Nr. 11. Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.
scchre,,. Dagegen sind im KöHIengebiet von ChaWror die kleinen Differenzen gestern behoben worden.
Brüssel, 6. Januar. . (Eigener Drahtbericht.) Ter Ausschuß der Bergarbeitergewerkschaft für den Bezirk Lüttich hat -gestern abend anläßlich der durch den Zusammenstoß wut der Gendarmerie entstandenen Ent- küsiuna den Gene r a l st r e i £ beschlossen Und gleist)- ßriiig die Arbeiter zur Besonnenheit und Ruhe erwähnt. Eine große Versammlung in Lüttich hieß den streik gut. Der Versammlung folgte ein imposanter Dimonstrationszug, an dem sich über 10 600 Personen beteiligten und der ohne Zwischenfall verlief. Heule dürften etwa 18 000 von 30000 Bergarbeitern im Lütticher Bezirk sich im Streik befinden. Tic Metall- arbeitergewerkschaft des Lütticher Bezirks fordert zur Unterstützung des Streiks cutf.
Charleroi, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Tie Ausstandsbewegung der Lütticher Bergarbeiter beginnt auch die hiesigen a n z u st e ck e n. Die Belegschaften dexschiedeuer Zechen streiken. Die Zahl der Ausständigen beträgt 12- bis 1300. Ferner streiken seit gestern abend im Becken von Mons 1500 Bergarbeiter.
** Lüttich, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Der Zustand, der gestern in Seraing verletzten Personen ist 'befriedigend. Der Gemcrndcrat von Seraing hat gestern die Sitzung zum Zeichen der Trauer aufgehoben. Gleichzeitig hat sich auch die Gerichtsbehörde cingefunden, um eine Besichtigung der Stelle vorzunehmen, wo der Zusammenstoß Zwischen den Ausständigen und der Polizei erfolgte.
'•* .Mons, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Die Zahl der ausständigen Bergarbeiter im Mittelbecken hat abgenommen. In der Mehrzahl der Zechen wurde in der vergangenen Nacht mit voller Belegschaft gearbeitet.
Gasvergiftung.
Aachen, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Im »Waldhotel" wurden heute früh 5 Mitglieder der Familie des Pächters Hirsch infolge Gasvergiftung betäubt aufgefunden und in das Krankenhaus gebracht. An ihren: Aufkommen wird gezweifelt.
Unwetter in Italien.
llck. Rom, 6. Januar. Das furchtbare Unwetter, von welchem Nord- und Mittelitalien drei Tage hindurch heimgesucht wurde, hat sich gebessert. Die Eisenbahnzüge erleiden nur noch geringe Verspätungen, der Verkehr wird allenthalben wieder lebhaft. Es herrscht Regen.
Russisches Räuberunwesen.
M. Lemberg, 6. Januar. Wegend er sich mehrenden Zauberischen Überfälle, die von russischen Flüchtlingen verübt werden, fanden gestern nachmittag hier und in der Umgebung durch 200 Polizisten umfangreiche Haussuchungen bei russischen Emigranten statt. Hierbei wurden 40 Personen, die sich nicht über einen genügenden Lebensunterhalt ausweifen konnten, verhaftet.
Die Erdbebenkatastrophe in Asten.
wb. Wjernyi, 6. Januar. Durch das Erdbeben sind in der Umgegend viele Kirgisen umgekommen. Die Poststätion am Jsstk-Kul-See ist zerstört.
v. Berlin, 6. Januar. Der Kaiser begab sich heute vormittag auf einige Tage nach Hubcrtusstock.
** Berlin, 6. Januar. (Eigener Drahtbcricht.) Das Staats Ministerium trat heute mittag 2 Uhr zu einer Sitzung zusammen, auf deren Tagesordnung u. a. der Gesetzentwurf über den K o m mu na lz w eck v e rba nd Groß-Berlin stand.
** Brüssel, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Die Königin, welche nach Süditalien zu reisen gedenkt, wird dort in der Villa Torre-di-Cimella ihre Genesung abwarten. Diese Villa, die bei Cimez belegen, ist von Wald und Wiesen "Mgeben. Die Abreise der Königin erfolgt erst Ende dieses Monats.
*
Berlin, 6. Januar. (Eigener Drahtbcricht.) Zu dem Kaub üb er fall auf dem Postamt 54 wird gemeldet,
der verhaftete Händler Welbert, welcher auch als Geisteskranker in Wuhlgarten interniert und von dort entwichen war, die Polizei bereits beschäftigt hat, während me beiden Jupigen, die die geraubten Wertpakete zur Post beförderten, behaupten, nur einen Verbrecher gesehen zu hoben, will Welbert einen Komplicen gehabt haben.
Aachen, 6 Januar. (Eigener Drahtbericht) In Bardenberg traf der achtjährige Sohn des Bürgermeisters beim Spielen mit einer Büchse eine bei seinen Eltern zu Besuch weitende Dame. Der Schuß ging dieser in die Brust und führte den sofortigen Tod herbei.
** Paris, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Aus dem Boulevard Perere feuerte der Schutzniann Decourcy zwei Schüsse aus seinem Dienstrevolver auf den Elektrotechniker Chanel in dem Augenblick ab, als dieser Arm in Arm mit der Frau Decoureys an diesem vorüber ging. Der Zustand Chanets ist sehr e r n st. Decourcy wurde verhaftet.
Petersburg, 6. Januar. (Eigener Drahtbcricht.) Im Lagerraum des Petersburger Gardekonsumvereins wurden wer Einbrecher verhaftet, als sic im Begriff waren, zahlreiche Beute fortzuschassen. Zwei sind ehemalige Angestellte des Konsumvereins.
v Petersburg, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) ölt einer Kompagnie wurde bei der Untersuchung über Ven Kasernenbrand ^festgestellt, daß am Tage des Brandes eine Anzahl Soldaten in einem Zimmer der. Kaserne P u n f ch bereitet hatten. Durch unvorsichtiges Umgehen beim Anzünden des Alkohols ivuröe das Feuer verursacht.
Petersburg, 0. Januar. (Eigener Trahtbericht.) Ter Pariser Juwelier Cartier, der tu einem hiesigen Hotel Schmucksachen im Werte von über 2 Millionen ausgestellt hat, ist in den Verdacht der Zoll - defraudation geraten. Im Verlaufe der Untersuchung wurden 150 Goldsachen, darunter viele Uhren und ein kostbares Diamantdiadem, als unverzollt konfisziert.
Wiesdadrrrer Tagblan. Samstag, 7. Januar 1911* Sette 5«
Letzte Handels«ackrrckte».
Berliner Börse.
Berlin, 6. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Die Börse zeigte bei Eröffnung eine feste.Tendenz, «die sich auf fast allen Gebieten, außer dem Montanmarkt, der schwächer lag, konstatieren ließ. Im weiteren Verlaufe des Verkehrs konnten sich einige Gebiete bei ruhigem Geschäft befestigen und auch der Montanmarkt teilweise erholen. Bahnenwerrc waren relativ fest, besonders Kanada. Ebenso Elektrizitäts- iverte, diese besonders aus die Berliner Schnellbahnprojekte. Kaliwerte waren auch heute vorwiegend schwach. Der Fondsmarkt lag stiller. Von fremden Renten russische Werte weiter abgeschwächt. Die neue ungarische Rente wurde bei erhöhtem Kurs lebhaft umgesctzt. Der Geldmarkt versteifte sich. Tägliches Geld bedang bis 4 Prozent. Privatdiskont 3'/st Prozent.,
SchLffs-Uachrichten.
Norddeutscher Lloyd in Bremen. Hauptagent für Wiesbaden I. Ehr. Glücklich, Wilhelmstratze 50. F 329
Neueste Dampferbewegungen: Danipfer „Breslau" nach Baltimore. 4. Januar in New York. „Friedrich der Große" nach New Ssork, 1. Januar Dover passiert. „Frankfurt" nach Gal- veston, 3. Januar von Philadelphia. „Coburg" nach La Plata, 2. Januar von Vigo. „Barbarossa" nach Australien, 2. Januar in Genua. „Gneisenau" nach Australien, 2. Januar von Fre- mantle. „Westfalen" nach Australien, 2. Januar in Antwerpen. „York" nach Ostasien, 3. Januar von Antwerpen. „Prmz Eitel Friedrich" nach Ostasien, 3. Januar von Port Said. „Bülow" nach Ostasien, 4. Januar von Schanghai. „George Washinaton nach Bremen, 3. Januar von New Uork. „Cassel" nach Bremen, 4. Januar in Bremerhaven. „Rhein" nach Bremen, 2. Januar in Bremerhaven. „Crefeld" nach Bremen, 4. Januar von Antwerpen. „Sigmaringen" nach Bremen, 4. Januar von Antwerpen. „Bremen" nach Bremen, 3. Jan. in Suez. „Franken' nach Bremen, 2. Januar Gibraltar passiert. „Thüringen" nach Bremen, 3. Januar von Port Said. „Kleist" nach Bremen, 4. Januar in Suez. „Goeben" uack Bremen, 4. Januar von Nagasaki. „Prinz Ludwig" nach Hamburg, 4. Januar von Penang.
Deutsche Ostafrika-Linie. Bureau: Weltreisebureau L. Retten- maver. Langgasse 48. F 326
Rcichspostdampser „Prinzessin", Kapitän Stahl, von Hamburg nach Südafrika, 2. Fan. an Las Palmas. „Adnnral . Kapitän Kley, von Südafrika nach Hamburg, 1. Jan. ab Marseille. „Feldmarschall", Kapitan Welnkam, zurzeit m Hamburg. „Prinzregent", Kapitän Gauhe. von Südafrika nach Hamburg, 1. Fan. ab Sansibar. „Bürgermeister", Kapitan Fiedler, von Hamburg nach Südafrika, 3. Jan. an Lourenpo Marques. „Kronprinz", Kapitän Pens, von Hamburg nach Südafrika, 8. Jan. ab Rotterdam. „Herzog", Kapitan Michelsen, von Ostafrika nach Hamburg, 1. Jan. ab Daressalam. „König", Kapitän Kasch, von Hamburg nach Ostafrika. 2. Jan. ab Neapel. „Gertrud Woermann", Kapitan Carstens, von Hamburg iiach Südafrika, 1. Jan. ab Suez. „Adolph Woermann". Kapitän Jversen, von Hamburg nach Südafrika, 1. Jan. an Kapstadt. „Windhuk", Kapitän Meyer, von Südafrika nacy Hamburg, 80. Dez. ab Swakopmund. „Kommodore", Kapitan Mühlbauer, von Südafrika nach Hamburg, 28. Dez. ab Mar- seille. „Khalif", Kapitän Ulrich, von Hamburg nach Südafrika, 1. Jan. an Durban. „Answald", Kapitän Matzen, von Südafrika nach Hamburg, 4. Jan. an Antwerpen.
Red Star Line. Alleiniger Agent in Wiesbaden W. Bickel, Langgasse 20. F327
Bewegung der Dampfer: „Baderland" am 28. Dezember von New York nach Antwerpen abgegangen. „Mamuette" am 20. Dezember von Antwerpen nach Boston und Philadelphia abgegangen. „Gothland" am 31. Dezember von Antwerpen nach New Nork abgegangen. „Mobile" am 81. Dezember in Baltimore von Antwerpen angekommen. „Lapland" am 1. Januar in New York von Aiitwerpen angckommen. „Samland" am 1. Januar in Antwerpen von New ?)ork angekommen.
Mcnomüiee" am 2. Januar 210 Meilen von Lizard passiert (in Antwerpen am 5. Januar gegen 6 Uhr vorm, erwartet). „Manitou" am 2. Januar in Philadelphia von Antwerpen angekommen. Irr Antwerpen erwartet: „Baderland" gegen 7. Januar von New Jork über Cherbourg und Dover.
die inan gnädig auf Kosten der anderen sorgen wollte, warten müssen ilnd dann werden wir weiteres davon hören. Cs ist doch schön, im „Zeichen des Verkehrs" zu leben.
* Wie dringend notwendig die seit vielen Jahren von der städtischen Bauverwaltung geplanten is t ra ß c nv e r b e s fern n g e u 3 it r Schönen Aussich t sind, . hat man am besten augenblicklich zu beobachten Gelegenheit. Tagtäglich wiederholen sich die gräßlichsten Tierquälereien in den allzusteilen Auffahrtstraßen zu den vielen dort oben gelegenen Villen, um die schweren Kohlen- und sonstigen Fuhren hinmif- zuschaffen. Wenn man nicht selbst Gelegenheit hatte, solche tschauspicle an Ort und Stelle mit ansehen zu müssen, so konnte mair es aus den hiesigen Zeitungen täglich erfahren, was sich alles da zugetragen hat. Nicht nur die zahlreichen Frachtsuhren, welche täglich mit viel Geschrei und Pertschcnbleben gewaltsam binaufgeschafft werden, sondern_ auch der Fährverkehr für Personen ist setzt kaum zu bewältigen. Namentlich leiden auch die Krankentransporte zum Roten Kreuz unter der jetzigen Kalamität! Es dürfte nun wohl endlich an der Zeit feilt, ernstlich für eine ordentliche Auffahrt zu sorgen —- wohnen doch oben auch Menschen, und gerade nicht einmal schlechte Steuerzahler! Es dürfte sich sehr empfehlen,,, wenn die Herren der städtischen Verwaltung Gelegenheit nähmen, sich gerade jetzt von den Zuständen an Ort und Stelle einmal selbst zu überzeugen. Ein Interessent. .
Briefkasten.
(Die Redaktion des Wiesbadener Tagblatts beantwortet nur schriftliche Anfragen im Briefkasten, und zwar ohne Rechtsverbindlichkeit. Besprechungen können nicht gewahrt werden.)
C. S. 1. Ob der genannte Offizier befördert wurde, vermögen wir erst nach Erscheinen der Dienstaltersliste im Mai festzustellen. Wenn Beförderungen vorgekommen sind und er nicht den Abschied genommen, wird er sich darunter befinden, denn er war im Mai v. I. der älteste seiner Charge. 2. Der Pachtvertrag wegen der Kurhaus-Restauration ist noch nicht erneuert: er läuft erst Ende d. I. ab.
P. F. Die Krankenkassen sind im „Wiesbadener Adreßbuch", Seiten 026, 927 und 928, verzeichnet.
Badenerin. Der Wortlaut des Hebelschen Gedichtes „Freude in Ehren" wurde uns in liebenswürdiger Weise von einem Leser mitgeteilt. Sie können davon in unserer Geschäftsstelle Abschrift nehmen.
D. S. Wenden Sie sich an die Handelskammer hier, Adelheidstrabe 23.
Familien- Nachrichten.
Standesamt Wiesbaden.
(Rathaus, Zimmer Nr. 30; geöffnet an Wochentagen von 8 bis VA Uhr, (8t Ehe. Ichliejjuugeii nur Dienstags, Donnerstags und Samstags.)
Geburten.
30. Dez. dem Geschäftsführer Johann Baptist Hammen e. T, Apollonia.
30. dem Elektromonteur Karl Becht e. S., Oskar Karl.
80. dem Spengler- und Jnstallateurgehilfe^ Hermann
Wittersheim e. T., Emilie.
81. dem Fahrburschen Wilh. Zeilinger e. T., Luise Babette.
2. Jan. dem Monteur Julius Krumeich e. T., Anna Adelheid. 2. „ dem Postboten August Schnell e. T., Erna Diaria
Henriette.
Aufgebote:
Schuhmacher Wilhelm Becker mit der Witwe Barbara Kuvitz, geb. Väth, hier.
Friseur Gustav Bruno Adler in Kaiserslautern mit Margarete Helene Mayer daselbst.
Arzt Or. rneä. Karl Bartholdh mit Emma Frey hier. Maschinenschlosser Georg Ruhlmann in Rieder-Hausbergen mit Luise Gerber daselbst.
Fuhrmann Karl Habermann mit Rosina Wittmann hier.
Bäcker Adolf Emil Weyershauser hier mit Auguste Katharina Kolb in Wächtersbach.
Schreiner Jakob Weimer in Heilberscheid mit Marg. Wertz hier, Friedhofsverwalter Karl Deubert mit Lina Rathgeber hier, .....
Stcrbcfälle:
4. Jan. Gastwirt Karl Klein von Eppstein, 86 I.
4. „ Oberst a. D. Richard Ochwaldt, 69 I,
4. „ Fritz Grünthalcr, ohne Beruf, 43 I.
6. „ Privatier Georg Link, 67 I.
6. „ Wilhelmine, geb. Nörr, Ehefrau des Heizers Karl
Kennerknecht, 57 I.
6. Pfründner Paul Keppel, 83 I.
Einsendungen aus dem Leserkreise.
(Aut Rücksendung oder Aufbewahrung der »ns für diese Rubrik zugebenden, nicht verwendeten Einsendungen kan» fiel) die R-daktiou nicht cinlasjcn.)
* König!. Theater. Die Umständlichkeit, mit der
am hiesigen König!. Theater Bestellungen auf den Nibelungen-Ring vorgemerkt werden, durfte soon keinem Theater der Welt übertroffen werden. Sofort nach Bekanntgabe des Repertoires bestellte ich auf „einer" Karte ,e einen Platz ffir die vier Abende. Nach drei Tagen wird nur der Bescheid, jede Vorstellung müßte auf einer separaten Karte bestellt werden. Ick schreibe also vier Karten, die msr jeweilig am Tage der betreffenden Aufführung mit der ersten Post zukommen mit ja oder nein. Bis dahin werde ich über mein Schicksal im unklaren gelassen. Statt einmal darf , ich nun viermal zur Theaterkasse wandern oder.jemanden hmschtcken, der statt -u Stunden 4 X % Stunden verliert. Ist nun die glückliche Besitzerin eines derartig erkämpften Billetts ern werbliches Wesen, das abgeholt werden muß, so sind die Schwierigkeiten keineswegs behoben, da der Theaterzettel wohl eine Stunde für das Ende der Vorstellung angibt, diese Stunde aber wie der Fahrplan einer Lokalbahn mit tödlicher Sicherheit me stimmt, selbst wenn die betreffende Sache schon hundertmal ausgeführt wurde. So hieß es bei „Rheingolb" Ende nach 14-10, es war genau 2 Minuten vor 10, als der erste Beiucher das Theater verließ. „Walküre" festgesetzte Zeit 1011, öffentliches Ende 10.66. U. O. W.
* Notschrei der Hausbesitzer in der Abcgg- straße. Seit dem ersten Schneefall wurde von der Stadt nichts getan, um die Straße in geordnetem, Zustand zu erhalten. Dieselbe ist deshalb gegenwärtig in einem Zustand, wie es in keinem Dorf vorkommt. ' Täglich passieren die Straße mindestens 20 Auto, von denen viele die Steigung nicht mehr nehmen können und infolgedessen rückwärts zurück müssen. Dadurch und auch durch die anderen Fuhrwerke wird den Hausbesitzern der Schnee immer wieder in dieKändel geschoben. Atyg wurden wir von der Polizei mit je 2 M. Strafe belegt. Hat da die Stadt nicht die Pflicht,, diesem Zustand ein Ende zu machen und die über uns verhängte Strafe zu übernehmen 'i
C. S.
* Die „Verbesserung" des Fahrplaiis der Elektrischen Nr. 7. Zu dieser viel umstrittenen Frage sei noch aus folgendes hingewiesen, das-sicher der Beachtung wert ist und auf das sich vielleicht das Wort anwenden ließe: Wer anderen eine Grube gräbt usw. Also für die Dotzhermer ist zu manchen Zeiten llstündiger Verkehr ausreichend, wem das nrast paßt. der kann ja laufen. Wenn sie's aber mehr tun und 14 Stunde bis zum nächsten Wagen warten? Es haben sich auf jeden Fall dann an jeder Haltestelle eine Anzahl Personen eingefunden, die mitfahren wollen und vielleicht „auch musien, und da sie, falls sie diesen Wagen nicht benutzen können, wiederum eine Viertelstunde warten müssen, deshalb auch alles daran setzeir, um mitzukommen. Das kann ja vielleicht ganz interessant werden, wenn das Recht der stärksten Ellenbogen zur Geltung kommen wird. Daß darin die Dotzhermer nicht immer hinten bleiben werden, ist als sicher vorauszusetzen und kann man ihnen auch nickt übel nehmen, wenn sie z. B. schwer bepackt mit Sachen, die sie in Wiesbaden, gekauft haben, sonst eine weitere Viertel-, ja vielleicht eine halbe Stunde, vielleicht in Regen und Schnee warten müssen. Es wird dann so kommen, daß diejenigen, die nicht so weit da draußen wohnen und ffir
Standesamt Schrerftrtn.
Geburten.
2. Dez. dem Fabrikarbeiter Rudolf Ohnhaus e. S.
2. „ dem Kaufmann August Adolf Engel e. T.
2. „ - dem Fuhrmann Alois Joseph Zumann 2 T.
3. „ den: Buchbinder Joseph Eberhardt e. S.
6. „ dem Maurermeister Georg Hirschochs e. T.
6. „ dem Gastwirt Paul Maxheimer e. S.
10. dem Tüncher Gustav Moos e. S.
18. „ dem Fabrikarbeiter Jakob Ottes e. S.
14. „ dem Tütlcher Phil. Lohn e. T.
17. „ dem Hausdiener Wilh. Karl Jockel e. T.
18. ,. dem Küfer Karl Friedr. Hepv e. S.
19. „ dem Fabrikarbeiter Heinrich Deußer e. T.
26. „ dem Bäckermeister Adam Freund e. S.
28. „ dem Tüncher Wilh. Rossel e. S.
29. „ dem Former Johann Georg Weiß e. T.
Eheschließungen:
Maurer Robert Ehrengart und Anna Ullrich.
Maurer Wilhelnr Wehnert und Auguste Siegerl.
Fabrikarbeiter Johann Heß und Elisabeths Fickinger, geb. MauS. Elektromonteur Hrch. Behrens und Auguste Lohn.
Dkaurer Karl Altenheimer und Elise Schmidt. Straßenbahnführer Karl Bartram und Elise Linkenbach. Landwirt Christian Wehnert und Marie Siegert.
Sterbcfülle.
2. Dez. Witwe Henriette Maus, geb. Bachmarm, 74 I.
g. „ Peter, S. d. Tagl. Wilh. Nicolay, 9 M.
9. „ Privatiers Katharine Strittsr, geb. Lehr, 84 I.'
13. „ Invalide Lndw. Heinrich Jung, 57 I.
16. „ Georg Ludwig Schröder, 7 I.
18. „ Zigarrenmacher Wilh. Wehnert, 72 I.
19. „ Kaufmann Georg Ad. Ambrosius, 31 I.
23. „ Ehefrau Elisabethe Heuß, geb. Salfeld, 61 I
29. „ Wwe. Wilhelmine Rücker, geb. Wehnert, 65 I.
Geschäftliches.
Wenn Sie Ihr Kind
gesund, munter und geistig frisch sich entwickeln sehen wollen, so gehen Sie ihm »r. Monunel’s Ilaematogen. WAitNUNG! Manrerlange ausdrücklich den Namen Br* Hammel, F550
Die Moützsn-Anssnde umfaßt 14 Seite«
und die Berlagsüeilage „Ter Roman".
Lcituvg: W. Schulte vom Brühl.
BerantwortlichorRedakteur Mr Politik u. Handel; 81. Heaerl-vr», Erbeuheimer o» -Ji ir Feuilleton: W. lLchulte vom Brülft, Sonnenberg: für Wiesbadener Nachrichten: C Rot Herdt; für Nassauische Nachrichten. Aus der llmaebung und Gerichtsiaal: H. Diefenbach; für Bermii'chtes, Sport und Briefkasten: C. L o s a ck er; für die Anzeigen u. Reklamen: H. Tornaus; sämtlich in Wiesbaden. Druck und Verlag der L. Schellenbergschen Hof--Buchdruckerei in'Wiesbaden.
