Ln-sterrreuerung be­dingen, Zulagen in Höhe von 4 M. für Offiziere, 3 M. für Deckoffiziere, 2,50 M. für Unteroffiziere und 1,50 M. für Gemeine. Zulagen in gleicher Höhr erhalten auch ihrem Rang entsprechend sonstige Martaeangehörigr, die dienst­lich an Fahrten unter den gleichen Voraussetzungen teil- nehmen.

Frankreich.

Dis Wmzerun«heu in der Champagne. Die lebhafte Erregung im Weinibaugcbiet der Champagne hält an. In Epernay sollte eine wichtige Versammlung stattsinden, welche die Behörde aber verbot. Die Weinbauern kamen alsdann in Venteuil -zusammen, ohne daß es zu einem ernsten Zwischenfall gekommen wäre. Militär hält die Ord­nung aufrecht und- bewacht die Geschäftshäuser. — Der gestrigen Versammlung der Weinbauern in Venteuil wohnte auch der Präfekt bei, der die Weinbauern zur Ruhe er-mahnt-e. Entsprechend dieser Aufforderung, nahmen die Teilnehmer -an der Versammlung -eine Tagesordnung an, in der sie sich verpflichten, jeden Akt von Sabotage einzu- stellen und in der sie die Erwartung aussprechen, daß die Regierung unverzüglich ihre Forderungen gewähren werde-. Um Mitternacht -herrschte in der Gegend Ruhe. — Die Weinbauer von Epernay setzten -die Kundgebungen fort. Um Mittem-acht zog -ein großer Haufen -in Begleitung von Frauen unter Absingen revolutionärer Lieder und Voran­tragen rote Fahnen nach Hautvillers, mit Hacken und Hämmern: bewaffnet, und erbrach eine Menge Kellereien von Berthet und Äocgmllon. Die Demonstranten ließen 400 Hektoliter Wein durch Einschlagen der Böden von 219 Stücken auslaufen und zogen dann singend, bevor die Behörden -einschreiten konnten, ab. '

England.

Unruhen auf Mauritius. Aus Port Louis (Mauritius), 19 , Januar, wird gedrahtet: Ernste Unruhen sind aus An­laß -der Wahlen in Cur-iepe ausgebroche-n. Die Truppen wurden in der letzten Nacht alarmiert. Heute morgen brachen auch in Port Louis Unruhen aus, die bis zum Nachmittag ««dauerten. Verschiedene Läden und Geschäfts­räume wurden geMndert. Die Banken werden von Posten bewacht. Die Truppen sind im Besitz der Stadt. Die Zahl der Toten ist unbekannt.

TKrks;.

„Krieg" im Muren. Der Jan an Sy cd Ja ha hat den Krieg -gegen die Türkei erklärt und seine Ausrührer in bewaffneten Banden nach -allen Richtungen in die Berge von Jemen entsandt. Der Scheich Beni Pascha hat sich dem Iwan -anges-chlo-ffe-n. Die telegraphischen Verbindun­gen sind durch Wfchneiden der Drähte von den Arabern zerstört worden. Die Straßen zwischen Hodcida, Sana und T-ali-s sind gefährdet. Die Post, die schm vor 12 Tagen von Hödcida nach- -Sana abgegangen ist, -hat Sana noch nicht erreicht. Man erwartet allgemein eine Erregung in der g a n z e n P r o v i n z. Tie Behörden haben die Regierung in Konstant-inopel telegraphisch um Verstärkung ersucht. — Der P r ä t e nd -e n t I s d r i s Hat die Offensive gegen die türkischen Truppen ergriffen. Die Hauptstadt des Distrikts Astr wird seit Anfang Dezember belagert. Der Gou­verneur ist mit -der starken Garnison eingeschloffen.

Aus §i&bi itflb Kemb.

MiZsbadener Nachrichten.

Wiesbaden, 20. Januar.

Die Maul- und Klauenseuche im Regierungsbezirk Wiesbaden.

Eine der schlimmsten und schädigendsten Krarrkheiren, die unseren Viehstand überhaupt befallen können, ist im Anzug. Schon seit einigen Monaten mehrten sich die- ieivt-gat Bezirke Deutschlands, in denen besondere Anord- nungen wegen des Auftretens der Maul- und Klauenseuche getroffen werden mußten, aber immer noch war es geluu- gen, den Regierungsbezirk Wiesbaden trotz seines starren Vichveriehrs von der Seuche sreizuhalten. Nun rst me Seuche in Kriftel, B-ckenhcim und Ginnheim aus-gebrochen, und die Tatsache, daß insbesondere diejenigen Gebrete, aus denen viel Vieh in den Regierungsbezirk Wiesbaden em- geführt wird, fast durchweg verseucht sind, bringt für den Bezirk die Gefahr einer starken Seuchenverschleppung mrt sich. Gerade in der letzten Zeit haben besonders starke Ern- suhren von Kühen ans dem Osten stattgefunden, und es steht ohne weiteres fest, daß mit jeder dieser Einfuhr die Gefahr der Einschleppung der Maul- uüd Klauenseuche stündlich näherrückt.

Uni den Bezirk, soweit dies zurzeit möglich ist, gegen das Eindringen der Seuche zu schützen, hat die Körrigl. Re­gierung aus eigener Initiative und nachdem sie auch von der Landwirtschastskammer darum gebeten wurde. eure Volizeivero-rdnung erlassen, mä) welcher sämtliches Klauen­weh welches in den Regierungsbezirk etageführt wird, einer amt-stierärzt-lichen Untersuchung unterliegt. Diese Maßnahme ist zweifellos von großem Wert, einen vollen Schutz Lamn sie aber selbstverständlich nicht bieten, ehe sie nicht mit der Verhängung einer Quarantäne und einer ge­nauen Kontrolle des Hausierhandels verbunden ist. . Der Erlaß diesbezüglicher Bestimmungen kann aber nur seitens des Herrn Mni-sters kür Landwirtschaft. Domänen und

Forsten geschehen, und so lange ein solcher Erlaß noch nicht ergangen ist, ist cs in,erster Linie Ausgabe der Landwirte selbst, 'sich nach Möglichkeit gegen das Eindringen und die Verbreitung der Seuche zu schützen. Jedermann weiß, daß die Maul- und Klane-nseuche nicht nur den einzelnen Land­wirt. sondern große Gebiete mrermeMch schädigt. Sin Schutz gegen die Seuche ist nur d-rrm möglich, we-nn jeder einzelne Landwirt in seinem -eig-enfften Interesse und tat Interesse aller seiner Bernfsg-enoffen seinen Viehstand ge­nau beobachtet, und wenn keiner, der das Unglück hat, die Seuche in seinen Stall zu- bekommen, das Verbrechen be­geht, die -Seuche nicht a-nzuzeigen und damit sich und seinen Berussgenossen einen in seiner Ausdehnung gar nicht zu beschreibenden Schaden zufügt. Nicht allein die gewiß Harten Strafbestimmungen, die auf einer Richtanzeige der Seuche ruhen, sollten jeden einzelnen Landwirt veranlaffen, rechtzeitig Anzeige zu erstatten, sondern auch das Bewußt­sein. daß er nicht nur sich selbst, sondern alle arideren vor großem Schäden behütet und so eine weitgehende V-erant- Wortung von sich weisen kann.

— Die Augc,uerkrmr!ung der Kaiserin. Der Augenarzt IXr. Graf Wiser, -der sich in Begleitung des Optikers Müller von hier nach Berlin begeben hatte, um die erkrankten Augen der Kaiserin zu behandeln, ist wieder hierher zu- rückgckehrt. Die Erkrankung der Kaiserin ist auch diesmal nur leichter Natur und gibt zu «rüste« Besorgnissen nüht die geringste Veranlassung.

— Dor Landesverband Nassau: des Hausabundes schreibt uns, daß in der letzten Sitzung der in Wiesbaden wohnhaften Vorstands- und Ausschußmitglieder des Zwetg- vereins Wiesbaden, die am Dienstag tat Hotel „Frank­furter Hof" zu Wiesbaden zusaMnenkamen, neben Fragen der Organffation und Anwerbung neuer Mitglieder inner­halb des Bezirks des Zweigvereins auch die Wahlsouds- srage besprochen wurde. Es wurde fernerhin festgesetzt, daß ansangs März eine Mitgliederversammtang des Wres- ba-dener Zweigver-eins stattfinden solle, zu der man als Red­ner am liebsten den Direlto-r des Hllns-aLundes, den ehe­maligen Oberbürgermeister Knobloch, gewinnen würde. In -dieser Versammlung sollen auch die Neuwahlen für die satzungsgemäß au-ss-ch-eidenden Mitglieder vorgenommen ivcrd-en. Hinsichtlich der Lehrgänge wurde -bestimmt, daß diese in den Monaten Februar, März und April st-arffinden sollten, doch wurde dem Vorstand- freie HaNd gelassen hin­sichtlich der Wahl von Rednern und Themen und in bezug auf die F-esffetzung der Abende für die ernzelnen Orts­gruppen. Erfreulicherweise haben sich zahlreiche bewährte Kräfte, darunter Hochschulprofessoren, dem Landesverband zur Verfügung gestellt. Angesichts der großen Zahl von Ortsgruppen, die Lehrgänge wünschen, dürften die Kosten der Ver-anstaltung so groß sein, daß es schwer sein wird, alle Hoffnungen zu befriedigen.

— Kaufmännischer Verband für weibliche Angestellte, E. V., Ortsgruppe Wiesbaden. Am Dienstagabc-nd sprach in öffenMcher VersamMlUing Fräulein Weta G a de s - mann (Düsseldors) über Standesbewußtsein und Organi­sation. Sie schilderte, wo und wie sich die Arbeit der Frau in früHeren Zeiten -abgespielt hat — nämlich inr Hause, soweit die Frauen bürgerlicher Stände in Betracht kamen — und daß erst die veränderten wirtschaftlichen Verhält­nisse, -die veränderten Produktionsformen die Frau aus dem Kreis der Familie in das öffentliche Leben, in die außer­häusliche Erwerbssphäre hinaus gedrängt hat. Die Frau ist damit Glied eines Standes geworden und- sie muß es lernen, daß sie diesem Stand gegenüber, dem sie doch durch ihre Berufsarbeit angehört, nun auch PArchten hat. Ihr Verantwortlichkertsgesühl für die BerusSgenosstnncn muß geweckt werden. Noch sind- vielen erwerbstätigen- Frauen diese Gefühle fremd, und das ist be-greffllich, wenn man be­denkt. daß die Frauen seit Jahrtausenden für die Familie erzogen fte* und infolgedessen nur Pflichten der FQmrlie gegenüber kannten. Der Kreis ist nun ettveitert,^ d. h. es ist ein zweiter, viel größerer Pflichtenkrers für die berufs­tätigen Frauen erstanden, und in diesem neuen, ausgedehn­ten Pffichtcnkreis da heißt es: eine für alle und alle für eine, da heißt es, schließt euch zusammen, nur die Interessen eures Standes zu vertreten und dadurch glerchzeckig eure Standespflichten zu erMeu. Eine lebhafte Diskussion folgte dem Vortrag und- viele der arrwesenden Handlungs- gchilfiMen traten dem Verband- bei.

— Deutscher und Lsterreichisch« Alpsnverein. Unter zahlreicher Beteiligung hat sich infolge des erlassenen Aus­rufs urid der gegebenen Anregung gestern abertv die Skr­äh teil ung der Sektion Wiesbaden gebildet. U. a. wurde beschlossen, noch in diesem Jahre einen SMursu-s für Damen und Herren unter Leitung eines kundigen Lchrers zu ver­anstalten. In Aussicht genommen ist dafür die Zeit vom 12. bis 19. Februar, und als Ort der Schwarzwald,^ die Rhön oder der Hochtaunus vorgeschen. Weitere Beitritts­erklärungen von Damen und Herren, sowie Anmeldungen zur Teilnahme am Skikursus sind- möglichst umgehend, spätestens bis zum 1. -Febmar, an den Vorstand der Sektion zu richten. Nichtmitglieder des „Alpenvererns" sind durch ein Mitglied der Sektion anzumelden, eine Verpslichtuug, dem „Alpenvereta" beizutreten, erwächst ihnen hierdurch nicht. Zwecks weiterer Besprechung finden Zu-sa-mmen- künste der Skiabteilung jeden Donnerstagabend im „Frank­furter Hof" statt.

— Luthersestspiel. Die Begeisterung für -die Aufftih- rungen ist auch außerhalb Wiesbadens groß; für die erste Aufführung am Sonntagnachmittag sircd die Plätze zu 1 M. 10 Ps. bereits ausverkauft. Die auswärtigen Besucher wer­den gut tun, sich stets durch Vorausbestellung einen Platz jh sichern. Verschiedene Mitbürger in Wiesbaden und Biebrich stifteten neMrenswerte Beträge, um auch armen Schr lkindern den Zutritt zu den Aufführungen zu ermög­lichen

— Prüfung der GaSaPparaie. Das städtische Wasser- urid Lichiwerk, Abteilung -Stadtbetrieb für Wasser und Gas; schreibt uns: „Unter -BezuMra-HMe auf den Artikel, über- schrieben „Nochmals die Sparschraube", erklären wir uns seWstverständlich gerne bereit, den neuerdings durch eine Franffurter BertricbsgefeUchast angepriefenen Gasspar- apparai zu begutachten, sobald wir in den Besitz eines sol­chen gelangt sind.*